KlausTietzel
Aktives Mitglied
Hallo Leute,
hier ein Beobachtungsbericht Mitte März 09.
Zeit: 21-23:30
Ort : Wasserschutzgebiet Hemhofen, ca. 20km nordwestlich von Erlangen
Instrumente: Skywatcher 8" F6 mit 35mm Panoptik, 13/9mm LVW, 5mm Hyperion
Der Beobachtungsplatz ist zwar nicht super dunkel, ab 50° Hohe aber gute Bedingungen.
Geschätzte Grenzgröße: 5.5m, M31 nicht mehr mit bloßem Auge zu sehen, die
Wintermilchstrasse 30° um den Zenit herum aber noch deutlich auszumachen.
Na also, der Himmel der Himmel zieht auf, endlich mal wieder eine klare Nacht ohne Mond.
kurz nach unserem Eintreffen löscht auch der Sportplatz seine Flutlichtanlage, sehr
aufmerksam!
M42
Leider schon ziemlich weit unten im Dunst, dennoch lohnenswert wie immer. Auch mit Filter
aber nur die großflächigen Strukturen zu sehen. Vermutlich ist der Spiegel auch noch nicht
ausgekühlt. Hätte während der Anfahrt unserem dritten Mann auf der Rückbank wohl doch lieber
das OAZ-ende des Tubus in den Schoß legen sollen, nicht das Hauptspiegelende ...
Plejaden
Auch recht im Dunst. Reflektionsnebel nicht erkennbar, subtiler blauer Schimmer als
Sternfarben.
H+chi
Ein irrer Anblick im 35mm Pano. Der Spiegel reicht jetzt thermisch zumindest für kleine
Vergrößerungen.
Nadelfeine Sterne bis an den Rand, grad noch komplett im Gesichtsfeld. Ein klasse Okular!
Bei mittleren Vergrößerungen Sternfarben wahrnehmbar, witzige Details in den Haufen sehr
schön sichtbar ("Hütchen"-Kette etc.)
M1
Deutliche etwas langgestreckte Form, bei mittlerer Vergrößerung
dieses typische subtile Flimmern im Nebel, was andeutet, dass hier Struktur
drin ist. Großflächige Strukturen schimmern zeitweilig leicht durch, im Detail wie immer
mit 8" nicht auflösbar.
NGC 2237, Rosettennebel
Jetzt den Dominostein NGC 2244 aufgesucht und dann den Baader OIII ins Pano.
Cool! Das objekt sprengt zwar deutlich das Gesichtsfeld, die unteren helleren Teile
trotz leichter Dunstlage aber schön abfahrbar. Rosettenform schon gut wahrnehmbar
beim abfahren des Objekts. Diese großen Nebel sind immer toll zu beobachten, etwas
Hellgrau im Dunkelgrau, mal schimmert hier was, mal da was, dann isses wieder weg,
dann wieder da, Ränder verlieren sich fast unwirklich allmählich im Hintergrund.
Diesen visuellen Eindruck kann kein Foto ersetzen.
NGC 2392, Eskimonebel
Jetzt auf zu höheren Vergrößerungen. Schöne scheibenartige Struktur bei 250-facher
Vergrößerung. Verschieden helle Ringzonen zu sehen, keine Spur vom Gesicht. Insgesamt
etwas verwaschen - der Spiegel braucht immer noch Zeit zum Auskühlen.
Leo-Triplett
Immer wieder genial die Flecken im Übersichtsokular, die großflächigen Strukturen
schön zu sehen, Kerne, verschiede helle Randbezirke, Staubband von NGC3628 indirekt
schwach erkennbar. Die Bedingungen werden besser. Bei höheren Vergrößerungen hat es den
Anschein als ob in M66 die Fläche verschieden hell schimmert. Für ein Erkennen der
Spiralstruktur fehlt aber einfach Licht.
NGC 2903
Schöne längliche Form, Kerngebiet schon gut unterscheidbar, keine weiteren Strukturen.
So, nach dem ganzen dunklen Gefitzel jetzt an den Saturn.
Das erste Highlight der Nacht!
Auch bei 250-fach oft ein gutes scharfes Bild. Der Spiegel hats jetzt thermisch gepackt.
Ein ungewohntes Bild von Saturn. Zunächst gleissend hell. Bei mittleren Vegrößerungen
eine Scheibe mit zwei kurzen Strichen am Rand, wie ein großes Phi, sehr schön die
Bauchbinde und verschiedene Farbschattierunge zu erkennen. Bei hoeheren Vergrößerungen
eine Offenbarung: parallel zu den Ringstrichen zieht sich ein nadelfeine schwarze Linie
über die Planetenscheibe, bei genauerem Hinsehen eine ganze Linienstruktur in
verschiedenen Farben, fast wie ein Jupiterband in anderen Farben. Irre!
Cassiniteilung nicht sichtbar, die Ringe sind fast in Kantenlage.
Langsam wirds kalt, aber M51 geben wir uns noch.
Das zweite Highlight des Abends.
Diese Nacht ist richtig gut. Die Luft ist sehr transparent, sehr gutes Seeing.
M51 erscheint wie ausgestanzt, eine runde, fast scharf abgegrenzte Scheibe. Mit etwas
gutem Willen blinken für kurze Augenblicke die Wölbungen der Spiralarme durch.
Noch ein Tick mehr Licht, und man könnte die Spiralarme deutlich sehen, selten in 8".
Jetzt geht das große Zittern los. Die Temperatur hat doch ganz schön angezogen.
Die Galaxien um M81 verkneifen wir uns, auch der warme Tee nutzt jetzt nichts mehr.
Schnell die Ausrüstung zusammenpacken, Auto entriegeln - Zack, man sind die Lichter hell
wenn die Zentralverriegelung anspringt - wie ein Blitzlicht. Ausrüstung halbblind ins
Auto verladen, Heizung an - aaaaah.
Eine super Nacht!
cs
Klaus
hier ein Beobachtungsbericht Mitte März 09.
Zeit: 21-23:30
Ort : Wasserschutzgebiet Hemhofen, ca. 20km nordwestlich von Erlangen
Instrumente: Skywatcher 8" F6 mit 35mm Panoptik, 13/9mm LVW, 5mm Hyperion
Der Beobachtungsplatz ist zwar nicht super dunkel, ab 50° Hohe aber gute Bedingungen.
Geschätzte Grenzgröße: 5.5m, M31 nicht mehr mit bloßem Auge zu sehen, die
Wintermilchstrasse 30° um den Zenit herum aber noch deutlich auszumachen.
Na also, der Himmel der Himmel zieht auf, endlich mal wieder eine klare Nacht ohne Mond.
kurz nach unserem Eintreffen löscht auch der Sportplatz seine Flutlichtanlage, sehr
aufmerksam!
M42
Leider schon ziemlich weit unten im Dunst, dennoch lohnenswert wie immer. Auch mit Filter
aber nur die großflächigen Strukturen zu sehen. Vermutlich ist der Spiegel auch noch nicht
ausgekühlt. Hätte während der Anfahrt unserem dritten Mann auf der Rückbank wohl doch lieber
das OAZ-ende des Tubus in den Schoß legen sollen, nicht das Hauptspiegelende ...
Plejaden
Auch recht im Dunst. Reflektionsnebel nicht erkennbar, subtiler blauer Schimmer als
Sternfarben.
H+chi
Ein irrer Anblick im 35mm Pano. Der Spiegel reicht jetzt thermisch zumindest für kleine
Vergrößerungen.
Nadelfeine Sterne bis an den Rand, grad noch komplett im Gesichtsfeld. Ein klasse Okular!
Bei mittleren Vergrößerungen Sternfarben wahrnehmbar, witzige Details in den Haufen sehr
schön sichtbar ("Hütchen"-Kette etc.)
M1
Deutliche etwas langgestreckte Form, bei mittlerer Vergrößerung
dieses typische subtile Flimmern im Nebel, was andeutet, dass hier Struktur
drin ist. Großflächige Strukturen schimmern zeitweilig leicht durch, im Detail wie immer
mit 8" nicht auflösbar.
NGC 2237, Rosettennebel
Jetzt den Dominostein NGC 2244 aufgesucht und dann den Baader OIII ins Pano.
Cool! Das objekt sprengt zwar deutlich das Gesichtsfeld, die unteren helleren Teile
trotz leichter Dunstlage aber schön abfahrbar. Rosettenform schon gut wahrnehmbar
beim abfahren des Objekts. Diese großen Nebel sind immer toll zu beobachten, etwas
Hellgrau im Dunkelgrau, mal schimmert hier was, mal da was, dann isses wieder weg,
dann wieder da, Ränder verlieren sich fast unwirklich allmählich im Hintergrund.
Diesen visuellen Eindruck kann kein Foto ersetzen.
NGC 2392, Eskimonebel
Jetzt auf zu höheren Vergrößerungen. Schöne scheibenartige Struktur bei 250-facher
Vergrößerung. Verschieden helle Ringzonen zu sehen, keine Spur vom Gesicht. Insgesamt
etwas verwaschen - der Spiegel braucht immer noch Zeit zum Auskühlen.
Leo-Triplett
Immer wieder genial die Flecken im Übersichtsokular, die großflächigen Strukturen
schön zu sehen, Kerne, verschiede helle Randbezirke, Staubband von NGC3628 indirekt
schwach erkennbar. Die Bedingungen werden besser. Bei höheren Vergrößerungen hat es den
Anschein als ob in M66 die Fläche verschieden hell schimmert. Für ein Erkennen der
Spiralstruktur fehlt aber einfach Licht.
NGC 2903
Schöne längliche Form, Kerngebiet schon gut unterscheidbar, keine weiteren Strukturen.
So, nach dem ganzen dunklen Gefitzel jetzt an den Saturn.
Das erste Highlight der Nacht!
Auch bei 250-fach oft ein gutes scharfes Bild. Der Spiegel hats jetzt thermisch gepackt.
Ein ungewohntes Bild von Saturn. Zunächst gleissend hell. Bei mittleren Vegrößerungen
eine Scheibe mit zwei kurzen Strichen am Rand, wie ein großes Phi, sehr schön die
Bauchbinde und verschiedene Farbschattierunge zu erkennen. Bei hoeheren Vergrößerungen
eine Offenbarung: parallel zu den Ringstrichen zieht sich ein nadelfeine schwarze Linie
über die Planetenscheibe, bei genauerem Hinsehen eine ganze Linienstruktur in
verschiedenen Farben, fast wie ein Jupiterband in anderen Farben. Irre!
Cassiniteilung nicht sichtbar, die Ringe sind fast in Kantenlage.
Langsam wirds kalt, aber M51 geben wir uns noch.
Das zweite Highlight des Abends.
Diese Nacht ist richtig gut. Die Luft ist sehr transparent, sehr gutes Seeing.
M51 erscheint wie ausgestanzt, eine runde, fast scharf abgegrenzte Scheibe. Mit etwas
gutem Willen blinken für kurze Augenblicke die Wölbungen der Spiralarme durch.
Noch ein Tick mehr Licht, und man könnte die Spiralarme deutlich sehen, selten in 8".
Jetzt geht das große Zittern los. Die Temperatur hat doch ganz schön angezogen.
Die Galaxien um M81 verkneifen wir uns, auch der warme Tee nutzt jetzt nichts mehr.
Schnell die Ausrüstung zusammenpacken, Auto entriegeln - Zack, man sind die Lichter hell
wenn die Zentralverriegelung anspringt - wie ein Blitzlicht. Ausrüstung halbblind ins
Auto verladen, Heizung an - aaaaah.
Eine super Nacht!
cs
Klaus