Bahnbestimmung "einfach" möglich?

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Henning81

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Hallo Kometenfreunde und alle anderen sich angesprochen Fühlende,

Ausgehend von der Verfolgung von C/2019 Y4 in den vergangenen Tagen kam mir die Frage und der Wunsch auf, wie und ob ich nicht lernen kann, dessen, und die zukünftig zu beobachtender Kometen etc., selber auszurechnen. Wer kennt sich damit aus? SWAN-Filter ist bereits enthusiastisch bestellt, obgleich die letzten Beobachtungen alle mit Ferngläsern stattfanden.

Bin sehr gespannt auf Rückmeldungen,

CS,
Henning
 
Hallo!


Es sollte kein Problem sein, das zu lernen! Hier gibt es z.B. ein Buch von der VdS zum Herunterladen, welches die Theorie erklärt und alle notwendigen Gleichungen nebst Beispielen enthält: http://fg-kometen.vdsastro.de/Publ/kometen_beobachten_2.0.pdf
Kapitel 10 befasst sich mit der Bahnbestimmung, baut aber auf den neun Kapitel davor auf.

Dann gibt es das inzwischen ein paar Jahre alte (eher Jahrzehnte, aber regelmässig aktualisierte) Buch „Astronomie mit dem Personal Computer“ von Oliver Montenbruck und Thomas Pfleger, in dem neben den Gleichungen auch gleich Programme/Programmschnipsel enthalten sind. In der aktuellen Ausgabe wird C oder C++ verwendet, ursprünglich waren es Pascal Programme. Man braucht dann eine entsprechende Programmierumgebung auf seinem Rechner und die notwendigen Kenntnisse.

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo!


Ich habe Henning so verstanden, dass er lernen will, wie man es macht. Dazu muss man das eine oder andere Rad neu erfinden. Durch eintippen von Zahlen in ein Online-Formular kann man nicht viel lernen. Dann kann man diesen Schritt auch noch überspringen und sich auch gleich die fertige Bahn bei heaven-above abholen.

Grüße
Maximilian
 
Leute,

Vielen Dank für die Rückmeldungen, das ist ja einiges zum Durchschmökern! Ohne da jetzt reingeschaut zu haben, gehts wohl eher nicht analog, ohne in endlose Rechnereien zu verfallen. Mich würde auch die Größenordnung Genauigkeit interessieren. Á la "drei Positionen/Zeitpunkte als Basis für Handzettelrechnereien" zu "Maximale Genauigkeit mit allen Mitteln". Also werde ich jetzt erstmal viel lesen und bin gespannt, wieweit sich mein Bahnenverständnis entwickelt im Laufe des Threads.

CS, Henning
 
Hallo Henning,

das von Maximilian empfohlene Buch von Oliver Montenbruck und Thomas Pfleger ist wirklich klasse, auch zu anderen Fragen der Ephemeridenrechnung. Zuvor würde ich aber noch Dan Boulet´s Werk "Methods of Orbit Determination for the Micro Computer empfehlen". Damit kann man diese Thematik dann auch wirklich verstehen.

Ich würde aber nicht direkt mit Kometenbahnen anfangen, sondern mir zuerst die nötigen Grundlagen aneignen. Das fängt an mit der Berechnung des julianischen Datums, der Sternzeit, dem Lösen der Keplergleichung und der Transformation von Bahnelementen. Einen Einzeiler für das Julianische Datum habe ich während meiner Zeit im blauen Forum entwickelt: Astrotreff - Astronomie Treffpunkt - Julianisches Datum als Einzeiler

Zu diesem Thema sind wohl die besten Bücher die "Grundlagen der Ephemeridenrechnung" von Oliver Montenbruck und die "Astronomical Algorithms" von Jean Meeus.

Bei diesen Berechnungen wird auch immer wieder das sogenannte "Quadrantenproblem" auftauchen. Ich habe dazu einmal eine eigene Lösung entwickelt, die ich noch in keinem Buch zu dieser Thematik fand, und zwar mit der tan(x/2)-Funktion. Sie ist immer eindeutig und man spart sich zahlreiche Fallunterscheidungen: Astrotreff - Astronomie Treffpunkt - Lösung des Quadrantenproblems mit tan(x/2)

Tatsächliche Bahnelemente habe ich mal beim Fotografieren von Kleinplaneten aus Vermessungen berechnet. Es ist nicht ganz so einfach. Es gibt dazu zwar Hilfsprogramme im Web, aber sowas finde ich nicht wirklich befriedigend, zumal manches auch fehlerbehaftet ist, gerade bei den verwendeten Äquinoktien oder Epochen.

salü, volker.
 
...steht auch in meinem Link: "Manche Sprachen bieten eine zusätzliche spezielle arctan-Funktion mit zwei Argumenten für dieses Problem an. " ;-)

viele grüße, volker.
 
Na gut,

Dann lese ich nun erstmal 300 Seiten. Es reizt mich auch, eigene Beobachtungen jenseits von "hab ihn gesehen" hier im Forum festzuhalten. Helligkeit, Erscheinungsbild nutzbringend beschreiben zu können wäre ja schon etwas. Und irgendwo müssen die bekannten Herren das ja auchmal gelernt haben.

CS,
Henning
 
Moin Max!

> Ich habe Henning so verstanden, dass er lernen will, wie man es macht.

Mag sein, daß er sozusagen nochmal die Schulbank drücken will, um sich mit so einem Nischenproblem zu befassen. Jedem das Seine. Ich halte mich eher an Einstein: "Man muß nicht wissen, wie's geht, sondern wissen, wo's steht!" - Das erspart einem im Leben einges an Energieverschwendung.
 
Lieber Winnie,

Man braucht zwei Jahre, um sprechen zu lernen und fünfzig, um zu lernen,
wo man besser schweigt. Oder so. Ernest "Henningway".

CS,
Henning
 
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