Beobachtung Deep Sky 19.03.2025 mit dem 300mm Doppeldobson

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Maiko

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Hallo Leute,

gestern sind wir wieder auf unseren Platz nahe Witzenhausen gefahren. Christian hat Fotos von der Region um Bernhards Loop gemacht, zusammen haben wir den 300mm/6 Doppeldobson von Noctutec aufgebaut.



Etwa 20:10 Uhr konnten wir loslegen. Zuerst M42. Bei 81 fach in den Nagler 22 T4 Okularen. Unglaublich reichhaltige Filamente. Der Himmel war noch nicht ganz dunkel, M42 schon im milchigen Horizontbereich.



Leider passt die Balance des Gerätes in tieferen Positionen nicht, so dass der Dobson durchrutscht. Trotz Gegengewicht an Stange. Als Notbehelf habe ich ihn abgestützt, was natürlich die

Beobachtung stark einschränkte.



Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, ist das Gerät mit vielen Mängeln versehen. Christian und ich beheben die Schwachstellen, so gut es eben geht.



Eine Verbesserung sind die in der Bildern erkennbaren Justagestangen. Mit ihnen kann man die Überlagerung per HS korrigieren. Leider gibt es nach wie vor deutliche Überlagerungsprobleme.



Die Filterbox aus dünnem Blech ist unsere nächste Bausstelle, diese wird verstärkt.



Zurück zum Bereich M42: Im Running Man konnte ich erstmals Struktur in der Nebulosität erkennen.



Auch nach Ende der astronomischen Dämmerung zeigte der Himmel eine mäßige Durchsicht.

Dies besserte sich zum Ende der Session etwas. SQM Werte zu Beginn bei 20,5MPSAS, am Ende etwa 20,9.



Jupiter und Mars fand Christian gut, für meinen Geschmack war das Seeing nicht brauchbar.



Danach ging es zu M81 und M82. Bei 150 fach in den Nagler 12 T4 fand ich M82, die Zigarre, sehr ansprechend. Einiges an Struktur, Staubregionen, Aufhellungen war zu erkennen. Allerdings sah ich schon deutlich mehr unter 21,4 MPSAS Himmel an 25km weiter entferntem Beobachtungsplatz.



Christian gefiel die angedeutete Spiralstruktur in M81. Diese zeigte sich mir zart bei langsamen Schwenks. Wie gesagt, der Himmel war nicht besonders dunkel. Christian scheint auch einen besseren Visus, als ich zu haben.



Es folgte das Triplett im Leo. Wir begannen bei 81 fach. Da erschien mir der Hintergrund recht hell und milchig. Christian gefiel der Gesamtanblick sehr gut, er sah Spiralstruktur in den beiden „Zwillingen“. Ich fand den Einblick der beiden in den N12 bei 150 fach ansprechender.



Es folgte M51, sehr hoch stehend, bei 150 fach. Eine Augenweide! Beide Kernbereiche richtig hell, schön klar und deutlich, die Spiralwindung um die Hauptgalaxie.



Der von Christian und mir konstruierte Hubsitz funktionierte gut. Mit der elektrischen Höhenverstellung bequem in gute Sitzposition zu kommen, macht Spaß.



Kurz vor Mondaufgang machten wir uns an M3. Der war schön, gut aufgelöst, bei 150 fach.



Wir werden uns auch noch an die EQ Plattformen machen, so dass die Nachführung besser funktioniert. Wir waren rein manuell unterwegs, leider führten Nachführschwenks immer noch zu Überlagerungsverlusten.

Alles in Allem eine gute Session.

CS,

Maiko

M3 N12 Burgberg mit Christian 18.03.2025.1.jpg


M3 N12 Burgberg mit Christian 18.03.2025.3.jpg
 
Hallo Maiko,

ich konnte auch bereits erfahren, was es heißt, durch einen Doppel-Dobson zu gucken. Jedoch ist es ein Eigenbau eines Astro Kumpel und dieser verfügt über 2x 500mm Öffnung. Die Einstellung der beiden Optiken zu einander als auch des Augenabstandes wird mittels diverser Steuerungen direkt vor dem Okular stehend vorgenommen und funktioniert nicht nur hervorragend, es ist auch Schwenk stabil. Dazu war eine Menge Überlegungen zur Umsetzung notwendig.
Was sagt denn Noctutec selbst zu den Schwächen am Gerät? Es scheint sich ja definitiv um konstruktive Mängel zu handeln. Haben die kein Interesse dich da zu unterstützen, bzw. es zu korrigieren?
Die Anschaffung war ja auch sehr kostspielig und einfach daraus zwei einzelne zu machen geht ja auch nicht so einfach.
Das wundert mich tatsächlich, dass du da jetzt selber versuchst zu retten, was zu retten ist…
Gruß Holger
 
Hallo Holger,

seitens Noctutec gab es in der Bauphase 2018/19 vollmundige Versprechen, die m E allesamt nicht eingehalten wurden. Eine gewünschte Rücknahme des Gerätes wurde 2024 verweigert, wie ich es sehe. Ich habe m E die Probleme als benutzerseitig angedreht bekommen. In den Jahren habe ich mich mit der Materie beschäftigt, Koryphäen auf dem Gebiet kontaktiert; wir kamen zu dem Schluss: Das Gerät ist eine Fehlkonstruktion.
Sehr detailliert dokumentierte ich daraufhin die Mängel. Ich habe kein Einsehen herstellerseits feststellen können, es wurde etwas geschrieben von irgendwelchen modernen Verfahren, mit denen man eventuell etwas verbessern könnte... Dass die Basis der Konstruktion vorne und hinten nicht stimmt, wurde seitens des Herstellers nicht eingeräumt...

Ich denke, Christian und ich bekommen das Gerät einigermaßen hin. Die Optik ist immerhin gut... Es war eine sehr bittere Lektion für mich.

Gruß,

Maiko
 
Hallo,
wenn ich das hier so lese, bekomme ich feuchte Augen.... Doppeldobson mit 300 mm. Habe hier die Starfinder-Röhre mit 12.5" liegen, die ich nicht mehr benutze. Ist mir zu schwer geworden. Okulare usw. werden aber uneingeschränkt für das C 8 genutzt. Zufriedenheitsfaktor = 100 %.

Gruß Günther
 
Hallo Maiko,
danke dir für deine ehrliche Rückmeldung, die natürlich auch sehr nachdenklich macht. Ich wünsche dir eine glückliche Hand und gute Ideen, das Teleskop für den genussvollen Einsatz hin zu bekommen.
Gruß Holger
 
Hallo Maiko,

kann die Situation gut nachvollziehen. Es ist ärgerlich, wenn man die vorhandenen PS schuldlos nicht so recht auf die Straße bringen kann, denn schließlich hat man dem Hersteller im Vorfeld sein Vertrauen geschenkt und gutes Geld für ein rundum funktionierendes Gerät hingelegt.

Falls das Bino eher „monokular“ vollumfänglich gut funktioniert, da offenbar gute Optik verbaut wurde, warum nicht das Ganze komplett neu aufbauen? Ich denke daran, zwei schöne 300 mm Dobson-Teleskope aus dem einen zu machen. Eines könntest du dann behalten, das andere verkaufen und somit wäre ein Großteil der Investition wieder drin. Nur so eine spontane Idee von mir…

Vielleicht kannst du aber noch andere tolle Ideen verwirklichen, damit die mechanischen Probleme weitestgehend abgestellt sind, so dass deine ungetrübte Zufriedenheit wieder einkehren kann.

Viele Grüße und eine glückliche Hand wünscht dir
Werner
 
Hallo Maiko,

auch von mir Beileid zu der Fehlinvestition.

Wenn die konstruktiven Mängel von Beginn an bestanden haben und sich so eklatant auf die Kernkompetenz des Gerätes auswirken, es nahezu unbrauchbar für seinen Zweck machen, hätte ich frühzeitig bei der Haltung des Verkäufers einen Rechtsanwalt hinzugezogen. Nachbesserung oder Wandlung hin zur Erstattung und Rückgabe wären unproblematisch gewesen.

Grüße
Martin
 
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