MP_Cap
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Hallo alle zusammen!
Nach ein paar Wochen Abstinenz von der praktischen Astronomie fand das Sternenlicht in der Nacht vom 26. auf den 27. mal wieder den Weg auf meinen Spiegel. Vor allem Mars reizte mich besonders, schließlich dauert es nach der diesjährigen Opposition einige Zeit, bis er wieder so gut zu sehen sein wird.
Die Nacht war in der Anfangsphase mit 12° reltiv warm. Und die Tatsache, das der Mond noch lange nicht aufgehen würde, versüßte das ganze noch mehr. fst: ca. 5mag im Zenit, im Süden wegen eines riesigen Sägewerkes nur ca.4
- Neptun: ENDLICH hab ich ihn gefunden. Wie lange hab ich an dem Freund Blase zu knaupeln gehabt. Immer war entweder ein Baum davor oder selbst die hellsten Sterne versanken im Streulicht wegen naher Natriumdampflampe und Hochnebel. Diese Nacht gelang mir die eindeutige Identifikation. Stand zu dem Zeitpunkt nahe eines helleren Sterns bei Theta Cap. Schönes Bild: Roter Stern und Neptun als blauer Stern. Beim reinvergrößern benahm sich der blaue "Stern" anders als die anderen Sterne im Bildfeld: kein verzerrtes Beugungsscheibchen trotz 200x, sondern eine kleine zartblaue bis weiße Scheibe. Eindeutig Neptun
- Uranus: Hatte diesen Kollegen irgendwann dieses Jahr schon mal beobachtet, aber war nur ein verwaschenes, braunes Scheibchen. Jetzt unter besseren Bedingungen ein Vergnügen. Bei 5,57mag deutlich heller als die Sterne rundrum. Im Hauptrohr dann ein kleines Scheibchen, etwas größer als Neptun, leicht grünblau mit weißem Zentrum.
- M30: relativ heller Kugelsternhaufen, versank etwas im Streulicht, einzelne Sterne angedeutet
Mittlerweile setzte die Verdunstung ein. Obwohl es immer noch warm war, wurde die Luft extrem feucht. Die Sterne waren immer noch gut sichtbar, aber am Boden nebelte es sich ein. Alle paar Minuten tauten das Okular und der Sucher zu. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" /> Trotzdem gings weiter.
- NGC 7009: der Saturnnebel, schon im 32mm sichtbar, bei 200x blaue Ellipse und blickweise der Ring ganz kurz aufgeblitzt
- M73: eine kleine Gruppe von 3 Sternen, dreiecksförmig, der 4. Stern nur schwer, da horizontnah
- M72: Kleiner schwacher Kugelsternhaufen, nicht auflösbar
- NGC 7293 blieb unentdeckt. Warum eigentlich? Braucht man für den zwingend einen Nebelfilter oder war der irdische Nebel schuld?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
- M2: schön heller Kugelsternhaufen, bei höherer Vergrößerung nur am Rand aufgelöst
- NGC 7331: Form eindeutig und klar sichtbar, ein hellerer Kern mit nebliger Halo, rautenförmig
- M77: fast wie ein Stern im 32mm, erst bei höherer Vergrößerung eindeutig ein heller Galaxiekern mit einem schwachen Halo
- M74: sehr schwach am Himmel wegen den jetzt widrigen Bedingungen. Runder Nebel ohne Kern
- NGC 253: die große Sculptor-Galaxie, aber nur sehr schwer sichtbar, versank im ungeheuer hellen, südlichen Himmel
- NGC 247: versucht, aber blieb unsichtbar
- M103: eine schöne Gruppe von 4 helleren Sternen, mal zur Auflockerung
- NGC 663: offener Sternhaufen mit verstreuten, helleren und schwächeren Sternen
- NGC 654: offener Sternhaufen nahe eines 7mag Sterns, viel schwächer als NGC 663, nebelig
- NGC 559: schwächerer offener Haufen, nebelig, kleine Sternenkette nebenan
- NGC 457: lockerer, heller offener Sternhaufen bei phi Cas
- NGC 281: kleiner Nebel, verstreute Sterne eingebettet
- NGC 1528: schöner Sternhaufen
- NGC 1491 blieb unsichtbar
- M34: heller offener Sternhaufen, reich an Sternen
- NGC 752: schon mit bloßem Auge ein nebeliges Gebilde, im Fernrohr ein breiter Sternhaufen
- M33: ließ diesmal mehr von sich erahnen, ein größerer Halo und ein deutlich hellerer Kern, hier und da ein paar Sterne, aber keine Arme oder Emmissionsnebel, leider...
- M31: etwas klarer als sonst und größer, aber immer noch keine Spur von diesem NGC-Objekt in der Galaxie (mir fällt die Nummer gerade nicht ein, entschuldigung)
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />
- M76 hat sich irgendwie auch versteckt. Hab aber wahrscheinlich nicht gut genug danach geschaut. War etwas in Eile, denn plötzlich tauchte eine Wolkenwand auf und ich wollte noch bei Mars vorbeischaun. Die verzog sich aber dann wieder... Also weiter im Programm.
- NGC 891: Sauerei, ist die Galaxie heute schwer zu finden. Sehr lichtschwach, geradeso an der Grenze zum Verschwinden. Nur blickweise identifiziert, ab und zu ganz kurz dann war sie im Okular sichtbar, in Form und Größe halbwegs vorstellbar.
Obwohl die Luft triefnass war, kam das Seeing auf Spitzenwerte. Mars war somit ein Augenschmaus! Dank des beschlagen Okulars gab es wie eine Art Filterwrkung, was eine Kontraststeigerung zur Folge hatte. Da ich kein versierter Marsbeobachter bin, kann ich nicht genau sagen, welche Details alle sichtbar waren. Ich jedenfalls war schon überwältigt, zwar nicht ganz so wie im März an Saturn und Jupiter, aber ich verbrachte schon gut eine halbe Stunde mit unserem Nachbarn. Einfach sichtbar waren der zentrale Canyon, die rotbraune Wüste der Nordhalbkugel und die südliche Polkappe.
Am Westrand, gerade so noch sichtbar, konnte ich einen eigenartigen grauen Streifen erkennen, der sich über etwa 2/3 der Planetenkugel zog. Ich hab darüber weder etwas in der Literatur noch auf irgendwelchen Bildern gefunden. Hat jemand eine Ahnung, was das gewesen sein könnte?
Das Seeing war sogar so gut, dass ich Saturn eine halbe Stunde nach Aufgang erfolgreich beobachten konnte. Diverse Farbunterschiede zwischen Ring und Planet und kurzzeitig auch die Cassinitelung waren sichtbar. Die Ringneigung wird schon merklich kleiner! Außerdem konnte ich eindeutig Titan sowie Rhea und Dione ausmachen.
Danach gings nochmal zu den Plejaden. Uhhh, ein schön breiter Halo um jeden Stern. Ich tauschte also das 15mm gegen das unangelaufene 32mm, doch der Halo blieb. "Wie geht denn das ?",dachte ich. Ich trat ein paar Schritte vom Fernrohr weg und betrachtete es einmal richtig: Total feucht, am gesamten Tubus tropfte das Wasser herunter! Als hätte jemand mit nem Gartenschlauch draufgehalten. Dann hab ich mal einen Blick in den Tubus geworfen und erkannte die Ursache für den Halo: Mein Fangspiegel war komplett zugetaut! Ich traute meinen Augen nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> Sowas war mir bisher noch nicht passiert.
Von da an hatte es dann auch keinen Sinn mehr weiter zu beobachten. Also packte ich meinen Krempel und ging dann doch zufrieden ins Bett.
CS Martin
Nach ein paar Wochen Abstinenz von der praktischen Astronomie fand das Sternenlicht in der Nacht vom 26. auf den 27. mal wieder den Weg auf meinen Spiegel. Vor allem Mars reizte mich besonders, schließlich dauert es nach der diesjährigen Opposition einige Zeit, bis er wieder so gut zu sehen sein wird.
Die Nacht war in der Anfangsphase mit 12° reltiv warm. Und die Tatsache, das der Mond noch lange nicht aufgehen würde, versüßte das ganze noch mehr. fst: ca. 5mag im Zenit, im Süden wegen eines riesigen Sägewerkes nur ca.4
- Neptun: ENDLICH hab ich ihn gefunden. Wie lange hab ich an dem Freund Blase zu knaupeln gehabt. Immer war entweder ein Baum davor oder selbst die hellsten Sterne versanken im Streulicht wegen naher Natriumdampflampe und Hochnebel. Diese Nacht gelang mir die eindeutige Identifikation. Stand zu dem Zeitpunkt nahe eines helleren Sterns bei Theta Cap. Schönes Bild: Roter Stern und Neptun als blauer Stern. Beim reinvergrößern benahm sich der blaue "Stern" anders als die anderen Sterne im Bildfeld: kein verzerrtes Beugungsscheibchen trotz 200x, sondern eine kleine zartblaue bis weiße Scheibe. Eindeutig Neptun
- Uranus: Hatte diesen Kollegen irgendwann dieses Jahr schon mal beobachtet, aber war nur ein verwaschenes, braunes Scheibchen. Jetzt unter besseren Bedingungen ein Vergnügen. Bei 5,57mag deutlich heller als die Sterne rundrum. Im Hauptrohr dann ein kleines Scheibchen, etwas größer als Neptun, leicht grünblau mit weißem Zentrum.
- M30: relativ heller Kugelsternhaufen, versank etwas im Streulicht, einzelne Sterne angedeutet
Mittlerweile setzte die Verdunstung ein. Obwohl es immer noch warm war, wurde die Luft extrem feucht. Die Sterne waren immer noch gut sichtbar, aber am Boden nebelte es sich ein. Alle paar Minuten tauten das Okular und der Sucher zu. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" /> Trotzdem gings weiter.
- NGC 7009: der Saturnnebel, schon im 32mm sichtbar, bei 200x blaue Ellipse und blickweise der Ring ganz kurz aufgeblitzt
- M73: eine kleine Gruppe von 3 Sternen, dreiecksförmig, der 4. Stern nur schwer, da horizontnah
- M72: Kleiner schwacher Kugelsternhaufen, nicht auflösbar
- NGC 7293 blieb unentdeckt. Warum eigentlich? Braucht man für den zwingend einen Nebelfilter oder war der irdische Nebel schuld?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
- M2: schön heller Kugelsternhaufen, bei höherer Vergrößerung nur am Rand aufgelöst
- NGC 7331: Form eindeutig und klar sichtbar, ein hellerer Kern mit nebliger Halo, rautenförmig
- M77: fast wie ein Stern im 32mm, erst bei höherer Vergrößerung eindeutig ein heller Galaxiekern mit einem schwachen Halo
- M74: sehr schwach am Himmel wegen den jetzt widrigen Bedingungen. Runder Nebel ohne Kern
- NGC 253: die große Sculptor-Galaxie, aber nur sehr schwer sichtbar, versank im ungeheuer hellen, südlichen Himmel
- NGC 247: versucht, aber blieb unsichtbar
- M103: eine schöne Gruppe von 4 helleren Sternen, mal zur Auflockerung
- NGC 663: offener Sternhaufen mit verstreuten, helleren und schwächeren Sternen
- NGC 654: offener Sternhaufen nahe eines 7mag Sterns, viel schwächer als NGC 663, nebelig
- NGC 559: schwächerer offener Haufen, nebelig, kleine Sternenkette nebenan
- NGC 457: lockerer, heller offener Sternhaufen bei phi Cas
- NGC 281: kleiner Nebel, verstreute Sterne eingebettet
- NGC 1528: schöner Sternhaufen
- NGC 1491 blieb unsichtbar
- M34: heller offener Sternhaufen, reich an Sternen
- NGC 752: schon mit bloßem Auge ein nebeliges Gebilde, im Fernrohr ein breiter Sternhaufen
- M33: ließ diesmal mehr von sich erahnen, ein größerer Halo und ein deutlich hellerer Kern, hier und da ein paar Sterne, aber keine Arme oder Emmissionsnebel, leider...
- M31: etwas klarer als sonst und größer, aber immer noch keine Spur von diesem NGC-Objekt in der Galaxie (mir fällt die Nummer gerade nicht ein, entschuldigung)
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />
- M76 hat sich irgendwie auch versteckt. Hab aber wahrscheinlich nicht gut genug danach geschaut. War etwas in Eile, denn plötzlich tauchte eine Wolkenwand auf und ich wollte noch bei Mars vorbeischaun. Die verzog sich aber dann wieder... Also weiter im Programm.
- NGC 891: Sauerei, ist die Galaxie heute schwer zu finden. Sehr lichtschwach, geradeso an der Grenze zum Verschwinden. Nur blickweise identifiziert, ab und zu ganz kurz dann war sie im Okular sichtbar, in Form und Größe halbwegs vorstellbar.
Obwohl die Luft triefnass war, kam das Seeing auf Spitzenwerte. Mars war somit ein Augenschmaus! Dank des beschlagen Okulars gab es wie eine Art Filterwrkung, was eine Kontraststeigerung zur Folge hatte. Da ich kein versierter Marsbeobachter bin, kann ich nicht genau sagen, welche Details alle sichtbar waren. Ich jedenfalls war schon überwältigt, zwar nicht ganz so wie im März an Saturn und Jupiter, aber ich verbrachte schon gut eine halbe Stunde mit unserem Nachbarn. Einfach sichtbar waren der zentrale Canyon, die rotbraune Wüste der Nordhalbkugel und die südliche Polkappe.
Am Westrand, gerade so noch sichtbar, konnte ich einen eigenartigen grauen Streifen erkennen, der sich über etwa 2/3 der Planetenkugel zog. Ich hab darüber weder etwas in der Literatur noch auf irgendwelchen Bildern gefunden. Hat jemand eine Ahnung, was das gewesen sein könnte?
Das Seeing war sogar so gut, dass ich Saturn eine halbe Stunde nach Aufgang erfolgreich beobachten konnte. Diverse Farbunterschiede zwischen Ring und Planet und kurzzeitig auch die Cassinitelung waren sichtbar. Die Ringneigung wird schon merklich kleiner! Außerdem konnte ich eindeutig Titan sowie Rhea und Dione ausmachen.
Danach gings nochmal zu den Plejaden. Uhhh, ein schön breiter Halo um jeden Stern. Ich tauschte also das 15mm gegen das unangelaufene 32mm, doch der Halo blieb. "Wie geht denn das ?",dachte ich. Ich trat ein paar Schritte vom Fernrohr weg und betrachtete es einmal richtig: Total feucht, am gesamten Tubus tropfte das Wasser herunter! Als hätte jemand mit nem Gartenschlauch draufgehalten. Dann hab ich mal einen Blick in den Tubus geworfen und erkannte die Ursache für den Halo: Mein Fangspiegel war komplett zugetaut! Ich traute meinen Augen nicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> Sowas war mir bisher noch nicht passiert.
Von da an hatte es dann auch keinen Sinn mehr weiter zu beobachten. Also packte ich meinen Krempel und ging dann doch zufrieden ins Bett.
CS Martin