Bastelprojekt: Stand-Alone CCD-Kamera

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Martin_Raabe

Aktives Mitglied
Hallo allerseits,

warum gibt es eigentlich keine Astro-CCDs mit DSLR-Feeling?

Also ein gekühlter, rauscharmer und hochempfindlicher, monochromer CCD-Chip, ein integrierter Filterwechsler, und andererseits eine direkte Bildanzeige auf einem Grafikdisplay, und Speichern direkt auf einer Speicherkarte. Ohne PC/Laptop-Gerödel.

Wäre schick sowas zu haben, dachte ich mir, also frisch an's Werk und die Ärmel hochgekrempelt. Ok, das Vorhaben hat sich dann doch als eher langwierig herausgestellt...


Herausgekommen ist schlussendlich folgendes Gerätchen:


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam1.jpg


Der geneigte Leser erblickt zur Rechten das Gehäuse des Filterrades. Ein kleiner Schrittmotor werkelt darin, um die gewünschte der 8 Filterpositionen in den Strahlengang zu bugsieren.

Zur Linken ist das "Bediengerät" zu sehen. Ein 2,8 Zoll OLED Display ( OLED = völliges Schwarz, strahlende Farben in jedem Winkel, sehr stromsparend bei dunklem Bildinhalt). Und natürlich ein paar Knöpfe.

Darunter der Kühlkörper.


Oben befindet sich der Steckplatz für die Compact-Flash Speicherkarte. Die Kamera speichert die Bilder direkt im FITS Format, in einem FAT File System (die Karte kann also einfach mit einem Kartenleser am PC ausgelesen werden).

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam8.jpg


Daneben noch eine USB-Schnittstelle, die hat aber noch keine Funktion.

Das Display kann übrigens um 90° geschwenkt werden, für die Bequemlichkeit.

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam11.jpg


Ein erster Blick ins Innere führt zum Filterrad, hier ist im Moment der neue Baader LRGB Filtersatz gerüstet. Das 5. Filter im Set (Clear) dient übrigens als Fenster der Kühlkammer.

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam15.jpg


Der Anschluss an die Optik erfolgt über ein M62 Gewinde. Das ist so groß damit man die Filter mit den Fingern rausschrauben kann, und auch damit ein Kamera-Bayonett reinpasst. Hier ist ein Pentax Bayonettring eingeschraubt, für Aufnahmen mit KB-Objektiven.

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam6.jpg


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam7.jpg


Der CCD-Chip ist ein Sony ICX285AL, wie er bei einigen Astro-CCDs verwendet wird. 1392x1040 Pixel (1,4Megapixel), diagonale ca. 11mm. Das gute Stück hat mich 490 Eur gekostet.

Die Kühlkammer besteht aus einem dickwandigen Alu-"Topf". Innen auf dem Boden sitzt ein Peltier-Element, darauf der Kühlfinger. Und auf diesem der CCD-Chip. Im Kühlfinger und in der Außenwand befinden sich Temperatursensoren für die Regelung der Chip-Temperatur.

Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam22.jpg


Die Elektronik der Kamera ist rund um einen Microcontroller aufgebaut. Ein großer Teil der Elektronik entfällt natürlich auf die Signalerzeugung für den CCD-Chip, und die Erzeugung seiner Versorgungsspannungen.

Kurz ein paar Stichpunkte:
- 16bit Analog-Digitalwandler
- Digitalisierungsrate 1 Mio Pixel/s
- Correlated Double Sampling
- Belichtungszeit 0.001s - 1800s
- Bildspeicher 4MByte
- Schreibgeschwindigkeit auf CF-Karte ca. 5MByte/s
- Temperaturregelung auf ca. 0.1°
- gesteuertes Temperaturprofil zum Schutz des CCD gegen schnelle Temp-Wechsel
- Stromaufnahme mit voller Kühlleistung, Display ein, laufende Aufnahme: 0,6A bei 12V (also ca. 7Watt)


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam21.jpg


Hier nicht zu sehen ist eine weitere kleine Platine, mit der Schrittmotor-Ansteuerung, und den Schaltwandlern für die Versorgungsspannungen.

Die Kühlung schafft ca. 30° unter Umgebungsluft-Temp, bei ruhender Luft. Mal sehen ob das draußen noch etwas besser wird, ansonsten kommt vielleicht noch ein Lüfter hinzu.



Die Bedienung der Kamera erfolgt über verschiedene Grundfunktionen:

- FIND: Objekt suchen. Dabei werden kontinuierlich Bilder aufgenommen und auf dem Display dargestellt (Vergrößerung 0.25x, so dass nahezu das ganze CCD-Feld auf die 320x240 Pixel des Displays passt). Ein neues Bild wird alle 2s angezeigt.

- FOCUS: Objekt fokussieren. Es wird ein 320x240 Fenster aus der Mitte des CCD im Maßstab 1:1 dargestellt. Zusätzlich kann noch um einen Faktor 2 oder 4 gezoomt werden. Ein neues Bild wird ca. 1x pro Sekunde angezeigt.

- ACUISITION: die eigentliche Aufnahmefunktion. Entweder ein Einzelbild, oder es wird eine zuvor festgelegte Belichtungssequenz abgefahren. Nach jeder Bildaufnahme wird das Bild auf dem Display angezeigt.

- REPLAY: die bereits gemachten Aufnahmen auf der CF-Karte anschauen

Außerdem gibt es noch Funktionen zum Einstellen der Filterrüstung, Auswahl der CCD-Temperatur, diverse Verzögerungszeiten bis Aufnahmebeginn, und eine Funktion zum langsamen Aufwärmen des CCD vor dem Abschalten.


Hier mal ein paar "Sceenshots". Das Bild der Plejaden ist aber durch die Hintertür als FITS eingespielt worden, die Kamera hatte noch kein First-Knips am Himmel ;)


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam13.jpg


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam12.jpg


Link zur Grafik: http://www.astroselbstbau.homepage.t-online.de/cam14.jpg



So ganz rund läuft die Sache aber noch nicht. Ich habe noch ein paar komische Effekte bei kleinen Signalpegeln, die unbedingt noch weg müssen. Ungleichmäßige Pegel im Bild und so. Aber trotzdem werde ich die Tage mal versuchen erste Bilder zu machen.


cs
Martin
 
Hi Martin,

purer Neid - ich meine auf die viele Zeit,
die Du offenbar hattest ;-)
Magst Du verraten, wieviele bewölkte Nächte
Du daran gesessen hast?
"Schickes Teil" wird dem Entwurf nun wirklich
nicht gerecht - GENIAL finde ich da angemessener!

cs,
Frank

PS: Hattest Du ausreichend Spezifikationen /
Applikationsschaltungen für den Sony-Chip,
oder musstest Du noch viel "probieren"?
 
Hallo Martin,

ein absolutes spitzen Teil, da wird man vor Neid ganz blass.
Ich wünschte ich hätte mehr Elektronik / Computer Kenntnisse, ach ja und viel mehr Zeit.

Viel Erfolg damit und die paar restlichen Fehlerpunkte kriegst Du bestimmt auch noch weg.

Grüße
Hans
 
Hallo Martin,

wow - geniales Teil, absolut überwältigend, der volle Hammer.

Bin sicher, dass Du die restlichen Fehlerpunkte auf die Reihe bekommst
und wünsche Dir hierbei viel Erfolg.

Bin schon auf die ersten Bilder gespannt.

Top, weiter so.

Grüße aus dem Fichtelgebirge

Jürgen
 
Wow,
das ist mal ein Selbstbauprojekt.
Was wiegt das gute Stück denn?
Da musst ja bestimmt den passenden OAZ dazu konstruieren.

Gruß
Chris
 
Servus Martin,

echt klasse was Du dir da gezimmert hast, geniale Idee :) Bin auf die ersten Bilder gespannt. Das sich da noch keine Atik oder SBIG an ne stand-alone CCD Kamera mit Speicherkarte getraut haben?

Wann fängt die Serienproduktion an? ::)

Grüsse und viel Spass!

Tom
 
Hallo zusammen,

habt Dank für Lob und Anerkennung!
Das hilft dabei die doch recht zahlreichen Arbeitsstunden und Rückschläge zu vergessen ;)

@Frank: Die Nächte habe ich lieber nicht gezählt, das hat mich auch bei meinen anderen Projekten immer irgendwie deprimiert :biggrin: Das Kameraprojekt hatte ich vor genau 1 Jahr gestartet, und vielleicht 6 Monate effektiv dran gearbeitet.

@Chris: genau 1700 Gramm :krank: Ist doch schwerer geraten als geplant, vor allem das Filtergehäuse. Ich hatte Ärger auf der Drehmaschine mit Schwingungen des Werkstücks als die Wände dünner wurden, deshalb konnte ich nicht so viel abdrehen wie geplant. Vielleicht kann ich hier und da noch nachträglich was wegschnitzen.

@Tom: bei meinem Stand-Alone-Guider Projekt (gestartet 2003) hatte ich mich auch gefragt warum sowas damals nicht kommerziell verfügbar war. Ein paar Jahre später gab's die Teile dann plötzlich. Bei diesem Kamerakonzept wird es vielleicht ähnlich sein...? ;)


Ach so, Bilder wollt ihr sehen....

Gestern abend hatte ide Kamera ihr First-Light. Zusammen mit einem Leitrohr (und natürlich dem besagten SB-Guider) auf einer GP, bestückt mit einem alten Pentax Teleobjektiv. 135mm bei Blende 5,6 betrieben.

Hier 2 Bildchen, so wie sie aus der Kamera fallen. Mit dem L-Filter aufgenommen. Ohne Bearbeitung, Nur für den Upload in die Galerie 2x2 gebinnt und jpg-konvertiert.


Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/6999.jpg



Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/full/7000.jpg



Belichtungszeit bei M31 15 Minuten, bei M45 8 Minuten. Die Kühlung hat den CCD bei -15° gehalten, bei 13° Lufttemperatur (und 19° Kühlkörpertemperatur).


Soweit bin ich erst mal zufrieden, auch wenn ich während der Session einigen fetten SW-Bugs begegnet bin :blush:

Wichtige Erkenntnis war: trotz ca. 3 Stunden bei -15° kein Eis auf dem Chip, und kein Tau auf dem Fenster.


cs
Martin
 
Hallo Frank,

Hattest Du ausreichend Spezifikationen /
Applikationsschaltungen für den Sony-Chip,
oder musstest Du noch viel "probieren"?

Das ist wirklich so eine Sache. Die Datenblätter und App-Notes von Sony reichen nicht wirklich aus um das Verhalten der CCDs zu verstehen. Ich hatte damit schon vor einigen Jahren Probleme, als ich meinen ersten Autoguider mit dem Webcam-Chip ICX098 gebaut hatte. Zum Glück konnte ich anhand einer funktionierenden Webcam viele Dinge nachmessen, und dann schrittweise hinter ein paar wichtige Details kommen. Inzwischen habe ich mit 4 Sony-CCDs rumgespielt, aber so 100% kapiert habe ich wohl immer noch nicht alles. Der jetzt verwendete ICX285 zeigt z.B. einen sonderbaren Versatz des Bildsignals bei dunklem Chip gegenüber dem Referenzsignal, was ich bei den anderen Chips nicht hatte. Keine Ahnung woran das liegt, im Datenblatt steht nichts darüber.

Das Blöde ist halt auch dass man bei einem knapp 500€-Chip nicht wirklich gerne rumspielt. Wenn z.B. der Puls zum Übertragen der integrierten Ladungen in die Schiebepixel zu lange dauert, geht der Chip kaputt. Wenigstens das steht im Datenblatt drin. Anderes haben sie vielleicht vergessen zu erwähnen (wie z.B. dass die Schiebepixel sehr viel stärker rauschen als die Integrationspixel, und deshalb ein normalerweise rauschminderndes langsames Auslesen bei den Sony-Chips kontraproduktiv ist). Bis ich da mal hintergekommen war, warum meine Bilder immer nach unten hin heller und stärker verrauscht waren als oben...


cs
Martin
 
Hallo Martin,

das Teil ist nicht nur was völlig neues und sieht schick aus, es funktioniert auch noch... ;-)
Glückwunsch zum first light ! Die ersten SW-Bilder lassen ja auf einiges hoffen.
Ich bin schon gespannt, wenn Du das Filterrad etwas weiter drehst, und Farbe ins Spiel kommt.


Weiter So.
Grüsse

Thomas
 
Meine Güte,

ich bin ja immer platt was du so daherzauberst.

Egal was du anfasst scheinen immer richtige knüller zu werden.

Der 8 Zöller mit Drehring
Deine absolut affengeile Montierung *schwärm*
Der Autoguider und nun die Kamera.

Hut ab und hinknie.
Brauchst du noch Azubi's XD

Gruß Björn

 
Hallo Martin,

Deine ersten Bilder mit der Kamera sehen sehr viel versprechend aus. ( Bereits ohne Bildbearbeitung )

Kann mich der "Frage" von Thomas nur anschließen,wenn Du die Filter in Betrieb nimmst, und Farbe ins Spiel kommt.

Ich hoffe, Du hältst uns mit weiteren Aufnahmen auf dem Laufenden.

Grüße un CS

Jürgen

 
*klapp*

Nach wiedereinhängen des Unterkiefers ziehe ich mit einer tiefern Verbeugung den Hut - eine tolle Leistung. Wenn man allerdings Deine Homepage anschaut, könnte einem himmelangst werden, was Dir noch alles einfällt ;)

Jörg
 
Hi, Martin,

ein wahres Wahnsinnsprojekt - Hut ab! Zum einen scheint die mechanische Verarbeitung ja superb zu sein und zum anderen machen ja auch die ersten Fotos einen sehr guten Eindruck, sodass ich absolut gespannt bin auf die nächsten Bilder.

Was mich als TIler ja mal interessiert, sofern Du diese Informationen teilen magst, ist, welche Architektur Du verwendet hast. Sehe ich da auf der Rückseite einen kleinen Atmega128? ;-) Finds auf jeden Fall respektabel, auf dem Level soein Projekt anzugehen. Hast Du irgendein RTOS als Basis verwendet oder direkt auf dem µC gearbeitet?

Grüße und CS,
Pascal
 
Hallo Pascal,

wen du den TQFP100 Käfer meinst: das ist ein ATMEGA 2560. Den habe ich verwendet weil ich schon so einiges mit der Familie gemacht hatte, und die Toolchain steht ;)

Im Prinzip ist dieser der Chef im Ring, wird aber unterstützt durch ein paar Hardware-Tricksereien. Ein großes Problem für so ein spärlich ausgestattetes Gerätchen ist natürlich die Datenflut, die vom AD-Wander ins RAM, von dort zum Display, und natürlich auf die CF-Karte muss.

Ich hab mir deshalb was einfallen lassen, wie ich aus einem 8bit Buszugriff des uC einen 16bit Transfer vom ADC zum RAM bzw. vom RAM zur CF-Karte machen kann (jeweils in einem Buszyklus). Nur so schaffe ich es das Bild in ca. 1,5s auszulesen, bzw. die Bilddaten (2,8MByte) in ca. 0,6s auf die Karte zu schreiben. Für diese Bussignal-Spielereien ist ein CPLD drauf (das TQFP48 unterhalb der beiden RAM-Chips).

Im Displaygehäuse sitzt nochmal ein weiterer 2560. Die beiden kommunizieren per SPI, d.h. der Display-Controller muss im wesentlichen die via SPI rübergenudelten Monochrom-Bilddaten als parallele RGB-Bytes an das OLED weiterleiten. Und er spielt Zeichensatz-Generator.


Die ganzen Takt- und Auslesesignale für den CCD-Chip, AD-Wandlung und Speichern werden per Software erzeugt, bzw. als Ruhe-Taktsignale in den Auslese-Pausen (also z.B. während der Belichtung) über die PWM-Unit bzw. Timer-Interrupts. Die in den Schiebe-Pixeln entstehenden thermischen Elektronen müssen kontinuierlich rausgeschoben werden, deshalb müssen fast immer die Horizontal- und Vertikal-Takte anstehen (in Summe 8 Signale).


Ein Betriebssystem habe ich natürlich nicht verwendet ;) Ist alles Lo-Level in C bzw. Assembler programmiert. Auch die ganzen File-System Geschichten (Die CF-Karte verhält sich wie eine IDE Festplatte, und wird sektorweise über LBA Adressen angesprochen). War mal ganz interessant die alten FAT16 Begriffe, die man schon jahrzehntelang vom PC kennt und verwendet, mal selbst zu programmieren (so Dinge wie Partitionstabellen, Boot-Sektoren, Cluster-Ketten, Verzeichniseinträge, etc.) :biggrin:

cs
Martin
 
Hallo miteinander,

am Sonntag hab ich wieder ein wenig belichtet.

Heute hab ich dann mal versucht rauszufinden wie man das mit der Verarbeitung von LRGB Aufnahmen macht. So wirklich tief eingestiegen bin ich aber noch nicht, ich hab nur mal die Bilder der einzelnen Farbkanäle miteinander gestackt, und ein Farbbild automatisch generieren lassen.

Ich verwende im Moment die Buch-Software zum "Handbook of astronomical image processing", vom Meister Richard Berry.


Hier erst mal ein L-Bild, 3x 8min, wieder mit dem 135er Tele. Bearbeitung: 3 Bilder gestackt, Histogramm angepasst


Link zur Grafik: http://www.maksunaut.bplaced.net/m31_l_090823_sigm4800_50.jpg


Volle Größe hier


Und hier der entsprechende Versuch mit Farben: je 3x 8min für L, je 2x 8min für RGB, Summe 72 min

Link zur Grafik: http://www.maksunaut.bplaced.net/m31_lrgb_090823_sigm2170_50.jpg


Volle Größe hier

Irgendwie gefällt mir das monochrom-Bild besser...

Schade, ich hatte gehofft dass mein altes Pentax-Tele weniger bunt wäre. Bei DSLR war mir so ein starker Farbfehler nie aufgefallen.


Und hier ein Versuch bei M27, mit dem Rubinar 5,6/500. Zwar kein Farbfehler, dafür schlecht fokussiert.

je 2x 4min für L, R, G, B


Link zur Grafik: http://www.maksunaut.bplaced.net/m27_lrgb_090823_50.jpg


Volle Größe hier


Ich glaube das Farbbild-Erzeugen aus den LRGB-Aufnahmen ist nicht ganz trivial ?)

cs
Martin
 
OK, OK,


ich lassen den Kiefer gleich runtergeklappt. Was kommt den da noch? Du baust Dir deine eigene Stand-Alone-CCD, nimmst sie in Betrieb und generierst auf anhieb solche Bilder ...

Ein riesen Kompliment. Mit fehlen die Begriffe dafür.

Jörg
 
Hi, Martin,

danke für die Aufklärung. Da hast Du ja ganz schön in die Trickkiste gegriffen. Nochmals mein Respekt für die Umsetzung. Alleine die Mechanik ist ja schon lecker, ebenso wie die neuen Ergebnisse, am meisten verblüfft mich aber nach wie vor die Umsetzung der Elektronik. Mit den kleinen Atmels sowas zu schaffen, ich hätte wohl gleich mit ARM9 oder so um mich geworfen und ein gediegenes RTOS druntergesetzt, abgesehen davon, dass ich vermutlich am CCD spätestens verzweifelt wäre :-) Unser Prof hat damals immer gesagt, dass vor 25 Jahren jeder eingesparte Takt und jedes eingesparte Gatter ein Erfolg war - heute saut man ja gern mal mit den Ressourcen rum, ich auch ;-)

Ich finde es jedenfalls absolut bewundernswert, neben dem Produkt an sich, welche Fähigkeiten Du in deiner Person vereinst - muss ich einfach mal sagen. Da trifft "dem Ingenieur ist nichts zu schwör" auf jeden Fall wie die Faust aufs Auge, also die Mechanik, Materialkunde, Bedienung der Maschinen, µC-Programmierung, offensichtlich mit gereiften Kenntnissen über Feldbusse/IO, also auch Digitaltechnik, VHDL dürfte dir dann ja wegen des CPLDs auch nicht fremd sein (oder Verilog?) - was kannst Du denn nicht?

Auf jeden Fall weiter so und lass dir deine Ideen mal schön patentieren und generiere Bares damit, falls Du nicht schon auf einem Berg davon sitzt ;-)

Ich bin auf jeden Fall gespannt auf das, was da noch so von dir kommt.
Letzte Frage noch: Wieviel Jahre Berufserfahrung hast du denn eigentlich? Und hast Du so interdisziplinär auch im Berufsleben dich ausgetobt oder schwingt da auch viel private Passion mit? Ok, waren zwei Frage, egal.

Grüße und CS,
Pascal
 
Servus Martin

Einfach nur genial, mehr fällt mir dazu nicht ein. Was mir dabei besonders imponiert, sind die Verbrauchswerte für die Spannungsversorgung. Damit wäre die CCD Technik auch wieder im Feld lohnenswert, ohne irgendwelche Megaakkus durch die Gegend zu schleppen.

Bin schon gespannt, wann die ersten Firmen wie SBIG und Co bei Dir um einen Termin betteln :applaus:

Grüße aus Innsbruck
Tom
 
Hallo Pascal,

ich bin beim Ressourceneinsatz (was das Material angeht) immer ein wenig geizig ;)

Dazu kommt, dass ich bei meinen SB-Projekten eigentlich immer alles selbst machen will, und z.B. keine fertigen Software-Bausteine verwende. Irgendwie passt das nicht zum wahren Selbstbau-Gedanken :biggrin: (ok, irgendwo ist natürlich die Grenze, Bauteile muss man natürlich fertig kaufen)


Ich kann dir sagen, es gibt eine ganze Latte von Dingen die ich wirklich überhaupt nicht kann! Diese liegen aber nicht im technischen Bereich... :blush:

Das mit dem Patentieren kann man eigentlich vergessen. Ist viel zu teuer. Na ja, durch die Veröffentlichung hier habe ich zumindest dafür gesorgt dass es sich kein anderer patentieren lassen kann (sofern nicht bereits früher erfolgt), da die Idee spätestens jetzt als "Stand der Technik" anzusehen ist und somit nicht mehr patentfähig ist.

Ähem, VHDL, da habe ich mich bisher immer vorbei mogeln können, da mir rechtzeitig eine topologische Implementierung der Designs eingefallen war, und ich diese auf Schematic-Ebene zeichnen konnte. Aber ich werde mich doch mal damit befassen müssen, spätestens für die Nachfolgekamera mit einem 6 MPix Chip.

Wenn du mit Berufserfahrung die Jahre nach dem Studium meinst, das sind 12. Aber Elektronik als Hobby betreibe ich seit 1978.
Da mein Arbeitgeber in der Maschinenbau-Branche tätig ist, sitze ich auch da immer im Spannungsfeld von Mechanik, Elektronik und Software ;)

cs
Martin


 
Hallo Martin,

wirklich ein gelungenes Projekt, dass die Anwendung gleichsam für Gelegenheitsfotografen und Fortgeschrittene den Einsatz im Feld erleichtert.

Vielleicht, könnte man einen Hersteller finden der (sowas wie bei der "Schwazfußsteuerung"), in kürzerer Zeit für Interessenten umsetzen kann, bevor Andere auf den Zug aufspringen und es dann für mehrere Kilo Euro von $ - BIC als $T 10 + vermarktet.

Gruß Günter
 
Hallo,

Das ist wirklich ein Spitzenprojekt, ich möchte gar nicht wissen wieviel Stunden da reingeflossen sind.
Es sieht alles sehr sauber und durchdacht vor. Absolutes Kompliment von mir!!!

Was mich aber von der Gemeinde interessieren würde:
Besteht tatsächlich Bedarf an so einer PC-losen Kamera?
Das Einzige das ich mir erspare ist ein kleines Netbook um 299,- EUR mitzuschleppen
und das ist IMHO bei all dem Gerümpel daß man sowieso mitschleppen muß schon egal.
Vorallem im Hinblick darauf daß man sich bei so einer Lösung - schon alleine aus Stückzahlgründen -
preislich wesentlich höher bewegt als Kamera + Netbook.
Und ein Netbook ist noch dazu wesentlich vielseitiger...

Trotzdem: das hier gezeigte Projekt ist schlicht und einfach genial!

lg,
Michael
 
... vor allem wenn dann im Nebensatz die "Nachfolgekamera mit dem 6MegPix-Chip" erwähnt wird.

Sorry, ich mach im Eisenbahnbereich auch manchmal den McGyver, aber das hat mich von den Socken gehauen. Sofern das jemals in Serie geht - da will ich bei sein.

Ganz großer Hut!

LG Jörg
 
Hallo,

Absoluter Wahnsinn!!! Respekt für diese saubere Arbeit, würde auch gern die Möglichkeitn haben so etwas zu machen *Träum*.

Erstklassige Arbeit.

Wo hast du die Platine machen lassen? Bei Dir auf Arbeit oder doch diese einzelne in Auftrag gegeben? Oder hast du die Möglichkeit diese Selbst zu fertigen?

Schöne Grüße,

Christian.
 
Hallo Christian,

die Platinen habe ich von einem Leiterplatten-Service herstellen lassen. Die Anforderungen sind doch zu hoch zum Selberätzen (doppelseitig, viele Durchkontaktierungen, enge Pinabstände). Es gibt ja mittlerweile einige Online-Anbieter mit vernünftigen Preisen.

Beim Nachfolgeprojekt (der Kamera mit dem 6 MPix Chip) werde ich auf eine 4-Lagen Platine hochgehen müssen, da der Digitalbereich um einiges komplexer und hochfrequenter wird. Das geht dann sowieso nur noch mit professioneller Herstellung.


Noch allgemein zum Projekt: Seit Semptember hat die Kamera leider keinen Himmel mehr gesehen, es gibt also keine neuen Bilder. Inzwischen habe ich ein paar kleine Schwächen beseitigt, die für Unregelmäßigkeiten im Bias-Bild verantwortlich waren. Das Ausleserauschen liegt jetzt irgendwo zwischen 8 und 15 e- RMS, die Unsicherheit kommt daher dass ich die Empfindlichkeit in e-/ADU noch nicht wirklich zuverlässig ermitteln konnte.


Aktuell bastele ich an einer geeigneten "Vorsatzlinse" für die Kamera. D.h. ich verpasse einem 80/480 Lomo Objektiv eine standesgemäße Behausung.

(So, jetzt aber schnell zur Tanne! Fröhliche Weihnachten allerseits!)

cs
Martin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben