stefand
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich werde langsam genügsam, sogar anspruchslos. Es reichen ein paar Wolkenlücken oder ein klarer abend und ich begnüge mich mit Mond oder sogenannten DS-Standardkerzen.
Gestern, 26.02. war es um 23 Uhr in der Nähe von Heilbronn klar am Himmel. So ein spontaner Entschluss den Mond anzugucken packte mich dann doch noch. Normalerweise ist das kein Maksutov-Ereignis, denn die bei kühleren Außentemperaturen notwendige Anpassung kann kaum stattfinden. Aber der Richfielder ist für den Mond nicht wirklich geeignet. Bei aller Transportabilität und schnellen Auskühlung, wenn es nur der Mond wird, lass ich den Richie lieber drinnen.
Also habe ich den Mak zuerst rausgestellt, um noch das Beste draus zu machen. Bis dann alles stand und aufgebaut war, konnte er gemütliche 15 Minuten frieren. Für einen 4" Mak wenigsten etwas, denn wir hatten draußen Plusgrade.
Der kleine Mak sieht auf einer EQ5 übrigens putzig aus, ich musste mir ein kleineres Gewicht zulegen, damit das Austarieren möglich ist.
Der Anfang wurde mit einem 12mm Radian gemacht. Das ergibt beim 4" f/10 Rumak eine 83fache Vergrößerung und eine 1,2mm AP. Das sieht gut aus - der ganze Mond in Blickfeld. Der Konrast wieder umwerfend, auch die hellen Partien des Mondes hatten eine unheimliche Vielfalt an Strukturen und Farbnuancen. Dabei ist das Radian für mich echt bequem im Einblickverhalten. Gegen äußeres Streulicht hilft es die Augenmúschel hochzuziehen - besonders empfindlich ist diese Okular aber nicht gegenüber äußeren Störquellen.
Der Krater Pythagoras zog aber gleich meine Aufmerksamkeit auf sich. Zum einen ein hoher Zentralberg, zum anderen geriffelte Kraterränder. Das muss ich mir im 8mm Okular ansehen - übrigens ein Planetary, welches sehr scharf abbildet, aber auf äußeres Streulich empfindlicher reagiert als das ähnlich aussehende Radian.
Damit habe ich 125fache Vergrößerung und eine AP von ca. 0,8mm. Etwas mehr Gefühl beim Scharfstellen ist gefragt, außerdem ist der Einfluss der Temperierung bei dieser Vergrößerung zu spüren. Anfangs war das Bild auch noch unruhiger, aber es besserte sich nach eine menschlichen Zwangspause.
Nun war der Pythagoras näher dran und ebenfalls scharf. Der Kraterrand war nun deutlich als leicht stufenförmig an einigen Stellen zu erkennen. Der Zentralberg war nicht so spitz, wie es der Schatten vorgab. Am Krater war eine abgesenkte Fläche in der Mondoberfläche zu sehen, aber der Krater war noch am faszinierensten.
Nun dachte ich, dass ein 6mm Okular vielleicht noch mehr bringen würde. Das ist eine Blaukante, die ich irgendwann mal mit Tafelfarbe und Velour versucht habe zu pimpen. Das Okular hatte nach meiner Ansicht massive Probleme mit innerem Streulich und inneren Reflexionen, die das Bild am Mond ein wenig verhunzen. Daran hat sich nach der 'Operation' auch etwas verbessert, aber es gibt noch genügend Fehllicht. Dennoch fand ich das Ergebnis am Pythagoras nicht so überzeugend. Die AP von ca. 0,6mm brachte keine Details gegenüber der AP von 0,8mm. Jene Details waren etwas größer, aber mehr Informationen konnte ich nicht gewinnen. Schwer zu sagen, ob es an der AP0.6 , am Gerät oder an der Blaukante liegt, dass hier nicht mehr drin war.
Also ging ich zurück zum 8mm Okular und später zum 12mm, was im Nachhinein übrigens sehr viele der optischen Details auch enthielt - wenn ich sie im 8mm kannte, so waren sie im 12mm auch zu sehen, mitunter nur zu klein, um darauf zu stoßen.
Ich würde aber gerne mal durch eines der 4" Maksutovs gucken, von denen gesagt wird, dass sie bei 200fach noch knackscharf seien.
Am anderen Ende der Okularskale liegt bei mir ein 32mm Super Plössl. Am f/10 Mak bekomme ich da schon eine AP von 3,2mm hin, was gegenüber der 2,5mm im 25mm Plössl ein spürbarer Gewinn ist. Natürlich nicht gestern, denn bei dem Mond war diese Brennweite in der warmen Stube.
Es war am 18.02. - ein Tag mit klarem Himmel. Der Abend wurde von mir größtenteils so genutzt, dass ich mit dem 32mm Plössl die DS-Standardkerzen abgraste. Der Rumak hat bei dieser Vergrößerung und der Austrittpupille von 3,2mm ein angenehm helles vor allem schon scharfes Bild - nahe einem Refraktor. Hier möchte ich daher nur den M44 (Praesepe) beschreiben, welcher bei 31facher Vergrößerung komplett betrachtet werden kann. Neben der bekannten Form, vielen mir zwei Sterne auf, welche nicht den weißblauen Farbton sondern einen leicht orangenen Farbton hatten. Es waren zwei hellere Sterne. Entweder ich hatte den M44 lange nicht mehr angesehen, so dass ich das Bild vergessen habe, oder der Rumak bildet mit dem 32mm Plössl eine gute Gemeinschaft.
Aber bei all dem oben Geschriebenen fällt doch auf, dass nur von zwei Objekten gesprochen wird. Tja, dass meinte ich anfangs mit genügsam - aber es kommen wieder die Tage mit schwarzem Himmel und vielen Sternen ... und das für Wochen ...
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
CS,
Stefan
ich werde langsam genügsam, sogar anspruchslos. Es reichen ein paar Wolkenlücken oder ein klarer abend und ich begnüge mich mit Mond oder sogenannten DS-Standardkerzen.
Gestern, 26.02. war es um 23 Uhr in der Nähe von Heilbronn klar am Himmel. So ein spontaner Entschluss den Mond anzugucken packte mich dann doch noch. Normalerweise ist das kein Maksutov-Ereignis, denn die bei kühleren Außentemperaturen notwendige Anpassung kann kaum stattfinden. Aber der Richfielder ist für den Mond nicht wirklich geeignet. Bei aller Transportabilität und schnellen Auskühlung, wenn es nur der Mond wird, lass ich den Richie lieber drinnen.
Also habe ich den Mak zuerst rausgestellt, um noch das Beste draus zu machen. Bis dann alles stand und aufgebaut war, konnte er gemütliche 15 Minuten frieren. Für einen 4" Mak wenigsten etwas, denn wir hatten draußen Plusgrade.
Der kleine Mak sieht auf einer EQ5 übrigens putzig aus, ich musste mir ein kleineres Gewicht zulegen, damit das Austarieren möglich ist.
Der Anfang wurde mit einem 12mm Radian gemacht. Das ergibt beim 4" f/10 Rumak eine 83fache Vergrößerung und eine 1,2mm AP. Das sieht gut aus - der ganze Mond in Blickfeld. Der Konrast wieder umwerfend, auch die hellen Partien des Mondes hatten eine unheimliche Vielfalt an Strukturen und Farbnuancen. Dabei ist das Radian für mich echt bequem im Einblickverhalten. Gegen äußeres Streulicht hilft es die Augenmúschel hochzuziehen - besonders empfindlich ist diese Okular aber nicht gegenüber äußeren Störquellen.
Der Krater Pythagoras zog aber gleich meine Aufmerksamkeit auf sich. Zum einen ein hoher Zentralberg, zum anderen geriffelte Kraterränder. Das muss ich mir im 8mm Okular ansehen - übrigens ein Planetary, welches sehr scharf abbildet, aber auf äußeres Streulich empfindlicher reagiert als das ähnlich aussehende Radian.
Damit habe ich 125fache Vergrößerung und eine AP von ca. 0,8mm. Etwas mehr Gefühl beim Scharfstellen ist gefragt, außerdem ist der Einfluss der Temperierung bei dieser Vergrößerung zu spüren. Anfangs war das Bild auch noch unruhiger, aber es besserte sich nach eine menschlichen Zwangspause.
Nun war der Pythagoras näher dran und ebenfalls scharf. Der Kraterrand war nun deutlich als leicht stufenförmig an einigen Stellen zu erkennen. Der Zentralberg war nicht so spitz, wie es der Schatten vorgab. Am Krater war eine abgesenkte Fläche in der Mondoberfläche zu sehen, aber der Krater war noch am faszinierensten.
Nun dachte ich, dass ein 6mm Okular vielleicht noch mehr bringen würde. Das ist eine Blaukante, die ich irgendwann mal mit Tafelfarbe und Velour versucht habe zu pimpen. Das Okular hatte nach meiner Ansicht massive Probleme mit innerem Streulich und inneren Reflexionen, die das Bild am Mond ein wenig verhunzen. Daran hat sich nach der 'Operation' auch etwas verbessert, aber es gibt noch genügend Fehllicht. Dennoch fand ich das Ergebnis am Pythagoras nicht so überzeugend. Die AP von ca. 0,6mm brachte keine Details gegenüber der AP von 0,8mm. Jene Details waren etwas größer, aber mehr Informationen konnte ich nicht gewinnen. Schwer zu sagen, ob es an der AP0.6 , am Gerät oder an der Blaukante liegt, dass hier nicht mehr drin war.
Also ging ich zurück zum 8mm Okular und später zum 12mm, was im Nachhinein übrigens sehr viele der optischen Details auch enthielt - wenn ich sie im 8mm kannte, so waren sie im 12mm auch zu sehen, mitunter nur zu klein, um darauf zu stoßen.
Ich würde aber gerne mal durch eines der 4" Maksutovs gucken, von denen gesagt wird, dass sie bei 200fach noch knackscharf seien.
Am anderen Ende der Okularskale liegt bei mir ein 32mm Super Plössl. Am f/10 Mak bekomme ich da schon eine AP von 3,2mm hin, was gegenüber der 2,5mm im 25mm Plössl ein spürbarer Gewinn ist. Natürlich nicht gestern, denn bei dem Mond war diese Brennweite in der warmen Stube.
Es war am 18.02. - ein Tag mit klarem Himmel. Der Abend wurde von mir größtenteils so genutzt, dass ich mit dem 32mm Plössl die DS-Standardkerzen abgraste. Der Rumak hat bei dieser Vergrößerung und der Austrittpupille von 3,2mm ein angenehm helles vor allem schon scharfes Bild - nahe einem Refraktor. Hier möchte ich daher nur den M44 (Praesepe) beschreiben, welcher bei 31facher Vergrößerung komplett betrachtet werden kann. Neben der bekannten Form, vielen mir zwei Sterne auf, welche nicht den weißblauen Farbton sondern einen leicht orangenen Farbton hatten. Es waren zwei hellere Sterne. Entweder ich hatte den M44 lange nicht mehr angesehen, so dass ich das Bild vergessen habe, oder der Rumak bildet mit dem 32mm Plössl eine gute Gemeinschaft.
Aber bei all dem oben Geschriebenen fällt doch auf, dass nur von zwei Objekten gesprochen wird. Tja, dass meinte ich anfangs mit genügsam - aber es kommen wieder die Tage mit schwarzem Himmel und vielen Sternen ... und das für Wochen ...
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
CS,
Stefan