AstroTigger
Aktives Mitglied
Hallöchen Urs,
das ist ja ein spannendes Projekt, dass ihr da vorhabt.
Ich möchte aber auch eine kleine Warnung aussprechen: Ich habe schon einmal einen von Studenten konstruierten 24"er (Cassegrain) samt deutscher Montierung bestaunt - das ganze war gelinde gesagt eine Fehlkonstruktion. Warum? Weil ein nach Maschienbaukenntnissen perfekt konstruiertes Teleskop eben etwas anderes ist, als ein nach Astronomiekenntnissen perfekt konstruiertes Teleskop.
Ich mache da den Studenten nicht einmal einen allzu großen Vorwurf (naja, etwas schon, sie hätten sich auch besser im Vorfeld informieren können), sie hatten einfach nicht das nötige Fachwissen um beurteilen zu können, worauf es ankommt.
Ich wage daher zu behaupten, dass man die Pläne in weiten Bereichen vorgeben muss, damit am Ende etwas vernünftiges dabei rauskommt. Wer macht das? So wie ich dich verstanden habe bist du selber Astronmie-Anfänger. Und sofern dein Astrophysiker-Kollege nicht ein erfahrener Hobbyastronom ist, wird er dir kaum helfen können.
Für gute Ergebnisse muss man meines Erachtens ein bereits sehr ausführlich formuliertes Lastenheft erstellen. Das bringt aber das Problem, dass die Studenten dann größtenteils nur noch ausführend und nicht innovativ tätig sind - ob das die nötige Tiefe einer Diplomarbeit erfüllt?
Da gibt es andere, die sich einen (zugegebenermaßen kleinen) Dobson (inklusive dem Schleifen des Hauptspiegels!!) als Maturaufgabe zusammengebaut haben.
Mit der Forderung, dass das Teleskop auch auf einer deutschen Montierung montierbar sein soll, erzwingst du eine Menge konstruktiver Änderungen (Justier- und Drehbarer Hut, andere Lage des Schwerpunktes, andere seitliche Spiegellagerung, höhere Rockerbox erforderlich, ...) - das ist dann nach meinem Verständnis kein Dobson mehr. Überleg dir, ob das wirlich das ist, was du willst.
Tipp: Stelle dein Lastenheft hier erst zur Diskussion, bevor du es an deine Studenten ausgibst. Wir können dich so noch auf mögliche Fehler etc. hinweisen.
Es tut mir leid, dass ich mich hier insgesamt so kritisch äußere. Ich finde das ein wirklich tolles Diplomarbeitsprojekt, sehe aber auch dessen Gefahren. Ich selbst betreibe Astronomie nun seit 12 Jahren, arbeite mit Geräten vom Feldstecker bis hin zum 32" Cassegrain, von visueller Beobachtung bis hin zu wissenschaftlichen Auswertungen und habe bereits meine Pfoten beim Bau eines 12"Dobsons, eines 16"Newtons und eines 12"Schmidt-Cassegrains im Spiel gehabt. Und trotzdem erreiche ich erst jetzt einen Punkt, an dem ich von mir selber behaupten würde, dass ich mir den innovativen Bau eines 25"ers zutrauen würde.
Falls du genauere Pläne hast, würde es mich freuen, wenn du sie hier zur Diskussion stellst. Mal sehen, ich komme dieses Jahr auch sicherlich mal nach Zürich, vielleicht kann man sich da ja dann persönlich treffen.
Gruß
Andy
das ist ja ein spannendes Projekt, dass ihr da vorhabt.
Ich möchte aber auch eine kleine Warnung aussprechen: Ich habe schon einmal einen von Studenten konstruierten 24"er (Cassegrain) samt deutscher Montierung bestaunt - das ganze war gelinde gesagt eine Fehlkonstruktion. Warum? Weil ein nach Maschienbaukenntnissen perfekt konstruiertes Teleskop eben etwas anderes ist, als ein nach Astronomiekenntnissen perfekt konstruiertes Teleskop.
Ich mache da den Studenten nicht einmal einen allzu großen Vorwurf (naja, etwas schon, sie hätten sich auch besser im Vorfeld informieren können), sie hatten einfach nicht das nötige Fachwissen um beurteilen zu können, worauf es ankommt.
Ich wage daher zu behaupten, dass man die Pläne in weiten Bereichen vorgeben muss, damit am Ende etwas vernünftiges dabei rauskommt. Wer macht das? So wie ich dich verstanden habe bist du selber Astronmie-Anfänger. Und sofern dein Astrophysiker-Kollege nicht ein erfahrener Hobbyastronom ist, wird er dir kaum helfen können.
Für gute Ergebnisse muss man meines Erachtens ein bereits sehr ausführlich formuliertes Lastenheft erstellen. Das bringt aber das Problem, dass die Studenten dann größtenteils nur noch ausführend und nicht innovativ tätig sind - ob das die nötige Tiefe einer Diplomarbeit erfüllt?
Da gibt es andere, die sich einen (zugegebenermaßen kleinen) Dobson (inklusive dem Schleifen des Hauptspiegels!!) als Maturaufgabe zusammengebaut haben.
Mit der Forderung, dass das Teleskop auch auf einer deutschen Montierung montierbar sein soll, erzwingst du eine Menge konstruktiver Änderungen (Justier- und Drehbarer Hut, andere Lage des Schwerpunktes, andere seitliche Spiegellagerung, höhere Rockerbox erforderlich, ...) - das ist dann nach meinem Verständnis kein Dobson mehr. Überleg dir, ob das wirlich das ist, was du willst.
Tipp: Stelle dein Lastenheft hier erst zur Diskussion, bevor du es an deine Studenten ausgibst. Wir können dich so noch auf mögliche Fehler etc. hinweisen.
Es tut mir leid, dass ich mich hier insgesamt so kritisch äußere. Ich finde das ein wirklich tolles Diplomarbeitsprojekt, sehe aber auch dessen Gefahren. Ich selbst betreibe Astronomie nun seit 12 Jahren, arbeite mit Geräten vom Feldstecker bis hin zum 32" Cassegrain, von visueller Beobachtung bis hin zu wissenschaftlichen Auswertungen und habe bereits meine Pfoten beim Bau eines 12"Dobsons, eines 16"Newtons und eines 12"Schmidt-Cassegrains im Spiel gehabt. Und trotzdem erreiche ich erst jetzt einen Punkt, an dem ich von mir selber behaupten würde, dass ich mir den innovativen Bau eines 25"ers zutrauen würde.
Falls du genauere Pläne hast, würde es mich freuen, wenn du sie hier zur Diskussion stellst. Mal sehen, ich komme dieses Jahr auch sicherlich mal nach Zürich, vielleicht kann man sich da ja dann persönlich treffen.
Gruß
Andy