NONSENS
Aktives Mitglied
Liebe "Visuelle",
hier mein kurzer BB von der Nacht zum Samstag.
Wo: südlich von Lüneburg
Wann: 06.09.2003, 0:40-1:40 MESZ
Womit: Refraktor 50/540 (Zeiss E)
Luft: Seeing 2, Transparenz 1 (von 5 möglichen)
Zunächst Astronomer´s Freud´ und Leid in Stichworten: klare Nacht angesagt, 18 Uhr klart´s auch auf, also 19 Uhr Stativ und Monti für 13cm-Refraktor rausgestellt. 21 Uhr isses ziemlich dunkel, aber vor allem wegen aufgezogener Wolken. Die machen einen so dichten und nassen Eindruck, daß ich Stativ und Monti (=70kg) wieder reinschaffe. 22 Uhr schweift der Blick kurz vom Fernseher zum Fenster, in dem ein gleißend heller Mond zu sehen ist. Hund an die Leine und raus - was für ein Himmel! Monduntergang abgewartet, inzwischen leichteres Stahlrohrstativ mit SkyView-Monti aufgestellt. Um halb eins schließlich Refraktor 50/540 angeschraubt und Himmel bestaunt.
Ein zweites Mal wollte ich das schwere Equipment nicht durch die Nacht tragen, deshalb kam endlich mal wieder der Zweizöller zum Einsatz, und das war gut so! Zunächst habe ein bißchen Deep Sky geguckt. Sehr schön waren Hantel- und Ringnebel zu sehen, beide mit Details. Auf dem Weg zum Hantelnebel wurde M71 kurz begutachtet. Dann habe ich "meine" Delfin-Kugelhaufen gesucht, NGC 7006 und 6934. 7006 östlich der Delfin"spitze" habe ich nicht gefunden. Der ist aber auch für die größeren Röhren nicht ganz einfach, weil klein und nicht unbedingt hell. 6934 südlich des Schwanzsterns war aber schnell gefunden und als kleines Nebelfleckchen zu sehen. Erstmals mit dem Zweizöller habe ich mich nach dann nach einer halben Stunde Dunkeladaptation an den Cirrus gewagt. Und tatsächlich, von 52Cyg aus war der Ostbogen auch ohne UHC gut zu finden. Mit UHC zeigte er sogar schon ein paar Details, und auch die hellsten Teile des Westbogens waren mit UHC eindeutig zu sehen. Im 35er eudiaskopischen (15fach) waren dann beide Bögen in einem Gesichtsfeld zu sehen, der schönste Anblick der Nacht! Anschließend Andromedanebel mit Begleitern ohne Probleme, und sogar die Dreiecksgalaxie war nicht nur als graues Fleckchen, sondern mit betontem Kerngebiet zu sehen. H und Chi Per bildeten erst mal den Abschluß dieser Wanderung durch Sterne und Nebel.
Der Mars zeigte sich dann im 5mm Spectros-Plössl (108fach) mit scharfem Rand, was den bisherigen Eindruck des guten Seeings bestätigte. Die Polkappe mußte ich schon suchen, als kleines weißes Pünktchen war sie aber noch eindeutig zu sehen. Auf dem Planeten konnte ich lediglich eine dunkle "Bauchbinde" von W nach O sehen mit einer kleinen Zacke nach N. Zwischen "Bauchbinde" und S-Pol waren ein paar dunklere Flecken zu erahnen, nach N hin war der Planet ohne Details und heller. Insgesamt kam mir der Mars etwas detailarm vor, auch im Zweizöller hatte ich schon mehr gesehen. Inzwischen habe ich Marsfotos der letzten Nacht gesehen - es war wirklich nicht viel mehr zu sehen.
Uranus habe ich dann mit einem Guide8-Ausdruck schnell gefunden. Ich war nur erstaunt, wie hell das Sternchen war. Mit dem 5er Plössl war dann eindeutig ein kleines blaustichiges Scheibchen zu sehen. Ich glaube, das war auch meine erste Uranus-Sichtung im Zweizöller!
Als Abschluß habe ich dann noch die Plejaden eingestellt, die sich gerade über die Bäume erhoben hatten. Im 20er eudiaskopischen (27fach) waren sie schon komplett im Gesichtsfeld, noch beeindruckender war das Bild im 35er, wo der "Ganz Kleine Wagen" in Massen kleiner Sternchen glänzte.
So endete eine Beobachtungsnacht am unteren Ende des Öffnungsspektrums mit schönen und sogar neuen Eindrücken.
Bis bald beste Grüße vonne N.O.N.S.E.N.S.,
Michael.
hier mein kurzer BB von der Nacht zum Samstag.
Wo: südlich von Lüneburg
Wann: 06.09.2003, 0:40-1:40 MESZ
Womit: Refraktor 50/540 (Zeiss E)
Luft: Seeing 2, Transparenz 1 (von 5 möglichen)
Zunächst Astronomer´s Freud´ und Leid in Stichworten: klare Nacht angesagt, 18 Uhr klart´s auch auf, also 19 Uhr Stativ und Monti für 13cm-Refraktor rausgestellt. 21 Uhr isses ziemlich dunkel, aber vor allem wegen aufgezogener Wolken. Die machen einen so dichten und nassen Eindruck, daß ich Stativ und Monti (=70kg) wieder reinschaffe. 22 Uhr schweift der Blick kurz vom Fernseher zum Fenster, in dem ein gleißend heller Mond zu sehen ist. Hund an die Leine und raus - was für ein Himmel! Monduntergang abgewartet, inzwischen leichteres Stahlrohrstativ mit SkyView-Monti aufgestellt. Um halb eins schließlich Refraktor 50/540 angeschraubt und Himmel bestaunt.
Ein zweites Mal wollte ich das schwere Equipment nicht durch die Nacht tragen, deshalb kam endlich mal wieder der Zweizöller zum Einsatz, und das war gut so! Zunächst habe ein bißchen Deep Sky geguckt. Sehr schön waren Hantel- und Ringnebel zu sehen, beide mit Details. Auf dem Weg zum Hantelnebel wurde M71 kurz begutachtet. Dann habe ich "meine" Delfin-Kugelhaufen gesucht, NGC 7006 und 6934. 7006 östlich der Delfin"spitze" habe ich nicht gefunden. Der ist aber auch für die größeren Röhren nicht ganz einfach, weil klein und nicht unbedingt hell. 6934 südlich des Schwanzsterns war aber schnell gefunden und als kleines Nebelfleckchen zu sehen. Erstmals mit dem Zweizöller habe ich mich nach dann nach einer halben Stunde Dunkeladaptation an den Cirrus gewagt. Und tatsächlich, von 52Cyg aus war der Ostbogen auch ohne UHC gut zu finden. Mit UHC zeigte er sogar schon ein paar Details, und auch die hellsten Teile des Westbogens waren mit UHC eindeutig zu sehen. Im 35er eudiaskopischen (15fach) waren dann beide Bögen in einem Gesichtsfeld zu sehen, der schönste Anblick der Nacht! Anschließend Andromedanebel mit Begleitern ohne Probleme, und sogar die Dreiecksgalaxie war nicht nur als graues Fleckchen, sondern mit betontem Kerngebiet zu sehen. H und Chi Per bildeten erst mal den Abschluß dieser Wanderung durch Sterne und Nebel.
Der Mars zeigte sich dann im 5mm Spectros-Plössl (108fach) mit scharfem Rand, was den bisherigen Eindruck des guten Seeings bestätigte. Die Polkappe mußte ich schon suchen, als kleines weißes Pünktchen war sie aber noch eindeutig zu sehen. Auf dem Planeten konnte ich lediglich eine dunkle "Bauchbinde" von W nach O sehen mit einer kleinen Zacke nach N. Zwischen "Bauchbinde" und S-Pol waren ein paar dunklere Flecken zu erahnen, nach N hin war der Planet ohne Details und heller. Insgesamt kam mir der Mars etwas detailarm vor, auch im Zweizöller hatte ich schon mehr gesehen. Inzwischen habe ich Marsfotos der letzten Nacht gesehen - es war wirklich nicht viel mehr zu sehen.
Uranus habe ich dann mit einem Guide8-Ausdruck schnell gefunden. Ich war nur erstaunt, wie hell das Sternchen war. Mit dem 5er Plössl war dann eindeutig ein kleines blaustichiges Scheibchen zu sehen. Ich glaube, das war auch meine erste Uranus-Sichtung im Zweizöller!
Als Abschluß habe ich dann noch die Plejaden eingestellt, die sich gerade über die Bäume erhoben hatten. Im 20er eudiaskopischen (27fach) waren sie schon komplett im Gesichtsfeld, noch beeindruckender war das Bild im 35er, wo der "Ganz Kleine Wagen" in Massen kleiner Sternchen glänzte.
So endete eine Beobachtungsnacht am unteren Ende des Öffnungsspektrums mit schönen und sogar neuen Eindrücken.
Bis bald beste Grüße vonne N.O.N.S.E.N.S.,
Michael.