Barnard 150 - Das Seepferdchen im Cepheus

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steffens

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Hallo,

Anfang September gab es hier so ungewöhnlich viele klare Nächte, dass ich mich trotz Bortle 6 Stadthimmel mal an eine Dunkelwolke herangetraut habe.

Barnard 150 / LDN 1082 liegt im Sternbild Cepheus und wird auch Seepferdchen-Nebel genannt.
20 Stunden Belichtungszeit sind zusammengekommen. Für dieses anspruchsvolle Ziel von meinem Standort aus nicht viel. Dementsprechend war die Bildbearbeitung nicht leicht, und das sieht man dem Bild auch etwas an. Vielleicht habe ich noch einmal Gelegenheit, da noch nachzulegen. Allerdings wäre eine echte Verbesserung mit einer Verdopplung der Belichtungszeit schon hart erkämpft.
Hoffentlich gefällt Euch das Ergebnis auch so.

Grüße und CS,
Steffen

(Link zur vollen Foren-Auflösung)
 
Hallo Steffens,

schönes Bild von dem Seepferdchen, der Dunkelnebel kommt gut zur Geltung,

die Sterne sind für für meinen Geschmack ein wenig zu blass,

das ist allerdings nur meine subjektive Wahrnehmung.

Grüße und CS
Karsten
 
Hallo Steffens,
klar würde dem Motiv noch mehr Belichtungszeit gut tun, aber es ist auch jetzt schon der Hammer. Ich bin jetzt schon einige Jahrzehnte Astronom und merke jetzt erst langsam, wie faszinierend Dunkelnebel sind. Die ganze Himmelsgegend ist bei langen Belichtungen schon sehr neblig, deswegen finde ich die Sternabbildung in Ordnung. Super Foto. Danke.
CS Harald
 
20 Stunden Belichtungszeit sind zusammengekommen. Für dieses anspruchsvolle Ziel von meinem Standort aus nicht viel. Dementsprechend war die Bildbearbeitung nicht leicht, und das sieht man dem Bild auch etwas an. Vielleicht habe ich noch einmal Gelegenheit, da noch nachzulegen. Allerdings wäre eine echte Verbesserung mit einer Verdopplung der Belichtungszeit schon hart erkämpft.
Hallo Steffen,

das ist doch sehr gut geworden. So kriege ich mit meinem Setup trotz etwas dunklerem Himmel gar nicht hin. Ja, etwas Substanz könnte es noch vertragen. Das ist aber doch immer so. Alternativ könnte man den Hintergrund noch etwas runter nehmen. Den hast du ja ziemlich hochgezogen. Da wäre sicher noch etwas Reserve um nachzugeben.

Meine Erfahrung ist, damit man aus gerade so angedeuteten Strukturen wirklich etwas machen kann, braucht man schon die vierfache Belichtungszeit. Beim Doppelten muss man die Struktur schon halbwegs bearbeiten können, damit die danach richtig gut wird. Das ist dann irgendwann nicht mehr praktikabel, wenn man nur ein paar klare Nächte hat. Mit f/4 bist du eh schon relativ lichtstark. Da hilft nur in der selben Zeit mehr Signal zu sammeln. Z.B. mit einem RASA. Aber der löst dann nicht so gut auf. Binnen wäre eine andere Option. Das mache ich gerne, wenn ich weit im Süden aufnehme, wo ich durch Bebauung nur ein Fenster von 1h habe. Das funktioniert erstaunlich gut. Eine Kooperation mit anderen wäre auch eine Option.

Ist der Hintergrund in der Gegend eigentlich so hell? Ist da so viel Staub unterwegs? Normalerweise sollte doch nichts dunkler sein, als der Weltraum. Auch keine Dunkelwolke.

Ich habe dieses Jahr auch das erste mal eine Dunkelwolke aufgenommen. Vorher hatte ich auch schon einige, aber da standen immer anderen Objekte im Vordergrund und die Dunkelwolken waren nur das Beiwerk. Ja die sind schon faszinierend. Mit meinen f/6,24 brauche ich unter 10h aber gar nicht anfangen. Von daher werden das auch Zukunft für mich eher seltene Begegnungen bleiben. Ich hatte mir schon überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre auf einen f/4 Newton umzusteigen. Das würde immerhin meine Belichtungszeit halbieren. Aber du jammerst ja auch mit deinem f/4 noch rum. D.h. das Grundproblem würde auch damit wohl bestehen bleiben. Die Teile heißen ja nicht umsonst so :)

Grüße,
Joachim
 
Hallo Karsten, Harald und Joachim,

Vielen Dank für die netten Rückmeldungen und konstruktive Kritiken. Darüber freue ich mich sehr!

Ich habe den Hintergrund tatsächlich sehr weit hochgezogen. Allerdings absichtlich, um Kontrast zu den wirklich dichten Bereichen der Dunkelnebel-Wolken zu bekommen. An eben diesen fast schwarzen Wolken sieht man ja auch, dass der Hintergrund deutlich heller ist. Da ist viel Gas in der Gegend, welches noch nicht verdichtet ist, aber im Streulicht der umgebenden Sterne aufleuchtet. Daher ist der Hintergrund auch eher bläulich, im Gegensatz zu den Brauntönen der verdichteten Molekülwolken, die das Hintergrundlicht bis hin zum kompletten Schwarz absorbieren.

Ich habe auch eine Ausarbeitung probiert, wo ich den Hintergrund nicht so weit gestreckt habe. Die Daten wurden da natürlich weniger gequält, aber es sieht natürlich auch deutlich weniger dynamisch aus.
Hier ist mal eine Bearbeitungsvariante mit dunklerem Hintergrund und prominenteren Sternen. Passt das besser?

Grüße und CS,
Steffen

Barnard150_2023-09-11_(361x200s_rbf_phcc_ghs_denoised_mix_starnet_combined)_fhd.jpg
 
Hallo Steffen,

diese Version gefällt mir besser :y:

Mir ist gerade aufgefallen, dass du auch kein PI-user bist und zum entrauschen DenoiseNet benutzt.

Ich habe daraufhin auch mal die Zip Datei "DenoiseNet-master" herunter geladen.

Kannst du mir eventuell mal kurz erklären, wie man das anwendet.

Da ist ja keine ausführbare Datei (exe), sondern nur die Pyton (py) Dateien drin.

Grüße und CS
Karsten
 
Mir ist gerade aufgefallen, dass du auch kein PI-user bist und zum entrauschen DenoiseNet benutzt.
Ich habe daraufhin auch mal die Zip Datei "DenoiseNet-master" herunter geladen.
Kannst du mir eventuell mal kurz erklären, wie man das anwendet.
Da ist ja keine ausführbare Datei (exe), sondern nur die Pyton (py) Dateien drin.
Hallo Karsten,

Vermutlich hast Du die Sourcen heruntergrladen?
Für Windows-User ist es am einfachsten, das Test-Release hier herunterzuladen: Denoise Net – Google Drive
Für mehr Erklärungen siehe die angepinnte Nachricht hier im Dark Matters Discord Thread.

Grüße und CS,
Steffen
 
Hallo Steffen,

vielen Dank für den Link.

Ich habe DenoiseNet zwar erst an einem Bild getestet, aber das Ergebnis sieht sehr vielversprechend aus.

Das Rauschen wird erkennbar weniger, ohne dass das Bild unnatürlich oder glattgebügelt wirkt :y:

Grüße und CS
Karsten
 
Hallo Stefan,

Dunkelnebel aus der Stadt anzugehen ist schon etwas verrückt. Da sind die Bortle 3 oder 4 verwöhnten doch klar im Vorteil.
Aber ein Großteil der Astrofotografie besteht ja im Reiz, es trotzdem hinzubekommen. Auch wenn die eigenen Bilder dann nicht ganz so umwerfend daherkommen.

Grüße und CS,
Steffen
 
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