Bau 6" f/4 Kometensucher

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portaball

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Ein guter Kometensucher braucht viel Öffnung und wenig Brennweite.
In einem Anfall von Wahnsinn habe ich mir deshalb gerade dieses Monstrum von Linse gekauft, über 150mm Durchmesser bei 600mm Brennweite:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher.JPG

Das Objektiv wurde ursprünglich von der NASA verwendet um aus hochfliegenden Flugzeugen heraus Astroaufnahmen zu machen.

Leider weiss ich nicht ob es sich um einen Zwei- oder Dreilinser handelt, aber bei 10 Kilo Gewicht ist schon einiges an Glas zu erwarten :-)

Mein Plan ist, das Teil erst mal in einem 150er Wasserrohr provisorisch mit einem Okularauszug an mein 31er Nagler zu adaptieren, danach werde ich sehen ob es überhaupt Sinn macht weiterzubauen oder ich das Ding doch besser in die Tonne trete :-)

Sollte ein erster Test aber positiv verlaufen frage ich mich, ob ich die Gläser nach der Reinigung vergüten lassen sollte, habe aber keine Ahnung wer so etwas macht, was es etwa kostet und ob es wirklich sinnvoll ist.
Viele alte Refraktoren und Schmidtplatten haben keine Vergütung...

Ich bin für jeden Tip und jede Anregung dankbar.

Grüsse Jochen
 
Hi Jochen,

wow, ein f=4 Sucher mit 10 kg Linsenpaket. Bist Dir sicher, daß die Gewichtsangabe stimmt?

Hast schon mal den Außendurchmesser genau vermessen? Da wirst mit nenm 150er Wasserrohr vermutlich nicht hinkommen, wenn die Linsen wirklich 150 mm Durchmesser haben. Die Fassung aus Metall trägt ja nochmal kräftig auf. Das wird wol eher in ein 180er oder 200er Rohr reinpassen...

Auf welcher Montierung soll den der "Sucher" verwendet werden?

Vergütung aufbringen würde ich net machen. Ne gute, lange Tauschutzkappe mit Velour drinn wäre sinnvoller und auch problemlos bezahlbar.

Auf dem Foto ist leider nicht gut zuerkennen, ob es sich um ein Linsenpaket mit Luftspalt oder Ölgefügt handelt. Aber für mich schaut es so aus, also ob oben 2 Linsen und unten eine 3. Linse sitzt.

Mach doch mal Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln. Und guck, ob man die Linse(n) justieren kann...

 
Hallo, halt doch mal die Flamme eines Feuerzeuges oder einer Kerze vor die Linse, dann sollte man anhand der Spiegelungen die Anzahl der Linsen sehen. Wo hast Du diese Linse gekauft?
VG I.
 
Ich habe die Linse bei EBay in Amiland gekauft.
Aktuell ist sie noch unterwegs, aber sobald sie eintrifft gibt es natürlich weitere Bilder und Informationen.

Die Gewichtsangabe von 24 lbs mit Zelle stammt vom Verkäufer

Wenn man sich dieses Bild hier ansieht erwarten mich wohl auch eher 8" was ja auch besser zum hohen Gewicht passen würde :-)

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher2.JPG

Wahrscheinlich wird ein 150er Rohr wirklich nicht reichen, aber für einen ersten Test, ob das Ding überhaupt einen weiteren Aufwand lohnt, suche ich eine möglichst billige Lösung.

Von der Vergütung bin ich inzwischen auch abgekommen, das wird den Aufwand wohl nicht wert sein.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich die Zelle beibehalten oder mir eine Neue, leichtere bauen soll.
Wobei natürlich auch dieser alte archaische Look durchaus seinen Reiz hat.

Wenn die Linse taugt will ich sie hauptsächlich mit dem 31er Nagler als Weitfeldgerät einsetzen.
Als Montierung plane ich mir aus 3" Fittings eine Pipemount zu bauen.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

da hast du ja nen ganz schön schweres Gerät erstanden. Wie bist du denn darauf gekommen? Hast du gezielt danach gesucht?

Grüße Matthias
 
Hallo Jochen, danke für die Info, darf ich fragen, wieviel Du dafür bezahlt hast. Ich überlege mir etwas ähnliches zu bauen habe aber hier in der Bucht noch nichts ähnliches gefunden.
VG I.
 
Hier der Link zur Auktion:

Big Lens

Ich habe schon gezielt nach grossen Weitfeld Refraktoren bzw. entsprechenden Objektiven gesucht.
Anfangs wollte der Verkäufer $500 für das Teil, dann ging er nach und nach runter.
Ich konnte auch sehen, dass es nur noch einen anderen Interessenten gab, war also in einer guten Verhandlungsposition :-)
Bezahlt habe ich dann $200 zuzüglich $80 Versand (ist halt sauschwer das Teil) und der Zoll wird sicherlich auch noch was von mir haben wollen.

Ausschlaggebend für mich war die Aussage des Verkäufers, dass das Objektiv ehemals in Flugzeugen für Astrouafnahmen in grosser Höhe eingesetzt wurde.
Ich denke dann müsste man damit eigentlich was anfangen können, und Army bzw. NASA hatten in den 50er und 60er Jahren noch Kohle im Überfluss, das Glas sollte also eine recht gute Qualität haben.

Sicherlich ein sehr riskanter Kauf, der auch zum Totalverlust werden kann.
Die Linse ist auch verschmutzt bzw. hat leichten Glaspilz, den ich aber noch für entfernbar halte.
Ich habe tagelang gegrübelt, ob ich mir das wirklich antun soll, aber der Reiz einer so grossen Linse mit kurzer Brennweite hat schliesslich meinen Verstand ausgeschaltet.

Im dümmsten Fall habe ich wenigstens einen dekorativen Briefbeschwerer :-)

Grüsse Jochen
 
So, das Überraschungspaket ist angekommen.
Nach dem Auspacken ging das Monstrum erst mal auf die Waage - 11,5 Kilo.

Da die Sonne scheint konnte ich auch gleich mal grob mit einem Zollstock die Brennweite checken. Ich kam auf 600mm, die Angabe am Ojektiv von 23,562" entsprechend 598,5mm passt also sehr gut.

Dann entdeckte ich ein paar Imbusschrauben, mit denen man das Objektiv von einer Art Adapter trennen konnte.
Danach war das Gewicht des Objektives schon angenehmer:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher3.jpg

Hier noch mal das Objektiv alleine von Hinten:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher4.jpg

Tja, 6,7 Kilo, reicht das für 3 Linsen?
Es reicht :-)

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher5.jpg

Die Frontlinse hat einen Durchmesser von 175mm, also fast 7"
Mit der Brennweite von 598mm ergibt sich ein Öffnungsverhältnis von 3,4 - zum Glück habe ich gute Objektive :-)

Was mich etwas irritiert ist die relativ kleine hintere Linse mit nur 140mm Durchmesser. Diese Linse ist beidseitig konkav
Die mittlere Linse ist beidseitig konvex und hat einen Durchmesser von 150mm
Die Frontlinse ist plankonvex.

Ich habe von Objektivdesign keine Ahnung und bin deshalb trotz der erfreulichen 3 Linsen nur vorsichtig optimistisch.
Jetzt werde ich erst mal Linsen und Fassung reinigen und alles wieder zusammenbauen.
Morgen geht es dann in den Baumarkt, ein passendes Abwasserrohr besorgen.
Ich denke man kann erst nach einem Test mit einem Okular wirklich eine Aussage treffen ob ich einen Schnapper gemacht habe oder das Ding für die Tonne ist.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

na dann mal viel Erfolg und wollen wir mal hoffen, dass das Objektiv brauchbar ist. Wenn es brauchbar ist sind die 10kg dann aber doch ein erhebliches Problem, weil diese den Tubus dann mit mindestens 5kg (50N) auf Biegung beanspruchen wird. Ein normales PVC-Rohr ist da nicht gut geeignet. Es sollte am besten ein dicker Stahltubus zum Einsatz kommen. Dadurch wird das Teleskop dann natürlich noch schwerer. Das hohe Gewicht kann also tatsächlich zu einem Problem werden. Ich bin gespannt wie du die Sache löst.




Beste Grüße,
Christian
 
Hallo Christian,

keine 10 Kilo, das Objektiv alleine wiegt "nur" 6,7 Kilo.
Und das Abwasserrohr ist nur zum testen der Optik, wenn sie sich als brauchbar erweist gibt es natürlich einen "richtigen" Tubus.
Hier ist aber die Entscheidung zwischen Carbon und einer offenen Truss-Bauweise noch nicht gefallen.

Inzwischen sind die Linsen gereinigt (Optical Wonder sei Dank!) und zum Glück waren es wirklich nur Verunreinigungen und kein Fungus.
Hier noch ein Bild von der Reinigung, die hinteren Beiden Linsen sind schon wieder in der Fassung verschraubt, die Frontlinse wird gerade noch geschrubbt:

Link zur Grafik: http://www.arsmachina.de/kometensucher6.jpg

Nun ist alles wieder zusammen und ich spurte mal schnell zum Baumarkt :-)

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

die Kombination von improvisiertem Lowcost-Wasserrohrtubus und 31-mm-Nagler-Edelteil sieht einfach geil aus!

Viel Glück mit dem Eigenbau-Kometensucher wünscht

fquadrat
 
Ja uuuuund, noch nicht durch geschaut am Tage?
 
Doch natürlich :-)

Ich muss das Rohr noch kürzen, ich komme noch nicht in den Focus.
Aber ich habe mir mit einem handgehaltenen Oku schon mal ne Oberleitung angeschaut, keine Farbe zu sehen :-)

Grüsse Jochen
 
Ich konnte gerade ein einige Wolkenlücken erhaschen und mal auf ein paar Sterne draufhalten.
Also ein Farbeimer ist das Ding auf keinen Fall, auch hell strahlende Sterne zeigten sich in sauberem Weiss, was ja aber auch durch die 3 Linsen zu erwarten war.

Eine saubere Sternenabbildung bekomme ich aber auch nicht hin, hellere Sterne haben eine Halo und eine Art Strahlenkranz, also vom Zentrum des Sterns weglaufende Strahlen.
Schwächere Sterne sehen eigentlich ganz gut aus.
Verzeichnung konnte ich keine feststellen, die Sterne sehen am Rand des Bildfeldes genau so aus wie im Zentrum.

Es ist auch nicht einfach mit dem Teil ohne Montierung auf den Himmel zu halten und fokussieren ohne Okularauszug ist auch so eine Sache.
Sauber zentriert ist bei der Bauweise natürlich auch nichts, dazu die hochreflektierende Plastikfläche im inneren des Tubus.

Die Sache mit der Halo konnte ich an einer ca. 800m entfernt stehenden Strassenlaterne gut reproduzieren, dort war es echt heftig.

Ich glaube ich muss zuerst mal mein Provisorium optimieren, sprich den Tubus innen schwärzen und die Zentrierung optimieren.
So lässt sich noch keine sichere Aussage treffen, ob das Ding für die Tonne ist.

Ich traue auch dem Design der Optik nach wie vor nicht über den Weg, selbst intensives googeln zeigte mir keine solche dreier Linsenkombination aus Plankonvex, Doppelkonkav und Doppelkonvex.
Möglicherweise ist das doch eine Spezialoptik die vor der Kamera noch eine Zusatzlinse erfordert hat?

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen.

Zitat von portaball:
Verzeichnung konnte ich keine feststellen, die Sterne sehen am Rand des Bildfeldes genau so aus wie im Zentrum.
Wenn nicht, wäre das allerdings nicht Verzeichnung, sondern "Verzerrung".

Möglicherweise ist das doch eine Spezialoptik die vor der Kamera noch eine Zusatzlinse erfordert hat?
Das müßte sich dadurch zeigen, daß die Sterne zumindest bei höherer Vergrößerung in der Bildmitte starke chromatische Fehler zeigen und eventuell am Rand stark deformiert sind, denn die Zusatzlinse wäre in der Berechnung der Optik berücksichtigt worden, weshalb die Korrektur ohne sie nicht mehr stimmen würde.

Grüße

fquadrat
 
Ich habe meinen Versuchsaufbau nun noch mal optimiert, alles schön zentriert, einen stabilen Okularauszug und den Tubus innen mit schwarzem Velours ausgekleidet.

Aber es hilft nichts, die Halo bei hellen Objekten bleibt, ich kann zwar scharfstellen, habe bei Sternen aber immer radiale Strahlen vom Zentrum weg.
Beim defokussieren bekomme ich auch keine Beugungsringe zu sehen.

Schade eigentlich, aber wie es aussieht ist diese Optik für ein Teleskopobjektiv nicht zu verwenden.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

okay die die Idee aus diesem Objektiv einen Kometensucher alter Schule zu machen ist wohl gestorben.
Wenn es nicht um jeden Preis eine Linse werden soll, kann man mit Newtonerfahrung, die bei Dir ja offensichtlich vorhanden ist, durchaus auf einen guten 114er bis 150er Spiegel ausweichen.
Nach langen Erfahrungen mit f/5 und f/6 Richfieldlinsen passen mir meine kleinen, schnellen Spiegelchen für den Zweck auch sehr gut.
http://vangestel.de/astrozoom/hobby-astronomie-privat/equipment

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

Das kann ich bestätigen. Mein Skywatcher 130PDS auf einer Vixen Porta ist momentan mein Lieblings-Scnellspechtelteleskop und mit dem 26er Nagler (25x, ca. 3°wGF, 5mm AP) ein toller Richfielder. Und vor allem farbrein und dadurch auch an Mond und Planeten zu gebrauchen.

Bis dann:
Marcus
 
Momentan denke ich in verschiedene Richtungen, aber alles hat wie immer Vor- und Nachteile :-)

Ein Bino Refraktor aus Zwei 152/750 Fraunhofern spukt mir im Kopf herum.
Vorteil wäre das seitenrichtige, aufrechte Bild und viel Licht für jedes Auge.
Allerdings ist so ein Ding gross, schwer und hat Kontrastverluste, weil nicht alle Lichtfarben in einem Brennpunkt liegen.

Eigentlich bin ich, von Ferngläsern abgesehen, ja ein Spiegelfan, deshalb habe ich auch Überlegungen in diese Richtung.
Zweiäugiges Sehen geht hier halt nur mit dem Bino und entsprechendem Lichtverlust.
Da ich keine Spikes mag käme hier vielleicht ein 152/750 Mak Newton in Frage, aber da ist die Auswahl leider auch nicht sonderlich gross.

Kleiner als 6" mag ich eigentlich nicht gehen, sonst wäre der Zugewinn über mein 80mm Fernglas einfach zu gering, insbesondere wenn ich bei einem Spiegelteleskop auch noch die Fläche des Fangspiegels abziehe.

Vielleicht auch ein 8" f/4 Spiegel dann hätte ich wieder etwas mehr Licht fürs Bino und die Brennweite wäre für Weitfeld gerade noch im Rahmen.
Sowas gibt es dann aber nicht mehr als Mak Newton, also bekomme ich Spikes.

Ich muss den Entschluss wohl noch etwas reifen lassen, möglicherweise sollte ich auch mal auf ein Treffen gehen und mir ein paar Geräte live ansehen.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen,

Spikes hat man wenn man sie will.
Wenn man sie ncht will, hat man keine:
http://vangestel.de/astrozoom/hobby...d-praxis/77--newtonfangspiegeltuning-optionen

Andererseits möchte ich hier nochmal direkt auf meine Erfahrung hinweisen, dass selbst versierte Beobachter anlässlich einer öffnungsbezogen sehr guten Abbildungsleistung am Planeten sehr häufig NICHT BEMERKTEN, dass sie bei diesem Newton auf Spikes verzichten mussten.
Dies waren sowohl Beobachter die selbst eher mit Refraktoren beobachten als auch solche, die Spiegel bevorzugen.

Die im Link gezeigte (hand)gebogene Spinne ist nur visuell tauglich. Fotografisch (lichtsammelnd) bringt sie direkt am Stern irreguläre Ausbrüche, da sie wohl nicht ganz die ideale Form hat.

Wie ziehst Du denn den FS von der Öffnung ab? Über Fläche oder über Durchmesser?
Ist nicht so wild.
http://vangestel.de/astrozoom/hobby...1-obstruktion-fangspiegel-als-leistungskiller

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

klar kann man das so machen, ich habe an meinem Portaball ja auch curved spiders verbaut.

Bei einem schnellen Newton, und da ich möglichst viel Öffnung bei möglichst geringer Brennweite will kommt ja nur ein solcher in Frage, handle ich mir auch wieder heftige Koma ein - nicht ideal für ein Weitfeldgerät, das mit schönen Sternenabbildungen glänzen soll.
Komakorrektor, ja, kostet und verlängert mir die Brennweite wieder.

Ein Mak Newton wäre vielleicht eine Lösung, aber die Preise für einen MN-84 sind völlig jenseits, ausserdem zweifle ich ich, ob 8" genug Licht für den Binoansatz sammeln?

Für den Preis eines MN-84 bekomme ich auch ein wirklich gutes und grosses Doppelfernrohr, dass mindestens genau so viel zeigen sollte.

Leider gibt es aktuell nichts, wo es richtig "Klick" macht und ich sage "das isses"

Vielleicht sollte ich einfach bei der vorhandenen Ausrüstung bleiben, Weitfeld mit dem 80mm Fernglas, darüber hinaus halt den Binoansatz am 12,5" dann eben mit weniger weitem Feld.

Grüsse Jochen
 
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