Frank_Albert
Neues Mitglied
Hallo allerseits.
Wollte hier mal kurz folgendes Bastelprojekt vorstellen:
Ein künstlicher Stern, der sich mit genau definierter Geschwindigkeit bewegt, sodass man nicht nur die Optik, sondern auch die Nachführung kontrollieren kann. Eines vorweg: das Ganze ist billiges Versuchsstadium und noch an vielen Stellen verbesserungsfähig und auch der Nutzen einer solchen Gerätschaft ist sicherlich begrenzt. Aber dazu weiter unten mehr.
Konstruktion:
Künstlicher Stern (KS):
Ein Stück Glasfaser mit 0,05mm Durchmesser, dass von hinten mit einer weißen LED beleuchtet wird. Das Ganze ist der besseren Handhabung wegen inkl. Vorwiderstand in einem zylindrischen Aluminiumgehäuse verstaut.
Mechanik:
Sicherlich gibt es fertige Linearmodule, die die geforderten Anforderungen einwandfrei erfüllen (exakt, spielfrei, etc.). Die kosten allerdings ordentlich Geld, zumindest zu viel für so einen Versuchsaufbau. Also musste eine Gewindestange aus dem Baumarkt her, die von einem Schrittmotor aus der Rümpelkiste angetrieben wird und einen kleinen Wagen über ein Aluprofil zieht, auf dem sich der KS befindet. Da sich der Stern auf einer geraden Linie bewegt und somit dessen Geschwindigkeit nicht konstant ist und außerdem sehr genau stimmen muss, wird der Motor von einem Mikrokontroller angesteuert. Die ganze Konstruktion wird in genau zehn Meter Entfernung zur RA-Achse der Montierung mit etwa 50° Steigung aufgestellt. Der Stern fährt in Ausgangsposition und setzt sich auf Druck auf den Taster der Fernbedienung in Bewegung bis die Taste erneut gedrückt wird, oder die Endposition erreicht ist. Dann fährt er wieder in Ausgangsposition. Die DE-Achse der Montierung steht dabei auf 90°. Bei einem Verfahrweg von gut 90cm ergibt sich bei zehn Meter Entfernung eine maximale Nachführdauer von etwa 21 Minuten.
Link zur Grafik: http://img403.imageshack.us/img403/9600/antrieb.jpg
Antrieb
Link zur Grafik: http://img28.imageshack.us/img28/4646/antriebmittreiberplatin.jpg
Antrieb mit Motortreiberplatine
Link zur Grafik: http://img20.imageshack.us/img20/6803/gesamtaufbauvonoben.jpg
Gesamtaufbau von oben
Link zur Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/5296/mcboard.jpg
Microcontrollerboard
Probelauf:
Der KS wird in der Scheune mit etwa 50° Steigung gegen einen alten Kühlschrank gelehnt und über eine Strombox mit Energie versorgt. Das Teleskop (C8) wird in möglichst genau zehn Meter Entfernung davon aufgestellt und die Montierung (SP-DX) so ausgerichtet, dass sich das Blickfeld bei DE=90° genau entlang der Schiene des KS bewegt. Nach Anbringen, Fokussieren und Ausrichten einer Webcam wird die Polhöhe etwas verstellt, sodass der KS mit der Zeit von links nach rechts über das Bild driftet und sich der Schneckenfehler in einer senkrechten Bewegung bemerkbar macht. Der folgende Lauf wird auf Video aufgenommen und die Einzelbilder anschließend mit Giotto (Danke!) aufkumuliert.
Ergebnis:
Es wurden zwei Testläufe durchgeführt, wobei die Verstellung der Polhöhe beim zweiten Mal in die andere Richtung erfolgte, sodass sich ein positiver Schneckenfehler einmal nach oben und einmal nach unten auswirken sollte. Im Ergebnis sieht man bei beiden Aufnahmen einen Schneckenfehler über zwei Perioden von etwa 30 Winkelsekunden, was sich mit einer früheren Messung am echten Stern deckt.
Link zur Grafik: http://img689.imageshack.us/img689/5804/berlagerung1.jpg
Überlagerungsbild Probelauf 1
Link zur Grafik: http://img262.imageshack.us/img262/746/berlagerung2.jpg
Überlagerungsbild Probelauf 2
Grüßle
Frank
Wollte hier mal kurz folgendes Bastelprojekt vorstellen:
Ein künstlicher Stern, der sich mit genau definierter Geschwindigkeit bewegt, sodass man nicht nur die Optik, sondern auch die Nachführung kontrollieren kann. Eines vorweg: das Ganze ist billiges Versuchsstadium und noch an vielen Stellen verbesserungsfähig und auch der Nutzen einer solchen Gerätschaft ist sicherlich begrenzt. Aber dazu weiter unten mehr.
Konstruktion:
Künstlicher Stern (KS):
Ein Stück Glasfaser mit 0,05mm Durchmesser, dass von hinten mit einer weißen LED beleuchtet wird. Das Ganze ist der besseren Handhabung wegen inkl. Vorwiderstand in einem zylindrischen Aluminiumgehäuse verstaut.
Mechanik:
Sicherlich gibt es fertige Linearmodule, die die geforderten Anforderungen einwandfrei erfüllen (exakt, spielfrei, etc.). Die kosten allerdings ordentlich Geld, zumindest zu viel für so einen Versuchsaufbau. Also musste eine Gewindestange aus dem Baumarkt her, die von einem Schrittmotor aus der Rümpelkiste angetrieben wird und einen kleinen Wagen über ein Aluprofil zieht, auf dem sich der KS befindet. Da sich der Stern auf einer geraden Linie bewegt und somit dessen Geschwindigkeit nicht konstant ist und außerdem sehr genau stimmen muss, wird der Motor von einem Mikrokontroller angesteuert. Die ganze Konstruktion wird in genau zehn Meter Entfernung zur RA-Achse der Montierung mit etwa 50° Steigung aufgestellt. Der Stern fährt in Ausgangsposition und setzt sich auf Druck auf den Taster der Fernbedienung in Bewegung bis die Taste erneut gedrückt wird, oder die Endposition erreicht ist. Dann fährt er wieder in Ausgangsposition. Die DE-Achse der Montierung steht dabei auf 90°. Bei einem Verfahrweg von gut 90cm ergibt sich bei zehn Meter Entfernung eine maximale Nachführdauer von etwa 21 Minuten.
Link zur Grafik: http://img403.imageshack.us/img403/9600/antrieb.jpg
Antrieb
Link zur Grafik: http://img28.imageshack.us/img28/4646/antriebmittreiberplatin.jpg
Antrieb mit Motortreiberplatine
Link zur Grafik: http://img20.imageshack.us/img20/6803/gesamtaufbauvonoben.jpg
Gesamtaufbau von oben
Link zur Grafik: http://img98.imageshack.us/img98/5296/mcboard.jpg
Microcontrollerboard
Probelauf:
Der KS wird in der Scheune mit etwa 50° Steigung gegen einen alten Kühlschrank gelehnt und über eine Strombox mit Energie versorgt. Das Teleskop (C8) wird in möglichst genau zehn Meter Entfernung davon aufgestellt und die Montierung (SP-DX) so ausgerichtet, dass sich das Blickfeld bei DE=90° genau entlang der Schiene des KS bewegt. Nach Anbringen, Fokussieren und Ausrichten einer Webcam wird die Polhöhe etwas verstellt, sodass der KS mit der Zeit von links nach rechts über das Bild driftet und sich der Schneckenfehler in einer senkrechten Bewegung bemerkbar macht. Der folgende Lauf wird auf Video aufgenommen und die Einzelbilder anschließend mit Giotto (Danke!) aufkumuliert.
Ergebnis:
Es wurden zwei Testläufe durchgeführt, wobei die Verstellung der Polhöhe beim zweiten Mal in die andere Richtung erfolgte, sodass sich ein positiver Schneckenfehler einmal nach oben und einmal nach unten auswirken sollte. Im Ergebnis sieht man bei beiden Aufnahmen einen Schneckenfehler über zwei Perioden von etwa 30 Winkelsekunden, was sich mit einer früheren Messung am echten Stern deckt.
Link zur Grafik: http://img689.imageshack.us/img689/5804/berlagerung1.jpg
Überlagerungsbild Probelauf 1
Link zur Grafik: http://img262.imageshack.us/img262/746/berlagerung2.jpg
Überlagerungsbild Probelauf 2
Grüßle
Frank