Stef1308
Aktives Mitglied
Hallo zusammen!
Hier ein Bericht wie drei Freunde und ich die Nacht von Sa. auf So. erlebt haben:
Was für eine Nacht – ich bin einfach nur überwältigt…
Die Nacht zum Sonntag war schon seit Mittwoch eingeplant, es sollte endlich mal wieder auf die Alb hoch gehen. Dort habe ich mit einem Astro-Freund zusammen eine eigene Wiese welche sehr gute Bedingungen bietet und dazu noch recht nahe (ca15km) bei Kirchheim liegt. Hier beobachten wir regelmäßig unter 6m0 - 6m5 Himmel.
Der Subaru war gegen 22:30 Uhr beladen oder besser gesagt, 10 cm tiefer gelegt. Er ist schier geplatzt mit den zwei 12“er Dobs` plus viel (zu viel
) anderem Zeugs. Beeindruckend was da in den Leone alles reinpasst! Gegen elf waren wir dann oben. Schon am Parkplatz auf der Wiese wurden wir von einer riesigen und sehr hellen Sternschnuppe begrüßt. Sie war hart an der Grenze zu einer Feuerkugel und war fast über den gesamten Himmel zu sehen. Das sollte nicht das letzte „Wow-Erlebnis“ in der Nacht bleiben…
Der erste Eindruck von der Himmelsqualität war dann aber erstmal eher ernüchternd, denn es war noch sehr hell. Also erst mal aufbauen, justieren und die Rohre abkühlen lassen – wobei, eher aufwärmen, denn im Keller war es deutlich kühler. Wir hatten jetzt erst mal genug Zeit um mit den Binos den Himmel abzugrasen. Und es wurde dunkler und dunkler…
Nach einem kleinen Nachtmahl ging es dann gegen 0 Uhr los. Ein Grenzgrößentest ergab bei mir fst 6m2, mein Kollege kam auf 6m4. Die Durchsicht war sehr gut, aber das Seeing war eher mäßig. Da wir mit M16 auch eine Sternentstehungsregion als „Babystation“ auf der Speisekarte hatten, legten wir im Süden mit Sagittarius los. Start war M8, einfach genial. Über M20 und M21 ging es zu M17 der äußerst beeindruckend war und schließlich zum Adlernebel der allerdings fast nur seinen Sternhaufencharakter zeigte. Auch mit Filter war leider nicht viel mehr drin.
Von dort ging es dann noch mal nach Süden zu M22 „sternebaden“. Damit war ich dann beim zweiten Teil des Abends angekommen: Im astronomischen Altenheim, den Kugelhaufen. Wir hatten Gäste dabei und denen wollte ich ein paar Unterschiede zeigen. Also Schwenk zum Herkules rauf, M13 und M92 waren die Ziele. Danach folgte noch M56 in der Leier, der Kommentar war „der is ja voll winzig, die anderen waren viel größer“.
Danach wollte ich ein paar Planetarische Nebel beobachten, habe aber erst Jupiter aufs Korn genommen denn der musste einfach sein. Leider aber war er ein Opfer der Atmosphäre und zeigte nicht all zuviel Details. Dennoch waren alle begeistert vom Anblick mit den Galileischen Monden. Zurück zum Schwan, Albireo sollte glänzen. Und das hat er! Es ist für mich immer wieder ein traumhafter Anblick. Auch unsere Gäste waren begeistert vom Farbenspiel der Komponenten. Da ich schon mal dort war wollte ich NGC7000 testen. Leider war trotz H-Beta Filter nicht mehr als Mexiko andeutungsweise zu sehen, mit freiem Auge und Filter waren aber die Umrisse zu erkennen und hoben sich einigermaßen vom Sternenmeer ab.
Nun kam ich zum dritten Teil des Abends, der Leichenkammer – grusel… Als erstes sollte M57 herhalten zur Sezierung. Er war wie (fast) immer sehr hell und deutlich mit Struktur zu sehen, mit OIII wurde der Unterschied zwischen hellem Ring und dunklerem Inneren noch deutlicher. NGC6826 hab ich leider nicht finden können, dazu war das Seeing nicht ausreichend ruhig und ich wollte auch nicht zu viel Zeit mit suchen verschwenden. Weiter ging es zu M27 welcher sowohl im PanOptic 35mm als auch im 27er ein beeindruckendes Bild lieferte. Sogar die Ohren waren klar und deutlich zu sehen, mit wie auch ohne OIII Filter. Einfach sagenhaft schön der große.
So, nun aber zum absoluten Highlight in dieser Nacht, der „Oberleiche“ am Sommerhimmel, dem Cirrusnebel. „Uhhh, wow, gigantisch, brrrrr, Schauer-über-den-Rücken-lauf, Hammers, boah, heftig, Maaaannnnnnnn, sieht besser aus wie fotografiert…“ Das war nur ein kleiner Auszug an Reaktionen, die dieser Supernovarest jedes Mal bei mir und den anderen Spechtelkollegen auslöst. Ich habe mit PO35mm und OIII draufgehalten, einfach sagenhaft! Auch im 27er mit OIII eine absolut breathtakin` Angelegenheit. Die restliche verbleibende Dunkelheit hat sich dann mein rechtes Auge nur noch diesen fantastichen Cirren und Fetzen hingegeben. Ich hab jetzt noch weiche Knie…
Als es gegen drei dann zu hell wurde, beschlossen wir abzubauen und diese atemberaubende Atmosphäre noch etwas per Bino zu genießen. Andromeda, die aufgehenden Plejaden und die Milchstraße waren die letzten Reiseziele für diese absolut gelungene Beobachtungsnacht. Um fünf lag ich dann überglücklich mit den schönsten Bildern im Kopf im Bett. Was ich übrigens noch am Rande empfehlen will ist ein lokaler Stuttgarter Radiosender, welcher zu astronomischer Uhrzeit wunderbare Musik álá BR3 SpaceNight bringt: Klassik Radio Stuttgart, Chillout, Lounge und Ambient vom Feinsten. Das unterstreicht diese magische Stimmung beim Spechteln phantastisch.
Ups, jetzt ist der BOB recht lang geworden, sorry. Aber ich musste diese Nacht einfach versuchen zu beschreiben.
CS und das hoffentlich jetzt bis Ende Oktober, zumindest wenn Neumond ist.
Ha da fällt mir grad dazu noch ein das jemand während der Nacht gefragt hat wann wir denn endlich den Mond beobachten können… Banausen
Stefan
Verwendetes Equipment:
Dobson 12“ f/5 mit Telrad + „08/15“ = 8*50 Sucher 90°
TV PanOptic 35mm + 27mm
Celestron X-Cel 21mm
Vixen LV 12mm
TV Radian 6mm + 4mm
Lumicon [OIII] + H-Beta
DS Reiseatlas + Karkoschka
Hier ein Bericht wie drei Freunde und ich die Nacht von Sa. auf So. erlebt haben:
Was für eine Nacht – ich bin einfach nur überwältigt…
Die Nacht zum Sonntag war schon seit Mittwoch eingeplant, es sollte endlich mal wieder auf die Alb hoch gehen. Dort habe ich mit einem Astro-Freund zusammen eine eigene Wiese welche sehr gute Bedingungen bietet und dazu noch recht nahe (ca15km) bei Kirchheim liegt. Hier beobachten wir regelmäßig unter 6m0 - 6m5 Himmel.
Der Subaru war gegen 22:30 Uhr beladen oder besser gesagt, 10 cm tiefer gelegt. Er ist schier geplatzt mit den zwei 12“er Dobs` plus viel (zu viel
Der erste Eindruck von der Himmelsqualität war dann aber erstmal eher ernüchternd, denn es war noch sehr hell. Also erst mal aufbauen, justieren und die Rohre abkühlen lassen – wobei, eher aufwärmen, denn im Keller war es deutlich kühler. Wir hatten jetzt erst mal genug Zeit um mit den Binos den Himmel abzugrasen. Und es wurde dunkler und dunkler…
Nach einem kleinen Nachtmahl ging es dann gegen 0 Uhr los. Ein Grenzgrößentest ergab bei mir fst 6m2, mein Kollege kam auf 6m4. Die Durchsicht war sehr gut, aber das Seeing war eher mäßig. Da wir mit M16 auch eine Sternentstehungsregion als „Babystation“ auf der Speisekarte hatten, legten wir im Süden mit Sagittarius los. Start war M8, einfach genial. Über M20 und M21 ging es zu M17 der äußerst beeindruckend war und schließlich zum Adlernebel der allerdings fast nur seinen Sternhaufencharakter zeigte. Auch mit Filter war leider nicht viel mehr drin.
Von dort ging es dann noch mal nach Süden zu M22 „sternebaden“. Damit war ich dann beim zweiten Teil des Abends angekommen: Im astronomischen Altenheim, den Kugelhaufen. Wir hatten Gäste dabei und denen wollte ich ein paar Unterschiede zeigen. Also Schwenk zum Herkules rauf, M13 und M92 waren die Ziele. Danach folgte noch M56 in der Leier, der Kommentar war „der is ja voll winzig, die anderen waren viel größer“.
Danach wollte ich ein paar Planetarische Nebel beobachten, habe aber erst Jupiter aufs Korn genommen denn der musste einfach sein. Leider aber war er ein Opfer der Atmosphäre und zeigte nicht all zuviel Details. Dennoch waren alle begeistert vom Anblick mit den Galileischen Monden. Zurück zum Schwan, Albireo sollte glänzen. Und das hat er! Es ist für mich immer wieder ein traumhafter Anblick. Auch unsere Gäste waren begeistert vom Farbenspiel der Komponenten. Da ich schon mal dort war wollte ich NGC7000 testen. Leider war trotz H-Beta Filter nicht mehr als Mexiko andeutungsweise zu sehen, mit freiem Auge und Filter waren aber die Umrisse zu erkennen und hoben sich einigermaßen vom Sternenmeer ab.
Nun kam ich zum dritten Teil des Abends, der Leichenkammer – grusel… Als erstes sollte M57 herhalten zur Sezierung. Er war wie (fast) immer sehr hell und deutlich mit Struktur zu sehen, mit OIII wurde der Unterschied zwischen hellem Ring und dunklerem Inneren noch deutlicher. NGC6826 hab ich leider nicht finden können, dazu war das Seeing nicht ausreichend ruhig und ich wollte auch nicht zu viel Zeit mit suchen verschwenden. Weiter ging es zu M27 welcher sowohl im PanOptic 35mm als auch im 27er ein beeindruckendes Bild lieferte. Sogar die Ohren waren klar und deutlich zu sehen, mit wie auch ohne OIII Filter. Einfach sagenhaft schön der große.
So, nun aber zum absoluten Highlight in dieser Nacht, der „Oberleiche“ am Sommerhimmel, dem Cirrusnebel. „Uhhh, wow, gigantisch, brrrrr, Schauer-über-den-Rücken-lauf, Hammers, boah, heftig, Maaaannnnnnnn, sieht besser aus wie fotografiert…“ Das war nur ein kleiner Auszug an Reaktionen, die dieser Supernovarest jedes Mal bei mir und den anderen Spechtelkollegen auslöst. Ich habe mit PO35mm und OIII draufgehalten, einfach sagenhaft! Auch im 27er mit OIII eine absolut breathtakin` Angelegenheit. Die restliche verbleibende Dunkelheit hat sich dann mein rechtes Auge nur noch diesen fantastichen Cirren und Fetzen hingegeben. Ich hab jetzt noch weiche Knie…
Als es gegen drei dann zu hell wurde, beschlossen wir abzubauen und diese atemberaubende Atmosphäre noch etwas per Bino zu genießen. Andromeda, die aufgehenden Plejaden und die Milchstraße waren die letzten Reiseziele für diese absolut gelungene Beobachtungsnacht. Um fünf lag ich dann überglücklich mit den schönsten Bildern im Kopf im Bett. Was ich übrigens noch am Rande empfehlen will ist ein lokaler Stuttgarter Radiosender, welcher zu astronomischer Uhrzeit wunderbare Musik álá BR3 SpaceNight bringt: Klassik Radio Stuttgart, Chillout, Lounge und Ambient vom Feinsten. Das unterstreicht diese magische Stimmung beim Spechteln phantastisch.
Ups, jetzt ist der BOB recht lang geworden, sorry. Aber ich musste diese Nacht einfach versuchen zu beschreiben.
CS und das hoffentlich jetzt bis Ende Oktober, zumindest wenn Neumond ist.
Stefan
Verwendetes Equipment:
Dobson 12“ f/5 mit Telrad + „08/15“ = 8*50 Sucher 90°
TV PanOptic 35mm + 27mm
Celestron X-Cel 21mm
Vixen LV 12mm
TV Radian 6mm + 4mm
Lumicon [OIII] + H-Beta
DS Reiseatlas + Karkoschka