Balanceakt beim Dobsonbau

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Christianzechner

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hallo liebe selbstbauer !

die einzelteile meines 20" dobsons werden nach und nach fertiggestellt. eine wichtige frage die sich mir stellt ist: wie muß ich meinen dobson motieren, um möglichst einfach eine gute ausbalancierung zu erreichen. da rockerbox und spiegelzelle in der dimensionierung vorgegeben sind, kann ich wohl nur mit den höhenrädern experimentieren?
was meint ihr dazu?
für alle konstruktiven antworten danke ich euch im voraus!

christian

christian.zechner@ojv.at
 
Hallo Christian,

ich habe mal im Internet einen interessanten Artikel darüber gelesen. Leider finde ich ihn im Moment nicht wieder. Dort wurde das Problem mit einem Laufgewicht am vorderen Tubusring gelöst. Praktisch sah es so aus, das eine Gegengewichtsstange einer par. Monti. vom vorderen Tubusring Richtung Hauptspiegel zeigte. Daran wurde ein Gegengewicht entsprechend verschoben. fand ich eine sehr elegante und günstige Lösung. Die dürfte sich auf alle pesönlichen Bedürfnisse anpassen lassen.
 
Hallo Christian,

ich gehe davon aus es wird ein Gitterrohr.

Für meinen, der sich scheinbar im gleichen Bauabschnitt befindet wie Deiner, habe ich gestern ein Edelstahl Gewicht bestellt. 1KG mit 25mm Bohrung. Das lasse ich auf einer der Gitterrohr Stangen laufen.

Wenn ich richtig gerechnet habe, sollte damit ein exakter Ausgleich aller Okulare möglich sein. Vom kleinen Plössel bis zum 31er Nagler.

Ob ich wirklich richtig gerechnet habe stellt sich aber erst in ein paar Wochen heraus.

Weiterhin gibt es beim Spengler noch Bleiplatten. Diese sind ca. 1mm stark, lassen sich gut falten und anschließend mit einer Schraubzwinge flach zusammenpressen. Das ganze Päckchen kann man dann mit Plastik umwickeln und irgendwo in die Spiegelbox kleben. Jedenfalls als Notlösung.

Du kannst Dir eine genaue Zeichnung machen mit den Schwerpunkten und Gewichten aller Teile. Dann kannst Du die Lage des Schwerpunktes recht genau abschätzen.

Oder:
Den Dob komplett zusammenbauen, Spiegelbox, Spiegel, Stangen, Hut, Sucher, OAZ und Okular.
Den Dob flach auf den Boden legen, an zwei Stangen anfassen und hochheben. So kommst Du schnell zur Position des Schwerpunktes.

Nur so eine Idee, vielleicht gehts.

Viel Erfolg!

Gruß
Martin
 
Ich hab die rustikale Art gewählt:
Zunächst hab ich den Tubus fertig gemacht und alles drangehängt was ich dachte brauch ich um zu Beobachten.
Dann hab ich den Schwerpunkt festgestellt und die Höhenräder danach montiert. Am Schluss hab ich die Rockerbox gebaut.
Der Effekt: Nachdem ich einen anderen Sucher montiert habe ist der Dobson etwas kopflastig. Ich habe daher die Taukappe gekappt und daraus einen Baffel gemacht.
Jetzt geht es, der Tubus ist immer noch leich kopflastig, bleibt aber mit allen Okularen stehen, nur die Kraft zum Anheben des Tubus ist etwas größer als die zum Absenken.
Grüße Martin
 
Einfacher Tipp:
Alles dranbauen und vor (!) dem Bau der Rockerbox austarieren.
Mit Autocad kann man sich sowas auch berechnen lassen.
(Vorher in 3D zeichnen !)
Recht kompliziert. Also eher ausprobieren.

Bei Fragen gerne mailen.

mohlitz@t-online.de
 
Hallo Christian,
ich geb' mal meinen Mist dazu:
Erst den Tubus zusammenbauen mit allen Teilen (auch den Sucher und das
schwerste Okular) dann durch Hochheben den Schwerpunkt ermitteln.
Das geht bestens durch balancieren auf einem Holzbalken... aber gut festhalten!
Danach möglichst große Höhenräder aussuchen und am Schluss die Rockerbox bauen.
Die großen Höhenräder (bei mir sind sie 80cm im Durchmesser bei 16") haben den
Vorteil, dass man die Rockerbox sehr niedrig bauen kann und damit auch leicht.
(Siehe auch unter Selbstbau: Geburtsanzeige...)
Viel Vergnügen beim Fertigstellen!
CS
Timm
 
Ciao Christian,

wahrscheinlich hilft es Dir den Schwerpunkt Deines Dobsons gut zu kennen, oder ? Ich diese Antwort schon früher mal gepostet, aber dann kam der Plattencrash, deshalb hier nochmal meine Antwort von damals:

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Ciao All,

man kann sich das (Schwerpunkt eines Teleskops aus Bauteilen) theoretisch ausrechnen. Das ist für die Nicht-Mathematiker etwas ätzend, zugegeben.

Unten ist es aber auch praktisch beschrieben:

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Theorie:
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i ist der Index für das Bauteilteil, das Du betrachtest

x(i) ist die Koordinate des Bauteils (genauer gesagt des
Schwerpunkts des Bauteils !!!) in einem belibigen
Koordinatensystem (d.h. die Länge jedes Hebelarms,
z.B. von der Spiegeloberfläche aus gemessen)

x'(i) ist die Koordinate der Bauteils (genauer gesagt
des Schwerpunkts des Bauteils !!!) bezüglich des
Gesamt-Schwerpunkts S der ganzen Konstruktion, d.h.
S hat die Koordinate x' = 0 (S hat natürlich eine
Koordinate in x ungleich 0)

xO ist die Koordinaten-Differenz des Gesamt-
Schwerpunkts zwischen x' und x System. Das genau
suchen wir hier.

F(i) ist die Kraft die im Schwerpunkt des jeweiligen
Bauteils angreift

Für den Schwerpunkt gilt, dass sich dort alle Kraft * Hebelarme kompensieren, d.h.

Sum [ x'(i) * F(i) ]= 0

(weil ein paar x' negativ und ein paar positiv sind relativ zu S)

Jetzt rechne ich (eigentlich ganz eifach, aber dennoch irgendwie irritierend):

x'(i) = x(i) - x0 => x = x'(i) + x0

Sum x(i) * F(i) = Sum ( x'(i) + x0 ) * F(i)
= Sum x'(i) * F(i) + Sum x0 * F(i)
= O (stimmts ?) + Sum x0 * F(i)

Deshalb ist
x0 = Sum x(i) * F(i) / Sum F(i)
Damit rechnet man die Schwerpunkt-Koordinate aus.

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Praxis:
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D.h. man legt sich irgendeinen NullPunkt, z.B. am unteren Ende des Tubus zentrisch hinter dem Spiegel. Dann misst oder schätzt die linearen Abstände x(i) (alle (!) in Meter, oder alle (!) in cm) zu den Schwerpunkten der Bauteile i. Die Abstände sind alle nur entlang der x-Achse zu nehmen (d.h. einfach entlang der Rohrachse das Rohr lang - keine Diagonalen - weil Kraftarmne immer senkrecht zu den Kräften stehen müssen - naja Physik eben...

Die Bauteil haben eine Gewichtskraft F(i), d.h. das Gewicht einsetzen in Kg (eigentlich ja Newton aber [zensiert] die Spitzfindigkeiten lassen wir mal aussen vor).

Dann summiert man über alle Produkte aus
Sum1 = x(i) * F(i).
Und man summiert man über alle Gewichtskräfte F(i), das nennen wir mal Sum2.

Der Schwerpunkt befindet sich relativ zum Koordinatenursprung (oben ja festgelegt) dann bei

x0 = Sum1 / Sum2.

(weil Sum1 die Einheit Meter * Kg hat, und Sum2 die Einheit Kg, kommt bei Durchteilen wieder Meter als Einheit raus - sieht also gut aus).

Jo. Ich glaube das wusste der Herr Kriege auch nicht, sonst hätte er sich nicht so abgekaspert mit dem experimentellen ausbalancieren in seinem Buch ... :-)

Schöne Grüsse,
Peter

 
Hallole,
natürlich ist es für die Praxis das Beste, den Tubus mit allem Drum und Dran zu versehen.
Ich pendle den Schwerpunkt mit einem Besensteil aus.
Besenstiel auf ebenen Boden legen, dient als Drehachse,
die Wippe ist der Tubus mit vollem Equipment.
So kann man den Schwerpunkt ziemlich genau feststellen.
Wichtig!!
Das ganze nochmals ohne Okular durchführen!!
Dann die Mitte der beiden ermittelten Schwerpunkte nehmen!!
Ist bei leichten Okularen nicht so wichtig,
aber wenn Du den Schwerpunkt mit einem schweren Okular(20mm Nagler)
ausgependelt hast, rennt Dir nachher der Dob beim Okularwechsel davon.
Die Methode erspart lästige Gegengewichte.

Gruß Gerd
(Ein Dob-Bauer der ersten Stunde)
 
Hallo,
Ja es ist aber besser mit dem schwersten Okular auszuwiegen. Es ist viel einfacher einen Satz Ersatzschrauben als Ausgleichsgewicht im Telrad zu lagern, als das fünffache Gewicht an die Spiegelzelle zu hängen.
Grüße Martin
 
Hallo Christian,

da auch ich in Kürze vor dem selben Problem stehe habe ich mal versucht das Ganze programmtechnisch zu vereinfachen. Einige werden das Programm schon kennen, jetzt beherrscht es eben auch noch den Balanceakt :-)
Hier der Link

Frohe und klare Weihnachten,
ciao, Heiner

 
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