Beeinflussen Windräder das Seeing?

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klawipo

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Hallo miteinander,

in einem anderen Thread habe ich über negative Erfahrungen mit Windrädern gelesen. Hoch-Vergrößerung soll durch sie nicht mehr möglich sein.

Ich kann mir das nicht erklären und habe letztes Jahr umringt von Windrädern Jupiter mit Erfolg bei bis zu 250fach betrachten können. Ich bin da eher positiv eingestellt, Windparks sind ja so gut wie lichtfrei.

Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es eine gängige Lehrmeinung dazu?

CU
Klaus

 
Hallo Klaus,

Standorte von Windrädern sind nicht die Ecken mit dem besten Seeing, weil man aus Gründen der Effizienz darauf achtet, dass dort stärkerer, beschleunigter Wind beständiger und öfter vorherrscht als im Umfeld.
Folglich kann es dort sehr häufig mehr Turbulenzen, gerade bodennah geben und das ist schlecht fürs Seeing.

Eventuell wäre Dir an anderer, atmosphärisch ruhigerer Stelle statt 250fach am genannten Abend 300fach möglich gewesen, wer weiß!?

Gruß
*entfernt*
 
Naja da ist ein flaches Feld gewesen. Außerdem heißt Wind nicht notwendig schlechtes Seeing. Jedenfalls verursacht ein Windrad selbst kein schlechtes Seeing. War vllt auch ironisch oder Aprilscherz in dem anderen Thread.

CU

Klaus
 
Hallo Klaus,

ein Windrad "schaufelt" Luft in Richtung Boden. Dazu kommen noch mehr oder weniger starke Verwirbelungen der zuerst recht gleichmäßig ströhmenden Luft hinzu. Das ist kein Aprilscherz, das ist schlicht Physik.

Jeder Landwirt oder auch Bodenkundler, Insektenspezialist, ... wird Dir bestätigen, daß der Boden "hinter" einem Windrad stärker austrocknet. Weil mehr Luft als sonst drüber streicht und Feuchtigkeit aus den oberen Bodenschichten wegnimmt. Auch ist der Boden hinter Windrädern üblicherweise bis zu 2° C wärmer als der Boden vor einem Windrad. Weil wärmere Luft aus der Höhe des Windrades dauerhaft über den Boden streift.

Ich hab das mit dem Seeing vor ein paar Jahren mal praktisch ausprobiert. Sowol auf dem Vogelsberg als auch in einem Windpark auf der Schwäbischen Alb. In beiden Fällen stand das Windrat etwa 1 km vom Teleskop weg und der Wind kam genau aus Richtung Windrad.

Das Seeing an den beiden Standorten hinter dem Windrad war deutlich schlechter als 1-2 km seitlich versetzt. Zwischen den Beobachtungen lag natürlich die Zeit, die ich für den Abbau, das Einpacken im Pkw, die Hinfahrt zum anderen Standort und den dortigen, erneuten Aufbau brauchte. Leider war ich alleine und konnte die Beobachtungen (bei Jupiter und seinen Monden) nicht parallel ausführen.

 
Hallo Fee.

Zitat von Sternenfee123:
Auch ist der Boden hinter Windrädern üblicherweise bis zu 2° C wärmer als der Boden vor einem Windrad. Weil wärmere Luft aus der Höhe des Windrades dauerhaft über den Boden streift.
Normalerweise wird die Luft mit zunehmender Höhe kälter ...

Grüße

fquadrat
 
Hallo Fee,

im Detail hinge das ja auch von Höhe des Windrades, momentan herrschender Windstärke und dergleichen ab. Ich konnte dort an dem speziellen Platz jedenfalls keine Beeinträchtigung feststellen. Und ich habe dort oft beobachtet. Eigentlich sollte ein gutes Windrad auch sehr passiv arbeiten, denn "Luftschaufeln" heißt ja auch Energieverlust. Ich könnte mir vorstellen dass die von dir genannten Zahlen daher für moderne Geräte schon wieder anders aussehen.

Wer jedenfalls meint er müsse aus dem Grund Windparks bekämpfen, der kann sich ja mal bei Google Maps oder besser noch in Natura die tiefen Wunden anschauen, welche der Hambacher Tagebau hier im Rheinland noch immer ins Erdreich schlägt. Da wurden ganze Ortschaften umgezogen um den Baggern Platz zu machen. Von der Umweltzerstörung ganz zu schweigen. Das ist ein bisschen weitreichender als ein angeblicher Temperaturgradient von zwei Grad, den man wahrscheinlich auch auf jeder Wiese hat auf der ein paar Schafe weiden.


CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

das Windrad nimmt Energie aus der vorbei strömenden Luft - das ist ja der Sinn der Sache!

Das funktioniert nur, in dem die Luft im Wesentlichen abgebremst wird. Im Anschluss gleicht sich die gebremste Luft der sie umgebenden, mit dem Wind bewegenden Luft wieder an.
Aus der hoffentlich vor dem Windrad laminaren Strömung wird zwangsläufig eine verwirbelte Strömung.

Eine Beobachtung in der Wirbelschleppe des Windrads wird kaum die Beobachtungsqualität (Seeing) zeigen wie außerhalb.
Das ist schlicht Physik und nur schwer zu überlisten oder schön zu reden.

Je nach Windgeschwindigkeit, Windradleistung / Größe etc. kann dieser Effekt halt marginal oder auch sehr deutlich sein.

cs
Andreas
 
Hallo Andreas,

dass jeder Körper irgendeinen Effekt auf den ihn umgebenden Luftstrom hat ist klar. Auch dass die Luft hinter dem Windrad weniger Energie hat als davor. Wie stark sich das aber auf das Seeing auswirkt ist eine Frage die sich theoretisch mathematisch ergründen lässt oder eben per Experiment. Letzteres zeigte in meinem Fall, dass die Beeinträchtigung in der Regel allenfalls marginal war. Was das mit Schönreden zu tun haben soll erschließt sich mir nicht. Und man muss halt auch die Verhältnisse betrachten und in welchem Umkreis bis zu welcher Winkelhöhe das überhaupt ins Gewicht fallen kann.

Nicht dass ich Strömungsexperte wäre, aber ich bin selbst Diplom-Physiker. Und als solcher weiß ich zumindest, dass man alles mögliche theoretisch erklären kann, was dann praktisch aber gar nicht stimmt. Probiert's halt mal aus.

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

einer meiner vielen Beobachtungsplätze ist in Seh und Hörweite (Wusch-Wusch-Wusch) eines kleinen Windparks in den Alpen. Dort ist das Seeing nicht gut und ich verwende diesem hochgelegenen Platz nur dann, wenn es notwendig ist dem meist etwas tiefer gelegenen herbstlichen Nebel zu entkommen.

CS Mike
 
Bei Windraddiskussionen ist mittlerweile viel, viel Ideologie im Spiel. Damit meine ich in erster Linie nicht die astronomischen Effekte, sondern Windräder (die korrekt eigentlich Windmühlen heißen) und ihre Standorte im Allgemeinen.
In diesem Bereich ist es schwierig ideologiefrei zu diskutieren, weil es da eigentlich um Energiegewinnung, Kosten-Nutzen, Umweltbelastung, Einstellungen und Ängste zur Technologie und die heile Welt vor der eigenen Haustür geht.

Deswegen - ganz praktisch und aus eigener Erfahrung - ich merke KEINE Effekte, egal ob vor dem Windrad oder danach. Ausnahme: Ich schaue durch die Rotorfläche ;) Die Windräder hier im Binnenland schalten sich üblicherweise bei rund 4-5 m/s Sekunde ein. Das ist schon richtig viel (gut ist in 200m Höhe und nicht in Bodenhöhe), aber er stellt sich die Frage ob das dann überhaupt sehr gute Seeingbedingungen wären, die ein Windrad versauen könnte.

Damit will ich nicht sagen, dass es nun gar keine Effekte gibt, aber sie sind dermaßen marginal, das jedes Spargelfeld, jeder See, großer Fluss, geteerte Straße, kleinere Ortschaft, große gepflasterte Fläche qua Thermik deutlich signifikantere Einflüsse hat. Zumindest bei mir ...

Andreas-TAL
 
Hallo,

so wie Andreas TAL sehe ich das auch. Im Einzelfall kann man ja auch gar nicht sagen woran schlechtes Seeing genau liegt. An meinen dunklen, etwas höher gelegenen Plätzen war das Seeing in letzter Zeit immer schlechter als bei den stadtnahen Windrädern. Trotzdem gehe ich nicht nach der hier vorgetragenen Logik davon aus dass die Propellertürme das Seeing verbessern...

In einem Modellflugforum hab ich übrigens gelesen dass die Mühlen auf die Miniflieger kaum Einfluss haben, selbst in nächster Nähe. So heftig können die Wirbel also nicht sein.

CU Klaus
 
Hallo Klaus,

Zitat von klawipo:
im Detail hinge das ja auch von Höhe des Windrades, momentan herrschender Windstärke und dergleichen ab.

ja

Ich konnte dort an dem speziellen Platz jedenfalls keine Beeinträchtigung feststellen. Und ich habe dort oft beobachtet. Eigentlich sollte ein gutes Windrad auch sehr passiv arbeiten, denn "Luftschaufeln" heißt ja auch Energieverlust. Ich könnte mir vorstellen dass die von dir genannten Zahlen daher für moderne Geräte schon wieder anders aussehen.

das waren relativ neue, und recht hohe Windräder. Geschätzt etwa 120-130 Meter hingen da die Gondeln über dem Grund. Ob sich dort seit 2014 was essentiell verändert hat, kann ich nicht beurteilen. Ich reise nicht durchs Land, um dauerhaft irgendwelche Messungen zu machen. Ich will beobachten.

Wer jedenfalls meint er müsse aus dem Grund Windparks bekämpfen, der kann sich ja mal bei Google Maps oder besser noch in Natura die tiefen Wunden anschauen, welche der Hambacher Tagebau hier im Rheinland noch immer ins Erdreich schlägt...

Ähm, was soll das? Ich hab weder Windräder "bekämpft" noch gegen sie "gehetzt". Du hast nach Erfahrungen gefragt und ich hab meine geschildert. Andere übrigens auch.

Du mußt Dir unsere Erfahrungen nicht zu eigen machen. Wenn Dir der Beobachtungsort gefällt, dann beobachte dort.

Ich werde auf Grund meiner Erfahrungen solche Beobachtungsorte meiden. Denn mir genügen 250 fach nicht. Ich möchte 300, 350 oder 400 fach nutzen können, wenn ich schon mein Geraffel rausschlepp. 250fach hab ich bereits auf dem Balkon zu Hause.

Und ich hab mir weder das mit den Verwirbelungen noch die Temperaturerhöhung aus den Fingern gesogen. Mal schnell gegoogelt, schon kannst es nachlesen:

Beispiel

Ist ein wahllos aus den zig Suchergebnissen herausgegriffenes Beispiel...
 
Hallo Klaus,


In einem Modellflugforum hab ich übrigens gelesen dass die Mühlen auf die Miniflieger kaum Einfluss haben, selbst in nächster Nähe. So heftig können die Wirbel also nicht sein.


Krasses Seeing kannst Du leicht erzeugen indem Du eine Hand unter die Öffnung des Teleskopes hälst. Damit bekommt man bestenfalls ein Saalflugmodell aus der Ruhe gebracht - oder es steigt in der Thermik.

Die meisten Modellflugzeuge funktionieren auch bei leichtem Wind, manche brauchen auch etwas mehr Wind...Stichwort Dynamic Soaring: https://www.youtube.com/watch?v=r7gL9uA-McY

Aus der Tatsache daß ein Modellflugzeug geradeaus fliegt auf nicht relevantes Seeing zu schließen halte ich für recht weit hergeholt.


Viele Grüße Felix
 
Hmm Leute,

okay ich komme aus den Mittelgebirgen und habe auch einen Standort nahe bei Windmühlen. Zwei weitere könnten bald folgen, aber das ist noch nicht so weit.

Der derzeitige Standort ist ist südlich der Anlagen und das wird auch bei den anderen Standorten logischer Weise so sein, denn den langen Spargel, die riesigen Rotoren und die Positionsleuchten will ich im Norden haben, da stören sie nicht.
Wir haben so gut wie nie nördlichen Wind wenn ich zum Beobachten rausgehe, also komme ich nie in den Genuss irgendeiner Verwirbelungsschleppe.
Ost-/West sind bei uns die dominanten Windrichtungen.

Mir machen Windmühlen daher nichts aus.
Im Gegenteil, die bei uns übliche Nutzwaldkultur über die höchsten Kuppen wird mal durch Freiflächen unterbrochen, die hoch liegen und oftmals einen bewaldeten Rundumschutz gegen bodennahes Störlicht bieten. Die Zufahren sind gut präpariert und absolut Pkw tauglich.

Wo es Zoff um solche Projekte gibt ist abwarten angesagt und ohnehin schadet ein Vorabgespräch mit dem Betreiber und auch mit den Forstleuten/Jagdausübungsberechtigten nie.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Hier war von Wirbelschleppe die Rede, daher das Beispiel mit den Modellflugzeugen. Wie es sich thermisch verhält ist wieder was anderes. Grundsätzlich könnten die Wirbel ja für die Durchmischung unterschiedlicher Temperaturschichten sorgen, ergo schlechtes Seeing. Aber wie gesagt, probiert es halt aus. Grau ist alle Theorie...

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

nach meiner praktischen Antwort noch ein wenig Theorie:
Windräder baut man logischerweise dorthin wo viel Wind weht. Wind ist meist nicht gut fürs Seeing. Daher werden Standorte von Windanlagen meist keine guten Standorte für gutes Seeing sein.

CS Mike
 
Hi Mike,

naja meistens zumindest. Aber dann sind wieder die Windräder nicht selbst schuld. In einem anderen Thread war von einem Widerstand eines Astrovereins gegen einen Windpark die Rede. Das halte ich jedenfalls angesichts der uneindeutigen Einschätzungen für überzogen. Daher übrigens auch meine Polemik mit dem Tagebau Hambach.

CU
Klaus
 
Hi Klaus,

Aber wie gesagt, probiert es halt aus. Grau ist alle Theorie...

klingen die Antworten/Erfahrungsberichte von Günther, Andreas, Mike und mir theoretisch?

Ich hab es ausprobiert. Mike auch. Und wir beurteilen beide solche Standorte als suboptimal.

Wie oft muß ich was ausprobieren, bis Du akzeptierst, daß ich einen solchen Standort nicht prickelnd finde? 10 mal? 100 mal? Dazu sind mir die wenigen guten Nächte hier in Deutschland zu schade.

Keiner von uns hat Dir geschrieben, daß Du dort nicht beobachten darfst.

Du fragst nach Erfahrungen und unsere Antworten aus der Beobachtungspraxis gefallen Dir offensichtlich nicht. Du forderst uns auf, die Theorie zu verlassen und es auszuprobieren. Deine Antworten mit der Aufforderung, wir sollen es ausprobieren, ist lächerlich. Wir haben es ausprobiert...
 
Hallo Fee,

ich sehe keinen Grund für den Furor. Dann probier du im speziellen es halt nicht mehr aus. Vielleicht fühlt sich ja jemand anderes angesprochen und kann seine Erfahrungen hier berichten. Das war jetzt nicht speziell an einen Antworter gerichtet. Konsens herrscht jedenfalls nicht, und durch mehren der Erfahrungsberichte könnte sich dieser bilden. Wie immer der dann ausfällt.

CU
Klaus
 
Hallo,

Meine praktischen Erfahrungen mit dem beobachten an einer
Windkraftanlage.


Seit 2011 beobachte ich unmittelbar an einer Windkraftanlage
(WKA).
Mit unmittelbar meine ich, das ich mein Teleskop rund 20 Meter
entfernt vom Turm der WKA aufstelle.
Der Turm der WKA befindet sich dabei im Norden vom Teleskop,
wenige Meter nach Osten versetzt.


Die im Bild hintere Anlage ist die, an der ich regelmäßig
beobachte:


Link zur Grafik: http://www.corcaroli.de/Bilder/Berichte/2015/2015-07-21-WKW.jpg


Diese Enercon- Anlagen haben eine Turmhöhe von 138 Metern
und einen Rotordurchmesser von 82 Metern.


  • Lärmbelästigung:
Bei leichten Wind ist der Rotor fast nicht zu hören, nur der
Azimutantrieb ist deutlich hörbar.
Bei stärkeren Wind nimmt auch das Geräusch vom Rotor zu und
wird störend.

Bei stärkeren Wind habe ich aber auch Probleme mit dem
Teleskop, denn das (und auch der Beobachter) wird gut
durchgeschüttelt, was einer Beobachtung abträglich ist.

  • Licht:
Am Turm sind in regelmäßigen Abstand rote Lampen angebracht.
Diese sind so hoch, das sie nicht ins Gesichtsfeld fallen.

Die Helligkeit der Lampen in dieser Höhe ist so gering, das
sie nicht blenden und (gefühlt) nicht heller als meine
Rotlichtlampe sind.

  • Beeinträchtigung der Luftruhe:
Der Punkt, der im diesem Thema zum Konflikt führt...

Ich kann in unmittelbarer Nähe an der WKA keine Beeinträchtigung
der Luftruhe (Seeing) feststellen.

Da ich im Süden vom Turm beobachte, und bei der vorherrschenden
Westwetterlage, der Wind auch meist von West, Südwest kommt,
zeigt die vorhandene Wirbelschleppe vom Rotor nach Ost- Nordost.

Ich habe - und das sind meine praktischen Erfahrungen - keine
Beeinträchtigungen vom Seeing/Luftruhe durch eine Windkraftanlage.

Weder hüpft mir das Bild im Okular, wird unscharf oder Sonstiges.
Auch kann ich unter einer WKA ohne Abstriche hoch Vergrößern.

Zudem bietet der befestigte Platz an der WKA genug Raum, um ein
Teleskop aufzustellen, und sich auszubreiten, ohne das ich auf
einem Weg oder fremden Grundstück herumstehen muss.

Der Servicemonteur von Enercon, der sich schon die Sonne im
Teleskop mit ansah, hatte keine Bedenken, sich unter der WKA
aufzuhalten.


Natürlich kann dieses nicht auf andere Standorte übertragen
werden.
Aber zu verallgemeinern, das diese Standorte "nicht prickelnd"
sind, sollte man doch unterlassen.

Jeder soll seine Erfahrungen mit diesen Standorten machen, meine
sind positiv ausgefallen.


Viele Grüße
*entfernt*


Link zur Grafik: http://www.corcaroli.de/Bilder/Berichte/2015/2015-09-09-Windkraftwerk.jpg

 
@Felix
Meine Schlussfolgerung war dass das Seeing gut sein kann, nicht muss.

Ziel dieses Threads war herauszufinden ob ein Engagement seitens Astronomen gegen WKAen generell Sinn macht. Das sieht erstmal nicht so aus. Anders verhält es sich unter Umständen, wenn damit Landschaftliche Veränderungen einhergehen.

Letztlich wäre das aber ohnehin ein Kampf gegen Windmühlen... ;)

Wer ganze Landstriche abholzt und Dörfer umsiedelt wie die Energieriesen, lässt sich von ein paar Sternguckern eh kaum beeindrucken.

CU
Klaus
 
Zitat von klawipo:
Hallo miteinander,

in einem anderen Thread habe ich über negative Erfahrungen mit Windrädern gelesen. Hoch-Vergrößerung soll durch sie nicht mehr möglich sein.

Ich kann mir das nicht erklären und habe letztes Jahr umringt von Windrädern Jupiter mit Erfolg bei bis zu 250fach betrachten können. Ich bin da eher positiv eingestellt, Windparks sind ja so gut wie lichtfrei.

Wie sind eure Erfahrungen? Gibt es eine gängige Lehrmeinung dazu?

CU
Klaus
soso, das las sich zu Beginn etwas anders
 
Was mir auffällt ist, dass die negativen Erfahrungen eher ein Stück weit weg gemacht werden, die positiven in unmittelbarer Nähe der Anlagen. Es kann natürlich sein, dass die Seeing Effekte erst in einer größeren Distanz ihr Maximum erreichen. Sollte das so sein, dann kann es natürlich auch keinen Konsens geben. Dann hat die Windkraft den positiven Effekt schwach beleuchteter, befestigter Flächen mit okayem Seeing und den Nachteil schlechteren Seeings in einer gewissen Richtung und Entfernung.

PS
Auf Schmähbeiträge, die nichts zum Thema beitragen, gehe ich seit Böhmermann nicht mehr ein ;)

CU
Klaus
 
Hm, interessanter Thread.

Und es herrscht mehr Konsens als es scheint.
Ich versuche das mal zusammen zu fassen:

- Wenn man NICHT durch die Wirbelschleppe (Leeseite) beobachtet,
gibt es kein Problem, ausser evtl. durch die Positionslichter.

- Wenn kein Wind weht ist es kein Problem.

- Wenn viel Wind weht ist es sowieso ein Problem.

- Bis 250x scheint es ok zu sein, darüber eher nicht.
Diese Aussage dürfte aber ziemlich pauschal sein.

Als Fazit würde ich sagen:
Wer hoch vergrössern will in einer Nacht mit gutem Seeing aber trotzdem Wind,
der sollte den Blick durch die Leeseite einer Windkraftanlage eher vermeiden.
Für mobile Beobachter sollte das im Allgemeinen möglich sein.

Blöd könnte es natürlich werden wenn man eine teure, stationäre Sternwarte hat
und einem so ein Teil direkt vor die Nase (in Windrichtung) gepflanzt wird.

Aber genauso kann es einem passieren dass eine neue Strassenlampe aufgestellt wird,
ist vermutlich noch lästiger.

Ungestörte Astronomie in dicht besiedelten Gebieten ist halt eine Herausforderung...

Sonnige Grüsse (es regnet gerade, was ganz seltenes diesen Winter!)
vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten

PS: (zu dem gerade geschriebenen Beitrag von klawipo):
Dass grössere Entfernung schlechter ist kann ich mir kaum vorstellen.
Der Grund ist eher der genannte, dass nicht durch die Wirbelschleppe beobachtet wurde.
Und/oder die verwendeten Vergrösserungen.
 
Hallo nochmal,

es gibt noch einen wichtigen Grund, der gegen die Beobachtung in der unmittelbaren Nähe von Windrädern spricht, zumindest hier bei mir im alpinen Bereich. Der Aufenthalt unter oder in der Nähe der Windräder ist auf Grund der Gefahr von Eisabwurf im Winter lebensgefährlich. Auf diesen wichtigen Umstand wird auch mit vielen Warntaferln hingewiesen.

CS Mike
 
Hallo,


Der Aufenthalt unter oder in der Nähe der Windräder ist auf
Grund der Gefahr von Eisabwurf im Winter lebensgefährlich. Auf
diesen wichtigen Umstand wird auch mit vielen Warntaferln
hingewiesen.


Ich habe das Glück, das die Enercon Anlagen mit einem
Rotorblattenteisungssystem ausgestattet sind.
Die Gefahr von einem Eisabwurf ist bei diesen Anlagen sehr gering.


Gruß
*entfernt*
 
Hallo Klaus,


In einem Modellflugforum hab ich übrigens gelesen dass die Mühlen auf die Miniflieger kaum Einfluss haben, selbst in nächster Nähe. So heftig können die Wirbel also nicht sein.

Meine Schlussfolgerung war dass das Seeing gut sein kann, nicht muss.

alles klar, lassen wir diesen Gedanken einfach so stehen.

Da ich selber Modellflug betreibe werfe ich ergänzend ein daß meiner Meinung nach Böen / Wirbel die sich auf einen Flieger spürbar auswirken deutlich heftiger sind als die leisen Luftbewegungen bzw. Temperatur- und damit Dichteunterschiede die bereits für deutliches Seeing sorgen können.

Das bis auf das letzte Luftmolekül zu klären überlasse ich gerne einem Experten... ;)

Sinnvolloer ist der Ansatz von Thorsten das ganze etwas detailierter anzugehen:

- Wenn man NICHT durch die Wirbelschleppe (Leeseite) beobachtet,
gibt es kein Problem, ausser evtl. durch die Positionslichter.

- Wenn kein Wind weht ist es kein Problem.

- Wenn viel Wind weht ist es sowieso ein Problem.

- Bis 250x scheint es ok zu sein, darüber eher nicht.
Diese Aussage dürfte aber ziemlich pauschal sein.


Für wie brauchbar man einen Windpark hält dürfte auch von erreichbaren Alternativen abhängen, was nützen mir die Alpen wenn sie eine Tagesreise entfernt sind...? Fernglasbeobachtungen gehen fast immer und von überall, überhaupt Beobachtungen mit kleiner Öffnung oder gemütlicher Vergrößerung. Speziell bei Mond und Planeten kommt es weniger auf Dunkelheit als auf bestes Seeing an, da kommen evtl. auch wegen Aufhellung für Deep-Sky unbrauchbare Beobachtungsplätze in Frage. Zumindest hier in NRW hat bei der Suche nach einem dunklen Beobachtungsplatz andere Sorgen als einen Windpark.


Viele Grüße Felix
 
Hi Klaus,

Zitat von klawipo:
Ziel dieses Threads war herauszufinden ob ein Engagement seitens Astronomen gegen WKAen generell Sinn macht.

das ist jetzt starker Tobak. Und hat mit Deinem Eingangsposting nix mehr zu tun. Dort hast nach was ganz anderem gefragt.

Wenn Du nach Argumenten für eine Verhinderung von WKA suchst, dann sei so ehrlich und schreib das auch im Eingangspost.

Ich fühl mich jetzt veräppelt. Das gefällt mir nicht.
 
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