Barlow-Okular kombi für schnellen Newton

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Zitat von Sven_Wienstein:
Hallo Stefan,

sorry, guckst Du Optikliteratur, weißt Du mehr. Ortho mag schon kein f/6, f/10 ist nur ein Beispiel aus der Literatur, in dem das Ortho gut arbeitet, ab f/7 ist es gut, laut weiteren Quellen.

Clear Skies
Sven
Hallo,
da haben wir es ja schon wieder. Darf man auch mal durchschauen und sich eine Meinung bilden?
Da brauch ich doch kein Teleskop mehr, wenn ich alles schon im Vorraus theoretisch lesen kann!!!!!!!
 
Hallo Eddy,

als Alternative zu allen hier genannten Kombinationen würde ich Dir das Nagler 3-6mm empfehlen.
Ich selbst nutze es an meinem f7 Refrakor, aber ich bin nur auf dieses Okular gekommen, da ich bei einem Astrofreund das Nagler auch an einem f4,8 Newton gesehen hatte. Wie hier schon erwähnt wurde scheitern dort die "normalen" Planetenokulare.

Ich kann an meinem TMB 115 keinen Unterschied vom Nagler 3-6mm zu meinen Genuin Orthos 5, 6mm feststellen. Das nagler hat nur 5 Linsen in drei Gruppen, bietet ca. 50° scheinbares Gesichtsfeld und hat einen komfortablen Augenabstand von 10mm. Es ist außerdem für jede Vergrößerung homofokal. Meine Maximalvergrößerung liegt dabei zwischen 3 und 4mm Brennweite, bei mir zwischen 200 und 268x. Sehr schön finde ich, dass ich mit diesem Okular stufenlos die Maximalvergrößerung austesten kann.

Also ich bin sehr angetan von diesem Okular, obwohl ich bisher sehr skeptisch gegenüber jeder Art von Zoomokularen war und mein Beobachtungsschwerpunkt bei Mond und Planeten liegt. Aus meiner Erinnerung heraus lieferte es auch bei dem Newton f 4,8 meines Sternfreundes sehr scharfe Planetenbilder.

Viele Grüße und klaren Himmel, Jürgen
 
Hallo Stefan,

Du darfst gerne Durchschauen, aber was ändert das? Es ist doch wohl klar, dass einem das Bild eines Orthos bei f/5 gut gefallen kann, nur ist das bessere des guten Feind und wenn ein anderes Design eben beugungsbegrenzte Spots schafft, das Ortho aber nicht, was ist dann mit der Meinung?
Man kann natürlich auch alles als praktische Selbsterfahrung organisieren, so als Einzelkämpfer oder kleine Gruppe. Dann einfach nicht mehr ins Forum schauen, man könnte ja über die eigene Ausrüstung was erfahren, was man lieber gar nicht wissen will.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jürgen,

scharf ist das Ding, ich habe es seinerzeit auch an f/4 mit Kasai Classics verglichen. Da lag es gleich auf. Dass es auch mit den Genuine gleich auf liegt, wundert mich etwas, aber das liegt wohl an den unterschiedlichen Geräten. Für f/4,8 ist der Brennweitenbereich gut, für f/7... hm...
Problem mit diesem Okular ist, dass es irgendwie mit der Hochpreisspange in Gold ausgezeichnet werden müsste.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Problem mit diesem Okular ist, dass es irgendwie mit der Hochpreisspange in Gold ausgezeichnet werden müsste.

Einerseits hast Du recht, für die UVP von 399 Euro hätte ich es mir wohl auch verkniffen. Ich habe es aber dank günstigen Dollarkurs für 235 Euro bekommen.

Andererseits hast Du aber auch wieder nicht recht. So kostet eine Festbrennweite 2,5 oder 5mm von Pentax 299 Euro... und damit erreicht man am gefragten Newton 240x was ein bischen wenig für die Maximalvergrößerung ist, oder 480x, was sicher zuviel für einen f4,8 Newton von der Stange ist. Das Nagler bietet Dir hier den riesen Vorteil genau das herauszukitzeln, was das Instrument und/oder das Seeing zuläßt.

Bedenkt man das man eigentlich den Preis beim 3-6mm Nagler von mindestens drei Plantenokularen in Naglerqualität vergleichen muß, ist das Naglerzoom schon fast ein Schnäppchen ;)

Viele Grüße, Jürgen


Ergänzung: Noch ganz vergessen: Das Naglerzoom ist tatsächlich homofokal für den gesammten Zoombereich.
Das Okular hat dadurch einen nicht unerheblichen "Spaßfaktor", wenn man mal einen Mondkrater von bei mir 134x bis 268x in gleichbleibender Schärfe anfliegt... :/

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jürgen,
Auch ich habe das 3-6mm, aber homofokal ist es bei genauer Betrachtung auch nicht. Geringfügig nachfokussieren muss man, aber das tue ich grundsätzlich bei Brennweitenänderung.
Ein Vergleich mit dem Genuine und HR-Planetary 6mm steht noch aus.
 
Hallo Stefan,

Geringfügig nachfokussieren muss man, aber das tue ich grundsätzlich bei Brennweitenänderung.

Mache ich auch so, ich versuche auch grundsätzlich neu den optimalen Schärfepunkt zu finden, wenn ich mich für eine Vergrößerung entschieden habe. Da ich das automatisch mache, kann ich gar nicht genau sagen, ob das Nagler nicht ganz genau homofokal ist... :gutefrage: werde ich beim nächsten Mal noch genauer drauf achten.

Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Sven,

noch ein paar Ergänzungen zum Nagler Zoom:

Dass es auch mit den Genuine gleich auf liegt, wundert mich etwas,

Ich kann ja nur bei 5 und 6mm mit dem Nagler vergleichen und da war am Mond und an Mars kein Unterschied für mich sichtbar. Für mich sind natürlich die Brennweiten 4mm (200x); 3,5mm (230x) und fürs experimentieren 3mm (268x) reizvoll. In diesem Brennweitenbreich gibt es ja als "reine" Planetenokulare mit wenigen Linsen nur das 4mm kasai und das 4mm Mono (Die sind aber vom Augensabstand her auch für hartgesottene Extrembeobachter nur noch schwer nutzbar, vom beschlagen und verschmieren der Augenlinse ganz zu schweigen)

Alles darunter sind ja Okulare mit wesentlich mehr Linsen. Die hier erwähnten Pentax 2,5 und 5mm haben 6 Linsen. Das Pentax 3,5XW hat 8 Linsen. Die nicht mehr erhältlichen High Orthos haben wohl 5 Linsen und die Hi-TAK LE wohl 7 Linsen.
Also, alle die 4mm oder weniger für Planeten benötigen können ja überhaupt keine reinen Orthos oder Monos benutzen, sondern müssen entweder Barlows nutzen oder eben andere aufwändigere Okularkonstruktionen.
Hier dürfte aber das Nagler 3-6mm mit seinen "nur" fünf Linsen in gewohnter TV-Qualität ganz oben mitspielen.

Für f/4,8 ist der Brennweitenbereich gut, für f/7... hm...
Warum für f7 ... hm ... ?

Viele Grüße, Jürgen

 
Hallo Jürgen,

mit f/7 wollte ich das anschneiden, was Du als experimentieren bei 4mm bis 3mm bezeichnest.
Pentax XO tragen in meinen Augen auch die Preisspange in Gold, sind aber nur knapp an Platin vorbeigegangen, weil die Gesamtausstattung stimmt.

Im Prinzip muss ich zugeben, dass für eine Optik mit f/4,8 das Nagler Zoom schon eine recht gute Wahl ist, weil es einfach an anderen Alternativen mangelt, bzw. weil eine Kombination aus hochwertiger Barlow und hochwertigem Planetenokular dann allein bei einer Brennweite schon Preis und Leistungsmäßig in dessen Gegend liegt. Kauft man eine High-End-Barlow und drei Monos, müsste man drüber liegen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

mit f/7 wollte ich das anschneiden, was Du als experimentieren bei 4mm bis 3mm bezeichnest.

Ah, jetzt verstehe ich. Wobei 3,5mm an Mars durchaus einsetzbar waren, ich will aber keine neue Diskussion entfachen, ob 0,5mm AP noch gewinnbringend am Planeten eingesetzt werden können oder nicht.

Im Prinzip muss ich zugeben, dass für eine Optik mit f/4,8 das Nagler Zoom schon eine recht gute Wahl ist, weil es einfach an anderen Alternativen mangelt, bzw. weil eine Kombination aus hochwertiger Barlow und hochwertigem Planetenokular dann allein bei einer Brennweite schon Preis und Leistungsmäßig in dessen Gegend liegt

Genau das wollte ich mit dem Nagler als Alternative ausdrücken.
Habe gerade bei einem Händler den Neupreis für das Nagler 3-6mm bei 341 Euro gesehen.

Ich werde aber auch noch weiter experimentieren. Im Moment habe ich halt nur den Vergleich des Genuin Orthos bei 5 und 6mm (134x/ 161x)zum Nagler. Insgesamt habe ich mit dem TMB erst 5-6 mal beobachten können und mit dem Nagler gerade erst 3 mal. Also ich werde weiter versuchen die Genuin Orthos kritisch mit dem Nagler zu vergleichen und ein wichtiger Vergleich am Planeten mit einem 4mm Mono oder Tak Hi-Ortho oder Tak LE steht auch noch aus. Der kann ja dazu führen, dass das Nagler dann nicht mehr meine erste Wahl ist.

Du hast es schon oft erwähnt, Planetenokulare sind und bleiben ein heikles und auch ein bischen subjektives Thema, abhängig von den Vorlieben des Beobachters und vom Zusammenspiel der verwendeten Optik und der okularseitigen Kombinationen. Eine allgemeingültige Empfehlung eines Planetenokulars und/oder einer Kobination von Barlow und Okular oder Okularen mit intergrierter Barlow ist kaum möglich.

Viele Grüße, Jürgen

 
Da hänge ich mich gleich an mit einer Frage, wenn ich darf. :blush:

Funktionieren Barlow Linsen bei allen Teleskoptypen (also auch Achos und Apos) und macht das Sinn?

Danke! :super:
 
War die Frage so schlimm? :gutefrage:
Mit funktionieren meinte ich natürlich "sinnvoll funktionieren"! Die Frage wurde nur getrennt formuliert, um sie besser zu verstehen ... :neinnein:

"Die Anschaffung ist aber nicht immer sinnvoll, weil die erreichten Vergrößerungen einerseits in keinem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen, zum anderen bedeutet der Einsatz einer Barlowlinse zusätzliche Glaskörper im Strahlengang des Teleskops und damit auch zusätzliche Abbildungsfehler. Bei einem Spiegelteleskop beispielsweise tritt kein Farbfehler auf, weil das Licht nicht wie in einer Linse gebrochen, sondern reflektiert wird. Mit einer schlechten Barlowlinse zeigt sich möglicherweise aber doch ein Farbfehler."
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Starshine,

... zum anderen bedeutet der Einsatz einer Barlowlinse zusätzliche Glaskörper im Strahlengang des Teleskops und damit auch zusätzliche Abbildungsfehler.

in der Verallgemeinerung ist das unrichtig. Ein Barlow kann

zusätzliche Abbildungsfehler einführen, sie kann aber auch
Abbildungsfehler kompensieren. Genau darum dreht es sich ja
in der Kontroverse zwischen den "Linsenzählern" und den "Barlow-
Befürwortern". In der Optik haben wir es immer mit einem Haufen
von den verschiedensten Abbildungsfehlern zu tun.

Und diese Fehler, sowohl auf der Objektiv- als auch auf der
Okularseite werden durch ein oder mehrere weitere Elemente
kompensiert.

Galileo Gallilei hatte ein Teleskop mit einer Linse und einem
primitiven einlinsigen Okular.

Aus Linsenzähler`s Sicht sollte dies ein Idealfall sein.
War es aber nicht, zwar wurden damit bahnbrechende Entdeckungen
gemacht, heutzutage wäre dieses Teleskop aber Aufgrund seiner
schlechten Abbildung praktisch unverkäuflich.

Es gibt eine Möglichkeit die Abbildungsfehler gering zu halten.
Wenn die Brennweite der Elemente sehr lang ausfällt und der
Bildwinkel gering ausfällt.

Extrem langbrennweitige einlinsige Objektive und Okulare mit
extrem kleinen scheinbaren Gesichtsfeldern wurde verwendet,
bis man endlich besseres fand.

Beim Objektiv wurde der Farbfehler durch die Verwendung
zweier Linsen aus zwei verschiedenen Gläsern stark verringert.

Beim Okular ging die Entwicklung vom einlinsigen Kelperschen
Okular üder die zweilinsigen Huigens und Ramsden Okulare
zu den auch heute noch verwendeten 3 bis 4-linsigen Okulartypen
Kellner, (Steinheil-)Monozentrisches Okular, orthoskopisches
Okular nach Abbe, orthoskopisches Okular nach Plössl, 3 und
4-Linser nach König.

Diese Okulartypen wurden an den damals üblichen Teleskopen
von f/10 bis f/20 eingesetzt.
Bei f/5 sieht die Sache aber ganz anders aus. Hier sind weitere
Fehler zu kompensieren. Das kann man durch komplett neue Okulatypen
schaffen, oder indem man den stumpfen Strahlenkegel dieser
Teleskope durch eine Brennweitenverlängernde Linsenkombination
entschärt (per Barlow oder per "Telezentrischem System").

(Fast) Niemand käme auf die Idee den Kontrast seines 3-linsigen Apo
zu verbessern indem er eine der 3 Linsen ausbaut.

Bei einem Spiegelteleskop beispielsweise tritt kein Farbfehler auf ...

Ja, aber dafür haben die wieder andere Abbildungsfehler.
Mit einem 3-Spiegel-Teleskop und 2 asphärischen Flächen
kann man fast alle Abbildungsfehler beseitigen.
Aber leider hat es eine saumäßig Große Obstruktion,
und die Brennebene liegt für visuelle Anwendung ungünstig,
der Kopf würde im ankommenden Licht sein.

Alternativ könnte man einen TCT (Schiefspiegler) mit 3 Spiegeln
oder zwei stark asphärisierten Flächen bauen. Der hat dann
aber noch Abbildungsfehler, aber keine zentrale Obstruktion.

In der Optik kann sich aussuchen welche Krankheit man wählen möchte.
Aber 100% Gesund, das geht leider nicht.

MfG,Karsten
 
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