Beobachtung unter dunkeln Himmel

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seginus

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Hallo Freunde!

Da ich eher zu den "bequemen" Beobachtern gehöre habe ich es bisher immer nur in den Garten meiner sub-urbanen Unterkunft geschafft mit meinem Teleskop.
Gestern habe ich mich dann mal aufgerafft und die "Light Pollution
Map" studiert und nach einem dunkeln Ort gesucht wo man hinfahren könnte zum beobachten.
Siehe da : grade mal 30km zufahren (!)
Also Krams zusammen gepackt und los.
Am Beobachtungsort dann im letzten Tageslicht alles aufgebaut und gewartet bis es dunkel wird.
Als es dann dunkel war zum ersten mal seit langer Zeit (!) die Milchstraße wieder mit bloßem Auge gesehen :super:
Voller Erwartung m13 angefahren ,hmm auch nur ein nebeliges Fleckchen...
Vom 25er auf das 15er gewechselt, Moment da geht was!
Weiter auf 9er und zum ersten mal m13 aufgelöst in Einzelsterne gesehen !großartig!
Weiter in der "skytour" : Andromedagalaxie sichtbar als ovale Galaxie ,nicht wie sonst nur ein diffuses Fleckchen.
Ich konnte sogar die Begleitgalaxien m32 und ngc 205 ausmachen die sonst im verborgenen bleiben bzw in der Lichtverschmutzung untergehen!
Bin dann noch diverse andere Objekte der "skytour" abgefahren wovon viel mehr sichtbar wurden als in meinem Garten....
Alles in allem habt ihr recht gehabt : nichts ersetzt einen dunkeln Himmel !
Könnte mir in der hintern beißen das ich immer zu faul war rauszufahren und dadurch einiges verpasst habe.
Einzige Wehrmutstropfen war der aufgehende Mond und mein vergessener Astrostuhl,weshalb ich die halbe Nacht kniend auf einer Plastiktüte verbracht habe :D
Mein Fazit nur noch unter dunkeln Himmel beobachten ,alles andere ist verschwendete Zeit :smiley61:

MfG Nino
 
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Hallo Nino,

kann deine Eindrücke sehr gut nachvollziehen - ich war auch immer städtischer Beobachter, der lange nichts außer Mond und Planeten unter knallhellem Stadthimmel beobachtet hat. Als ich dann wieder in die Astronomie einstieg und zuerst vom Wiener Stadtrand aus auch mal etwas Deep Sky beobachtete, kam bald der Wunsch nach dunklerem Himmel auf, und als ich das erste mal unter Hochalpenhimmel eine herrlich strukturierte, sich von Horizont zu Horizont spannende Milchstraße gesehen habe, wars um mich geschehen. Der Haken dabei: Sobald man mal unter wirklich erstklassigem Himmel beobachtet hat, ist man für Beobachtung unter mäßigem stadtnahem Himmel verdorben. Ich merke selbst, dass ich meine Ausrüstung weniger benutze, weil ich nur noch beobachten gehe, wenn ich Zeit habe, in die Alpen rauszufahren und ich mir denke "Zur Beobachtung an den Stadtrand fahren lohnt sich ja eh nicht"...
Himmelsqualität ist wirklich das absolut Erstrangige, erst dann kommt die Öffnung. Ich hab das selbst eindrucksvoll erlebt, als ich mit meinem alten 80mm ED in den Hochalpen bei Deep Sky wesentlich mehr gesehen habe als am Wiener Stadtrand bei einem anderen Beobachter im 200mm Newton.

CS,
Fabian, der heute noch seinen Acuter ins Gebirge ausführen wird
 
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Hallo Nino,

schön, dass Du Dich aufgerafft hast. Interessant wäre, zu erfahren, mit was für einem Teleskop Du beobachtet hast.

Und jetzt noch eine gute Nachricht für Dich. Auch aus der Stadt heraus sind viele Objekte beobachtbar, die nicht zwingend einen dunklen Himmel oder große Optiken benötigen.
Es gibt zum Beispiel jede Menge helle planetarische Nebel. Wenn diese Dir zu klein sind, dann versuche einmal Sternhaufen und Sternmuster ... oder Kohlenstoffsterne, schöne farbintensive Sterne, über die Du beim Aufsuchen anderer Objekte sicher schon gestolpert bist.

Die Galaxien hebst Du dir dann für die Fahrten nach draußen auf, wenn Du das nächste Mal nicht wieder Deinen Astrostuhl vergisst ;-). Das wäre für mich der Horror und war sicher ganz schön unbequem.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo Nino,

ja, ein guter Himmel bringt deutlich mehr als ein grösseres Teleskop :-)

Zum Glück bin ich in der Situation schon im Garten einen sehr guten Himmel zu haben, die Milchstrasse sehr ich sehr regelmässig, trotz Strassenbeleuchtung und erhellter Fenster von Nachbarn.

Wenn ich 5 Minuten fahre habe ich es wirklich stockfinster, aber die Faulheit ist fast immer stärker als die Option auf "noch etwas mehr"

Wirklich dramatisch ist es dann in den Alpen, wenn man schon ohne lange Dunkeladaption die Andromedagalaxie und M13 mit blossem Auge sehen kann.

Bei mir ist es inzwischen so, dass ich nicht mehr aufbaue wenn die Milchstrasse nicht deutlich zu sehen ist.

Grüsse Jochen
 
Hallo Jochen und alle,

...dann gehörst du zu den beneidenswerten Menschen, die es schon zu Hause sehr schön haben, was die Beobachtung angeht.

ja, ein guter Himmel bringt deutlich mehr als ein grösseres Teleskop :-)

Das kann ich nicht durchweg bestätigen. Ich gehöre zu denjenigen, welche die Planeten und deren Monde sehr ausgiebig beobachten (an manchen Abenden nichts anderes). Dazu braucht's für die hellen Planeten auch keinen guten Himmel (im Hinblick auf Dunkelheit) sondern nur möglichst gutes Seeing. Wenn das passt, bringt etwas größere Öffnung noch eine deutliche Steigerung.

Meine in kurzer Zeit erreichbaren Beobachtungsplätze liegen in 10 min (reiner Planetenbeobachtungsplatz) bzw. 30 min. (DS-Beobachtungsplatz). Meist lohnt der Blick auf die Planeten an meinem deutlich dunkleren Standort eher nicht --> Seeing oftmals nicht gut.

Selbstverständlich ist es immer wieder eine Wucht, einen dunklen Alpenhimmel bei nahezu optimalen Bedingungen 2-3 mal im Jahr zu genießen. Öfter komme ich leider nicht dazu. Dennoch kann ich mich für die DS-Objekte unter halbwegs dunklem Landhimmel immer noch begeistern. Es ist auch das drumherum: Frische Luft, Stille, der Geruch des Grases und des Erdbodens, Glühwürmchen im Sommer, das Rauschen des Windes und manchmal der Ruf eines Wildtieres in der Nacht. Das alles zusammen ist sehr schön.

Viele Grüße
Werner


 
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Zitat von ws_mak12:
Es ist auch das drumherum: Frische Luft, Stille, der Geruch des Grases und des Erdbodens, Glühwürmchen im Sommer, das Rauschen des Windes und manchmal der Ruf eines Wildtieres in der Nacht. Das alles zusammen ist sehr schön.

Viele Grüße
Werner

Oh ja, das ganze Naturerlebnis pur. Irdische Natur, überirdische Natur und das Erlebnis von Weite, ganz großer Weite, fast schon Unendlichkeit...

Das zusammen macht es immer wieder großartig!

Und irgendwie werden dabei auch die eigenen Probleme immer kleiner...
 
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Hallo Nino,

danke für den schönen Bericht. Ja, hohe Vergrößerung hilft bei Kugelsternhaufen deutlich. Der Grund ist, dass von uns aus gesehen "punktförmige" Lichtquellen (=Sterne) die einzigen Objekte sind, die wirklich heller erscheinen je mehr man sie vergrößert. Habe ich mal irgendwo gelesen, die optisch-physikalische Erklärung aber nur halb verstanden ...

Auch mich würde interessieren welches Instrument du bei der Beobachtung verwendet hast.

VG & CS
Klaus
 
Hallo Klaus!

Ich beobachte mit einem SCT 6" + aufgesattelten APM Sucher 60 mm 90° mit seitenrichtiger Abbildung .
Bei dem Sucher habe ich ein Zoomokular in Verwendung mit dem ich Übersichtsbeobachtungen mache.

MfG Nino
 
Hallo Klaus,

das mit den punktförmigen Objekten und der höheren Vergrößerung ist ganz einfach: Ein Objekt ercheint auffälliger, wenn es mehr Kontrast zur Umgebung aufweist. Bei einem Stern ist die Umgebung der Himmelshintergrund.

Vergrößert man höher, wird die AP kleiner und die wahrgenommene Flächenhelligkeit von flächigen Objekten, also auch dem Hintergrund nimmt ab. Der Hintergrund wird also immer dunkler.

Solange ein Punkt ein Punkt bleibt, ändert sich bei dem nichts, also nimmt sein Kontrast gegenüber dem dunkler werdenden Hintergrund zu, weshalb er auffälliger wirkt.

Den Kontrasteffekt gibt es auch ohne Änderung der Vergrößerung, nämlich am Abend, wenn der Himmel immer dunkler wird und immer mehr Sterne sichtbar werden.

Grüße

fquadrat
 
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