JensR
Aktives Mitglied
Hallo Astrogemeinde,
hier noch ein Besuchsbericht vom Wochenende.
Clear skies
Jens
Besuchbericht vom 22. Februar 2003
Auch heute spielt das Wetter mit, der Mond geht spät auf und es ist Wochenende. Also die Konstellation, die eher Traum als Realität ist.
Diemal bin ich mit ein paar Kollegen der Volkssternwarte Wetterau zur Herchenhainer Höhe im Vogelsberg gefahren. Die Fahrt dorthin dauert etwa eine Stunde, die Belohnung ist aber ein toller Himmel. Gegen 19:00 Uhr haben wird den Standort erreicht.
Wie auch immer, nach dem Teleskopaufbau und ein Schwätzchen hier und da wurde langsam warmgesehen. Angefangen habe ich also mit M 31 (Gx;And), die beim indirekten Sehen und 32facher Vergrößerung riesig aber auch ohne Struktur ist.
Daneben deutlich die kleine und helle Galaxie M32 (gx;And), die man auf den ersten Blick wegen ihrer Form für einen Stern halten könnte.
Ebenfalls neben M31 liegt der kleine Begleiter M110 (Gx;And), der oval erscheint und etws schwächer ist als M32.
Genug von diesen NGC0815-Objekten. Da die Andromeda noch recht hoch stand, wollte ich den Blauen Schneeball (NGC 7662;PN;And) anvisieren, hatte aber weder die richtige Seite im Karkoschka aufgeschlagen, noch die Beschreibung gelesen. So bin ich also bei einem nebeligen Objekt gelandet, das mir irgenwie gar nicht punktförmig, vielmehr strukturiert und unregelmässig vorkam. Noch mal die Karte mit dem Sucher verglichen: passt! Dann langsam dämmerte es mir. Seit wann ist den der Blaue Schnellball ein Messierobjekt? Gar nicht! Was ich da anvisiert habe, Ihr habe es sicher schon gewusst, war der Kleine Hantelnebel M27 ( PN; Per)!! So was kann auch nur einen Anfänger passieren,
Danach war M77 (Gx; Cet) dran. Wegen der Erfahrung vom letzten Donnerstag habe ich ihn auch bald gefunden. Meine Erfahrung hat mich natürlich nicht daran gehindert, erst mal den völlig falschen Stern anzupeilen. Die Galaxie wirkte wenig beeindruckend. Das lag bestimmt an dieser Lichtkuppel, die diese eine Seite des Horizonts erhellte. Wie sich herrausstellte, war das gar keine Lichtverschmutzung, sondern das Zodiakallicht, und ich solle glücklich sein, das ich es sehe, so meine Kollegen. Die geliehene Barlowlinse, die meinen Newton auf ca 180fach pusht, hat bei dieser Galaxie auch nicht viel geholfen. Die Nachbargalaxie NGC 1055 (Gx;Cet) habe ich natürlich auch diemal nicht gesehen (Irgendwann...)
Darauf hin nahm ich mir dann M 109 (Gx; UMa) vor. Als Suchanfang eignet sich der Kastenstern Phad. Diese ist beim indirekten Sehen eine recht imposante Galaxie, habe aber auch hier keine Strukturen entdeckt. Nur ein kleines Sternchen funkelte zart nahe dem Zentrum.
In direkter Näher schwebt die Galaxie NGC3953 (Gx;UMa) mit einer Helligkeit von 10,2mag. Diese konnte ich auch als sicheren Treffer verbuchen.
Wo ich schon mal im Grossen Bären bin, nehme ich mir M 101 (Gx; UMa) vor. Nach ein bischen suchen (mir fehlt noch immer die Übung; aber das wird schon) habe ich sie auch im 25mm Okular (32x). Dann ein bischen näher gezoomt (89fach) und die Galaxie wirken lassen. Mensch ist die gross, so langsam erarbeite ich die sichtbaren Grenzen. Sie wirkte rund oder etwas oval und füllte das Okular von einer Seite bis zur anderen Seite aus! Eine derart grosse Galaxie habe ich nun wirklich nicht erwartet. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.
Meine Kollegen habe derweil auch schon ihre Teleskope ausgerichtet und sind vertieft am spechteln. Sie habe alle einen Dobson.dabei. Ich beneide sie keinesfalls um das schnelle Aufbauen und ausrichten! Dafür habe ich eine wunderbar funktionierende Nachführung, die mich ganz entspannt beobachten lässt. Im 10" mit UHC-Filter wollte ein Kollege den Pferdekopf erkannt haben. Mein ungeschultes Auge hat noch nicht einmal einen Nebel erkannt.
In den Zwillingen habe ich danach den Eskimonebel (NGC 2392;PN;Gem) anvisiert und wirken lassen. Zum einen kam es mir vor, dass er langsam zum Rand hin verblasst, zum anderen ist mir ein helles Zentrum aufgefallen. In einem winzig kurzen Moment habe ich dort ein Sternchen aufleuchten sehen. Vielleicht war es auch nur eine Täuschung?
Ein kurzer Blick mit blossem Auge in den Himmel. Ein Nebelfleckchen neben Jupiter konnte nur die Präsepe (M44;OC; Cnc) sein. Zu dieser Zeit hat der Wind auch stark zugenommen. Er war teilweise so penetrant, dass nur noch Bewegung die Kälte aus den Gliedern vertreiben konnte. Meine vielen Lagen Stoff inkl. Skianzug, Jeans, lange Unterhose, Jacke usw. usw. hatten den eisigen Fingern des Windes wenig entgegenzusetzen.
Dann ging mein Blick mit dem Teleskop weiter in die Tiefe in Richtung der aufgehenden Hydra. Dorthin hatte mich Jupiters Geist (NGC 3242;PN;Hyd) gelockt. Erst hatte ich Probleme, ihn scharf gestellt zu bekommen. Ich habe ein bischen mit den Vergrößerungen gespielt und bei 89fach war er dann recht scharf. Eine Farbe konnte ich nicht sehen.
Ein kurzer Blick zum Orionnebel M42 (GC;Ori) gehört natürlich zu einem richtigen Beobachtungsabend dazu. Er ist einfach nur wunderschön.
Es folgte ein Schwenk zum Löwen. Die kürzlich von mir "entdeckte" Galaxie NGC 2903 (Gx;Leo) erwies sich heute als sehr dankbar. Bei 89fach war ein helles Zentrum auszumachen. Ich hatte das Gefühl, dass die Galaxie "links"; ein bischen ausgedehnter und flächiger ist. Insgesamt wirkte sie oval.
Weiter ging es in der Messier-Liste zu M65 und M66. Das erste, was ich im Okular sah, waren...DREI Galaxien!!! Ich traute meinen Augen nicht, bin ein wenig umhergewandert, habe mal die eine mal die andere Vergrösserung benutzt. M65 (Gx;Leo) ist eine sehr langgezogene Galaxie. Ich konnte nach innen hin drei Helligkeitsbereiche ausmachen. Die Nachbarglaxie M66 (Gx;Leo) ist bauchiger und hat weniger Flächenhelligkeit. Die Dritte im Bunde ist NGC 3628 (Gx;Leo). Sie war sehr langgezogen und wirkte wie in Kantenlange (Karkoschka konnte dies bestätigen). Im Zentrum der Galaxie konnte ich längs einen hellen Strich ausmachen, wie ein zusammengedrückter Gx-Kern, er war langgezogen und dünn.
Dort in der Nähe schwebt auch die Galaxie NGC 3593 (Gx;Leo) mit einer Helligkeit von etwa 11mag. Sie war direkt zu sehen, eine Form habe ich aber nicht erkannt. Ich vermutete ein "dickes" oval. Bei 89fach wirkte sie doch eher länglich mit einem helleren Kern.
Damit ging dann auch dieser tolle Beobachtungsabend vorbei. Ein letzter Blick gen Sternenhimmel und eine riesíge Nebelstruktur erweckte meine Aufmerksamkeit. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Komahaufen handelte. Dort wird bald mein neues Jagdrevier sein, denn noch viele Galaxien warten.
Etwa gegen Mitternacht habe ich dann vorsichtig und ohne Licht den Platz verlassen, denn ein paar Kollegen sind noch geblieben. Mich hatte der eisige Wind besiegt.
Meine Instrument:
GSO-Newton 200/800 auf EQ6 und SLP3-Steuerung
9mm (89fach) und 25mm (32fach)
hier noch ein Besuchsbericht vom Wochenende.
Clear skies
Jens
Besuchbericht vom 22. Februar 2003
Auch heute spielt das Wetter mit, der Mond geht spät auf und es ist Wochenende. Also die Konstellation, die eher Traum als Realität ist.
Diemal bin ich mit ein paar Kollegen der Volkssternwarte Wetterau zur Herchenhainer Höhe im Vogelsberg gefahren. Die Fahrt dorthin dauert etwa eine Stunde, die Belohnung ist aber ein toller Himmel. Gegen 19:00 Uhr haben wird den Standort erreicht.
Wie auch immer, nach dem Teleskopaufbau und ein Schwätzchen hier und da wurde langsam warmgesehen. Angefangen habe ich also mit M 31 (Gx;And), die beim indirekten Sehen und 32facher Vergrößerung riesig aber auch ohne Struktur ist.
Daneben deutlich die kleine und helle Galaxie M32 (gx;And), die man auf den ersten Blick wegen ihrer Form für einen Stern halten könnte.
Ebenfalls neben M31 liegt der kleine Begleiter M110 (Gx;And), der oval erscheint und etws schwächer ist als M32.
Genug von diesen NGC0815-Objekten. Da die Andromeda noch recht hoch stand, wollte ich den Blauen Schneeball (NGC 7662;PN;And) anvisieren, hatte aber weder die richtige Seite im Karkoschka aufgeschlagen, noch die Beschreibung gelesen. So bin ich also bei einem nebeligen Objekt gelandet, das mir irgenwie gar nicht punktförmig, vielmehr strukturiert und unregelmässig vorkam. Noch mal die Karte mit dem Sucher verglichen: passt! Dann langsam dämmerte es mir. Seit wann ist den der Blaue Schnellball ein Messierobjekt? Gar nicht! Was ich da anvisiert habe, Ihr habe es sicher schon gewusst, war der Kleine Hantelnebel M27 ( PN; Per)!! So was kann auch nur einen Anfänger passieren,
Danach war M77 (Gx; Cet) dran. Wegen der Erfahrung vom letzten Donnerstag habe ich ihn auch bald gefunden. Meine Erfahrung hat mich natürlich nicht daran gehindert, erst mal den völlig falschen Stern anzupeilen. Die Galaxie wirkte wenig beeindruckend. Das lag bestimmt an dieser Lichtkuppel, die diese eine Seite des Horizonts erhellte. Wie sich herrausstellte, war das gar keine Lichtverschmutzung, sondern das Zodiakallicht, und ich solle glücklich sein, das ich es sehe, so meine Kollegen. Die geliehene Barlowlinse, die meinen Newton auf ca 180fach pusht, hat bei dieser Galaxie auch nicht viel geholfen. Die Nachbargalaxie NGC 1055 (Gx;Cet) habe ich natürlich auch diemal nicht gesehen (Irgendwann...)
Darauf hin nahm ich mir dann M 109 (Gx; UMa) vor. Als Suchanfang eignet sich der Kastenstern Phad. Diese ist beim indirekten Sehen eine recht imposante Galaxie, habe aber auch hier keine Strukturen entdeckt. Nur ein kleines Sternchen funkelte zart nahe dem Zentrum.
In direkter Näher schwebt die Galaxie NGC3953 (Gx;UMa) mit einer Helligkeit von 10,2mag. Diese konnte ich auch als sicheren Treffer verbuchen.
Wo ich schon mal im Grossen Bären bin, nehme ich mir M 101 (Gx; UMa) vor. Nach ein bischen suchen (mir fehlt noch immer die Übung; aber das wird schon) habe ich sie auch im 25mm Okular (32x). Dann ein bischen näher gezoomt (89fach) und die Galaxie wirken lassen. Mensch ist die gross, so langsam erarbeite ich die sichtbaren Grenzen. Sie wirkte rund oder etwas oval und füllte das Okular von einer Seite bis zur anderen Seite aus! Eine derart grosse Galaxie habe ich nun wirklich nicht erwartet. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.
Meine Kollegen habe derweil auch schon ihre Teleskope ausgerichtet und sind vertieft am spechteln. Sie habe alle einen Dobson.dabei. Ich beneide sie keinesfalls um das schnelle Aufbauen und ausrichten! Dafür habe ich eine wunderbar funktionierende Nachführung, die mich ganz entspannt beobachten lässt. Im 10" mit UHC-Filter wollte ein Kollege den Pferdekopf erkannt haben. Mein ungeschultes Auge hat noch nicht einmal einen Nebel erkannt.
In den Zwillingen habe ich danach den Eskimonebel (NGC 2392;PN;Gem) anvisiert und wirken lassen. Zum einen kam es mir vor, dass er langsam zum Rand hin verblasst, zum anderen ist mir ein helles Zentrum aufgefallen. In einem winzig kurzen Moment habe ich dort ein Sternchen aufleuchten sehen. Vielleicht war es auch nur eine Täuschung?
Ein kurzer Blick mit blossem Auge in den Himmel. Ein Nebelfleckchen neben Jupiter konnte nur die Präsepe (M44;OC; Cnc) sein. Zu dieser Zeit hat der Wind auch stark zugenommen. Er war teilweise so penetrant, dass nur noch Bewegung die Kälte aus den Gliedern vertreiben konnte. Meine vielen Lagen Stoff inkl. Skianzug, Jeans, lange Unterhose, Jacke usw. usw. hatten den eisigen Fingern des Windes wenig entgegenzusetzen.
Dann ging mein Blick mit dem Teleskop weiter in die Tiefe in Richtung der aufgehenden Hydra. Dorthin hatte mich Jupiters Geist (NGC 3242;PN;Hyd) gelockt. Erst hatte ich Probleme, ihn scharf gestellt zu bekommen. Ich habe ein bischen mit den Vergrößerungen gespielt und bei 89fach war er dann recht scharf. Eine Farbe konnte ich nicht sehen.
Ein kurzer Blick zum Orionnebel M42 (GC;Ori) gehört natürlich zu einem richtigen Beobachtungsabend dazu. Er ist einfach nur wunderschön.
Es folgte ein Schwenk zum Löwen. Die kürzlich von mir "entdeckte" Galaxie NGC 2903 (Gx;Leo) erwies sich heute als sehr dankbar. Bei 89fach war ein helles Zentrum auszumachen. Ich hatte das Gefühl, dass die Galaxie "links"; ein bischen ausgedehnter und flächiger ist. Insgesamt wirkte sie oval.
Weiter ging es in der Messier-Liste zu M65 und M66. Das erste, was ich im Okular sah, waren...DREI Galaxien!!! Ich traute meinen Augen nicht, bin ein wenig umhergewandert, habe mal die eine mal die andere Vergrösserung benutzt. M65 (Gx;Leo) ist eine sehr langgezogene Galaxie. Ich konnte nach innen hin drei Helligkeitsbereiche ausmachen. Die Nachbarglaxie M66 (Gx;Leo) ist bauchiger und hat weniger Flächenhelligkeit. Die Dritte im Bunde ist NGC 3628 (Gx;Leo). Sie war sehr langgezogen und wirkte wie in Kantenlange (Karkoschka konnte dies bestätigen). Im Zentrum der Galaxie konnte ich längs einen hellen Strich ausmachen, wie ein zusammengedrückter Gx-Kern, er war langgezogen und dünn.
Dort in der Nähe schwebt auch die Galaxie NGC 3593 (Gx;Leo) mit einer Helligkeit von etwa 11mag. Sie war direkt zu sehen, eine Form habe ich aber nicht erkannt. Ich vermutete ein "dickes" oval. Bei 89fach wirkte sie doch eher länglich mit einem helleren Kern.
Damit ging dann auch dieser tolle Beobachtungsabend vorbei. Ein letzter Blick gen Sternenhimmel und eine riesíge Nebelstruktur erweckte meine Aufmerksamkeit. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Komahaufen handelte. Dort wird bald mein neues Jagdrevier sein, denn noch viele Galaxien warten.
Etwa gegen Mitternacht habe ich dann vorsichtig und ohne Licht den Platz verlassen, denn ein paar Kollegen sind noch geblieben. Mich hatte der eisige Wind besiegt.
Meine Instrument:
GSO-Newton 200/800 auf EQ6 und SLP3-Steuerung
9mm (89fach) und 25mm (32fach)