Beobachtungen aus dem Landsberger Garten

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MacAndStars

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Hallo Sternenfreunde,

anbei ein Erlebnisbericht vom Wochenendausklang:

Zum Abbau des wochenendlichen Schlafdefizits hatte ich mit fest vorgenommen, pünktlich ins Bett zu gehen. Aber der Anblick des wolkenlosten Nachmittagshimmels führte zu einer Planänderung. Gegen 6 Uhr sammelte ich mein C8 nebst Equipment zusammen und baute alles im heimischen Garten auf. Mein Fernbleiben vom familiären Abendbrottisch stieß auf Unverständnis, trotz diplomatisch vorgetragener Hinweise auf Auskühlzeiten und der allgemeinen Vorteilhaftigkeit von Helligkeit für das Aufbauen von Teleskopen. Opfer, die man bringt.

Es war wohl klar unter Null, gefühlte Temperatur -5°C, aber die steigende innere Begeisterung wärmt doch auch immer ein bisschen. Ich begann gegen 19:30 Uhr mit den Pleyaden, quasi zum Warmwerden. Selbst mit dem 40mm Super Plössel nicht ganz im Okular unterzubringen, aber schön präsent und vertraut. Dann der Schenk zu M42. Die blassgrauen Nebelschwaden waren gut zu erkennen, ebenso das berühmte Quartett. Da hätte sich das Zeichnen gelohnt. Vielleicht beim nächsten Mal.

Nach Konsultation des bekannten Reiseführers startete ich mit der Suche nach M35 im Zwilling, ein Objekt, das ich mir noch nie angeschaut hatte. Mit dem TelRad angenehm leicht zu finden. Ein schöner Haufen, gleichmäßige Helligkeitsverteilung. Ein spontan gestarteter Versuch, M1 zu finden scheiterte. Vielleicht reichte die Grenzhelligkeit in meinem Garten nicht aus, oder mein Suchvermögen, oder es geht nur mit Filter? Vielleicht hat jemand einen Tip?

Ich widmete mich dann den drei Haufen im Fuhrmann: M36, M37 und M38. Alle drei ließen sich nach kurzer Zeit gut finden. Ich begann mit M37, der mich nicht ganz so fesselte wie M35. Das Ende bildete M38. Die häufig zitierte P-Form dieses Clusters konnte ich nicht ausmachen. Für mich war die Struktur eher kreuzförmig.

Erste Okulare verabschiedeten sich gegen 21:30 Uhr durch Beschlagen und ich legte eine Aufwärmpause im Haus ein. Im nachhinein würde ich sagen, das war eher ungünstig. Man nimmt die Kälte beim Widerstart dann irgendwie intensiver war. Zum Abschluss der Beobachtungsnacht widmete ich mich kurz Kassiopeia und stöberte nach M103. Da ich diesen Haufen noch nie gesehen habe, war ich zunächst unsicher, ob ich das richtige Objekt getroffen hatte. Die charakteristische Dreiecksform verschaffte mir dann aber die notwendige Sicherheit. Schön kompakt im 25mm Okular zeigte sich der Cluster und klar abgegrenzt.

Noch einen Blick auf den Mars, dass wars.
CS
Wolfram
 
Hi Wolfram,
ich beobachte auch so in Deinem Stiel......vor allem der inne Kampf mit den familiären Opfern...habe immer ein schlechtes Gewissen dem Gatten gegenüber....gehe dann einfach doch raus und vermeide es dann aber auch nochmals rein zu gehen, wegen genau dieser Kälteangelegenheit, einmal Draussen, dann aber zügig bis ans Ende...des Durchhaltevermögens....meine ich.

Den M1 habe ich schon unter schlechteren Bedingungen bei 4,5 mag gefunden. Ein Hauch von Hauch allerings und nicht mehr. Vielleicht solltest du den mit einem 25er suchen, der geht bei 32 oder mehr möglicherweise unter. M1 gehört bei mir zu den Objekten mit dem Prädikat: "wie erklär ich das dem Nachbarn?" Ist was für absolut nur Eingeweihte, dafür häte kein NOrmalonichtsastronomischinteressierter kein Verständnis.......um ein Fussel Dampf zu sehen, muss man doch nicht so viel Gedöns machen........machste den Deckel vom Pott runter, dann kriegste das umsost und hundertmal besser...........hm, ich mein nur dazu, die kapiern das einfach nicht.
LIebe Grüsse von Anette
 
Hallo Wolfram,

der M1 ist, wie Anette schon beschreibt, recht unspektakulär. Es könnte auch ein verirrtes Wölkchen am Himmel sein, ganz unscheinbar. Mit dem C8 würde ich aber mit einem 32mm/40mm beginnen, um das Teil überhaupt zu finden. Das C8 packt das aber locker, meine Person durfte es schon im 114/900 bewundern. Da empfand ich ein 19mm als recht ideal, wenn ich mich recht erinnere. Im 80/400 Linsenskope sollte man allerdings schon wissen, was man sehen wird ... jedenfalls bei einem 5mag-Himmel.

Wenn du mal wieder am M38 bist, dann schwenke einfach mal ein wenig umher, denn der kleine offene Sternenhaufen nebenan (NGC1907) bildet einen schönen Kontrast und rechtfertigt auch mal kürze Okularbrennweiten.

Weiterhin viele Sternen-Erlebnisse,
Stefan
 
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