Ehemaliger Benutzer (7840)
Hallo Sternfreunde,
heute gelang mir endlich wieder eine gute Mondbeobachtung.
Optik: Skywatcher 70/900mm FH auf EQ2
Vergrößerungen: 28x, 100x, 128x (TeleVue 32mm Plössl und Baader Orthos 9mm und 7mm)
Seeing: 3-4 (in Schulnoten)
Zeit: 18:30 bis 20 Uhr MEZ
Heute am frühen Abend war der Himmel wieder klar, nur der vom Kraftwerk ausgestoßene Qualm zog, wieder einmal, genau entlang der zu erwartenden Mondbahn seine undurchdringlichen Spuren. Just in dem Moment, als ich das Teleskop aufbaute, drehte der Wind, und der Qualm zog in Richtung Norden ab. Es gibt offenbar doch eine höhere Gewalt, die die Dinge steuert!
Also, Mond frei zur zweiten Runde 2010!
Bereits bei 28-facher Vergrößerung stach das Alpental im TeleVue 32mm-Plössl deutlich hervor. So kontrastreich habe ich es selbst bei 40-fach (meine bisher schwächste Vergrößerung) noch nie gesehen. (Frage: Ab welcher Vergrößerung erkennt ihr das Alpental eindeutig?)
Bei 100- und 128-fach zeigten die Mondalpen unzählige, nadelfeine Bergspitzen. Zählen war bei der großen Zahl sinnlos.
Der Terminator durchschnitt Plato genau in der Mitte, es war nur der innere Kraterrand beleuchtet. Vom Terminator weg nahm aufgrund des Sonnenstandes auf dem Mond der Kontrast rapide ab. Das Alpental war sehr gut beleuchtet, am Boden zeigten sich an der Auflösungsgrenze ein bis zwei hellere Punkte.
Das Mare Imbrium zeigte eine unglaubliche Detailfülle. Im Bereich Sinus Lunicus und Palus Putredinis zeigten sich mindestens zwei bis drei kleine Krater sowie mindestens neun bis zehn seichte Erhebungen. Aufgrund des mäßigen Seeings selbst im 70mm-Rohr waren Detailbeobachtungen an der Auflösungsgrenze nicht eindeutig, und Objekte konnten dann praktisch nicht zwischen Kleinstkratern und kleinen Bergspitzen unterschieden werden. Die seichten Bergrücken der Mare-Böden zeigten ebenso wie die Erhebungen in Terminatorlänge lange Schatten.
Die Dreierkette Ptolemaeus-Alphonsus-Arzachel zeigte sich besonders beeindruckend. Ptolemaeus war komplett erleuchtet und zeigte am Kraterboden mindestens drei Krater. Die im Rükl mit Ammonius A B und M bezeichneten Ktrater waren eindeutig sichtbar, ein vierter ging in den Seeing-Unschärfen teilweise verloren und konnte nicht eindeutig identifiziert werden.
Alphonsus zeigte das faszinierendste Schauspiel des Tages. Der Boden war noch dunkel, nur eine Kraterinnenseite war beleuchtet. Der Zentralberg erschien sternförmig in dunkler Umgebung. Von ihm ging am Kraterboden eine dreiecksförmige Aufhellung ab. Im Laufe der Beobachtungszeit hellte sich der Kraterboden geringfügig auf. Zu diesem Zeitpunkt hob sich der pechschwarze Schlagschatten des Zentralberges leicht vom Boden ab und berührte den beleuchteten Kraterrand. Im Refraktor mit Zenitprisma sah es wie eine Uhr mit einem auf drei Uhr zeigenden Minutenzeiger aus.
Von Arzachel war ebenfalls nur die Spitze des Zentralberges und der innere Kraterrand beleuchtet. Während der Beobachtung verbreiterte sich der beleuchtete Teil des Kraterrandes zu einer stattlichen Sichel. Kurz vor 19:30 Uhr erschienen die im Rükl erkennbaren, kleinen Plateaus im Kraterrand. Arzachels Zentralberg erschien zunächst punktförmig, mit fortschreitendem Sonnenaufgang nahm er eine längliche Gestalt an, wie sie auch im Rükl zu erkennen ist.
Trotz des mäßigen Seeings war es doch noch ein sehr schöner Mond-Abend geworden.
CS und VG Christian
heute gelang mir endlich wieder eine gute Mondbeobachtung.
Optik: Skywatcher 70/900mm FH auf EQ2
Vergrößerungen: 28x, 100x, 128x (TeleVue 32mm Plössl und Baader Orthos 9mm und 7mm)
Seeing: 3-4 (in Schulnoten)
Zeit: 18:30 bis 20 Uhr MEZ
Heute am frühen Abend war der Himmel wieder klar, nur der vom Kraftwerk ausgestoßene Qualm zog, wieder einmal, genau entlang der zu erwartenden Mondbahn seine undurchdringlichen Spuren. Just in dem Moment, als ich das Teleskop aufbaute, drehte der Wind, und der Qualm zog in Richtung Norden ab. Es gibt offenbar doch eine höhere Gewalt, die die Dinge steuert!
Bereits bei 28-facher Vergrößerung stach das Alpental im TeleVue 32mm-Plössl deutlich hervor. So kontrastreich habe ich es selbst bei 40-fach (meine bisher schwächste Vergrößerung) noch nie gesehen. (Frage: Ab welcher Vergrößerung erkennt ihr das Alpental eindeutig?)
Bei 100- und 128-fach zeigten die Mondalpen unzählige, nadelfeine Bergspitzen. Zählen war bei der großen Zahl sinnlos.
Das Mare Imbrium zeigte eine unglaubliche Detailfülle. Im Bereich Sinus Lunicus und Palus Putredinis zeigten sich mindestens zwei bis drei kleine Krater sowie mindestens neun bis zehn seichte Erhebungen. Aufgrund des mäßigen Seeings selbst im 70mm-Rohr waren Detailbeobachtungen an der Auflösungsgrenze nicht eindeutig, und Objekte konnten dann praktisch nicht zwischen Kleinstkratern und kleinen Bergspitzen unterschieden werden. Die seichten Bergrücken der Mare-Böden zeigten ebenso wie die Erhebungen in Terminatorlänge lange Schatten.
Die Dreierkette Ptolemaeus-Alphonsus-Arzachel zeigte sich besonders beeindruckend. Ptolemaeus war komplett erleuchtet und zeigte am Kraterboden mindestens drei Krater. Die im Rükl mit Ammonius A B und M bezeichneten Ktrater waren eindeutig sichtbar, ein vierter ging in den Seeing-Unschärfen teilweise verloren und konnte nicht eindeutig identifiziert werden.
Alphonsus zeigte das faszinierendste Schauspiel des Tages. Der Boden war noch dunkel, nur eine Kraterinnenseite war beleuchtet. Der Zentralberg erschien sternförmig in dunkler Umgebung. Von ihm ging am Kraterboden eine dreiecksförmige Aufhellung ab. Im Laufe der Beobachtungszeit hellte sich der Kraterboden geringfügig auf. Zu diesem Zeitpunkt hob sich der pechschwarze Schlagschatten des Zentralberges leicht vom Boden ab und berührte den beleuchteten Kraterrand. Im Refraktor mit Zenitprisma sah es wie eine Uhr mit einem auf drei Uhr zeigenden Minutenzeiger aus.
Von Arzachel war ebenfalls nur die Spitze des Zentralberges und der innere Kraterrand beleuchtet. Während der Beobachtung verbreiterte sich der beleuchtete Teil des Kraterrandes zu einer stattlichen Sichel. Kurz vor 19:30 Uhr erschienen die im Rükl erkennbaren, kleinen Plateaus im Kraterrand. Arzachels Zentralberg erschien zunächst punktförmig, mit fortschreitendem Sonnenaufgang nahm er eine längliche Gestalt an, wie sie auch im Rükl zu erkennen ist.
Trotz des mäßigen Seeings war es doch noch ein sehr schöner Mond-Abend geworden.
CS und VG Christian
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