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Beobachtungsaufruf: Der Goldener Henkel am 07.11.2019

Stefan van Ree

Mitglied
2019-11-07-17-30-goldener-henkel.jpg

Für sechs Stunden ist die bestaunenswerte Formation, der "Goldene Henkel", sichtbar. Dieser visuelle Effekt wird durch das Spiel von Schatten und Licht an der Grenze des Mondterminators sichtbar.
Das Ereignis lässt sich aufgrund des späten Mondaufgang zu Beginn nicht beobachten. Der Mond geht um 15.25 Uhr (MEZ) auf.

Zehn Tage nach Vollmond kann die Formation am besten am Abendhimmel kurz nach Dämmerungsbeginn um 17:00 Uhr (MEZ) aufgesucht werden. Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond eine Höhe von 13 Grad über dem Horizont.
Da der Mond erst um 15.25 Uhr (MEZ) auf geht ist eine möglichst freie Horizontsicht notwendig.

Während die Tiefebenen des Sinus Iridum (Tal der Regenbogenbucht) im Schatten liegen, werden die Bergspitzen und Umrandungen des Juragebirges (Montes Jura) von der Sonne angestrahlt.
Die Bergspitzen des Juragebirges haben ein Höhe von 6 Kilometer und liegen halbkreisförmig am westlichen Rand der Regenbogenbucht (Sinus Iridum). Die Ausdehnung des Juragebirges erstreckt sich über eine Länge von 420 Kilometer.
Am Rand der Regenbogenbucht schließt das Regenmeer (Mare Imbrium) an.
Die durch das Schattenspiel entstehende Form erinnert an einen Henkel im gelblich reflektierten Licht der Sonne und erhielt deswegen den Namen "Goldener Henkel".
Im Laufe Laufe der zwei Stunden füllt sich langsam die Tiefebene der Regenbogenbucht (Sinus Iridum) mit Sonnenlicht. Dabei entsteht der Eindruck eines leuchtenden und schwebenden Bogens über dem dunklen Mondrand.

Der "Goldene Henkel" ist beliebt bei Mondbeobachtern. Die Erscheinung selbst ist auch von Laien mit einem Fernglas gut auffindbar.
Die gesamte Pracht dieser schönen Formation erschließt sich dem Beobachter aber erst in einem Teleskop.

Die nächste Sichtbarkeit ist am 07.12.2019

Vorbereitung für die Beobachtung
Bereiten Sie sich frühzeitig auf das Ereignis vor.
Wichtig ist, dass Sie für die gesamte Beobachtungszeit freie Horizontsicht haben.
Die Höhe des Mondes können Sie ausreichend genau über meine Ephemeridentabellen ermitteln. Nachfolgend die wichtigsten Informationen:

Datum / Uhrzeit
(MEZ)
Azimut
[Grad]
Elevation
(Höhe)
[Grad]
Himmelsrichtung
(grobe Richtung)
08.11.2019 - 15.25 Uhr
Mondaufgang
103°Ost
08.11.2019 - 16.25 Uhr114°Ost-Südost
08.11.2019 - 17.25 Uhr127°17°Südost
08.11.2019 - 18.25 Uhr140°24°Südost
08.11.2019 - 19.25 Uhr156°29°Südost-Süd
08.11.2019 - 20.25 Uhr172°32°Süd
09.10.2019 - 21.25 Uhr
Ende des Ereignisses
189°32°Süd

In meinem Glossar finden Sie weitere Erläuterungen zu den Angaben Azimut und Elevation.

Fangen Sie frühzeitig mit der Beobachtung an. Die Zeiten lassen sich nur mit einer Genauigkeit von 10-15 Minuten vorhersagen.
Halten Sie das Ereignis fest: Hilfreich ist eine Tonaufnahme, die Sie während der gesamten Zeit aufnehmen.
So konzentrieren Sie sich auf das Ereignis und können Ihre Eindrücke sprechen.

Vergessen Sie nicht, zu Beginn der Tonaufnahme das aktuelle Datum und die Uhrzeit auf zusprechen. Während der Beobachtung sollten Sie das in regelmäßigen Abständen wiederholen.
Später können Sie Ihre Aufnahmen am PC auswerten und Ihre Beobachtung zu Papier bringen. Für diese Zwecke eignen sich Mondbeobachtungsprotokoll besonders gut. Die Ergebnisse lassen sich so dokumentieren und archivieren. Für alle Interessierten biete ich meine Vorlagen für Beobachtungen zum Download an!

Natürlich können Sie dieses Ereignis zusätzlich zeichnen oder fotografieren.

Mondbeobachtungsprotokoll jetzt herunterladen.

Nachweise
Die Daten wurden mit https://www.calsky.com ermittelt und gelten für einen Beobachtungsort in Deutschland mit 50 Grad nördliche Breite und 10 Grad östliche Breite.
Die Angegeben Zeiten können auch für andere Orte im deutschsprachigen Raum verwendet werden.


Zugehörige Dateien
 

VisuSCor

Mitglied
Gerade noch erwischt...

Heute war eigentlich Bewölkung angesagt - lückenlos. Doch was sehe ich: um ca. 18:10 eine größere Wolkenlücke aus der mich der Mond anlacht. Leider hab ichs wohl recht spät gesehen. Die Tasche mit dem kleinen Mak geschnappt, dann 3 Treppen runter in den Schuppen, Stativ raus, aufgestellt, Mak drangehängt... und da ist der goldene Henkel. Vielleicht 10 Sekunden hatte ich, dann kamen die Wolken wieder. Für ein Erinnerungsfoto hat es nicht mehr gereicht aber immerhin konnte ich das Phänomen jetzt mal mit eigenen Augen sehen!

Danke für den Beobachtungsaufruf. Vielleicht klappts ja Anfang Dezember etwas besser...

CS.Oli
nur ein kleiner Freudensprung im Anfängerdasein, aber immerhin
 

komposer

Mitglied
Hallo Oli,

Du Glücklicher. Ich verfolge gerade das Wetterradar und mit etwas Glück kommt da gleich eine Wolkenlücke auf mich zu.
Mal sehen ob es nach 21 Uhr noch was wird ...

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo Stefan,

es hat geklappt, sogar schon kurz vor 21 Uhr aber leider waren die Bedingungen noch schlechter als zuletzt. Irgendwie ist da zur Zeit der Wurm drin.
Hier eine Aufnahme ohne Barlow am 12" F5 Dobson mit Asi120mm & RG610 Rotfilter, Uhrzeit: 20:50 Uhr
goldener_henkel_071119_205042c.jpg

Und noch eine Aufnahme mit Barlow allerdings auf 50% verkleinert, Uhrzeit: 20:52 Uhr
goldener_henkel_071119_205242p50c.jpg

Gruß,
Holger
 

Lützen1

Mitglied
Hallo,

gegen 22.00Uhr tauchte etwas Helles zwischen den Wolken auf. Im 8x30 war auch zeitweise der Henkel zu sehen.
Mit 600mm Tele war Mond und Henkel teilweise zu sehen meist mit durchziehenden Wolkenfetzen. Jedoch kein "goldener" Henkel eher kalt weiss. Der Bereich hinterm Kraterwall war auch beleuchtet.
Soweit aus der Erinnerug - morgen mal sehen wie es auf den Bildern aussieht.
Grüße Andreas
 

komposer

Mitglied
Hallo,

ja 21 Uhr war im Prinzip schon zu spät. Da hätte ich deutlich früher aufnehmen müssen damit nur die Kraterwälle zu sehen sind.
Aber gegen die Wolken ist man leider machtlos.

Gruß,
Holger
 

Mondkrater

Mitglied
Moin,

als meine Frau heute Morgen vor dem Spiegel stand, hatte ich die Zeit, ein paar Bilder vom "Goldenen Henkel" zu bearbeiten.
Ich möchte das jetzt nicht Schminken nennen, aber das Bild ein bisschen abdunkeln und siehe da … ich finde man kann ihn erkennen.

Liebe Grüße
Manfred
 

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