Balkonastronomie: Fact or Fiction?

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clubre

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Moin zusammen,

habe schon häufiger mal mit der Idee gespielt, mir ein Teleskop zu
kaufen, um "Sterne zu gucken". Habe ausserdem einen 8-jährigen Sohn,
den ich auch gern dafür interessieren würde. Bisher bin ich immer
daran gescheitert, dass ich eigentlich mehr als genug zu tun habe und
sich "ein Teleskop kaufen" bei näherer Betrachtung als komplizierter
als gedacht herausgestellt hat.

Diesmal möchte ich nun etwas hartnäckiger sein. Habe ein bischen im
Forum herumgelesen und festgestellt, dass für mich wohl ein Dobson das
Gerät der Wahl ist. Bin aber immernoch etwas unsicher und weiss nicht,
ob meine Vorstellungen überhaupt realistisch sind. Die sind nämlich
wie folgt (Achtung, Ihr Profi-Astronomen, jetzt wird's gruselig):

- Ich kann vorerst nur beschränkt Zeit in das neue Hobby investieren
und werde kaum regelmäßig auf 'ne Wiese fahren. Stattdessen stelle
ich mir vor, von der Wohnung / vom Balkon aus anzufangen (die Wiese
kann bei absoluter Begeisterung dann ja immernoch kommen; bzw ich zu
ihr).

- Ich wohne mitten in Bremen, im obersten Stockwerk (4. Stock) und
habe vom Balkon eine unverbaute Sicht (nächste Häuserzeile ca 200m
weit weg). Natürlich kann ich so nur einen kleinen Teil des Himmels
sehen, ist klar. Die Frage ist eher: kann ich überhaupt was sehen?
Von wegen Lichtverschmutzung und aufsteigende Wärme aus der Stadt?

- Ich würde bis zu 300,- ausgeben. Was ich dafür erwarte: Spass (denn
nur damit hält man einen 8-jährigen bei der Stange). Soll heissen:
man muss etwas Interessantes sehen können, ohne vorher jedesmal
2 Stunden mit Justage etc zu verbringen. "Interessantes" kann dann
alles mögliche sein; Planeten oder DS, ist alles ok. Was man sieht,
sollte optisch *für einen Anfänger* schon was her machen, muss aber
definitiv keine Profi-Standards erfüllen. Wenn ich einige (oder auch
viele) Dinge nicht sehen kann, weil ich in der Stadt bin, dann ist
das immernoch ok solange genug Interessantes übrigbleibt.

- Auch nach hinten raus habe ich einen unverbauten Blick, aber keinen
Balkon. Aus dem Zimmer durchs offene Fenster zu beobachten ist
wahrscheinlich Unsinn (weil Zimmer warm und Aussenluft kalt)?

- Einige werden mir jetzt wahrscheinlich ein gutes Fernglas empfehlen,
und wohl auch zu recht. Das hat aber nicht den richtigen Thrill-Faktor
und scheidet darum aus, sorry. Mein Sohn muss das Teleskop auch
nicht alleine bedienen können, reicht erstmal, wenn er durchschaut.

Die Beschreibung/Diskussion hiervon hat mir gut gefallen:

http://www.teleskop-express.de/shop...00-1200mm---Aktionsmodell---ab-12-Jahren.html

Sowas auf'm Balkon: Quatsch oder nicht?

Das Ding liegt natürlich auch voll an der Preisgrenze, es darf auch
gern was günstigeres sein, wenn das für meine Zwecke mehr Sinn macht.

Danke für Eure Meinungen,

clu
 
Hallo,

es gibt sogar ein eigenes Forum dazu. Den Link schicke ich Dir per PM um Werbung zu vermeiden.

Generell ist ein Dobson nicht erste Wahl für den Balkon, da meist schlicht zu groß.

Kauf Dir lieber einen 90er MAK auf Einarmmontierung. Platzsparend und auch relativ günstig. Damit kann man schon ne Menge sehen.
Z.B. diesen Mak 90/1250
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Clu,

Klar das mit der Größe ist so eine Sache für den Balkon, kommt halt darauf an wie Groß der ist.

Ich habe mir auch vor gar nicht so langer Zeit ein Dobson zugelegt, mein erstes "anständiges" Teleskop. Ich denke, dass du mit einem Dobson genau richtig liegst, eine Montierung wäre für Deine Zwecke nur Geldverschwendung und unnötige Fummelei. Mit dem simplen Dobson ist man als Anfänger schon genug gefordert :)

Natürlich ist es immer besser auf einem Feld, abseits von störendem Licht und Sichtbehinderungen, zu Beobachten. Wenn dein Balkon nicht gerade nach Norden zeigt solltest Du auf jeden Fall in der Lage sein von dort aus Jupiter, Saturn, Mars und natürlich den Mond zu Beobachten(abhängig von der Jahreszeit natürlich).
Der Mond und Jupiter waren für mich damals als Kind sogar durch das 70 DM Teleskop meines Vaters ein unglaubliches Erlebnis an das ich mich heute noch erinnern kann. Du wirst deinen Sohn auf jeden Fall begeistern können, alleine der Mond wird dafür schon sorgen.

Wenn du Dich nach den Planeten dann an die Deep Sky Objekte machen willst empfehle ich Dir aber auf ein freies Feld oder ähnliches zu fahren. Es fordert einen am Anfang schon genug die Objekte zu finden auch ohne Sichtbehinderungen. Außerdem ist Dunkelheit nun einmal das A und O für DS.

In Sachen Okularen solltest Du nicht auf die ganzen Leute hören die meinen alles unter 150 € wäre Schrott. Gerade für deine Zwecke würde ich dir Okulare wie die "Goldkante" (Skywatcher UWA, neu ab 34€)empfehlen. Ich besitze mehrer hochwertige Okus und eine Goldkante und ich muss sagen, dass die Goldkante ein super Okular ist. Für gelegentliche Beobachter genau das richtige.

CS

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,
Dein Balkon hat doch sicher ein/e Geländer / Brüstung. Da kann es bei der Beobachtung niedrig stehender Objekte ( ich meine jetzt nicht das gegenüberliegende Fenster :/ ) mit dem Dobson, Probleme geben (Es sei denn Du nimmst einen kleineren 130/650). Natürlich wird dann oft empfohlen, den Dobs auf eine Kiste oder dergleichen zu stellen. Nur solltest Du bedenken das Kinder sehr impulsiv sind. Taucht z.B. plötzlich ein interessanteres Objekt ( Flugzeug / Satellit ) im Zenit auf, was macht es dann? Hebt es erst den Dobson von der Kiste oder holt es sich die nächste und stellt sich drauf um dann das Okular zu erreichen? ?) Das alles im vierten Stock auf dem Balkon?
Ich denke mal ein Stativ ist dort kein rausgeschmissenes Geld. Nur stabil sollte es schon sein. Du musst ja in der Stadt keine “Öffnungsrekorde” aufstellen wollen. Der von Martin empfohlene Mak ist da schon nicht verkehrt und fall`s Du mal richtig Zeit für Dein Hobby hast, auch ein gutes Reisegerät. Ob es GoTo sein muss, weiß ich nicht. Eine azimutale Monti reicht sicher auch erst mal.

VG,
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Eine einfache Montierung ist sicherlich praktisch für den Balkon. Ich wollte Dir nur von einer parallaktischen Monti abraten, da diese überflüssig für Dich wäre.

Markus
 
Hallo clu,

Zum Thema Geländer: Die Manfrotto Superclamp hält bis zu 15kg und würde für weniger als 20€ das Stativ ersetzen. Allerdings habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, darauf eine parallaktische Montierung anzubringen.

Ansonsten zum Mak, wenn finanziell im Rahmen eventuell über den 102-er nachdenken. Deepsky geht damit natürlich nur sehr eingeschränkt, für Sonne, Mond und Planeten auf jeden Fall klasse.

Ein Dobson (130+) zeigt sicher mehr, von der Handhabung her kommt es dann aber auf die Größe des Balkons usw an.

Viele Grüße,
Hans-Peter






 
Hallo clu,

also der "Lange Johnny" (ich nenn den Dobson mal so!) ist für den Balkon doch schon deftig. Warum?
- Weil Du den Kleinen auf dem Balkon im 4. Stock auf dem Stuhl oder der Leiter klettern lassen müsstest
- Weil, wenn Du zB in ca 30° Höhe über dem Horizont beobachten möchtest (wenn das wegen der Geländerhöhe überhaupt möglich ist), der Einblick in den "Langen John" evtl. über das Geländer hinausragt und Du Dich, um was zu sehen, ebenfalls hinausragen müsstest. Es sei denn, der Balkon ist breit genug (Abstand Hauswand -> Geländer) und die Rockerbox -also die Basis von dem Dobson- kann weiter in Richtung Hauswand stehen - also so ca 80 cm vom Geländer weg. Das Ganze dann ohne, dass das untere Tubusende mit der Spiegelzelle gegen die Hauswand schrammt.

Ich selbst habe auf meinem Balkon (ca 120 cm breit) öfter einen 10" F/4,5 Dobson (ca 1120 mm Brennweite, Tubuslänge 110 cm) im Einsatz. Allerdings ist der so ausbalanciert, dass der Schwerpunkt des Teleskopes ziemlich in der Mitte ist. Das geht aber dann mal gerade so (!).
Normalerweise ist aber das hintere Ende des Tubus schwerer. Dadurch liegt dann der Schwerpunkt weiter am Ende des Tubus, wobei dann der vordere Teil nicht unerheblich längere Strecken zurück legt, und Du Dir durchaus unterschiedliche Halslängen und eben einen breiteren Balkon wünschen könntest
Da ist etwas Mut zum Experimentieren gefragt - unmöglich ist es aber generell nicht mit einem Dobson auf dem Balkon. Es gibt aber doch Einschränkungen. Besonders aber macht mich Dein 8-Jähriger etwas nachdenklich. Also nicht eigentlich ansich, aber auf dem Balkon am Dobson im 4. Stock braucht man doch einige Sicherungen, die ein Herunterfallen vom Balkon ausschließen müssen.

Da Du was sehen willst ist die Wahl der Größe von 8" schon richtig. Auch die Brennweite ist vollkommen OK. Aber mitten in Bremen kann es schwierig werden.
Zunächst ist die Dunkeladaptierung der Augen wichtig - glaubs mir. Hast Du eine Laterne vorm Balkon, die den Balkon ausleuchtet? Naja, im 4. Stock wohl eher nicht so ;) Trotzdem ist das gerade für "Balkonauten" wichtig, die Augen zu adaptieren(!). Leider ist das aber nur wenigen Vertretern dieser Spezies ausreichend möglich.

Zum einen läuft man gerne aus dem beleuchteten Zimmer raus und will "schnell mal" was gucken. Da kann ich gleich sagen: Vergiss das bitte! Das geht überhaupt gar nicht. Am Mond sicherlich, aber selbst schon an helleren Planeten wie zB Saturn brauchst Du adaptierte Pupillen, um Einzelheiten sicher sehen zu können. Die Adaptierung der Pupillen wird übrigens nach ca 2-4 Minuten schon spürbar. Ist dann aber noch lange nicht abgeschlossen(!). Gelehrte Menschen reden da von mindestens einer halben Stunde bei erwachsenen Menschen - das wäre die Zeit, die Du draußen auf dem Balkon mindestens verbringen solltest, bevor Du mit einem entnervten "ICH-SEH-DA EH-NICHTS!" aufgibst ;)
Also 1.: Beste Dir mögliche Dunkeladaption(!)

Des weiteren ist natürlich der helle Himmel da, so mitten in Bremen. Da kann ein Filter helfen. Aber Filter kosten Geld. Ein brauchbarer wäre dieser:
http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p487_UHC-Filter---1-25----Baader.html

Aber wie gesagt, Filter kosten Geld.
Was Du auch ohne Filter sehen kannst?
- Mond (sehr beeindruckend mit 8" (!))
- die hellsten Planeten (Saturn, Jupiter, Mars, Venus (keine Details!)
- Kugelsternhaufen: Wie viele Messier-Objekte soll ich aufzählen? Fast alle haben auch bei mäßigen Himmel ihren Reiz. Aber ich kenne Deinen Himmel nicht(!). Allerdings: die sind bei sehr aufgehelltem Himmel im Sucher zT schwer oder gar nicht zu finden. Unter dunklem Himmel findet man viele mit dem bloßen Auge (sie erscheinen meist auch im Sucher "nebelig"(!))
- Helle Nebel. M42 zB ist mit einem 8"er auch bei "nicht zu sehr" aufgehelltem Himmel zu beobachten. Auch ohne Filter. Ein Filter kann hier natürlich so richtig punkten. Aber auch ohne können schon die "Schwingen" deutlich identifiziert werden.

Leider kenne ich aber Deine Bedingungen nicht, was das Streulicht betrifft. Denn bei Nebeln wird es dann wirklich sehr kritisch.


Ich bin übrigens auch Mitglied im von "NickQuick" erwähnten Forum.
Da es zunächst speziell um Balkonbeobachtung geht, verweise ich hier öffentlich und ungeniert, auch als Mitverantwortlicher und Moderator dieses Forums, auf besagtes Forum hin, deren Mitglieder fast ausschließlich Beobachtungen vom Balkon aus realisieren, mit der ausdrücklichen Bitte, dies nicht als Werbung oder Abwerbung, sondern vielmehr als Hinweis und Horizonterweiterung zu betrachten:
http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de

Danke Euch!

Aber egal wo nun Hilfe und Unterstützung her kommt: Hauptsache ist: Sie kommt ;)

Viele Grüße
Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Clu,

auf dem Balkon + aus der Großstadt + 300€ dass sind leider absolut tötliche Argument für eine Teleskop/Dobson! Sorry

Spare lieber noch ein bissl und kauf dir wirklich ein (gutes) Fernglas, die gibt es für 300€ und nimm eventuell Kontakt zu einer Sternwarte auf!

Gruß
Lots
 
Hallo clu,
ich bin kein ausgewiesener Experte, aber ich würde auf die Deep- Sky- Option (erstmal) verzichten - abgesehen von den "hellsten Kerzen auf dem Kuchen" - und mich auf Mond und Planeten stürzen - mit einem Mak oder einem schmucken Refraktor, wie dem Tal 75R (wenn es welche vorrätig gibt).
Wenn du später "richtig" einsteigst, hast du ein Reiseteleskop oder Leitrohr.
U. U. gibt es gebraucht auch schon einen ganz kleinen Apo, den man später ebenfalls als Zweitgerät nutzen könnte. Vielleicht ist ja auch überhaupt ein Gebrauchtkauf ratsam, dann könnte man das Teil ohne großen Verlust wieder veräußern.
Eine Lösung weiß ich nicht, meine eigene Erfahrung als ehemaliger Stadtbalkonspechtler lehrt mich jedoch, dass eine große Öffnung auch an Mond und Planeten wegen der Luftunruhe nur selten zu nutzen ist.
Viele Grüße und CS,
Martin
 
Hallo,
grundsätzlich muß ich da dem Martin mal zustimmen, meine Gerätewahl wäre aber eine andere.
Ich kann den Ansatz des Fragestellers gut verstehen - manchmal möchte man eben nicht alles einpacken und auf den Acker ziehen, sondern mal eben schnell die Gelegenheit nutzen. Mit einem 8-jährigen Sohnemann wird das nicht leichter.
Da nimmt man dann auch den schlechteren Himmel in Kauf.

Auf einem Balkon wäre meine Empfehlung daher ein kurzer FH oder ED auf einer Alt-Az Montierung oder gar in einer kleinen selbstgebauten Rockerbox - da könnte man glatt am Tisch sitzen zum schauen, auch mit dem Knirps. Mal vom Bauerlebis ganz abgesehen - cool, ich bau mit Papa ein Teleskop!
Das hier könnte als Anregung dienen (3.Bild von oben): http://www.ki.tng.de/~winnie/telepark.html
Damit kann man viele interessante Dinge sehen: Mond geht gut, die größten Planeten kann man schön erkennen, Sternhaufen sind eine Wucht und die hellsten Galaxien gehen ebenfalls.
Klar ist natürlich, daß dazu im Wohnzimmer das Licht aus ist und möglichst auch keine Laterne direkt auf den Balkon strahlt.
Und mit einer Baader-Folie könnte man sogar am Tage mal einen Blick auf die Sonne werfen.

Einen Mak halte ich für zu speziell (kleines GF) und den Tal 75R fast für zu lang auf dem Balkon.

Ideal wäre es allerdings wirklich, mal mit ein paar Leuten eine gemeinsame Beobachtungsnacht zu verbringen oder mal ein Teleskoptreffen zu besuchen. Der eigene Blick durch verschiedene Geräte ist immer noch die beste Entscheidungshilfe.
 
Moin Clu

Früher bin ich nur ins Dunkle gefahren.
Mit dabei war immer mein 8" Dobson.

In den letzten Jahren war ein wenig Geld da , und der
Wunsch zur Fotografie kam.

Da baute ich in kompletter Eigenleistung eine kleine
Klappdachhütte , und setzte unter dem 8" Dobson eine
EQ6.

Jetzt bin ich krank , und kann nur noch auf unserem Balkon
gehen.
Dort hatte ich mehrere Geräte geliehenerweise durchprobiert ,
um für mich ein gute Lösung zu finden.

Meine Lösung sieht so aus:

Celestron C8
Coronnado PST
HEQ5 mit Säule
div. Kleinkram

Dazu habe ich einen Schrank auf dem Balkon gestellt , wo
ich das Teleskop schon nachmittags reinlege , damit abends
schon der gröbste Temperaturausgleich vorüber ist.

Mit dem Skop kann ich hier bei einem Durchschnittshimmel von 4,5Mag bis 5Mag viele Objekte erreichen.
Sonne (Weisslicht) , Mond , Planeten gehen immer.
Viele DS-Objekte sind auch aus der Stadt raus gut zu
beobachten.Kugelsternhaufen , offene Sternhaufen usw.
gehen auch immer.

Ich an deiner Stelle würde mich allerdings in meiner Nähe
nach Hobbyastronomen und Vereinen umgucken.
Da einfach mal dabei zu sein , hilft dir mehr , wie Tausend Postings in einem Forum.

Also hier fange mal an:

http://www.astrotreff.de/astromap.asp?Koord.x=0&Koord.y=0
http://www.astronomie.de/gad/

Viel Spass hier im Forum , und auch in unserem Hobby ,
und viel

freien Himmel

wünscht

Jürgen


 
Grundsätzlich kann ich Ralf voll zustimmen nur:

>> ...und den Tal 75R fast für zu lang auf dem Balkon. <<

Das kommt auf den Balkon an. Wenn ich von zu Hause aus mal schnell Mond, Sonne o. Planeten gucken will, nehme ich meinen Telementor (840mm Brennweite ) samt Montierung und fühle mich keineswegs eingeengt (Mein Newton steht unter dunklerem Himmel im Garten). Der Tal hat wohl nur 600mm (?) Brennweite.
Das ganze auf einer selbstgebauten Dobsonmontierung wie von Ralf vorgeschlagen finde ich genial.

Auf einem weiteren Bild von Ralf, ist ja auch der Skywatcher 90 / 900 auf einer azimutalen Montierung zu sehen. Vielleicht geht das ja platzmäßig auch noch? Sich auf flächenhafte und sehr lichtschwache Objekte zu stürzen ist aus der Stadt auch nicht Ideal. Sternhaufen, sowohl offene als auch kugelförmige gehen in der Stadt (zu mindest bei mir) wunderbar und sind für ein Kind ein eindrucksvoller Anblick. Nur noch getoppt vom Saturnring und der Kraterlandschaft des Mondes. Erzählst Du Deinem Sprößling auch noch, das die Mondkrater dadurch entstanden sind, weil er mit “Dreckklumpen” bombardiert wurde, hast Du sein Interesse vollends geweckt. :super:

Wie von anderen auch schon erwähnt, sind die hier empfohlenen Geräte auch dann noch kein verschwendetes Geld, wenn Du Dir irgendwann einmal ein Größeres Teleskop (ob nun Newton oder Refraktor, auf Dobson- oder Parallaktischer Montierung) anschaffst. Die Mak`s für die Reise, den kurzen Refraktor als Wide Field- Gerät, der lange taugt auch als Leitrohr und der ED zur Fotografie.
Am besten kauf sie Dir alle! (Die Händler werden Dich lieben und mich auch!) :/

VG,
Michael
 
Hallo,

gut für den Balkon und vor allem für Deinen Sohnemann samt Geldbeutel ist auch der Skywatcher Heritage Dobson 130/650 geeignet. Den gibt es schon ab 150 € und er hat gleich zumindest brauchbare Okulare dabei. Er ist sehr handlich und zeigt schon eine Menge. Lediglich bei Streulich ist er (da vorne eine Gitterrohrkonstruktion etwas empfindlich.
 
Liebes Forum,

das waren schon sehr viele hilfreiche Informationen, tausend Dank für Eure Mühe!

Um auch ein paar Eurer Fragen zu beantworten:

- Der Balkon ist 1,30 tief

- Es gibt kein Geländer, an dem man etwas anschrauben könnte (sondern
eine "Mauer")

- Es gibt keine Laternen, die mir auf den Balkon strahlen; allerdings wohne
ich nicht am Stadtrand, sondern im Zentrum (also im Prinzip eine eher helle
Gegend)

- Der Balkon ist überdacht. :(

Zunächst mal bin ich erfreut, dass Balkonastronomie keine völlig
absurde Idee zu sein scheint (wenn auch nicht optimal, aber das war ja
klar).

Nach Euren Kommentaren ist klar, dass die Platzfrage das zentrale
Problem ist. Zu dem von mir in Erwägung gezogenen 8" GSO Dobson
ein paar Überlegungen:

1. Die Tubuslänge ist 115cm, das Ding passt also auch in komplett
waagerecheter Stellung vollständig auf den Balkon (wobei ich dann eh
nur die Nachbarn betrachten kann :). Die Höhe der Rockerbox ist 60cm,
ich müsste für horizontnähere Beobachtungen also ein Tischchen
verwenden. Klingt schon etwas nervig (rauf auf's Tischchen, runter vom
Tischchen, über den Dobson klettern, Limbo drunterdurch, usw. :).

2. Ein sehr wichtiger Punkt ist natürlich (wie ja auch von Euch
heraus- gestellt), dass mein Sohn an das Okkular überhaupt herankommt.
Er ist eher gross für sein Alter, und kann bequem in ein Okular in
1,20m Höhe, schauen, grade nachgemessen. :) Wenn ich die Tubuslänge
bis Drehgelenk auf 80cm schätze und vermute, dass der Auszug bei
Winkeln von 50-60° nicht höher als die Vorderkante Tubus ist, dann
kann mein Sohn maximal bis 50° da reinschauen. Viel höher als 60°
komme ich wegen des überdachten Balkons wohl eh nicht, aber trotzdem:
grenzwertig.

Wie steht's denn mit einem 6" Dobson? Das könnte dann ja vielleicht
etwas hochwertiger sein, wenn ich wieder meine Preisgrenze ausreize.
Vielleicht sowas:

http://www.teleskop-express.de/shop...Kompakt-Dobson-150-750mm---Parabol-Optik.html

oder

http://www.teleskop-express.de/shop...-750mm-Komplettgeraet-auf-Montierung-EQ3.html

Kennt das jemand? Ist die Optik besser als z.B. bei 'nem günstigeren
Skywatcher wie

http://www.teleskop-express.de/shop...kyliner-150P---Parabol-Dobson-150-1200mm.html

?

Ich lese aber zwischen den Zeilen in den Forumsbeiträgen, dass die
Unterschiede zwischen 6" und 8" schon erheblich sind? Vielleicht auch
gerade bei meinen schlechten Bedingungen?

Ansonsten wurden ja bisher so ungefähr alle existierenden Fernrohr-
typen als Alternativen vorgeschlagen. :) Das wird etwas Arbeit, sich
da durchzufummeln. Nehmen wir z.B. ein Mak. Lieber als der von
NickQuick vorgeschlagene Mak wäre mir einer ohne GoTo (möchte mein
Geld lieber für bessere Optik ausgeben) in meiner Preisklasse bis
300,- z.B. sowas:

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p2420_.html

Wie verhält sich die optische Leistung von so einem Gerät zu einem 6"
oder 8" Dobson? Bedeuten die 100mm Öffnung, dass das Gerät nicht
mehr leistet als ein 4" Dobson? (und Ralf: was ist denn an einem Mak
zu "speziell"? Ist eine ernstgemeinte Frage, kann mir darunter nicht
viel vorstellen).

Viele Fragen, sorry. Aber Ihr müsst ja nicht auf alle antworten. :)

Viele Grüße,

clu
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo clu,
Zitat von clubre:
... Bedeuten die 100mm Öffnung, dass das Gerät nicht
mehr leistet als ein 4" Dobson? (und Ralf: was ist denn an einem Mak
zu "speziell"? Ist eine ernstgemeinte Frage, kann mir darunter nicht
viel vorstellen).
clu

Deine Annahme ist so schon richtig, Öfnnung ist Öffnung.
Und dann gibt es da aber noch die Brennweite: MAK's haben i.d.R. eine längere BW als ein Newton. Das hat zur Folge, daß das reale Gesichtsfeld am Himmel im Okular kleiner wird wenn man vom gleichen Okular an beiden Geräten ausgeht oder daß das Bild lichtschwächer wird, wenn man die gleiche Vergrößerung wählt.
Daher mein Hinweis "speziell", denn MAK's sind langbrennweitige Geräte für hohe Vergrößerungen bei kompakter Bauweise.
Dein Einsatzzweck sieht aber anders aus, abgesehen vom schlechten lokalen Seeing (Luftbewegung) am Balkon, das hohe Vergrößerungen eh selten zulassen wird.

Du sprachst den 6" Newton an - da fällt mir ein, es gab hier mal ein Projekt an dessen Ende tatsächlich ein 6" f/6 Dobson rauskam, der auch käuflich zu erwerben ist.
Das könnte auch gut auf Deinen Balkon passen und Dein Sohnemann kommt gut an den OAZ.
Eigentlich gefällt mir aber die Variante Refraktor für Eure Zwecke am besten - Einblick bequem von hinten, Hinstellen und loslegen ohne Justage oder Auskühlzeit - keep it simple.
Die 8" Öffnung braucht es nicht unbedingt, der Rest ist eine Frage der Wahl der passenen Austrittspupille (Okularwahl) zum Objekt.

Es gibt dazu ein paar Formeln, mit denen man die o.g. Dinge berechnen kann.
ABER: einmal mehr kommt jetzt die Empfehlung von mir, dies alles mit eigenen Augen zu "ersehen".
Andere Hobbykollegen beißen nicht und wenn Du z.B. M13 mal in 5 verschiedenen Geräten gesehn hast, dann kriegst Du ein Gefühl für die Dinge.
 
Meine kleinen Bemerkungen:
Die Wahl steht im großen und ganzen zwischen Dob/Newton, Mak und einem kleinen Apo.

Ich habe einige Jahre auf dem Balkon beobachtet, ein Dob ist sehr unpraktisch dort. Außer die ganz kleinen, die man auf den Tisch stellen kann. Für diese Geräte gilt aber, dass man eine vernünftig hohe Vergrößerung nur mit einem gewissen Okularaufwand erreicht. Und Vergrößerung braucht man bei Mond und Planeten.

Ich rate also zu etwas montierten. Wenn schon eine parallaktische Montierung da ist, dann sollte sie auch einen RA-Motor haben. Man sieht viel mehr Details, wenn das Objekt einfach im Okular stehen bleibt und man nicht nervig nachstellen muss. Das gilt für Kinder umso mehr. Wenn man einen RA-Motor hat, dann kommt heutzutage eine Goto-Funktion hinterhergeschwommen, denn dieses bisschen Elektronik ist billig. Du musste es ja nicht nutzen, normalerweise kann man den Motor auch einfach laufen lassen und per Hand einstellen.

Einigermaßen unaufwendig montieren kann man einen kleineren Newton (so bis 15cm), einen Mak oder SC sowie einen kleinen Apo. Jedes dieser Geräte hat Vor- und Hinterteile.

Der Newton ist wahrscheinlich die preisgünstigste Wahl, wie immer gibt es hier die meiste optische Leistung fürs Geld. Nachteilig ist, dass man das Gerät in den Rohrschellen drehen muss, wenn man die Beobachtungsrichtung wechselt. Es bleibt ferner ein gewisses Problem, hohe Vergrößerungen zu erreichen. Vorteilhaft ist die relativ große Öffnung und die Möglichkeit, große Felder zu sehen.

Ein 8-9cm Apo stellt geringere Anforderungen an die Montierung. Hier fehlt allerdings Öffnung, wenn man doch einmal Deep Sky beobachten möchte. Schon beim Saturn wird das Licht knapp, filtern ist dann kaum noch drin. Auch hier ist es okularaufwendig, eine hohe Vergrößerung zu erreichen. Vorteilhaft ist die kleine Baugröße (ein schönes Reisegerät) und die Möglichkeit, große Felder zu sehen.

Ein kleiner MAK oder Sc (10-15 cm Öffnung) auf einer Gabel ist kompakt, hat immer einen bequemen Einblick und erfordert keine große Montierung. Hohe Vergrößerungen lassen sich leicht erreichen, da die Geräte von Haus aus langbrennweitig sind. Nachteilig ist es, dass man nur geringe Himmelsausschnitte sehen kann, vielleicht 1,5 Grad. Außerdem ist technisch bedingt ein großer Fangspiegel notwendig, der mehr Licht in die Beugungsringe lenkt als bei den anderen Geräten. Dies begrenzt die Bildgüte bei hoher Vergrößerung.
 
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