Bau eines Newtons für Planeten UND Deep-Sky ?

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Harald_M

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Hallo!

Ich habe mir folgendes überlegt:

Die Position des Fangspiegels ist ja nicht abhängig von dessen Größe. Wäre es da nicht sehr einfach möglich, den Fangspiegel mitsamt Halterung austauschbar zu gestalten? Man könnte dann bei einem 10" f/6.4 einen großen FS für 2" Okulare verwenden und einen kleinen FS für Planeten verwenden. Müsste doch möglich sein, oder übersehe ich da was?

Wenn man die Befestigung der FS-Spinne am Tubus entsprechend konstruiert, dann müsste sogar ein schneller Wechsel nachts auf der Wiese möglich sein. Was meint Ihr zu der Idee?


Gruß Harald
 
Servus Harald!

Wenn Du den Fangspiegel unterdimensionierst, dann verlierst Du die Außenbreiche des Hauptspiegels.
Du hast dann weniger Licht und weniger Auflösung - das würde IMHO keine Sinn ergeben, oder?

Was aber durchaus einen Unterschied macht ist, wenn man den (richtig) dimensonierten Fangspiegel für die Okularbeobachtung möglichst weit weg, also hoch im Strahlengang, vom Hauptspiegel montiert, sodaß man mit einem ultraflachen Auszug gerade mit allen Okularen in den Fokus kommt. Weniger Fangspiegel geht nicht dann nicht mehr.

Zum Photographieren benötigst Du wesentlich mehr Fokusweg nach außen, daher muß der photographisch optimierte Fangspiegel tiefer im Strahlengang liegen und muß daher auch größer sein.

Habe jetzt nichts zum Nachschauen griffbereit, aber ich ich glaube mein Gedächtinis versagt hier mal ausnahmsweise nicht :-).

Liebe Grüße!
Arthur.
 
Austauschbarer Fangspiegel sollte machbar sein

Hallo Harald,

mit dieser Idee trage ich mich auch schon einige Zeit, denn meine leider aus Zeitgründen kaum vorwärt kommende 10"-Dobson-Pläne zielen auf eine Optimierung hinsichtlich vieler Details ab, also auch einerseits auf ein vignettierungsarmes Gesichtsfeld für 2"-Okulare (31-mm-Nagler als Maximum), das evtl. auch irgendwann mal fotografisch genutzt werden könnte, und andererseits auf hohe Auflösung bei starken Vergrößerungen, wofür natürlich geringe Obstruktion eine wichtige Voraussetzung ist. Ich sehe keinen Grund, warum so eine Lösung nicht machbar sein soll.

Allerdings: Um in jedem Falle, also bei langbrennweitigen 2"-Okularen und großem Fangspiegel als auch bei kurzbrennweitigen 1,25"-Okularen und darauf abgestimmtem kleineren Fangspiegel die bestmögliche Abbildungsgüte zu erhalten, müssen beide Lösungen präzise justierbar sein. Deshalb sollte die Schnittstelle zwischen Fangspiegelspinne und Fangspiegel nicht unterhalb, sondern oberhalb der Fangspiegel-Justiereinrichtung liegen (also jeder der beiden Fangspiegel seine eigene Justageeinheit haben). Jeder der beiden Fangspiegel sollte in allen erforderlichen Freiheitsgraden (z.B. Verschiebung längs der Teleskopachse, Drehung um die Teleskopachse und Kippwinkel) INDIVIDUELL justierbar sein, nicht nur der eine, der dann zugleich die Position und Ausrichtung des anderen definiert. Wenn Du das beachtest, spricht nichts gegen die Realisierung Deiner Vorstellung, und dann könnten die Fangspiegel auch nachts und ohne Nachjustage gewechselt werden.

Alternativ wäre natürlich auch denkbar, die Vorrichtung zum Auswechseln der Spiegel unmittelbar oberhalb der Fangspiegelhalterung zu machen und die beiden Auswechselteile (Spiegel mit Halterung und Kupplung) mit so geringer Toleranz zu bauen, daß die Spiegelebenen beider Spiegel nach dem Einbau exakt in derselben Ebene liegen. Ob das in der erforderlichen Genauigkeit praktisch machbar ist, muß jeder entsprechend seinen eigenen handwerklichen Fähigkeiten, seiner Werkzeugausstattung und seinen Meßmöglichkeiten für sich entscheiden.

MfG Walter E. Schön

PS.: Da ich nach dem Einstellen dieses Beitrag sehe, daß zwei andere vor meinem hinzugekommen sind, die ich esrt jetzt sehen konnte, will ich zum letzteren von Arthur (Scotty) etwas ergänzen:

Es ist nicht richtig, daß die Fangspiegelgröße nur von der Abständen zum Hauptspiegel bzw. zur Fokusebene und der Spiegelgröße abhängt. Sie hängt, wie Harald richtig erkannt hat, auch wesentlich davon ab, wie groß das zu beobachtende Gesichtsfeld im Primärfokus sein soll und welcher Helligkeitsabfall dort am Rand zugelassen wird. Wer z.B. für visuelle Beobachtung und nicht für Fotoggrafie für seine 1,25"-Okulare kürzerer Brennweise mit z.B. max. 20 oder 25 mm Feldblendendurchmesser eine Vignettierung um 50% zuläßt, kommt zu einem viel kleineren Fangspiegel, als wenn er für visuelle Beobachtung mit 2"-Okularen bis zu max. 47 mm Feldblendendurchmesser ebenfalls 50% Vignettierung zuläßt. Und wer fotografisch für Kleinbild mit ca. 43 mm Diagonale gar nur 20% Vignettierung erlaubt, wird trotz der gegenüber 47 mm Feldblendendurchmesser kleineren Diagonale einen noch etwas größeren Fangspiegel brauchen.

Diese Verhältnisse kann man sich übrigens sehr gut mit Hilfe des Programms Newt veranschaulichen. Ich empfehle Dir, Arthur, damit mal ein bißchen herunzuspielen.

Ein möglichst flacher Auszug ist natürlich immer gut, sofern sein Hub für alle zu benutzenden Okulare, Barlows, Komakorrektoren und Kameras ausreicht. Aber auch beim flachstmöglichen Auszug erfordert ein 2"-Okular mit großer Feldblende einen größeren Fangspiegel als ein 1,25"-Okular mit seiner viel kleineren Feldblende.
 
Re: Austauschbarer Fangspiegel sollte machbar sein

Hallo Walter!

Ich dachte an einen kompletten Austausch von FS, FS-Halterung und Spinne. Dadurch wäre jeder FS natürlich auch individuell justierbar. Evtl könnte man die Spinne des kleinen FSs auch dünner machen, weil der FS leichter ist. Dadurch wäre dann wirklich alles optimiert. Nachteil ist natürlich, dass der Austauschspiegel aufgrund der Spinne recht sperrig ist, aber das sollte kein Problem sein.

Konkrete Baupläne habe ich mir aber noch nicht überlegt. Mir ist das vorhin spontan in den Sinn gekommen mit dem Austauschspiegel, weil ich -genau wie Du- vor der Entscheidung stehe, wie denn nun der 10-Zöller optimiert werden soll.

Ich habe bisher noch nie gehört, dass jemand einen Newton mit Austauschspiegel realisiert hat. Daher meine nächste Frage:

Wurde schon mal ein Newton mit austauschbarem Fangspiegel gebaut? Gibt es Links dazu?


Gruß Harald
 
Re: Austauschbarer Fangspiegel sollte machbar sein

Hallo Harald,

gibt es, es war, mein ich jedenfalls, eine T förmige Spinne.
Ich werd nochmal nach der Seite, eine amerikanische, suchen und Dir die Adresse schreiben.

Gruß

Gunnar
 
Re: Austauschbarer Fangspiegel sollte machbar sein

Hallo Harald,
ich kann meinen Fangspiegel mit ein paar Handgriffen ausbauen. Ich brauche nur eine Rändelmutter lösen und die FS-Einheit kann durch eine andere ausgewechselt werden. Die Bohrung der Halterung ist auf 8 H7 aufgebohrt und die Welle ist ein paar 1/100mm kleiner. Mit dem Justierlaser ist das Ganze auch wieder recht schnell justiert. Du kannst dir es auf
http://zellix.bei.t-online.de/binoansatz.htm mal ansehen.

Gruß, Nirosta
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau
 
Austauschbare Fangspiegel simd nicht neu

Hallo Harald,

ganz gewiß sind wir beide nicht die Ersten, die diese Idee hatten, sondern das ist sicher schon in vielen verschiedenen Ausführungsformen realisiert worden - vom allein wechselbaren Fangspiegel oder den samt eigener Justageeinheit wechselbaren Fangspiegel über den samt Spinne wechselbaren Fangspiegel bis hin zum komplett wechselbaren Dobson-„Hut”.

Wer das zum Zweck der Obstruktions- und Ausleuchtungsoptimierung macht, sollte, wenn ihm das nicht zuviel Aufwand ist, am besten gleich so weit gehen, einen Schiebefokussierer (siehe auch „Nirosta”) zu verwenden, der dann für jedes Okular ungeachter dessen Feldblendenlage den geringstmöglichen Abstand zur Teleskopachse, also die geringstmögliche „Höhe über Tubus” ermöglich. Das ist insbesondere dann die Ideallösung, wenn man Okulare mit sehr unterschiedlicher Feldblendenlage benutzt, weil man ansonsten die Auszugshöhe immer für das ungünstigste Okular (also das, dessen Feldblende am weitesten außen sitzt) dimensionieren muß und alle anderen Okulare dann unnötig weit draußen sitzen und daher für diese eine erhöhte Vignettierung des Gesichtsfeldes durch den Fangspiegel resultiert. Auch eine solche Lösung gehört zu den von mir eingeplanten Alternativen, und ich habe mir für den Bau eines solchen Schiebefokussierers geeignete leichte und dennoch hochpräzise Linearführungen über eBay aus den USA beschafft (die ja auch die Last der Fangspiegelhalterung, in diesem Falle einer aus zwei 90°-Bögen bestehenden Spinne mit Justageeinheit und Fangspiegel, vibrationsfrei halten muß).

MfG Walter E. Schön
 
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