frosty_theo
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Beobachtungsbericht: Offene Sternhaufen in der Cassiopeia
Gestern (15.12) war es nach Wochen endlich mal wieder klar und kein Mond da.
So konnte ich mein Projekt aus dem Oktober mit den Ost in CAS endlich abschliessen.
Aufgesucht wurden insgesamt 34 Ost bis 14.5m in CAS.
Davon habe ich 3 Stück nicht gefunden.
Instrument: 18" f/4.5 Newton
Okular: 16mm Nagler => 125x, 38' Blickfeld
Ort: meine Terasse in Gettorf, fst 6.0m bis 6.3m
Zum Aufsuchen habe ich mir 4 Karten mit 6 Grad Gesichtsfeld mit Guide 8 ausgedruckt.
Von den 34 offenen Sternhaufen sind 2 Messier-Objekte, 23 NGC-Objekte und 9 Sonstige.
Der Schwierigkeitsgrad ist bei dieser Menge von Objekten naturgemäss recht unterschiedlich.
In den Beobachtungsberichten von Steve Coe findet sich z.B. zu NGC 136:
"someone has a lot of nerve calling this a cluster"
Insbesondere die nicht-NGC/Messier-Objekte sind nicht so ganz einfach.
Bei den "Schwierigen" handelt es sich entweder um eine lockere Ansammlung von wenigen Sternen,
oder es sind schon richtige Haufen, aber die Sterne sind so dunkel (>13m),
dass man längere Zeit hinschauen muss, um etwas zu erkennen.
Die 2. Sorte ist natürlich die interessantere.
Die Erfahrung in diesem Projekt zeigt eindeutig, dass man sich auch mit mittleren Instrumenten, so um die 8",
fleissig an die NGC's ranmachen sollte.
So sind die beiden Messier-Haufen (M52 und M103) keineswegs die Interessantesten!
Der eindeutige Sieger, was die Schönheit angeht, ist für mich NGC 7789.
Im Folgenden habe ich 12, der für mich schönsten Objekte ausgewählt:
NGC 7789 ____6.7m, 16'
Was für ein prächtiger Anblick! Ich habe ca. 120 Sterne geschätzt.
Die hellsten davon sind ca. 10m hell und mit abnehmender Helligkeit sind gleichmässig immer mehr Sterne zu erkennen.
Das fasziniernde an diesem Haufen sind aber die Dunkelbänder und -Flecke, die diesen Haufen durchziehen.
Solche Dunkelbereiche gibt es auch in anderen Haufen, aber nirgends springen sie so ins Auge wie hier.
Dies wäre wirklich eine lohnendes Objekt für eine Deepsky-Zeichung.
M 52 ____6.9m, 13'
Der Ost fällt durch seine runde Form und die gleichförmige Helligkeit der Sterne auf.
Die Sterne sind alle dunler als 10m, nur am westlichen Rand sticht ein Stern mit 8.3m heraus.
Geschätzt habe ich 90 Sterne. Dabei zähle ich nur die Hälfte oder ein Viertel des Haufen aus und rechne das dann hoch.
NGC 381 ____9.3m, 6'
Der Haufen ist von der Gesamthelligkeit dunkler als die beiden oben beschriebenen, aber die Ausdehnung ist auch kleiner,
sodass er einem sofort ins Auge springt.
Ich habe 63 Sterne gezählt, mit Helligkeiten von 11m abwärts.
Interressant an diesem Haufen ist, dass man mit längerem Hinschauen immer mehr Sterne erkennt.
Der ganze Hingrund bekommt dann ein granuliertes Aussehen, so als ob Hunderte von Sternen an der Auflösungsgrenze zu sehen sind.
Die Amerikaner nennen das "Cottage-Cheese"-Effekt.
Auf jeden Fall ein schöner Anblick.
M103 ____7.4m, 6'
Ich finde diesen Haufen nicht so wahnsinnig aufregend.
Gezählt habe ich 45 Sterne, von denen einige um die 9m hell sind.
Hier zeigt sich, dass man die Vergrößerung bei Sternhaufen nicht zu niedrig wählen sollte.
Bei längerbrennweitigen Okularen sieht man einfach immer weniger Sterne.
NGC 189 ____8.8m, 3.7'
Dieser Haufen gehört eher zu den nicht so auffälligen.
Ich habe 21 Sterne mit Helligkeiten von 11m abwärts gezählt.
Ähnlich wie bei NGC 381 sieht man aber, dass es noch wesentlich mehr dunklere Sterne geben muss.
NGC 637 ____8.2m, 3.5'
Dieser relativ kleine Haufen enthält 18 Sterne von 10m abwärts.
Einige helle Sterne formen einen schönen Kreisbogen.
Auch hier gibt es im Hintergrund noch wesentlich mehr schwache Sterne.
NGC 559 ____9.5m, 4.4'
Trotz seiner geringen Helligkeit ist die Haufen ziemlich auffällig.
Ich habe 18 Sterne mit Helligkeiten von 11m abwärts gezählt.
Wieder erzeugt hier ein Hintergrund von vielen Sternen unterhalb der direkten Sichtbarkeit ein
granulatartiges Aussehen, das den wenigen Sternen des Vordergrundes eine prachtvolle
Kulisse bietet.
NGC 654 ____6.5m, 5'
Dieser Haufen zählt mit gezählten 30 Sternen nicht zu den grossen Haufen.
Die runde Form und die gleichmässig abnehmende Helligkeit der Sterne erinnern aber an einen Kugelhaufen
und sind einfach schön.
NGC 663 ____7.1m, 16'
Dies ist eher wieder einer der prachtvollen, grösseren Haufen.
Eigentlich ist erstaunlich, dass dieser Haufen nicht in der Messier-Liste auftaucht.
Er ist durchaus auffälliger als M 103.
Insgesamt habe ich 65 Sterne gezählt. 4 helle Sterne mit ca. 8m bilden ein auffälligen Vordergrundsmuster.
Mit abnehmender Helligkeit werden es immer mehr Sterne.
NGC 659 ____7.9m, 5'
Ich habe gerade mal 11 Sterne von 11m abwärts gezählt.
Auffällig ist bei diesem Haufen eine Formation von 6 hellen Sternen in Form eines U.
Als Hintergrund sind aber wesentlich mehr Sterne zu erahnen.
NGC 743 ____9.5m, 5'
In diesem Haufen sieht man gerade mal 15 Sterne (von10m abwärts).
Diese sind aber innerhalb eines schönen symmetrischen Dreiecks angeordnet.
King 4 ____10.5m, 3'
Als Abschluss habe ich mal einen der "Exoten" jenseits des NGC-Kataloges ausgewählt.
Dies heisst aber nicht, dass er schwieriger wäre als manche der NGC-Objekte.
So habe ich z.B. NGC 609 aufgesucht, dort aber bei bestem Willen nichts gefunden.
King 4 ist sicherlich auch mit kleineren Instrumenten als meinem 18"ler zu erreichen.
Direkt gesehen habe ich ca. 10 Sterne mit Helligkeiten jenseits von 13m.
Dahinter sind aber noch mehr dunklere Sterne zu erahnen.
Ein wirklich hübsches kleines Objekt, um mal an die Grenzen der Sichtbarkeit zu gehen.
Zum Schluss noch mal was anderes als offene Sternhaufen.
Mit einem grösseren Instrument kann man sich mal in der Nähe von beta CAS an der Galaxie IC 10 versuchen.
Die Entfernung von 3 Grad zum galaktischen Äquator inmitten von Sternhaufen ist schon ein Kuriosum.
Die Helligkeit von 11.8m verspricht eigentlich eine relative leichte Sichtbarkeit.
Die Grösse von 6.4' in der grossen Achse führt aber zu einer extrem niedrigen Flächenhelligkeit.
Ich bilde mir ein indirekt die Galaxie gesehen zu haben. Ich würde darauf aber nicht mein Okular verwetten.
IC 10 ist wissenschaftlich extrem interessant.
Es ist eine irreguläre Ga, die zur lokalen Gruppe gehört. Entfernung 3-6 Mio Lichtjahre.
Die Grösse entspricht etwa der kleinen Magellanschen Wolke.
Ohne die Lichtabschwächung durch unsere Milchstrasse wäre dies sicherlich ein schönes Objekt auch für kleinere Fernrohre.
Soweit der Streifzug durch die Cassiopeia.
clear skies
Wolfgang
Gestern (15.12) war es nach Wochen endlich mal wieder klar und kein Mond da.
So konnte ich mein Projekt aus dem Oktober mit den Ost in CAS endlich abschliessen.
Aufgesucht wurden insgesamt 34 Ost bis 14.5m in CAS.
Davon habe ich 3 Stück nicht gefunden.
Instrument: 18" f/4.5 Newton
Okular: 16mm Nagler => 125x, 38' Blickfeld
Ort: meine Terasse in Gettorf, fst 6.0m bis 6.3m
Zum Aufsuchen habe ich mir 4 Karten mit 6 Grad Gesichtsfeld mit Guide 8 ausgedruckt.
Von den 34 offenen Sternhaufen sind 2 Messier-Objekte, 23 NGC-Objekte und 9 Sonstige.
Der Schwierigkeitsgrad ist bei dieser Menge von Objekten naturgemäss recht unterschiedlich.
In den Beobachtungsberichten von Steve Coe findet sich z.B. zu NGC 136:
"someone has a lot of nerve calling this a cluster"
Insbesondere die nicht-NGC/Messier-Objekte sind nicht so ganz einfach.
Bei den "Schwierigen" handelt es sich entweder um eine lockere Ansammlung von wenigen Sternen,
oder es sind schon richtige Haufen, aber die Sterne sind so dunkel (>13m),
dass man längere Zeit hinschauen muss, um etwas zu erkennen.
Die 2. Sorte ist natürlich die interessantere.
Die Erfahrung in diesem Projekt zeigt eindeutig, dass man sich auch mit mittleren Instrumenten, so um die 8",
fleissig an die NGC's ranmachen sollte.
So sind die beiden Messier-Haufen (M52 und M103) keineswegs die Interessantesten!
Der eindeutige Sieger, was die Schönheit angeht, ist für mich NGC 7789.
Im Folgenden habe ich 12, der für mich schönsten Objekte ausgewählt:
NGC 7789 ____6.7m, 16'
Was für ein prächtiger Anblick! Ich habe ca. 120 Sterne geschätzt.
Die hellsten davon sind ca. 10m hell und mit abnehmender Helligkeit sind gleichmässig immer mehr Sterne zu erkennen.
Das fasziniernde an diesem Haufen sind aber die Dunkelbänder und -Flecke, die diesen Haufen durchziehen.
Solche Dunkelbereiche gibt es auch in anderen Haufen, aber nirgends springen sie so ins Auge wie hier.
Dies wäre wirklich eine lohnendes Objekt für eine Deepsky-Zeichung.
M 52 ____6.9m, 13'
Der Ost fällt durch seine runde Form und die gleichförmige Helligkeit der Sterne auf.
Die Sterne sind alle dunler als 10m, nur am westlichen Rand sticht ein Stern mit 8.3m heraus.
Geschätzt habe ich 90 Sterne. Dabei zähle ich nur die Hälfte oder ein Viertel des Haufen aus und rechne das dann hoch.
NGC 381 ____9.3m, 6'
Der Haufen ist von der Gesamthelligkeit dunkler als die beiden oben beschriebenen, aber die Ausdehnung ist auch kleiner,
sodass er einem sofort ins Auge springt.
Ich habe 63 Sterne gezählt, mit Helligkeiten von 11m abwärts.
Interressant an diesem Haufen ist, dass man mit längerem Hinschauen immer mehr Sterne erkennt.
Der ganze Hingrund bekommt dann ein granuliertes Aussehen, so als ob Hunderte von Sternen an der Auflösungsgrenze zu sehen sind.
Die Amerikaner nennen das "Cottage-Cheese"-Effekt.
Auf jeden Fall ein schöner Anblick.
M103 ____7.4m, 6'
Ich finde diesen Haufen nicht so wahnsinnig aufregend.
Gezählt habe ich 45 Sterne, von denen einige um die 9m hell sind.
Hier zeigt sich, dass man die Vergrößerung bei Sternhaufen nicht zu niedrig wählen sollte.
Bei längerbrennweitigen Okularen sieht man einfach immer weniger Sterne.
NGC 189 ____8.8m, 3.7'
Dieser Haufen gehört eher zu den nicht so auffälligen.
Ich habe 21 Sterne mit Helligkeiten von 11m abwärts gezählt.
Ähnlich wie bei NGC 381 sieht man aber, dass es noch wesentlich mehr dunklere Sterne geben muss.
NGC 637 ____8.2m, 3.5'
Dieser relativ kleine Haufen enthält 18 Sterne von 10m abwärts.
Einige helle Sterne formen einen schönen Kreisbogen.
Auch hier gibt es im Hintergrund noch wesentlich mehr schwache Sterne.
NGC 559 ____9.5m, 4.4'
Trotz seiner geringen Helligkeit ist die Haufen ziemlich auffällig.
Ich habe 18 Sterne mit Helligkeiten von 11m abwärts gezählt.
Wieder erzeugt hier ein Hintergrund von vielen Sternen unterhalb der direkten Sichtbarkeit ein
granulatartiges Aussehen, das den wenigen Sternen des Vordergrundes eine prachtvolle
Kulisse bietet.
NGC 654 ____6.5m, 5'
Dieser Haufen zählt mit gezählten 30 Sternen nicht zu den grossen Haufen.
Die runde Form und die gleichmässig abnehmende Helligkeit der Sterne erinnern aber an einen Kugelhaufen
und sind einfach schön.
NGC 663 ____7.1m, 16'
Dies ist eher wieder einer der prachtvollen, grösseren Haufen.
Eigentlich ist erstaunlich, dass dieser Haufen nicht in der Messier-Liste auftaucht.
Er ist durchaus auffälliger als M 103.
Insgesamt habe ich 65 Sterne gezählt. 4 helle Sterne mit ca. 8m bilden ein auffälligen Vordergrundsmuster.
Mit abnehmender Helligkeit werden es immer mehr Sterne.
NGC 659 ____7.9m, 5'
Ich habe gerade mal 11 Sterne von 11m abwärts gezählt.
Auffällig ist bei diesem Haufen eine Formation von 6 hellen Sternen in Form eines U.
Als Hintergrund sind aber wesentlich mehr Sterne zu erahnen.
NGC 743 ____9.5m, 5'
In diesem Haufen sieht man gerade mal 15 Sterne (von10m abwärts).
Diese sind aber innerhalb eines schönen symmetrischen Dreiecks angeordnet.
King 4 ____10.5m, 3'
Als Abschluss habe ich mal einen der "Exoten" jenseits des NGC-Kataloges ausgewählt.
Dies heisst aber nicht, dass er schwieriger wäre als manche der NGC-Objekte.
So habe ich z.B. NGC 609 aufgesucht, dort aber bei bestem Willen nichts gefunden.
King 4 ist sicherlich auch mit kleineren Instrumenten als meinem 18"ler zu erreichen.
Direkt gesehen habe ich ca. 10 Sterne mit Helligkeiten jenseits von 13m.
Dahinter sind aber noch mehr dunklere Sterne zu erahnen.
Ein wirklich hübsches kleines Objekt, um mal an die Grenzen der Sichtbarkeit zu gehen.
Zum Schluss noch mal was anderes als offene Sternhaufen.
Mit einem grösseren Instrument kann man sich mal in der Nähe von beta CAS an der Galaxie IC 10 versuchen.
Die Entfernung von 3 Grad zum galaktischen Äquator inmitten von Sternhaufen ist schon ein Kuriosum.
Die Helligkeit von 11.8m verspricht eigentlich eine relative leichte Sichtbarkeit.
Die Grösse von 6.4' in der grossen Achse führt aber zu einer extrem niedrigen Flächenhelligkeit.
Ich bilde mir ein indirekt die Galaxie gesehen zu haben. Ich würde darauf aber nicht mein Okular verwetten.
IC 10 ist wissenschaftlich extrem interessant.
Es ist eine irreguläre Ga, die zur lokalen Gruppe gehört. Entfernung 3-6 Mio Lichtjahre.
Die Grösse entspricht etwa der kleinen Magellanschen Wolke.
Ohne die Lichtabschwächung durch unsere Milchstrasse wäre dies sicherlich ein schönes Objekt auch für kleinere Fernrohre.
Soweit der Streifzug durch die Cassiopeia.
clear skies
Wolfgang