Hi Klaus,
Wer so einen Top Himmel hat wie die offenbar leicht reizbare Fee, die bei 8 Zoll die Maximal Vergrößerung offenbar häufig gewinnbringend einzusetzen kann, der hat überhaupt erst die Chance sich über Seeing Effekte in dieser Größenordnung zu beklagen.
ich bin ein geduldiger Mensch, sonst würde ich hier nicht schreiben. Ich bin Planetenfotograf. Seit 13 Jahren. Da brauch ich ruhiges Seeing. Egal, mit welcher Öffnung.
Ich suche keine Argumente für die Verhinderung von WKAen. Noch für deren Förderung. Ich hatte es nur gelesen (oder so verstanden), dass sich ein Astroverein dagegen einsetzt und war verwundert. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr.
ok, nun wird ein Schuh draus. Schreib es doch gleich so. Dann entfallen diverse Mißverständnisse und man kann sachlich diskutieren.
In einem Verein sind üblicherweise mehrere Leute. Mit unterschiedlichen Beobachtungswünschen. Visuell, Fotografisch. Unterschiedlichen Teleskopen. Und oft festaufgestellte Montierungen/Teleskopen, meist sogar Gebbäuden.
Daß so ein Verein nicht entzückt ist, wenn im Umkreis von 4, 5 oder 6 km jetzt ein Windpark neu gebaut wird, ist doch nachvollziehbar. Der nutzbare Himmel wird eingeschränkt. Das Seeing verschlechtert sich je nach Windrichtung, fotografisch ist die Hälfte des Himmels wegen der roten Lampen nicht mehr nutzbar. Ne Sternwarte, die bereits gebaut ist, kannst Du nicht so einfach umziehen wie ne transportable Montierung.
Hast Du schon mal das Theater mitgemacht mit Standortsuche (Seeing, Lichtverschmutzung, Erreichbarkeit, Erschließungskosten für Stromanschluß, Wasser, Abwasser (Klo!!!), Telefonleitung legen lassen für ne Internetverbindung), das Genehmigungsverfahren durch die Baubehörde, Klärung von zig Fragen mit der unteren Naturschutzbehörde, den Förstern, den Waldpächtern, Nachbarn, Wegenutzung...
Die Knochenarbeit, so ne Sternwarte privat (als Verein) zu finanzieren, zu bauen und unterhalten?
Ich hab das mitgemacht. Von der Idee bis zum betriebsbereiten Bau waren das mehr als 20 Jahre. Was denkst, wie sehr ich gefrustet wäre, wenn das ganze jetzt für die Tonne wär? Mit verschärften Gesetzen/Auflagen erneut komplett durchzunudeln wäre?
Denn der Windparkbetreiber würde nicht für die Arbeit einer erneuten Standortsuche, den notwendigen Behördengängen oder den Finanzen aufkommen. Den juckt das schlicht net. Der guckt auf die Planung der Behörden, auf die ausgewiesenen Bereiche und kauft oder pachtet die paar Quadratmeter, die er braucht um die Spargel aufzustellen.
Der Verein guckt volle Kanne in die Röhre. Bestandsschutz? Kannst knicken. Das gibt es in dem Fall net.
Mir sind etliche Sternwartenvereine bekannt, die während der Planungsphase für die Ausweisung der Stellen für Windparknutzung akriebisch auf der Suche nach Milanen, seltenen Käfern/Kröten/Fledermäusen oder sonstigen Viechern waren um über den Naturschutz die Ausweisung des Geländes an dieser Stelle zu verhindern. Mit Seeingverschlechterung brauchst nem Beamten net kommen. Mit Lichtverschmutzung auch net. Den interessiert blos, was in seinen Richtlinien als Vorgabe drinnsteht. Und das ist der Naturschutz.
Schau mer mal, wie lange noch.
Da der gesetzlich vorgesehene Zeitrahmen für die Ausweisung mittlerweile rum ist, ist das alles aber sowas von wurscht. Wo eine entsprechende Fläche ausgewiesen wurde, kann, darf, wird irgendwann auch ein Windpark gebaut.
Egal, ob der dann Strom erzeugt oder ein Abschreibungsprojekt ist. Für beides besteht bei den Investoren Bedarf, also wirds gebaut.