Bastelstunde Jenoptem 10x50

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betzi

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Nachdem das Wetter momentan nicht viel zulässt habe ich mir nun einmal mein angeknackstes Jenoptem 10x50 vorgenommen (die Geschichte dazu siehe einige Threads weiter unten).
Zuerst habe ich das Glas einmal komplett zerlegt und gereinigt (innen war Sand??).
Dabei habe ich dann festgestellt daß tatsächlich "nur" 2 Prismen gesprungen sind.
Die beiden guten Prismen habe ich daraufhin okularseitig verbaut, den Okulartrieb mittels Teflonschmierfett wieder gängig gemacht, die Okulare vom Sand befreit und die Okularbrücke wieder drangeschraubt.
Die beiden angeknacksten Prismen habe ich nach vorne gesetzt um sie später leichter tauschen zu können.
Die Justierung mittels der Exzenterringe geschah durch anvisieren einer Straßenlaterne.
Ob die Justierung in ihrer jetzigen Form sterntauglich ist wird sich noch zeigen.
In der Hauptsache fehlen jetzt eben noch 2 heile Prismen.
Vielleicht hat ja jemand welche übrig, ansonsten werde ich mal bei Docter-Optik nachfragen ob sie auch ohne Reparaturauftrag welche rausrücken.
Ach ja, die Binoctem- Dekarem- und Pentekarem-Gläser sehen sich ja alle recht ähnlich. Weiß jemand (evt Frank :-) ob sich die Gläser nur durch ihre Okulare unterscheiden oder ob auch andere Prismen und Objektivlinsen verbaut wurden?
Dies könnte bei einer Ersatzteilsuche hilfreich sein.

klare Nächte,

Bernd
 
Hallo Bernd,

erstmal Glückwunsch zur erfolgreichen Bastelstunde. Wenn Du das ein paar mal gemacht hast, könntest Du doch einen Service einrichten?

Was die Prismen angeht, so ist es egal, ob sie von einem 7x50, 10x50 oder 15x50 stammen. Die drei Classic Modelle von Zeiss Jena haben von den Daten identische Objektive und Prismen, sie unterscheiden sich nur in den Okularen. Es kann sein, daß die Prismen von älteren Modellen geringfügige Abweichungen zu den neuen Modellen aufweisen. Zumindest hatte ich mal ein Glas von vor 1945 in den Fingern, wo die Prismen nicht identisch mit den neueren waren. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, daß die Prismen bei den drei 50-er "DDR" Zeiss Gläsern untereinander austauschbar sind. Das gilt natürlich nicht für 8x30 und 10x50 oder Dekarem und Nobilem. Vielleicht ist ja die Werkstatt in Eisfeld so freundlich und schickt Dir zwei Prismen. Oder Du versuchst günstig ein dejustiertes oder anderweitig wertgemindertes Glas zur Ersatzteilgewinnung aufzutreiben.

Noch was zur Justierung. Wenn die Bilder in der Mitte deckungsgleich sind, ist das u.U. nur die halbe Miete. Du solltest dann auch mal die Lage eines Objekts am oberen bzw. unteren Bildrand prüfen. Wenn die Prismen nicht richtig sitzen, kann es auch zu einer leichten Bildfelddrehung kommen. In dem Fall dürfte der Einblick über längere Zeit zu Augen- oder Kopfschmerzen führen. Den sehr ausführlichen Beitrag von Günther Bendt zum Thema "Feldstecher-Alignment ohne Stellschrauben" weiter unten im Forum hast Du gelesen? Dann dürfte ja alles klar sein.

Frank.
 
Hi Frank!

Vielen dank für die Infos.
Ich glaube die Justierung ist ganz gut gelungen. Im dejustierten Zustand waren die Bilder nur vertikal verschoben und konnten durch die Exzenterringe auf Deckung gebracht werden. Wie ich meine auch an den Bildrändern.
Ein Test am Sternenhimmel (gestern konnte man hin und wieder durch die Wolken durchschauen) war sehr zufriedenstellend. An den äußersten Rändern gab es kleine Verzerrungen, aber ich glaube das ist wohl auch bei fachmännisch justierten Gläsern so. Mir fehlt nunmal ein ebenbürtiges Vergleichsglas.
Das Beste ist, die Reflexe sind vollständig verschwunden. Ich sah einen kreisrunden Jupiter mit 3 Monden ohne irgendwelche Reflexe. Saturn erschien eindeutig oval.
Die störenden Reflexe kamen sehr wahrscheinlich durch die Glassplitter die beim Bruch der Prismen entstanden sind und seitdem irgendwo zwischen den Prismen umhergeisterten. Nach entfernen der Splitter waren auch die Reflexe weg.
Es ist wirklich erstaunlich was dieses Glas trotz zweier stark angeknackster Prismen (ein Sprung geht ja bis in die Mitte) leistet.
Trotztdem werde ich mich nach neuen bzw. anderen Prismen bzw. defekten Ersatzteilgläsern umsehen (so sieht es halt halt einfach nicht schön aus).
Ich bin jetzt richtig auf den Geschmack gekommen was Fernglasreparaturen betrifft :-)
Hat eigentlich schon jemand Erfahrungen mit dem Binotester als Justierhilfe gemacht? Lohnt es sich so ein Teil anzuschaffen?

klare Nächte,

Bernd
 
Hallo Bernd,

das hört sich doch gut an. Wenn Du den Jupi schön scharf begrenzt und seine Monde gut definiert ausmachen konntest, dann dürfte die Kollimation schon sehr gut sein. Am besten Du setzt Dich mit einem Stativ in aller Ruhe auf den Balkon und prüfst die Kollimation an einem weit entfernten Schornstein oder etwas ähnlichem. Dabei solltest Du mit beiden Augen durchsehen, so daß die Augen entspannt auf unendlich eingestellt sind. Dann hälst Du mit einem Pappdeckel eins der Objektive zu. Beim schnellen Wegziehen des Deckels sollten die Teilbilder exakt übereinander liegen und nicht erst allmählich ineinander übergehen (dann hilft nämlich das Auge nach). Mit der Methode sieht man sehr schnell, ob zwischen den Teilbildern noch ein Versatz existiert.

Der Binotester klingt interessant, kenne ihn aber nicht. Ich denke, mit etwas Geduld und Mühe erreichst Du auch mit Deiner Methode eine gute Kollimation. Den Kollimator in der Eisfelder Werkstatt dürfte auch der Binotester nicht ersetzen. Wenn man die bestmögliche Justage haben will, dann sollte man besser zur Fachwerkstatt gehen.

Frank.
 
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