Bedienung ADC von ZWO?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Sternenfee123

Aktives Mitglied
Hallo,

hat jemand Erfahrung mit dem ADC von ZWO? Ich hab grad einen testweise da und würde gerne von Erfahrungen anderer User profitieren.

Ich frag mich, wozu die kleine weiße Schraube gut ist? ?)

Mit den beiden langen Hebeln verstelle ich die Keillinsen zueinander. Dabei wandert Mars jedoch dauernd raus aus dem Gesichtsfeld der ALCCD5L-IIc. Bei mir steckt der ADC zwischen Barlow und Kamera. Dadurch wird Mars ganz schön groß und ohne meinen Motorfokuss hätte ich keine Chance, überhaupt scharf zu stellen. 2 Ritzeldrehungen entscheiden über "scharf" oder "Matsch".

Heute Nacht hab ich fast 2 Stunden rumprobiert, die Farbränder wurden weniger, ganz weg hab ich sie nicht bekommen. Das hab ich dann mit RGB-Korrektur in Giotto gemacht.

Hier mal ein Ergebnis von 00:54:38 Uhr MESZ:
 

Anhänge

  • mars-2016-06-06_22-54-38-ut-klein.PNG
    mars-2016-06-06_22-54-38-ut-klein.PNG
    24,8 KB · Aufrufe: 1.561
Hallo Fee,

mit der weißen Schraube kannst du den Skalenring verstellen bzw. feststellen. Damit du einen Anhaltspunkt zur Verstellung der beiden Hebel hast.
Mehr machst du damit gar nicht.

Ich bin auch noch am Rumprobieren mit dem ADC. Gestern mal an Jupiter versucht. Im Live-Bild finde ich es auch extrem schwierig Unterschiede auszumachen. Zumal ich einen Dobson verwende und es doch erheblich schwingt, sobald ich die Hebel verstelle.


Grüße
Alex
 
Hallo Fee,

anbei die kurze Beschreibung zur "weißen Schraube" von Martin Lewis ("Sky Inspector"):

"A nice feature of this ADC is the white locking screw on the scale marking the horizontal position and the rotatable scale. This allows the null point to be readily seen to set the levers symmetrically either side and allows you to finely position the null point without having to rotate the body."

Hier noch der Link (weit nach unten scrollen):

http://skyinspector.co.uk/atm-dispersion-corrector--adc

Viele Grüße & CS
Stefan
 
hallo liebe Fee,

ich hab den Astro-Pierro ADC und tu mir am leichtesten, erst visuell die Farbränder wegzumachen, und dann erst ran mit der Kamera.
Scharfstellen, Planet einfangen wenn der ADC verstellt wird, Farbränder gar mit Mono Kamera in dem Geflimmere beurteilen - nee :krank:
Es sind ja die Farben nicht nur verschoben, sondern insbesondere Blau auch vertikal in die Länge gezogen.

Gratuliere zum schönen Mars!

lg Tommy
 
Hi Stefan,


danke für den Link. :)

hab ich das richtig verstanden - der ADC muß so in der Barlow orientiert sein, daß der echte Horizont mit dem "Nullpunkt" übereinstimmt?

Wenn ich nen Planet über 3 Stunden hinweg verfolge und regelmäßig Aufnahmen mach, also alle Stunde um ein paar Grad gedreht werden muß?

Sorry fürs Nachfragen, mein englisch ist schon kräftig eingerostet...
 
Genau so isses. Auch wenn ich nicht Stefan bin.

Die Hebel in der Ausgangsstellung parallel zum Horizont. Ist bei nem Newton / Dobson natürlich keine leichte Aufgabe.


Grüße
Alex
 
Hi Tommy,

ich hab den Astro-Pierro ADC und tu mir am leichtesten, erst visuell die Farbränder wegzumachen, und dann erst ran mit der Kamera.

ja, ist ne prima Möglichkeit. Aber ich zieh ungern die Kamera aus dem OAZ, weil dann jedesmal! Dreck oder Fusseln auf den Chip kommen. :(

Scharfstellen, Planet einfangen wenn der ADC verstellt wird, Farbränder gar mit Mono Kamera in dem Geflimmere beurteilen - nee :krank:
Es sind ja die Farben nicht nur verschoben, sondern insbesondere Blau auch vertikal in die Länge gezogen.

ich klicker bei der Justierung des ADC auf "debayer", da seh ich dann wunderbar bei meiner "bunten" Kamera die Farbränder. Aufnehmen tue ich natürlich in RAW...

Wenn ich meinen ZWO ADC richtig verstanden hab, ist das Prisma mit dem "kurzen" Verstellweg dasjenige, das mir den Rotrand wegmacht. Und das mit dem "langen" Verstellweg dasjenige, welches für den Blausaum zuständig ist. Durch den größeren Verstellweg läßt sich der eigentlich ganz passabel zusammenschieben...

Da ich den ADC aber im Barlow-Körper im Lauf der Zeit verdrehen muß, brauch ich noch irgendwie nen Anschlag, um dann die Kamera auf annähernd die selbe Position wie vor der Verdrehung zu kriegen. Mal schauen, ob ich da was basteln kann. Sonst wird das zueinander ausrichten der Einzelnen Bilder im Lauf von 2 oder 3 Stunden echt Käse.

Denn ich möchte ja Gesamtkarten machen können...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
> Wenn ich meinen ZWO ADC richtig verstanden hab, ist das Prisma mit dem "kurzen" Verstellweg dasjenige, da

So weit ich die Optik verstehe, geht es um die Verdrehung der Prismen gegeneinander. Blau- und Rotsaum werden dadurch gleichzeitig beseitigt (so wie sie ja auch gleichzeitig entstehen). Die absolute Lage der Hebel gegenüber dem Gehäuse ist mMn und auch meiner Erfahrung nach egal, es geht um den Winkel und die korrekte Lage zum Horizont.

Nur rückwärts gegeneinander sollte man die nicht verdrehen (obwohl auch das ein Stück weit geht).
 
Zitat von UwePilz:
Nur rückwärts gegeneinander sollte man die nicht verdrehen (obwohl auch das ein Stück weit geht).

Rückwärts kann man die Hebel meiner Meinung nach nur drehen, damit man es bei der Horizontausrichtung einfacher hat.
Dann muss man das Gehäuse nicht immer verdrehen sondern eben nur die beiden Hebel gemeinsam in Waage bringen.


Grüße
Alex
 
Hi,

dank der Hinweise von Euch hab ich heute Nacht nochmal rumprobiert.

Das "horizontale" Ausrichten vom ADC hat visuell überhaupt nicht funktioniert. Meine Beobachtungshaltung mit völlig verdrehtem Rücken war sooo gruslig, daß ich doch die Kamera verwendet hab.

Da ging es einfacher. Ich empfand das "wegwandern" von Saturn als ganz schön störend. Aber schließlich hatte ich den ADC halbwegs parallel zum Horizont. Dann probierte ich diverse Stellungen der Hebel aus. Nachdem ich den besten Wert gefunden hatte, konnte ich auch besser scharfstellen. Die Cassiniteilung war deutlich besser definiert. :)

Dann hab ich gleich kurze Testsequenzen für die Dokumantation gemacht. Und anschließend die richtige Aufnahme gestartet, die im Moment berechnet wird...

Ich denke, in den Vergleichsbildern sieht man gut, wie der ADC wirkt. Für Farbkameras ist das echt ne tolle Geschichte. Ich bereue den Kauf nicht...


Jetzt werde ich mir ne Markierung am OAZ anbringen, damit ich zukünftig das Prozedere abkürzen kann...
 

Anhänge

  • wirkung-vom-ADC.jpg
    wirkung-vom-ADC.jpg
    42,1 KB · Aufrufe: 1.134
> Jetzt werde ich mir ne Markierung am OAZ anbringen, ...

Eine Markierung wo der Horizont ist? DIe Schildbürger haben auch eine Kerbe ins Boot geschnitten, wo sie den Schatz versenkten :)

Sorry, ich konnte nicht widerstehen.
 
:totlach:
 
Hi Uwe,

Eine Markierung wo der Horizont ist? DIe Schildbürger haben auch eine Kerbe ins Boot geschnitten, wo sie den Schatz versenkten :)

Sorry, ich konnte nicht widerstehen.

ja, wer den Schaden hat, braucht für Spott nicht zu sorgen. :D

Ich kann mit der Beobachtung erst im Südsüdosten anfangen. Also am OAZ will ich ne Skala draufkleben, wo der "Startpunkt" ist. Und dann im 15 Grad Winkel noch weitere Striche, so daß ich den ADC jede Stunde immer nach den Strichen ausrichten kann.

Es reicht nicht, die 2 Hebel jeweils zum Horizont auszurichten. Ich muß den ADC selber verdrehen, dann die Hebel wieder zum Horizont ausrichten... Und dann die Kamera im ADC neu ausrichten, so daß die Planeten wieder parallel zu den Chipkanten laufen, wenn ich RA bzw. DE betätige.

Mach ich das nicht, wandern die Farbsäume im Lauf von 3 Stunden um 45 Grad um den Planeten rum und verschlechtern wieder das Bild...

Du als Visueller hast es da viel leichter. Du guckst blos durch...
 
Die aktuelle Firecapture beta hat eine Einstellhilfe für ADCs.

Siehe auch:
Link
 
Hallo Silvia und Uwe

für unbedarfte Mitleser solltet ihr Erwähnen, dass ihr hier von parallaktisch montierten Teleskopen redet.

Bei azimutaler Aufstellung reicht tatsächlich eine Horizontmarkierung und den ADC im OAZ verdrehen ist auch nicht notwendig.

Grüße
Volker
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Volker!

Jain.
Wenn ich mit meinem Dobson über längere Zeit einen Planeten aufnehmen möchte, ändert sich die Neigung des Teleskops.
Bei einem rückwärtigen Einblick hast du natürlich Recht.


Grüße Alex
 
Hallo Alex,



Neigung ändert sich ja, aber das korrigiere ich rein durch Verstellen der Hebel zueinander.

Das verdrehen des ADC im OAZ korrigiert hingegen die Horizontlage, die sich bei azimutaler Aufstellung aber nicht ändert.

Grüße
Volker
 
Klar ändert sich die Lage des OAZ zum Horizont bei einem Newton mit Alt/Az-Montierung -> seitlicher Einblick.

Grüße Alex
 
Hallo Alex

hmmm... kanns gerade leider nicht praktisch ausprobieren.
Da fehlt mir aber dann wohl noch etwas Verständnis? Wo entsteht denn die Drehung genau, wenn ich die Horizontlinie im Osten eiNstelle und dann nach Westen schwenke. Mechanisch steht der OAZ ja immer noch im exakt gleichen Winkel zur Horizontlinie.

Grübelnde Grüße
Volker
 
Hallo Volker!

Da haben wir uns missverstanden.
Planeten ändern ja auch die Höhe und wenn ich in ALT nachführe, ändert sich die Horizontlinie.


Grüße Alex
 
Hallo Alex,

also ich glaube auch, wir reden aneinander vorbei, denn eine senkrecht zur Az ausgeführte ALT Bewegung kann ebenfalls keine Drehung der Horizontlinie hervorrufen.

Zur Verdeutlichung nochmal komplett meine Vorgehensweise bei einem azimutal montierten Dobson.

Mit dem Fernrohr den Horizont mittig anvisieren. Dann entlang der Horizontlinie eine Markierung am OAZ machen. Dabei muss man darauf achten, ob man eine linke oder rechte Ausführung des OAZ hat (zumindest bei ZWO, da dort in den ersten Chargen beim Einbau in auf die Lage der Prismen geachtet wurde) und die Markierung entsprechend links oder rechts am OAZ machen.

Durch die Markierung kann dann später die 0 Position (beide Hebel zusammen) des ADC immer auf diese Markierung ausgerichtet werden. Dabei geht es ja nicht um die absolute Position der Horizontlinie an sich, sondern nur um die Parallelität zur Horizontlinie. Eben um den ADC parallel zu den Luftschichten auszurichten.

Abschließend müssen je nach Höhe des Objektes die Hebel entsprechend von der 0 Position ausgelenkt werden, der eine nach oben der andere nach unten.

Was man bei azimutaler Aufstellung allerdings nicht korrigieren kann ist wenn ich das richtig sehe den Effekt den Silvia bei langen Aufnahmesessions beschreibt, dass ein verbleibender Farbrand sich durch die Bildfeldrotation um den Planeten dreht.

Grüße
Volker
 
Hallo Forum!

Vielen Dank für Eure hilfreichen Beträge, insbesondere Stefan für den Link. Ich habe mir den ADC von ZWO auf gut Glück besorgt, nur musste ich mich bisher mangels Anleitung langsam an die Funktionsweise herangetasten. Nach eingen Versuchen bin ich so lala auf ein ähnliches Ergebnis gekommen.

Mein bisherige rein visuelle Erfahrung:
Die Wirkung war am 110mm Kutter-Spiegel mit f24 am deutlichsten (GRF am Jupiter war mit ADC deutlich als solcher erkennbar, ohne nur ein verwaschenes Etwas. Die Wirkung war am 6" f6 mit Barlow nicht ganz so deutlich, was wie ich jetzt weis am Öffnungsverhälniss liegt. Da muß jetzt wohl eine gute 3-4x Barlow her.


Mit Dank Eurer Hilfe geht es ab jetzt natürlich systematischer zur Sache. Für das Problem, die Orientierung vom Horzont zu finden, habe ich das Bild etwas unscharf gestellt und den Mondatlas (war gerade zufällig zur Hand, man muß sich nur zu helfen wissen ;-) als Lot vor die Teleskopöffnung gehalten. Dann die "Null"-Postion vom ADC rechtwinklig zum Schatten ausgerichtet (Stichwort: "Kerbe ins Boot"). Funktioniert! Sogar, wenn auch umständlich, mit meinem Drehfokusierer am Dobson.

Nochmals vielen Dank ans Forum

und CS!
Frank
 
Hallo Frank,
das mit dem Horizont einstellen liest man überall. Ich habe durch Zufall im Astro-Blog von astroshop.de eine andere Variante gelesen: *klick*

...Beim Einsatz wird zunächst mit hoher Vergrößerung die Lage des natürlichen Farbfehlers überprüft. Dann wird der ADC eingesetzt und die beiden Schrauben werden maximal auseinandergezogen. Der ADC produziert nun selbst einen starken Farbsaum. Der ADC wird nun zusammen mit dem Okular solange im Auszug gedreht bis der blaue Farbsaum an der Position liegt, wo vorher der natürliche rote Farbsaum gelegen hat. Zum Schluss werden die beiden Schrauben gleichmäßig zueinander verschoben bis der Farbfehler verschwunden ist. Es lohnt sich die Lage des ADC und der beiden Schrauben zu notieren. Bei der nächsten Beobachtung des Objektes hat man dann die passenden Voreinstellungen und erreicht schneller ein optimales Ergebnis...

Hat das jemand mal getestet? Klingt recht simpel.
 
> Die Wirkung war am 6" f6 mit Barlow nicht ganz so deutlich, was wie ich jetzt weis am Öffnungsverhälniss liegt. Da muß jetzt wohl eine gute 3-4x Barlow her.

Ja, da kriegst du Asti rein. Allgemein wird gesagt, man solle f/20 anstreben. Für den visuellen Gebrauch kann man da etwas runtergehen. Ich bin aber immer jenseits f/12.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben