Bachelor Thesis: Teleskop für Einsteiger

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DieserIgor

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Hallo,
ich bin ein industrial design Student an der Uni Wuppertal und habe mir als Abschlussarbeit vorgenommen,
ein Teleskop für Einsteiger "zu entwickeln". Das soll dann kein Prototyp sein, sondern nur ein gestalterisches Konzept,
das sich gut für Einsteiger eignet um in das Thema der visuellen Beobachtung rein zu kommen. Nur um das Design
soll das Konzept aber auch nicht gehen, sondern auch um die Interaktion mit dem Gerät.
Nun habe ich bereits mit einem Experten gesprochen, dieser hat gesagt dass man unter 1000 bis 2000€ nicht einsteigen braucht
um seriöse Astronomie zu betreiben. Mein Gedanke war aber eher die Menschen einfacher an das Gebiet ran zu tasten.
Und laut einer Umfrage von mir, würden die Leute für den Einstieg eher bis 500€ ausgeben, da die meisten ein Teleskop
für lockere Beobachtungen von Mond und Planeten nutzen würden und die Fotografie scheint der Umfrage nach auch nicht
wirklich relevant zu sein. Es soll auch möglichst kompakt und einfach zu bedienen sein, da viele es an einen optimalen
Beobachtungsort bringen würden.
Es wäre interessant Händler dazu zu befragen, was sie empfehlen würden und worauf man vielleicht noch achten sollte, nur sind leider alle gerade mitten im Weihnachtsgeschäft und niemand hat Zeit für ein Interview.
Deswegen möchte ich einmal die Community hier fragen, wie ihr das so seht oder ob euch noch etwas
einfällt worauf ich noch achten sollte.
Was hat euch dazu bewegt mit diesem Hobby anzufangen?

Recherchiert habe ich dazu bereits einiges (soviel wie man im Rahmen solch einer Arbeit in einem Monat schafft) nur kann ich hier natürlich nicht alles nennen, dennoch hier ein kleiner Überblick meiner Themen:
Geschichte des Teleskops und die verschiedenen Bauarten, diverse Trendstudien, eine Handlungsanalyse bei der ich selbst einen günstigen Refraktor bediene, Marktanalyse bei der ich verschiedene Teleskope in der Preisspanne 250-500€ miteinander verglichen habe. Themen wie Normen und Gesetze, Technologien und die Anreize für das Hobby folgen noch.

Vielen Dank im Voraus,
Igor
 
Hallo,

wenn man sich an den Fähigkeiten des "Normal-nichtastro-Bürgers" orientiert um zu starten, könnte man einen Katalog aufstellen, was so ein Teil leisten sollte:
  • es sollte keine komplizierten Vorrichtungen benötigen um es zu benutzen, also eher nach Art eines "Dobson" funktionieren.
  • es sollte als Einblick ein verstellbares Okular haben, um ohne weiteres Zubehör die Vergrößerung wechseln zu können.
  • als opt. System würde sich ein Newton empfehlen, da dieser rel. preiswert in guter Qualität zu fertigen ist und dabei ordentliche Größen für die Öffnung gestattet, ich denke an 150 - 200mm.
  • es muss tragbar sein! Viele Nutzer sind darauf angewiesen, ihr Teleskop aus der Wohnung zu tragen, das berücksichtigen viele heute erhältlichen Teleskop nicht! Also spielt Gewicht eine erhebliche Rolle.
  • Als "Unterbau" sollte kein Stativ benötigt werden, eine wie auch immer geartete Vorrichtung auf die man das Teleskop stellen kann um es darauf auf das Ziel am Himmel auszurichten wäre gesucht. Z.B. ein Lagerring oder so etwas, was man NICHT ins Wasser stellen muss.
  • Vielleicht kann man einen Leuchtpunktsucher integrieren, damit man den nicht als extra Zubehör mitführen muss.
  • Eine Halterung für ein Handy das ein Planetariumsprogramm anzeigen kann, das Quasi als Zielhilfe dient.

Irgendwie hab ich grad so'n Colani-Objekt vor Augen, aber die Idee, dass sich das Teil vom Design her selbst erklärt wäre die Idee.

CS
Jörg
 
Hallo!

Schau Dir auch mal die Threads mit Themen wie „eVscope“ oder „EAA“ an (man könnte auch „elektronisches Fernrohr“ dazu sagen). Ich habe so ein Gefühl als ob die Reise in diese Richtung geht. Die Preise sind noch nicht ganz im Einsteigerbereich, aber wenn jemand mit einem massentauglichen Produkt herauskommt kann sich das schnell ändern. Denkbar wäre sowas vielleicht sogar auf Smartphonebasis. Das hat sowieso schon jeder, braucht es also nur noch ein Objektiv und einen Untersatz dafür. Es sagt ja niemand, dass ein Fernrohr wie ein Rohr aussehen muß!

Viele Grüße
Maximilian
 
Moin,

richtig, das wäre noch eine Frage die relevant ist - soll der angedachte Nutzer selbst das Bild sehen oder reicht es, wenn es auf einem Display entsteht. Dann wäre Maximilians Ansatz wesentlich einfacher und preiswerter zu machen als mit einer "großen" Optik.

CS
Jörg
 
Hallo!

...wenn ich mich nicht täusche, gab es eine ähnliche Anfrage hier oder im Blauen schon mal vor einiger Zeit (~1-2 Jahren). Steht Teleskopdesign bei Designstudenten jetzt auf dem Lehrplan?

Ist doch schön, dass sich wenigstens alle zwei Jahre mal ein Industriedesignstudent nicht ein Auto als Abschlußarbeit aussucht :) Auch wenn man mit einer guten Bachelorarbeit im Automobilbereich die deutlich besseren Chancen am Arbeitsmarkt haben dürfte. Ausser man will nach China. Wobei da die Automobildesigner in ein paar Jahren auch hinmüssen.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Igor,

Du kannst ja vielleicht mal mit dem Kollegen von damals Kontakt aufnehmen und von seiner Vorarbeit profitieren. Das Ergebnis gibt es hier sogar als Webseite: Aeon Telescope
Hat Dir Dein Professor die Arbeit vorgeschlagen? Na ja, wenn die Professoren voneinander abkupfern, dann dürfen sich Studenten auch gegenseitig "inspirieren" ;)

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,

vielen dank schon mal für euer Feedback, das bestärkt schon mal dass meine Analyse des Themas ganz gut war. Was es am ende genau sein wird weiss ich noch nicht, das möchte ich auch vorerst bis ich mit der Gestaltung anfange recht offen lassen.
Ein paar solcher elektronischen Teleskope habe ich mir auch bereits angeguckt, persönlich würde ich dafür keine 3000€ ausgeben, wobei ich für dieses Geld etwas deutlich besseres bekommen könnte aber für den Laien ist es sicherlich sehr interessant sofort loslegen zu können. Nur arbeiten diese und auch andere Kickstarter Konzepte alle mit eingebauter Kamera und man kann also kein richtiges "live Bild" sehen, was ich ziemlich schade finde.
Marius Kindler hat mir auf anhieb sogar was gesagt, diese Arbeit von ihm kannte ich allerdings noch nicht, danke auch für diesen Hinweis. Den Beitrag von ihm und die vielen Antworten werde ich mir auch mal angucken.

Und die Themen schlagen in der Regel wir selbst vor, die Professoren segnen unsere Vorschläge nur ab. Darauf gekommen bin ich als ich mir überlegt habe, was mich denn so interessiert.

Bisher ist mein Plan etwas zu entwerfen, was mit der Erfahrung des Nutzers wachsen kann. Dass man am Anfang also sein Budget in die Optik steckt und sich mit dem Nachthimmel vertraut macht. Später kann man mit Zubehör wie einer automatischen Nachführung, dem Wechsel auf ein Stativ und verschiedenen Okularen und Filtern nachrüsten. Und danach kann der Nutzer ja überlegen, ob er sich spezialisiert und in ein größeres Teleskop investiert für z.B. Deep Sky Nebelfotografie.
 
Wenn es um eine Designstudie geht, wo die Benutzung als solches und nicht zwingend die Specs des Teleskops im Vordergrund stehen, würde ich sagen, dass alle notwendigen Handgriffe an dem Teleskop ohne Werkzeug, mit dicken Handschuhen und ohne Verlust der Einzelteile möglich sein müssen.
Der ein oder andere hat sich sicher im Feld bei Kälte und Dunkelheit schonmal geärgert, dass wieder irgendein Inbus fehlte, oder man diesen aus den Händen verloren hat und im Gras nicht mehr wiederfand :D

Preis/Leistung ist bei Newtons zwar besser, allerdings wollen die auch kollimiert werden, was vllt. gegen "So Einfach wie möglich/Anfängertauglich/[zensiert]ensicher" spricht.
 
Meine Vorstellung geht auch Richtung EAA.
Pinguin + Kamera und dazu eine einfach gehaltene APP, welche man bei Bedarf für weitere Funktionen freischalten kann.
Simples LiveStacking mit einer einfachen Platesolve Lösung und Himmels-Darstellung würde jedem Einsteiger die Kinnlade herunter fallen lassen.

Die 10 jährige Nachbars-Tochter interessiert sich auch nicht mehr für ihren LIDL Torpedo, seit ich mit ASIAIR Pro an meiner EAA Lösung bastel. Nur die Bedienung für das Anfahren eines Objektes ist ihr noch zu kompliziert. Das Umschalten auf Skysafari um zu sehen wo "wir" uns befinden am Himmel klappt aber schon alleine.
 
Hallo Jörg,

irgendwie beschreibst du da die neuen Celestron StarSense Exporer, nur mit stabilerem Stativ (bzw. ohne) und Zoom-Okular... :)

Aus den ganzen Anfragen hier im Forum habe ich aber eher den Eindruck, dass Fotografie doch gefragt ist – wobei viele wohl schon glücklich sind, wenn sie mit dem Handy durch's Okular den Mond knipsen können. Wenn dann noch kurzes EAA geht (soweit das für unter 500€ und somit ohne Nachführung machbar ist) – krasse Sache.

Beste Grüße,
Alex
 
Danke nochmal für euer Feedback!

Ich hatte mal weitergemacht und mir auch letztens einen abgefroren als ich mit meinem Dobson nachts auf einem Feld war und würde daraus den Schluss ziehen, die kleinen Feststellschrauben deutlich größer zu gestalten (damit sie auch mit einem Handschuh bedienbar sind), nur hat das kaum jemand auf dem Markt so gemacht und ich hatte mich gefragt was der Grund sein könnte (vielleicht Materialeinsparung)?
Zudem wollte ich Nutzergruppen benennen, hier fielen mir "Visuelle Beobachter", "Astrofotografen", "Kinder" und "Amateurastronomen" ein. Da ich nur auf Einsteiger achte, sollte das denke ich ausreichen.
Oder hättet ihr dazu auch Ergänzungen?
 
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