MartinSchoenball
Aktives Mitglied
Hinter mir liegen nun drei Nächte, die ich intensiv zum Beobachten genutzt habe. Vor mir liegt eine bewölkte Nacht, Zeit also mal einen Rückblick darzustellen:
Alle drei Nächte hatten sehr gute Bedingungen mit Grenzhelligkeiten zwischen 6m4 und 6m6! Beobachtet wurde jeweils mit meinem 10" GSO Dobson. Folgendes Zubehör kam zum Einsatz:
3x Antares Barlow
25mm Pro Optic Plössl (50x)
19mm Intes WA (66x bzw. 197x)
12,5mm Skywatcher Plössl (100x bzw. 300x)
9mm Skywatcher UW (139x bzw. 417x)
Lumicon [OIII] Filter
In der Nacht zum Donnerstag begann ich im Cepheus, den ich sonst regelmäßig vernachlässige...entsprechend hatte er noch einige Schätze für mich.
NGC 7142 OS 139x
großer, schwächerer Sternhaufen, enthält etwa 50 gleich schwache Sterne. Der Haufen hat eine unregelmäßige Form etwas Spinnenartig mit einem großen Körper der durch einen Ring gebildet wird. In diesem Ring sind keine Sterne. Die Sterne haben Helligkeiten ab etwa 13mag.
gleich daneben steht der Reflexionsnebel NGC 7129.
NGC 7129 RN 139x
relativ heller Nebel um zwei helle Sterne. Der Nebel um den östlichen Stern ist wesentlich heller und größer. Der Nebel hat eine hyperbolische Form mit dem Scheitelpunkt zu dem zweiten Stern im W. Der Nebel läuft nach Osten langsam aus. Der Nebel um den westl. Stern ist sehr schwach, er hat ebenfalls eine vom östlichen Stern weggebogene Form. Nördlich beider Sterne ist ein noch schwächerer Nebelfleck, zwischen ihnen kann ich keinen Nebel erkennen. Ein Sternhaufen könnte mit zwei weiteren Sternen im S gebildet werden.
Die angefertigte Zeichnung gibt es auf meiner Homepage.
Weiter ging es mit Emissionsnebeln an der Grenze zur Cassiopeia.
NGC 7380 EN 66x
größerer hellerer Sternhaufen. Etwa 30 Sterne sind in einer deutlich dreieckigen Form angeordnet. Der hellste Stern liegt an der Ostspitze des Dreiecks. In der Mitte sind weniger Sterne. Einen Nebel kann ich nicht erkennen, auch nicht mit [OIII] Filter.
IC 1470 EN 197x
Ziemlich kleiner (etwa 1'), mäßig schwacher Nebel um einen mittleren Stern. Läßt sich gut hoch vergrößern. Zeigt sich hier oval und etwas ausgedehnter östlich des Sterns. Sind aber strukturlos. Der [OIII] Filter bringt keine Verbesserung, bleibt damit aber sichtbar.
NGC 7538 EN 139x
[OIII] Filter bringt keine Verbesserung. Nebel um zwei helle Sterne. Die Sterne liegen im Südteil des Nebels. Der Nebel selbst beschreibt einen Bogen von Norden über Osten nach Süden. Der Südostteil ist der hellste. Der Nebel ist recht hell und recht klein.
NGC 7822 ist ein riesiger schwacher Nebel, der wahrscheinlich mit Cederblad 214 einen großen Komplex bildet. Letzteren konnte ich an diesem Abend nicht sehen, wohl weil ich nicht genau wußte, wo ich suchen müsste.
NGC 7822 EN 50x
mit [OIII] Filter ist bei umherschwenken eine deutliche Aufhellung des Himmels sichtbar. Grenzen sind aber nicht auszumachen, der Himmelshintergrund wird lediglich etwas heller. Der Nebel ist länglich und zieht sich über zwei Gesichtsfelder (1°). Sehr schwach! Ohne Filter läßt sich der Nebel etwa in der Mitte nur vermuten!
Berkeley 059
kleiner Knoten um zwei helle Sterne, insgesamt etwa 9 mittlere bis schwache Sterne zu sehen. Für mich fraglich. Den umgebenden Nebel Ced 214 konnte ich nicht sehen, die hellsten Regionen liegen aber auch südlicher. Laut Karte müßte der Sternhaufen noch größer sein, in diesem Gebiet sind aber nicht mehr Sterne zu sehen, als in dem umgebenden Feld.
NGC 7762
größerer, lockerer aber ziemlich schwacher Sternhaufen. Enthält recht viele schwache Sterne etwa gleicher Helligkeit. Etwa in der Mitte fällt eine kurze sehr dichte Kette aus etwa 6 Sternen auf. Der Rest der Sterne ist in unauffälligeren Ketten angeordnet. Der Haufen hat eine sehr unregelmäßige Form, etwa länglich O-W.
Den Abschluß wurde an diesem Abend von dem BL Lac Objekt 3C66A mit den umliegenden UGC Galaxien sowie der nahen UGC 1807 gebildet. Letztere ist eine Zwerggalaxie der NGC 1023 Gruppe und entsprechend schwierig ist sie auch. Den Quasar konnte ich leider nicht sehen. Eventuell befindet er sich gerade in einem Minimum oder meine Aufsuchkarte hatte einen Fehler...
UGC 1841 GX 197x
liegt in einem Dreieck aus mittleren Sternen, an der Nordseite liegt noch ein heller Stern. Schwache Galaxie, erscheint rund, klein, leichte Aufhellung zur Mitte, strukturlos
UGC 1837 GX 197x
Sehr schwache, sehr kleine Galaxie, rund. Schwächer und kleiner als die nahe UGC 1841. Nicht schwierig.
UGC 1807 Gx 139x
Hier kann ich nur einen extremst schwachen Fleck vermuten. Hier muß ich nochmal ran!
Die zweite Nacht sollte ein kleiner Zeichenmaraton werden. Ich begann beim Saturnnebel, den ich schon seit längerem Zeichnen wollte:
NGC 7009 PN 300x
Sehr heller, kleiner planetarischer Nebel. Deutlich oval etwa O-W. Er scheint eine Schalenstruktur zu haben: heller äußerer Ring, ein kaum schwächerer innerer Ring und in der Mitte ein großes helles Gebiet mit etwa noch 3/5 des Gesamtdurchmessers. Die Fortsätze im O und W sind sehr schwach zu erkennen, der westliche ist wesentlich deutlicher aber immernoch sehr schwach. Diese erscheinen als vom Nebel abgesetzte kleine Knoten.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Zu dem Reflexionnebel vom Vorabend gesellte sich nun noch NGC 7023 hinzu:
NGC 7023 RN 139x
Mäßig heller Reflexionsnebel um einen hellen Stern. Der hellste Teil des Nebels ist von dem Stern weg in Richtung W gerichtet. Weiter südlich ist ein großer hellerer Knoten, dieser ist durch einen sehr schwachen Nebel mit dem Hauptteil verbunden. Richtung O geht ein weiterer extrem schwacher Nebel ab. Zwischen den beiden letzteren Teilen ist kein Nebel zu sehen. Die Konturen nach innen sind vorallem von dem östlichen Bogen recht scharf.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Anschließend begab ich mich zu den Galaxien der Lokalen Gruppe, von denen zur Zeit eine ganze Reihe auf Beobachter warten (allerdings etwas mit Photonen geizen). Los ging es mit dem 5 Millionen Lichtjahre entfernten Pegasus Zwerg:
UGC 12613 GX 139x
Pegasus Dwarf, extrem schwacher Fleck, etwa 30% der Zeit bei ind. Sehen zu halten. Liegt in einem Dreieck aus drei mittleren Sternen.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Die Orientierung der Elongation habe ich etwas falsch gesehen, deshalb werde ich diese Galaxie noch einmal beobachten. Aber immerhin habe ich trotz der nicht sehr genauen Aufsuchkarte (Uranometria) den Fleck gefunden.
Nachdem ich nun genauer wußte, wo die hellsten Teile von Ced 214 zu finden sind startete ich einen neuen Versuch und wurde tatsächlich fündig:
Cederblad 214 EN 50x
mit [OIII] Filter ist ein Hufeisenförmiger Nebel zu erkennen. Etwa 30' groß. Am Scheitelpunkt und an den Enden steht jeweils ein Stern, die zusammen ein gleichseitiges Dreieck bilden.
Anschließend hatte mich die Lust eine Gravitationslinse zu sehen gepackt und ich habe die bereits vorbereitete Karte für PGC 69457 = CGCG 378- 15 herausgekramt. Diese Galaxie krümmt die Lichtstrahlen eines fast exakt dahinter stehenden Quasars, es entstehen vier Bilder des Quasars um den Kern der Galaxie. Nun bestand die Herausforderung für mich nicht darin den Quasar zu sehen (die Einzelbilder haben Helligkeiten ab 17m2) sondern die Galaxie selbst war die Herausforderung. Die visuelle Helligkeit von 14m7 macht sie auch zu einer!
PGC 69457 GX 197x
Die Linsengalaxie zum Einsteinkreuz. Sehr schwache Galaxie, bei ind. Sehen aber den meisten Teil der Zeit sicher zu halten, etwa 2:1 O-W elongiert. Ohne Aufhellung zur Mitte.
Damit hatte ich meine erste Gravitationslinse gesehen!
Nun wieder zurück in etwas nähere Gefilde, in die Lokale Gruppe. Es galt das Wolf-Lundmark-Melotte System zu sehen. Das Problem bei dieser Galaxie ist vorallem der tiefe Stand vergleichbar mit Barnard's Galaxie. Diese Galaxie hat auch eine vergleichbare Flächenhelligkeit wie die WLM, sie ist nur noch großer und damit insgesamt heller.
PGC 143 GX 139x
WLM (Wolf-Lundmark-Melotte System), sehr schwacher Fleck, groß. Blinkt nur ind. auf, etwa 30% der Zeit zu halten. Ist etwas N-S elongiert. Sehr schwierig!
Lediglich weiter nördlich aber sonst nicht minder schwierig ist IC 1613. Beide Galaxien liegen übrigens im Cetus.
IC 1613 GX 100x
Sehr schwache, sehr große Aufhellung. Östlich der großen Aufhellung kann ich eine weitere kleinere erkennen, diese ist geringfügig flächenheller und rund. Der große Teil ist ebenfalls rund und hat einen geringfügig helleren Zentralteil. An den Rändern stehen vier Sterne jeweils in etwa 90° Abstand, diese begrenzen den Nebel, wobei der südliche etwas außerhalb steht. Der Nebel im O ist ebenfalls von zwei Sternen gesäumt.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Dies war dann auch das Ende dieser Nacht und die Erlösung meiner beanspruchten Augen (wenn man mal von der Heimfahrt absieht).
In der dritten Nacht beobachtet ich mit Marco. Er besuchte einige Galaxien im Pegasus. währen ich meinen Uranometria S. 119 Survey beendete. Los ging es mit zwei planetarischen Nebeln:
NGC 6894 PN 197x
schwacher, mittelgroßer PN, erscheint rund, am Nordrand ist ein schwacher Stern eingebettet. Im NO und NW-Rand ist ein Knoten zu sehen. Wirkt etwas unregelmäßig. Liegt in einem Feld mit sehr vielen schwachen Sternen.
NGC 6881 PN 197x
Schwaches Sternchen. Wegen der geringen Helligkeit ist er wahrscheinlich trotz dem mäßig starken [OIII] Blink nur mit einer genauen Aufsuchkarte zu finden. Bleibt stellar, höhere Vergrößerungen heute wegen Seeing nicht möglich.
Letzteren konnte ich nur dank der Karte aus Hynes: "Planetary Nebulae" finden!
Anschließend wollte ich Basel 6 beobachten. Ich vermutete zunächst einen deutlichen Positionsfehler in der Uranometria, weil sich etwas östlich der angegebenen Position ein deutlicher Sternhaufen befand, ich an der eingezeichnete Position aber nichts Sternhaufenähnliches sehen konnte. Spätere Nachforschungen offenbarten, dass der gesehene Haufen der als non-existent klassifizierte NGC 6874 war und die Position von Basel 6 in der Tat richtig war.
NGC 6874 OS 139x
Heller Sternhaufen. Besteht aus etwa 30 mittleren bis schwachen Sternen in einem deutlichen rechtwinkligen Dreieck. Etwas östlich der Mitte ist eine Region mit weniger Sternen. Fällt recht gut auf.
Barnard 145 war die erste Entdeckung dieses Abends! Ein sehr schöner Dunkelnebel!
Barnard 145 DN 66x
Sehr großer, langgestreckter, dreieckiger Dunkelnebel. Dieser fällt weniger durch im Vergleich zum umliegenden Feld weniger Sterne auf - die er auch hat - als durch den wesentlich dunkleren Hintergrund gegenüber der umgebenden Milchstraße! Es sind noch recht viele Sterne eingebettet. Der östliche Teil ist dunkler mit weniger Sternen. Etwa in der Mitte sind 5 hellere Sterne eingebettet. Nördlich der Mitte steht ein heller Stern außerhalb. Sehr schön!
NGC 6857 EN 197x
kleiner aber recht heller Nebel. Er sitzt genau um einen ziemlich schwachen Stern und ist von mehreren Sternen umringt. Er ist rund und wird zu Mitte etwas heller, er erstreckt sich etwas mehr westlich des zentralen Sterns. Der [OIII] Filter bringt nichts, bleibt damit aber sichtbar. Die Sterne verwirren zunächst, man könnte meinen nur eine unaufgelöste Sterngruppe zu sehen, dem ist aber eindeutig nicht so!
Den Abschluß bildete die zweite Entdeckund dieses Abends, NGC 6834:
NGC 6834 OS 139x
sehr schöner, hellerer Sternhaufen. Klein und kompakt. In der Mitte ist ein heller Stern, alle anderen Sterne sind mittelhell bis schwach. Mitten durch den Haufen verläuft eine Kette aus 4 mittleren um dem hellen Stern. Etwa noch 15-20 weitere Sterne sind sichbar. Südwestlich fällt ein dichter Knoten auf, dieser besteht aus 4-5 schwachen Sternen.
Ab dann hatten und die Wolken fest im Griff, so dass wir schließlich einpackten.
Ich hoffe, dass ich einige Anregungen geben konnte und bedanke mich für die Aufmerksamkeit ;-)
Gruß
Martin
Alle drei Nächte hatten sehr gute Bedingungen mit Grenzhelligkeiten zwischen 6m4 und 6m6! Beobachtet wurde jeweils mit meinem 10" GSO Dobson. Folgendes Zubehör kam zum Einsatz:
3x Antares Barlow
25mm Pro Optic Plössl (50x)
19mm Intes WA (66x bzw. 197x)
12,5mm Skywatcher Plössl (100x bzw. 300x)
9mm Skywatcher UW (139x bzw. 417x)
Lumicon [OIII] Filter
In der Nacht zum Donnerstag begann ich im Cepheus, den ich sonst regelmäßig vernachlässige...entsprechend hatte er noch einige Schätze für mich.
NGC 7142 OS 139x
großer, schwächerer Sternhaufen, enthält etwa 50 gleich schwache Sterne. Der Haufen hat eine unregelmäßige Form etwas Spinnenartig mit einem großen Körper der durch einen Ring gebildet wird. In diesem Ring sind keine Sterne. Die Sterne haben Helligkeiten ab etwa 13mag.
gleich daneben steht der Reflexionsnebel NGC 7129.
NGC 7129 RN 139x
relativ heller Nebel um zwei helle Sterne. Der Nebel um den östlichen Stern ist wesentlich heller und größer. Der Nebel hat eine hyperbolische Form mit dem Scheitelpunkt zu dem zweiten Stern im W. Der Nebel läuft nach Osten langsam aus. Der Nebel um den westl. Stern ist sehr schwach, er hat ebenfalls eine vom östlichen Stern weggebogene Form. Nördlich beider Sterne ist ein noch schwächerer Nebelfleck, zwischen ihnen kann ich keinen Nebel erkennen. Ein Sternhaufen könnte mit zwei weiteren Sternen im S gebildet werden.
Die angefertigte Zeichnung gibt es auf meiner Homepage.
Weiter ging es mit Emissionsnebeln an der Grenze zur Cassiopeia.
NGC 7380 EN 66x
größerer hellerer Sternhaufen. Etwa 30 Sterne sind in einer deutlich dreieckigen Form angeordnet. Der hellste Stern liegt an der Ostspitze des Dreiecks. In der Mitte sind weniger Sterne. Einen Nebel kann ich nicht erkennen, auch nicht mit [OIII] Filter.
IC 1470 EN 197x
Ziemlich kleiner (etwa 1'), mäßig schwacher Nebel um einen mittleren Stern. Läßt sich gut hoch vergrößern. Zeigt sich hier oval und etwas ausgedehnter östlich des Sterns. Sind aber strukturlos. Der [OIII] Filter bringt keine Verbesserung, bleibt damit aber sichtbar.
NGC 7538 EN 139x
[OIII] Filter bringt keine Verbesserung. Nebel um zwei helle Sterne. Die Sterne liegen im Südteil des Nebels. Der Nebel selbst beschreibt einen Bogen von Norden über Osten nach Süden. Der Südostteil ist der hellste. Der Nebel ist recht hell und recht klein.
NGC 7822 ist ein riesiger schwacher Nebel, der wahrscheinlich mit Cederblad 214 einen großen Komplex bildet. Letzteren konnte ich an diesem Abend nicht sehen, wohl weil ich nicht genau wußte, wo ich suchen müsste.
NGC 7822 EN 50x
mit [OIII] Filter ist bei umherschwenken eine deutliche Aufhellung des Himmels sichtbar. Grenzen sind aber nicht auszumachen, der Himmelshintergrund wird lediglich etwas heller. Der Nebel ist länglich und zieht sich über zwei Gesichtsfelder (1°). Sehr schwach! Ohne Filter läßt sich der Nebel etwa in der Mitte nur vermuten!
Berkeley 059
kleiner Knoten um zwei helle Sterne, insgesamt etwa 9 mittlere bis schwache Sterne zu sehen. Für mich fraglich. Den umgebenden Nebel Ced 214 konnte ich nicht sehen, die hellsten Regionen liegen aber auch südlicher. Laut Karte müßte der Sternhaufen noch größer sein, in diesem Gebiet sind aber nicht mehr Sterne zu sehen, als in dem umgebenden Feld.
NGC 7762
größerer, lockerer aber ziemlich schwacher Sternhaufen. Enthält recht viele schwache Sterne etwa gleicher Helligkeit. Etwa in der Mitte fällt eine kurze sehr dichte Kette aus etwa 6 Sternen auf. Der Rest der Sterne ist in unauffälligeren Ketten angeordnet. Der Haufen hat eine sehr unregelmäßige Form, etwa länglich O-W.
Den Abschluß wurde an diesem Abend von dem BL Lac Objekt 3C66A mit den umliegenden UGC Galaxien sowie der nahen UGC 1807 gebildet. Letztere ist eine Zwerggalaxie der NGC 1023 Gruppe und entsprechend schwierig ist sie auch. Den Quasar konnte ich leider nicht sehen. Eventuell befindet er sich gerade in einem Minimum oder meine Aufsuchkarte hatte einen Fehler...
UGC 1841 GX 197x
liegt in einem Dreieck aus mittleren Sternen, an der Nordseite liegt noch ein heller Stern. Schwache Galaxie, erscheint rund, klein, leichte Aufhellung zur Mitte, strukturlos
UGC 1837 GX 197x
Sehr schwache, sehr kleine Galaxie, rund. Schwächer und kleiner als die nahe UGC 1841. Nicht schwierig.
UGC 1807 Gx 139x
Hier kann ich nur einen extremst schwachen Fleck vermuten. Hier muß ich nochmal ran!
Die zweite Nacht sollte ein kleiner Zeichenmaraton werden. Ich begann beim Saturnnebel, den ich schon seit längerem Zeichnen wollte:
NGC 7009 PN 300x
Sehr heller, kleiner planetarischer Nebel. Deutlich oval etwa O-W. Er scheint eine Schalenstruktur zu haben: heller äußerer Ring, ein kaum schwächerer innerer Ring und in der Mitte ein großes helles Gebiet mit etwa noch 3/5 des Gesamtdurchmessers. Die Fortsätze im O und W sind sehr schwach zu erkennen, der westliche ist wesentlich deutlicher aber immernoch sehr schwach. Diese erscheinen als vom Nebel abgesetzte kleine Knoten.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Zu dem Reflexionnebel vom Vorabend gesellte sich nun noch NGC 7023 hinzu:
NGC 7023 RN 139x
Mäßig heller Reflexionsnebel um einen hellen Stern. Der hellste Teil des Nebels ist von dem Stern weg in Richtung W gerichtet. Weiter südlich ist ein großer hellerer Knoten, dieser ist durch einen sehr schwachen Nebel mit dem Hauptteil verbunden. Richtung O geht ein weiterer extrem schwacher Nebel ab. Zwischen den beiden letzteren Teilen ist kein Nebel zu sehen. Die Konturen nach innen sind vorallem von dem östlichen Bogen recht scharf.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Anschließend begab ich mich zu den Galaxien der Lokalen Gruppe, von denen zur Zeit eine ganze Reihe auf Beobachter warten (allerdings etwas mit Photonen geizen). Los ging es mit dem 5 Millionen Lichtjahre entfernten Pegasus Zwerg:
UGC 12613 GX 139x
Pegasus Dwarf, extrem schwacher Fleck, etwa 30% der Zeit bei ind. Sehen zu halten. Liegt in einem Dreieck aus drei mittleren Sternen.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Die Orientierung der Elongation habe ich etwas falsch gesehen, deshalb werde ich diese Galaxie noch einmal beobachten. Aber immerhin habe ich trotz der nicht sehr genauen Aufsuchkarte (Uranometria) den Fleck gefunden.
Nachdem ich nun genauer wußte, wo die hellsten Teile von Ced 214 zu finden sind startete ich einen neuen Versuch und wurde tatsächlich fündig:
Cederblad 214 EN 50x
mit [OIII] Filter ist ein Hufeisenförmiger Nebel zu erkennen. Etwa 30' groß. Am Scheitelpunkt und an den Enden steht jeweils ein Stern, die zusammen ein gleichseitiges Dreieck bilden.
Anschließend hatte mich die Lust eine Gravitationslinse zu sehen gepackt und ich habe die bereits vorbereitete Karte für PGC 69457 = CGCG 378- 15 herausgekramt. Diese Galaxie krümmt die Lichtstrahlen eines fast exakt dahinter stehenden Quasars, es entstehen vier Bilder des Quasars um den Kern der Galaxie. Nun bestand die Herausforderung für mich nicht darin den Quasar zu sehen (die Einzelbilder haben Helligkeiten ab 17m2) sondern die Galaxie selbst war die Herausforderung. Die visuelle Helligkeit von 14m7 macht sie auch zu einer!
PGC 69457 GX 197x
Die Linsengalaxie zum Einsteinkreuz. Sehr schwache Galaxie, bei ind. Sehen aber den meisten Teil der Zeit sicher zu halten, etwa 2:1 O-W elongiert. Ohne Aufhellung zur Mitte.
Damit hatte ich meine erste Gravitationslinse gesehen!
Nun wieder zurück in etwas nähere Gefilde, in die Lokale Gruppe. Es galt das Wolf-Lundmark-Melotte System zu sehen. Das Problem bei dieser Galaxie ist vorallem der tiefe Stand vergleichbar mit Barnard's Galaxie. Diese Galaxie hat auch eine vergleichbare Flächenhelligkeit wie die WLM, sie ist nur noch großer und damit insgesamt heller.
PGC 143 GX 139x
WLM (Wolf-Lundmark-Melotte System), sehr schwacher Fleck, groß. Blinkt nur ind. auf, etwa 30% der Zeit zu halten. Ist etwas N-S elongiert. Sehr schwierig!
Lediglich weiter nördlich aber sonst nicht minder schwierig ist IC 1613. Beide Galaxien liegen übrigens im Cetus.
IC 1613 GX 100x
Sehr schwache, sehr große Aufhellung. Östlich der großen Aufhellung kann ich eine weitere kleinere erkennen, diese ist geringfügig flächenheller und rund. Der große Teil ist ebenfalls rund und hat einen geringfügig helleren Zentralteil. An den Rändern stehen vier Sterne jeweils in etwa 90° Abstand, diese begrenzen den Nebel, wobei der südliche etwas außerhalb steht. Der Nebel im O ist ebenfalls von zwei Sternen gesäumt.
Die angefertigte Zeichnung gibt es hier.
Dies war dann auch das Ende dieser Nacht und die Erlösung meiner beanspruchten Augen (wenn man mal von der Heimfahrt absieht).
In der dritten Nacht beobachtet ich mit Marco. Er besuchte einige Galaxien im Pegasus. währen ich meinen Uranometria S. 119 Survey beendete. Los ging es mit zwei planetarischen Nebeln:
NGC 6894 PN 197x
schwacher, mittelgroßer PN, erscheint rund, am Nordrand ist ein schwacher Stern eingebettet. Im NO und NW-Rand ist ein Knoten zu sehen. Wirkt etwas unregelmäßig. Liegt in einem Feld mit sehr vielen schwachen Sternen.
NGC 6881 PN 197x
Schwaches Sternchen. Wegen der geringen Helligkeit ist er wahrscheinlich trotz dem mäßig starken [OIII] Blink nur mit einer genauen Aufsuchkarte zu finden. Bleibt stellar, höhere Vergrößerungen heute wegen Seeing nicht möglich.
Letzteren konnte ich nur dank der Karte aus Hynes: "Planetary Nebulae" finden!
Anschließend wollte ich Basel 6 beobachten. Ich vermutete zunächst einen deutlichen Positionsfehler in der Uranometria, weil sich etwas östlich der angegebenen Position ein deutlicher Sternhaufen befand, ich an der eingezeichnete Position aber nichts Sternhaufenähnliches sehen konnte. Spätere Nachforschungen offenbarten, dass der gesehene Haufen der als non-existent klassifizierte NGC 6874 war und die Position von Basel 6 in der Tat richtig war.
NGC 6874 OS 139x
Heller Sternhaufen. Besteht aus etwa 30 mittleren bis schwachen Sternen in einem deutlichen rechtwinkligen Dreieck. Etwas östlich der Mitte ist eine Region mit weniger Sternen. Fällt recht gut auf.
Barnard 145 war die erste Entdeckung dieses Abends! Ein sehr schöner Dunkelnebel!
Barnard 145 DN 66x
Sehr großer, langgestreckter, dreieckiger Dunkelnebel. Dieser fällt weniger durch im Vergleich zum umliegenden Feld weniger Sterne auf - die er auch hat - als durch den wesentlich dunkleren Hintergrund gegenüber der umgebenden Milchstraße! Es sind noch recht viele Sterne eingebettet. Der östliche Teil ist dunkler mit weniger Sternen. Etwa in der Mitte sind 5 hellere Sterne eingebettet. Nördlich der Mitte steht ein heller Stern außerhalb. Sehr schön!
NGC 6857 EN 197x
kleiner aber recht heller Nebel. Er sitzt genau um einen ziemlich schwachen Stern und ist von mehreren Sternen umringt. Er ist rund und wird zu Mitte etwas heller, er erstreckt sich etwas mehr westlich des zentralen Sterns. Der [OIII] Filter bringt nichts, bleibt damit aber sichtbar. Die Sterne verwirren zunächst, man könnte meinen nur eine unaufgelöste Sterngruppe zu sehen, dem ist aber eindeutig nicht so!
Den Abschluß bildete die zweite Entdeckund dieses Abends, NGC 6834:
NGC 6834 OS 139x
sehr schöner, hellerer Sternhaufen. Klein und kompakt. In der Mitte ist ein heller Stern, alle anderen Sterne sind mittelhell bis schwach. Mitten durch den Haufen verläuft eine Kette aus 4 mittleren um dem hellen Stern. Etwa noch 15-20 weitere Sterne sind sichbar. Südwestlich fällt ein dichter Knoten auf, dieser besteht aus 4-5 schwachen Sternen.
Ab dann hatten und die Wolken fest im Griff, so dass wir schließlich einpackten.
Ich hoffe, dass ich einige Anregungen geben konnte und bedanke mich für die Aufmerksamkeit ;-)
Gruß
Martin