Bänder des Jupiter im 22 x 85 Fernglas sichtbar?

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Astroalex11

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Hallo,
ich besitze ein Marine 22 x 85 Fernglas (Chinaproduktion)und bin eigentlich zufrieden damit. Neulich laß ich auf einer Homepage, dass man mit einem 20 x 90 Fernglas "den Ring vom Saturn klar trennen und die zentralen Bänder des Jupiter sehen könnte". Müsste dies dann in einem 22 x 85 Fernglas nicht auch möglich sein?
Beim Saturn sehe ich mit meinem Glas den Ring nicht getrennt, sondern mit "Ohren" links und rechts. Jupiter ist gleißend hell und man erkennt garnichts. Ich habe die Öffnung schon mit Schablonen abgeblendet, allerdings ohne Erfolg.
Das Fernglas ist justiert. Doppelbilder sind nicht erkennbar und beim normalen beobachten einwandfrei. Die Vergütung der Gläser ist nach meiner Einschätzung gut. An einem dunklen Standort gelang es mir den Merope-Nebel in den Plejaden zu sehen, was eigentlich auf eine gute Optik hinweist.
Hat jemand von euch Erfahrung mit einem 22 x 85 Fernglas, oder einem Vergleichbaren? Was seht ihr?
 
Cassiniteilung:
Ich benutze das Wort "unmöglich" ungerne, weil ich noch nie im Gebirge oder sehr, sehr, guten Gebieten beobachtet habe. Aber es ist unmöglich mit dem Fernglas (99,999...%, nun hab ich mich abgesichert :D ). Nichtmal in meinem 114/900 jemals die Cassiniteilung gesehen, obwohls damit unter sehr guten Bedingungen möglich ist.

Ansonsten habe ich "nur" ein gutes 15x60 und 10x50, damit siehst am Saturn natürlich wenig.
 
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@Benjamin: Die Cassini-Teilung soll schon mit einem 80mm-Teleskop sichtbar sein. Ich selbst habe erst dieses Jahr unter "normalen" Bedingungen (relativ gutes Seeing, aber auch nicht überragend) mit meinem 114/900er die Cassini-Teilung gut bis sehr gut sehen können. Faktoren wie Tuning (Velour), Okulare sowie Beobachtererfahrung (ich bin seit knapp einem Jahr richtig aktiv dabei) spielen da sicher eine gewisse Rolle.

Gruß, Robert
 
Hallo Astroalex11,

das Problem bei dem Fernglas wird wohl einfach die relativ geringe Vergr. und/oder die Helligkeit (Austrittspupille) sein. Man könnte ja mal einen Graufilter hinters Fernglas klemmen. Damit hätte man die volle Öffnung bei weniger Durchlass. Aber ob die Vergr. reicht ?)

Gruß, Robert
 
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Den Saturnring habe ich mich meinem 20x80 sauber getrennt gesehen. Über Jupiter kann ich nichts sagen. das muss ich einmal probieren.

Mein 8-cm-Apo zeigt die Cassini-Teilung ohne Probleme, auch bei nicht sonderlich weit geöffneten Ringen. Wenn ein fernglas ziemlich gut ist, kann man die Cassini-Teilung wohl sehen: Mit Nachvergrößerung und Gelbfilter denke ich, sollte man es schaffen.
 
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Hallo,
vielen Dank für die Antworten!
Wenn die Trennung des Ringes an Saturn möglich ist, dann muss das Fernglas wohl doch leicht dejustiert sein und die beiden Bilder werden nicht genau zur Deckung gebracht.
Dann werde ich noch etwas justieren. Seither bin ich immer nach folgender Justieranleitung vorgegangen:

"Fernglasjustierung:

Ich mache das immer so, dass zu Beginn die Justierschräubchen ohne Druck an den Prismen liegen, also quasi eine Null-Stllung vorliegt.
Dann bringe ich am Tage die AP mittig ins Okular (das sieht man bei großem Abstand recht gut) und danach die Bilder auf Deckung (durchgucken) und zwar immer mit kleinem Dreh an jeder Schraube und an jeder Objektivseite. Hier muss das Fernglas bereits sehr gut auf die eigene Augenweite (Abstand der Pupillen zueinander) eingestellt sein.
Größere Abweichungen nur über eine Seite zu beheben ist ungünstig.
Ein Stativ ist sehr hilfreich.
Je näher ich einem guten, deckungsgleichen Bild komme, um so größere Pausen muss ich einlegen, weil dann der Rechner zwischen den Ohren das Bild gerne passend macht, aber es passt nicht wirklich und das gibt auf lange Sicht Kopfweh.
Gerade senkrechte und waagrechte Kanten mit hohem Kontrast zum Hintergrund eigenen sich bei dieser Übung hervorragend und sie dürfen auch gerne mal mitten im Bild aufhören, da fallen Querverschiebungen deutlich auf.

Was tagsüber schon gut aussieht, macht am Himmel gerne noch Doppelsterne.
Hier nutze ich eine alte Methode.
Ein Tubus scharfgestellt, ein Tubus unscharf gestellt, also einmal über Mitteltrieb scharf und über Dioptrieausgleich so unscharf wie möglich gestellt und das im Wechsel.
Schließt man das Auge mit dem unscharfen Sternwölkchen für einige Zeit und öffnet es wieder, schwebt der scharfe Sternpunkt der anderen Seite irgendwo in oder neben dem Wölkchen. Da versagt das Hirn, denn es hat nicht den Erfahrungswert, dass die Wolke und der Punkt ein und das selbe Objekt sind. Es lässt diese beiden unterschiedlichen Objekte da wo sie sind und man kann den Punkt mittig ins Wölkchen justieren.
Das macht man wieder nicht nur über eine schraube, sondern über alle vier Schrauben, man mittelt also beide Optiken.

War die korrigierte Abweichung zu groß kann es durchaus passieren, dass man bei der Überprüfung an geraden Kanten wieder ein Doppelbild hat. Dann muss man nochmal ran und neu ansetzen.
Eventuell muss man sogar akzeptieren, dass abschließend justiert, der Sternpunkt nicht ganz mittig im Sternwölckchen zu liegen kommt. Bleibt er in der Wolke ist die Abbildung aber auf jeden Fall sehr akzeptabel.

(Quelle: http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst4454_Fernglasjustage--so-gehts.aspx)

Das Problem ist hierbei, dass beim Justieren mit dem unscharf / scharf - gestellten Tubus irgendwann ein Punkt erreicht ist (scharf gestellter Stern und unscharf gestellter Stern liegen sehr nahe beieinander), bei dem sich das Gehirn nicht mehr überlisten lässt. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Justage sehr stark vom Einblick abhängt. Sobald man beim Justieren etwas schräg einblickt sieht alles ganz anders aus. Hat jemand von euch noch andere Tipps außer den genannten für die Justage?

 
Hallo Alex,

ich beobachte unter anderem mit einem Miyauchi 22x60. Ob das NEB/SEB auf Jupiter damit sichtbar ist, bin ich mir im Moment nicht sicher, denn ich betrachte damit selten Jupiter (mit dem größeren Miyauchi 26x100 habe ich die Bänder allerdings eindeutig gesehen). Beim Saturn ist der Ring klar als solcher zu erkennen. Ich kann mich noch gut an eine der letzten Saturnbedeckung durch den Mond erinnern, wie dabei die erste Ringhälfte hinter den Mondrand auftauchte. Genialer Anblick! Die Cassiniteilung halte ich bei dieser Vergrößerung, selbst bei maximaler Ringöffnung, für nicht sichtbar.
 
Hallo Alex.

Ich beobachte mit einem TS 25 x 100 aus Chinaproduktion, also zugegebenermaßen schon eine Nummer größer. Aber die 2 Äquatorialbänder des Jupiter (wenn sie denn wirklich gerade sichtbar sind) sind eine so leichte Übung, auch unter eher mäßigen Bedingungen, dass sie auch in etwas kleineren Gläsern eigentlich gehen sollten. Das Hauptproblem ist die Blendung des Auges, wie oben schon erwähnt. Da hilft ein Graufilter (wenn man Platz dafür hat), oder Beobachtung schon während der Abenddämmerung, denn da ist die Augenpupille noch nicht ganz weit geöffnet und es blendet deutlich weniger, und durch die kleinere Blende wirken sich eventuelle Fehler der Augenlinse nocht ganz so stark aus (ich bin jetzt 52 und musste diesen Effekt in den letzten Jahren schmerzlich und deutlich erfahren......). Am Saturn geht der Ring sehr oft klar als solcher zu erkennen, aber die Bedingungen müssen stimmen sonst gibts nur verschmierte Henkel oder Ohren. Die Cassini-Teilung halte ich für extrem schwierig und kann's mir eigentlich kaum vorstellen. Vielleicht packt das ein jugendlicherer Beobachter besser als ich??
Bei der Justage durch Unscharfstellen einer Röhre: ich habe festgestellt, dass sich eine leichte Dejustage viel weniger störend bemerkbar macht, wenn das scharfe Sternbild NEBEN dem Wölkchen liegt, vielleicht weil man beim Nah-Sehen (Lesen) ja auch eine leichte Schielhaltung braucht (Was meinen die Augen-Optiker dazu??). Da muss man evtl. nicht zuviel Arbeit reinstecken mit dem Risiko, alles zu verschlimmbessern. Absolut tödlich ist dagegen eine oben-unten Dejustage der beiden Röhren. Da geht bei mir gar nichts und das muss wegjustiert werden.

Weiterhin viel Beobachtungs-Glück, Jürgen.
 
Moin zusammen!

Lesen wir nochmal langsam den Eingangspost...

> "den Ring vom Saturn klar trennen und die zentralen Bänder des Jupiter sehen könnte"

Wo steht da was von Cassini-Teilung?! Gemeint ist hier eher, daß der Ring selber sich klar von der Planetenkugel abhebt. Die C-Teilung auch mit besserer Optik bei 22fach sehen zu wollen, geht überhaupt nicht. Da muß einfach mehr Vergrößerung her.

Ich hab nochmal geguckt: Mit meinem damaligen Tchibo-Torpedo (N 76/700) konnte ich die C-Teilung bei 140fach mehrfach sichten. Die Saturnringe waren damals (um 2000 herum) auch weit geöffnet.
 
Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Ich werde es mal mit einem Graufilter versuchen um das Blenden in den Griff zu bekommen.
Justieren werde ich dann wohl eher nicht, da ich soweit mit dem Glas zufrieden bin.
 
Hallo,
heute Morgen trafen zwei Dinge ein, deren Gleichzeitigkeit sehr selten vorkommen. Ich stand um 4:30 Uhr auf und der Himmel war klar.
Also versuchte ich einen neuen Versuch die Bänder des Jupiter mit meinem 22x85 Fernglas zu sehen.
Die vier Monde waren, bis auf Callisto sehr gut zu erkennen. Callisto stand sehr nah bei Jupiter, so dass er fast überstrahlt wurde. Von den Ringen war aufgrund der gleißenden Helligkeit nichts zu sehen.
Ich hielt daraufhin meine Mondfilter vor die Okulare, aber auch dies brachte keinen Erfolg. Die Jupiterscheibe war zwar etwas abgedunkelt, aber von den Bändern keine Spur.
Ich testete auch jeden Fernglastubus für sich, indem ich den anderen abdeckte, um eine evtl. Dejustage der beiden Tuben zueinander zu erkennen. Auch das brachte keinen Erfolg.

Es war mittlerweile 5:30 Uhr und es dämmerte zusehends. Plötzlich dachte ich die Bänder ansatzweise gesehen zu haben. Weiter beobachtet... und die Augenblicke der Sichtungen wurden häufiger, bis die Bänder eindeutig zu erkennen waren. Einzelheiten waren natürlich nicht zu sehen und auch der Kontrast war sehr schwach, aber immerhin. Durch die einsetzende Dämmerung hatte der Strahlenkranz um Jupiter immer mehr nachgelassen und die Bänder wurden sichtbar.

Das Problem lag also an der Helligkeit des Objektes.
 
Hallo Alex,

wärend Deiner frühen Beobachtung stieg Jupiter auch höher über den Horizont, was neben der Helligkeit auch für Deinen Beobachtungserfolg verantwortlich gewesen sein wird. Jetzt steht am Morgen die Ekliptik steil am Himmel, so dass eine Stunde schon viel an Höhe ausmacht. Versuche es wieder, wenn Jupiter höher steht, also im September oder Oktober, dann wirst Du die beiden Bänder noch deutlicher erkennen können.

Bocian
 
Hallo,

leere doch mal dein Postfach, keine PN möglich.

Ich frage mal nach deinen Anforderungen an ein solches Fernglas.

Ich hoffe, ein allgemeine Anmerkung meinerseits ist erlaubt:
Was mir ab und an nicht in den Kopf will ist die Tatsache, das ganz pauschal geäußert für diesen Preis GRUNDSÄTZLICH ein Fernglas in dieser Größenordnung NICHT zu empfehlen ist und man sich diese Frage somit selbstklärend beantworten kann.

Nicht böse sein, aber m.E. wird man mit ein klein wenig Auseinandersetzung mit der Thematik Fernglas ganz allein zu dieser Erkenntnis kommen.
 
Das ist kein Postfachproblem, er ist als neuer User noch nicht für PN freigeschaltet.

@TO: ich rate von Zoom-Ferngläsern generell ab, denn a) taugt die Mechanik nix und b) haben die Dinger einen fürchterlichen Tunnelblick

Wenn Du ein Glas mit 80mm Öffnung suchst (das im übrigen auf ein Stativ muss), dann halte eher nach 20x80 Ausschau.
z.B. sowas: http://www.teleskop-express.de/shop...as---Triplet-Semi-APO---mit-Stativadapte.html
 
@Ralf: Danke für diese (für mich) wertfolle Info.
@Dominique: die Anforderungen sind in erster Linie als Ergänzung zu einem Teleskop für Planeten/Himmel Beobachtungs-Sessions mit Freunden im freien (Garten). Die Frage bezog sich auch speiell auf diese Marke.

Vielen Dank + Gruß
Claudio

PS: Das mit der PN-Freischaltung stimmt :-(
 
Um das Bild dunkler zu bekommen, kann man, statt ein Graufilter hinters Okular zu klemmen, auch eine (möglichst dunkle) Sonnenbrille aufsetzen.

Klare Sicht, Michael
 
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