Bearbeitung eines Jupiterbildes | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Bearbeitung eines Jupiterbildes

Jupiter3

Mitglied
Hallo Astroforum,
Nach längerer Abstinenz melde ich mich nun zurück mit einer weiteren Frage. Ich habe inzwischen auch die Antworten zu meinen Fragen, die Ihr mir gegeben habt, umgesetzt. Die Deep - Sky - Fotografie habe ich erst mal auf Eis gelegt. Vielleicht kommt ja irgendwann noch mal ein Spiegelteleskop zu meiner Ausrüstung hinzu. Jedenfalls habe ich jetzt die Planetenphotographie für mich entdeckt und hierauf bezieht sich auch die besagte Frage: Ist es möglich an diesem Bild noch etwas zu verbessern, wie die Streifen des Jupiter, oder ist das hier ein hoffnungsloser Fall?
Die Daten des Bildes sind folgende:
Das Foto entstand mit der Canon EOS 700D per Adapter und T2 - Ring an einem Teleskop mit 90 mm Öffnung und 1000 mm Brennweite, Montierung mit Nachführung.
Belichtungszeit: 1,0 Sek.
ISO - Wert: 400
Aufnahmeart: Einzelbild
Aufnahmeformat: Raw (CR2)
Ich habe dieses Bild einzeln und nicht als Videosequenz aufgenommen, da ich dies einfach einmal ausprobieren wollte und ich die andere Technik noch nicht so gut beherrsche. Ich danke euch schon mal im voraus für eure Hilfe. Viele Grüße,
Christian
 

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  • Jupiter vom 31.01.2014.jpg
    Jupiter vom 31.01.2014.jpg
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mettling

Mitglied
Hallo Christian,

Um Himmels Willen, was ist das denn?
Bist Du sicher, dass Du Jupiter aufgenommen hast? ;)

Kurz gesagt: das kannst Du vergessen. Ab in die Tonne damit.
Er ist unscharf, hat einen starken Farbfehler abbekommen, ist viiiiel zu lang belichtet und ein Einzelbild.
Da kann man absolut nichts heraus holen.

Mach es wie alle anderen: nimm mit einer vernünftigen Kamera ein Video auf, stacke es mit einem der üblichen Programme und bearbeite es mit einem anderen. Und dieses 100%ig fehlgeschlagene Experiment buchst Du unter Lehrgeld ab:
Was auch immer Du da gemacht hast, mach es nicht nochmal!

Viel Erfolg in Zukunft:
Marcus
 

Jupiter3

Mitglied
Hallo Marcus,
Vielen Dank für die Hinweise. Das mit dem Filmen ist schon richtig, aber man könnte doch "einfach" mehrere dutzend bis hundert Aufnahmen mit der DSLR machen, diese anschließend übereinander legen und das Ergebnis müsste dann doch ziemlich gleich ausfallen. Der Grund meiner Überlegung ist das ein Film der aus DSLR - Bildern zusammengesetzt ist, eine mehrmals höhere Auflösung als Full HD Filme von guten Webcams haben müssten. Was ist deine / eure Meinung zu diesem Gedanken. Wie sollte ich nach deiner / eurer Meinung belichten, wenn mein Bild überbelichtet wurde und dieser Gedenke konkretisiert würde. Übrigens, das Bild ist in der Realität wesentlich besser, die Streifen sind deutlich sichtbar, wahrscheinlich liegt es an der Kompression und dem zuschnitt dem ich das Bild unterziehen musste um die vorgeschriebene 100 KB zu erreichen. Viele grüße und Danke für eure Antworten,
Christian
 

AstroRider

Mitglied
Hallo Christian,

mit Verlaub: Da hättest Du auf eine Qualitätsstufe von 5% oder so runterkomprimieren müssen, damit das Bild so schlecht wird.

Ich sehe das wie Marcus: Das Bild ist für die Tonne.

Schau Dir doch hier mal andere Rohbilder zum Vergleich an ( Hier z.B.)


Erster Punkt: Du musst lernen den Fokus richtig zu treffen.

Bzgl. Belichtungszeit: Ich würde es mal mit 1/60 probieren, dann siehst Du ja, wie hell es ist.

Nächste Schwierigkeit: Deine Sequenz sollte nicht länger als 2min. sein bei Jupiter, weil Du sonst durch die Planetenrotation Unschärfe rein bekommst. Ich weiß nicht, wieviel Bilder die Canon da wirklich hinkriegt.

Und da wäre auch noch die mechanische Erschütterung durch den Spiegel.

BTW: Wenn das mit der DSLR wirklich so super tolle Resultate liefern würde, dann würden es bestimmt mehr Leute so machen.

Trotzdem viel Erfolg beim weiter Experimentieren.

CS
Volker
 

Joschi

Mitglied
Hallo Christian,

wenn schon Planetenaufnahmen mit der DSLR dann im Crop Video Modus.
Da wird nur ein kleiner Teil des Sensors (640x480Pixel) verwendet. Damit sind Frameraten von 50 fps möglich.
Diese Videos dann mit AS2 und Fitswork weiter verarbeiten.
Die neueste Betaversion von Autostakkert verarbeit die Videos ohne Umwege.
Die Videos liegen allerdings in einem komprimiertem Format vor, was der Bearbeitung Grenzen setzt.
Aber als Einstieg ist das allemal einen Versuch wert.

VG Cl.-D.
 

Christian_P

Mitglied
Hallo Christian,

man kann noch ein wenig herausholen, indem man die Farbkanäle so gut es geht ausrichtet und mit groben Filtern nachschärft. So kommen die Wolkenstreifen zumindest zum Vorschein.


Deine Idee, mit der DSLR viele Bilder zu machen und sie dann zu stacken, ist nicht grundlegend falsch. Es ist hier nur nicht die effektivste Methode. Mit dieser Methode bist du planetenfotografisch sozusagen in die 60er, 70er, 80er Jahre zurück geworfen :). Da war man froh, wenn man die beiden Hauptwolkenstreifen darstellen konnte.

Die Idee "bessere Auflösung durch HD" ist hier allerdings nicht zielführend. Für viele der hochauflösenden Bilder des Jupiter z.B. die hier im Forum gezeigten wird meist nur ein effektiver Bildausschnitt von sagen wir beispielsweise 300*400 Pixel verwendet. Das ist ja nun nicht gerade HD. Der Trick ist, die Kamera, d.h. die Pixelgröße, die das Teleskop "sieht", durch Wahl einer geeigneten Brennweite so an die Objektivöffnung anzupassen, dass man die volle Auflösung der Objektivöffnung nutzt.

Dazu kommt noch eine schnelle Bildrate bei der Videoaufnahme. Mit einer DSLR im Einzelbildverfahren würde der Aufnahmeprozess zu lange dauern. Da sind viele Details schon wieder an einer anderen Stelle auf der Jupiterscheibe. Zeit spielt hier also auch noch eine Rolle. Ein anderer Punkt, der hier auch erwähnt wurde, ist die lange Belichtungszeit, die du verwendet hast. Da hat das Seeing also die unruhige Luft genug Zeit, viele Details schon wieder zu verwischen.


Du siehst also: So trivial ist das Ganze nicht ;-).

Mit deinem Linsenfernrohr lohnen sich aber weitere Versuche. bleib am Ball!





beste Grüße,
Christian
 

KMoench

Mitglied
Hallo Christian!
Nimm wie beschrieben den 640x480 crop Modus, da kannste dann problemlos 1-2 Minuten filmen und hast dann locker >1500 Bilder zum stacken. Außerdem mußt du dich dann nicht mit Verwackelung durch den Spiegelschlag herumärgern.

VG,
Johannes
 
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