SteffNau
Aktives Mitglied
Liebe Leute,
mönsch, das war ja mal eine der Nächte, nach denen man wieder weiss, warum man so ein schräges Hobby betreibt...
*** Ort, Bedingungen, Ausrüstung ***
* Berlin-Gatow, ehemalige Rieselfelder
* fst: 5.7 mag (für den Ort rekordverdächtig), mondlos, kühl, Seeing gut bis sehr gut
* Teleskop: 114mm-Newton (f/8)
* Okulare: 35mm Eudiaskopisch(=26x), 12.5mm Orthoskopisch(=72x),
* 5mm LV(=180x)
* Feldstecher: Nikon CFA 10x50
* Digicam: Canon PS A70
Zunächst einmal First Light für meinen neu erworbenen Feldstecher von Nikon, der in verschiedenen Foren recht wohlwollend besprochen wurde.
Ein gutes Stück, zugegeben, aber gewöhnungsbedürftig.
Aufgrund des Gewichtes ist der Nikon gar nicht mehr so komfortabel zu handhaben (relativ zu meinem alten 8x30-Feldi gesehen), ich hatte Mühe, das Gerät längere Zeit ruhig zu halten. Aufgrund der guten Abbildung (kontrastreich, scharf, 6.5° Bildfeld) war das aber nötig, weil ich teilweise Orientierungsprobleme hatte (nicht lachen, neue Instrumente bringen halt auch 'neue', sprich ungewohnte Ansichten mit sich).
Ich bin damit ein wenig durch offene Messier-Haufen geturnt (M 35, 36, 37, 38, 44 und 67) und war an und für sich (von den genannten Problemchen abgesehen) relativ zufrieden. Beim nächsten Mal sollten die Karten näher liegen, und vielleicht sollte ich auch die Hanteln wieder aus dem Keller holen
Dann aber ans Okular.
M 65 / M 66 / NGC 3628 (das Leo-Galaxientriplet - 10.1, 9.7, 10.4 mag)
26x: Alle drei mit Orientierung zu sehen, davon ist '3628 am größten und schwächsten. '66 zeigt Peripheriesterne, '65 wirkt am hellsten.
72x: '65 und '66 passen zusammen ins Okular. '65 hat ein helles Zentrum und ist elongiert (4-5'), bei '66 scheint das Zentrum heller zu sein. Diese GX ist gut zu sehen (3-4'). '3628 hingegen ist grenzwertig und am ehesten mit bewegtem Feld sichtbar. Diffus und lang steht noch in meiner Kladde, ein blasses Zentrum kann ~4' südöstlich eines 12.1-mag-Sternchens ausgemacht werden.
180x: '65 schwach und flächig, '66 Kern immer noch recht hell, insgesamt 3-4' Erstreckung (2:1), bei '3628 ist das diffuse Zentrum noch zu sehen, zudem ist hier ein blasses, ost-westlich gedehntes 'Grenzleuchten' erahnbar.
Weiter im Löwen mit
NGC 3489 (GX, 11.1 mag)
26: Klein und hell, innerhalb eines Sterndreiecks nach Westen verschoben.
72x: Sehr gut zu sehen, wie ein defokussierter Stern (1-2').
180x: Erstaunlich heller Kern (ist NGC 3489 eine aktive Galaxie?), der schwache Hof kommt auf 1'.
Dann ab in den Süden, 10° über dem Horizont stand
M 68 (GCL, Hya, 7.8 mag - der fehlte mir noch in der Messier-Liste)
26x: Ganz gut sichtbar, Sternkette südlich.
72x: Geht so, flächig, und schwach ohne Konzentration (4').
180x: Zu diffus, um sagen zu können: Gesehen.
Zurück zum Leo.
M 95 / M 96 (GX, 10.6, 10.1 mag)
26x: Schwach! Zusammen sichtbar, dabei ist '96 heller. '95 hat Sterne benachbart, ist aber fürchterlich blass.
72x: '95 mit schwachem bis mäßig hellem Zentrum, aber ohne nennenswerten Halo, '96 rund (2-3') und relativ konzentriert.
Und noch ein Stücke weiter runter, 7.5° über der Grasnarbe gab es
M 83 zu sehen (GX, Hya, 8.0 mag, hatte ich ebenfalls noch nicht beobachtet).
26x: Ein großes und amorphes Glimmen mit sehr schwachem Zentrum 15' westlich eines hellen Sterns - schwer!
72x: Kernregion hier besser zu sehen, 6' nordnordwestlich des mittleren Stern einer Dreierkette. Der Hof ist hier unsichtbar.
Supertoll, das Ganze, muss mal gesagt werden. Immerhin gab es drei Objekte zu sehen (NGC 3628, M 68, M 83), bei denen ich mir gar nicht sicher war, ob ich die zu Gesicht bekommen könnte.
Und als Sahnehäubchen zuletzt noch eine Feldpremiere - die neue Canon Powershot A70 piggyback auf den Tubus geschraubt und viermal 15 sec (länger geht nicht) auf UMi gehalten (ISO 400, 105 mm). Zudem habe ich auch noch 'nen Darkframe geknipst. Auf den Rohbildern komme ich auf 7.9 mag Grenzgröße, und die Dateien sind auch erfreulich rauscharm (Temperatur zur Aufnahmezeit etwas oberhalb von 0°C) mit schön dunklem Hintergrund. Mal schauen, was sich mit der Digicam anstellen lässt, wenn sie mal richtig ans Teleskop darf und die Aufnahmen danach leidlich semiprofessionell verarbeitet werden...
Viele Grüße aus Berlin
Steffen
*** Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom
*** Gatow Small Telescope Survey und mehr ...
mönsch, das war ja mal eine der Nächte, nach denen man wieder weiss, warum man so ein schräges Hobby betreibt...
*** Ort, Bedingungen, Ausrüstung ***
* Berlin-Gatow, ehemalige Rieselfelder
* fst: 5.7 mag (für den Ort rekordverdächtig), mondlos, kühl, Seeing gut bis sehr gut
* Teleskop: 114mm-Newton (f/8)
* Okulare: 35mm Eudiaskopisch(=26x), 12.5mm Orthoskopisch(=72x),
* 5mm LV(=180x)
* Feldstecher: Nikon CFA 10x50
* Digicam: Canon PS A70
Zunächst einmal First Light für meinen neu erworbenen Feldstecher von Nikon, der in verschiedenen Foren recht wohlwollend besprochen wurde.
Ein gutes Stück, zugegeben, aber gewöhnungsbedürftig.
Aufgrund des Gewichtes ist der Nikon gar nicht mehr so komfortabel zu handhaben (relativ zu meinem alten 8x30-Feldi gesehen), ich hatte Mühe, das Gerät längere Zeit ruhig zu halten. Aufgrund der guten Abbildung (kontrastreich, scharf, 6.5° Bildfeld) war das aber nötig, weil ich teilweise Orientierungsprobleme hatte (nicht lachen, neue Instrumente bringen halt auch 'neue', sprich ungewohnte Ansichten mit sich).
Ich bin damit ein wenig durch offene Messier-Haufen geturnt (M 35, 36, 37, 38, 44 und 67) und war an und für sich (von den genannten Problemchen abgesehen) relativ zufrieden. Beim nächsten Mal sollten die Karten näher liegen, und vielleicht sollte ich auch die Hanteln wieder aus dem Keller holen
Dann aber ans Okular.
M 65 / M 66 / NGC 3628 (das Leo-Galaxientriplet - 10.1, 9.7, 10.4 mag)
26x: Alle drei mit Orientierung zu sehen, davon ist '3628 am größten und schwächsten. '66 zeigt Peripheriesterne, '65 wirkt am hellsten.
72x: '65 und '66 passen zusammen ins Okular. '65 hat ein helles Zentrum und ist elongiert (4-5'), bei '66 scheint das Zentrum heller zu sein. Diese GX ist gut zu sehen (3-4'). '3628 hingegen ist grenzwertig und am ehesten mit bewegtem Feld sichtbar. Diffus und lang steht noch in meiner Kladde, ein blasses Zentrum kann ~4' südöstlich eines 12.1-mag-Sternchens ausgemacht werden.
180x: '65 schwach und flächig, '66 Kern immer noch recht hell, insgesamt 3-4' Erstreckung (2:1), bei '3628 ist das diffuse Zentrum noch zu sehen, zudem ist hier ein blasses, ost-westlich gedehntes 'Grenzleuchten' erahnbar.
Weiter im Löwen mit
NGC 3489 (GX, 11.1 mag)
26: Klein und hell, innerhalb eines Sterndreiecks nach Westen verschoben.
72x: Sehr gut zu sehen, wie ein defokussierter Stern (1-2').
180x: Erstaunlich heller Kern (ist NGC 3489 eine aktive Galaxie?), der schwache Hof kommt auf 1'.
Dann ab in den Süden, 10° über dem Horizont stand
M 68 (GCL, Hya, 7.8 mag - der fehlte mir noch in der Messier-Liste)
26x: Ganz gut sichtbar, Sternkette südlich.
72x: Geht so, flächig, und schwach ohne Konzentration (4').
180x: Zu diffus, um sagen zu können: Gesehen.
Zurück zum Leo.
M 95 / M 96 (GX, 10.6, 10.1 mag)
26x: Schwach! Zusammen sichtbar, dabei ist '96 heller. '95 hat Sterne benachbart, ist aber fürchterlich blass.
72x: '95 mit schwachem bis mäßig hellem Zentrum, aber ohne nennenswerten Halo, '96 rund (2-3') und relativ konzentriert.
Und noch ein Stücke weiter runter, 7.5° über der Grasnarbe gab es
M 83 zu sehen (GX, Hya, 8.0 mag, hatte ich ebenfalls noch nicht beobachtet).
26x: Ein großes und amorphes Glimmen mit sehr schwachem Zentrum 15' westlich eines hellen Sterns - schwer!
72x: Kernregion hier besser zu sehen, 6' nordnordwestlich des mittleren Stern einer Dreierkette. Der Hof ist hier unsichtbar.
Supertoll, das Ganze, muss mal gesagt werden. Immerhin gab es drei Objekte zu sehen (NGC 3628, M 68, M 83), bei denen ich mir gar nicht sicher war, ob ich die zu Gesicht bekommen könnte.
Und als Sahnehäubchen zuletzt noch eine Feldpremiere - die neue Canon Powershot A70 piggyback auf den Tubus geschraubt und viermal 15 sec (länger geht nicht) auf UMi gehalten (ISO 400, 105 mm). Zudem habe ich auch noch 'nen Darkframe geknipst. Auf den Rohbildern komme ich auf 7.9 mag Grenzgröße, und die Dateien sind auch erfreulich rauscharm (Temperatur zur Aufnahmezeit etwas oberhalb von 0°C) mit schön dunklem Hintergrund. Mal schauen, was sich mit der Digicam anstellen lässt, wenn sie mal richtig ans Teleskop darf und die Aufnahmen danach leidlich semiprofessionell verarbeitet werden...
Viele Grüße aus Berlin
Steffen
*** Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom
*** Gatow Small Telescope Survey und mehr ...