Beobachtungsbericht 28.12.2022

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gateway

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Hallo,

habe heute nochmals eine längere Beobachtung hinter mir... vielleicht ist ja für den einen oder anderen was Interessantes dabei.

Heute bin ich früher von der Arbeit nach Hause gekommen. Nach dem Essen und etwas Amiga zocken entschließe ich mich, dem SW 127er Mak eine Chance zu geben, sich gegen die gestrige Beobachtung mit dem SW ED 100/900 zu behaupten. Als Montierung kommt heute die AZ-GTi zum Einsatz.

Zuerst habe ich, wie anfangs immer, ein sehr schleißiges Alignment durchgeführt, das in wirklich grotten schlechtem Goto-Verhalten endete… aber ich war etwas in Eile, weil Jupiter schon wieder im Sinken ist und er mein erstes Ziel ist.
Also gleiche ich manuell aus und lasse das Alignment erstmal so wie es ist. Grundsätzlich ist heute ziemlich mieses Seeing, ich nehme an, weil heute rundherum eingeheizt wird. Ich sehe die wabernde Luft über den Schornsteinen… Diese Luftunruhe zieht immer wieder durchs Bild. In den klaren Momenten sehe ich aber NEB und SEB sehr deutlich und auch das eine oder andere Band kann ich erahnen. Ich versuche das 7mm Okular, allerdings kann ich darin eher weniger als mehr Details erkennen, also wechsle ich zurück auf 9mm. Die 4 üblichen Verdächtigen gesellen sich in das Bild und ergeben trotzdem einen ästhetischen Anblick. Aus derzeitiger Sicht hat der ED, trotz kleinerer Öffnung, wegen des stärkeren Kontrasts die Nase vorne. Allerdings braucht sich der Mak auch nicht zu verstecken, er bringt eine gute Leistung und hat andere Vorteile wie Abmessungen und Hebel, die es ermöglichen, das Teleskop samt AZ-GTi im Ganzen nach draußen zu tragen. Ich bin froh, mich nicht für eines der beiden entscheiden zu müssen…

Weiter gehts mit einem beherzten Goto-Schwenk in Richtung Mars. Nach manueller Korrektur finde ich auch hier ziemlich schlechtes Seeing und große Luftunruhe vor. Trotzdem kann ich die nördliche Polkappe klar erkennen und auch eine dunkle Albedo-Struktur, die fast wie eine ausgefüllte Pfeilspitze aussieht. Nach Recherche kann ich das Gebiet als Syrtis Major Planum inkl. Ausläufer nach links und rechts identifizieren.

Ich mache eine Pause und wärme mich in der Wohnung auf. Danach starte ich wieder voller Tatendrang nach draußen und beginne erneut ein Alignment, nachdem ich die Montierung nochmals genauer nivelliert habe.
Zuerst ein Schwenk auf Castor. Dieser ist mit dem 9mm Okular eindeutig zu erkennen und gut getrennt. Hier fällt mir aber auf, dass der ED gestern wesentlich weniger Licht in den äußeren Beugungsringen hat… Diese fallen hier viel mehr auf und zerstören etwas die Ästhetik des Doppelsterns. Deswegen habe ich mir auch den 100/900 ED zugelegt… die Kaufentscheidung ist also nochmals validiert ?
Weiter zu Rigel, den ich auch zu trennen versuche. Hier scheitere ich aber wegen ganz viel Luftunruhe.
Das Alignment ist also abgeschlossen und somit versuche ich Mars nochmals anzufahren. Diesmal klappt es wesentlich besser, auch wenn der Planet nicht auf Anhieb im Okular erscheint. Ich korrigiere leicht mittels Sucher und schon kann ich den Planeten wieder beobachten. Dadurch, dass Mars mittlerweile hoch am Himmel steht und dadurch weit weg von den umliegenden Hausmauern liegt, ist das Seeing besser, allerdings bei weitem nicht gut. Ich kann nochmals deutlicher die Struktur von Syrtis Major Planum erkennen und auch die Polkappe kommt nochmal deutlich zum Vorschein.

Als nächstes möchte ich noch eine Karte von Karkoschka erledigen.
Ich versuche mich kurz an Karkoschka E1, aber scheitere schon bei M74 am aufgehellten Himmel. Also schwenke ich auf E3.
Karkoschka E3
Mit dem Fernglas (10x56 Lacerta Elite) gehe ich auf die Jagd nach den Hyaden. Diese Sternkonstellation habe ich schon vor vielen Jahren mit dem Fernglas entdeckt, ohne zu wissen, dass es sich dabei um die Hyaden handelt. 6 der Sterne bilden ein Muster, welches mich ganz stark an das Logo von Duke Nukem 3D erinnert.
Weiter zu M45 den Plejaden. Diese funkeln mich heute besonders ästhetisch an. Ich nehme heute den Kontrast der Hauptsterne intensiver wahr und merke, dass einige tiefblaue Sterne dabei sind. Ich verweile etwas und mache mich dann auf die Suche nach NGC 1647. Schnell gefunden jedoch verschwimmt der Sternhaufen sehr mit dem hellen Himmelshintergrund.
Bei der Suche nach M1 habe ich zuerst den falschen Stern anvisiert (Auriga Beta). Nachdem ich mich etwas über das Sternbild drum herum gewundert habe, ist mir der Fehler aufgefallen und als ich mich beim richtigen Stern auf die Suche gemacht habe, fand ich den Nebel relativ schnell mit indirektem Sehen. Ganz schwach und fast nicht vom milchigen Himmelshintergrund getrennt. Gestern habe ich den Nebel sehr deutlich wahrnehmen können, allerdings war die Form trotzdem so gut wie nicht auszumachen.
Damit ist auch E3 fürs erste erledigt und wird später in meine Karkoschka-Beobachtungsliste hinzugefügt.

Da ich das Fernglas schon mal in der Hand halte, schaue ich noch bei M42 vorbei. Nebel ist natürlich klar erkennbar, aber Genuß kommt heute wegen des hellen Himmels nicht auf. Noch schnell ein paar alte Bekannte mit dem Fernglas abgrasen: M37, M36, M38, M35… halt, da hatte mir doch letztens jemand im Forum gesagt, ich solle mal bei NGC2158 vorbeischauen (besten Dank an Steinheil). Für den kleinen Haufen sollte das Mak ja ganz gut passen… also 24mm Okular eingespannt und auf M35 geschwenkt. Da bemerke ich in M35 die schöne Sternkette, die an einer Seite mit zwei besonders hellen Sternen abgeschlossen ist. Bei einem der letzten Berichte hatte ich diese im Kopf, allerdings wusste ich nicht mehr wo ich sie gesehen hatte. Gleich daneben und auch direkt im 24mm Okular zu sehen NGC2158. Zuerst klein und unscheinbar, muss man dem Haufen und dem Auge etwas Zeit geben. Langsam werden die Hintergrundsterne sichtbar und es macht sich ein Nadelkisseneffekt breit. Ich bleibe aber realistisch und vergrößere nicht weiter, das hätte bei diesen Bedingungen keinen Zweck.

Sehr zufrieden beende ich die heutige Beobachtung um ca. 22:15
 
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