Beobachtungsbericht vom 15.03.2003

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JensR

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Hallo Astrogemeinde,

hier ein kleiner Beobachtungsbericht von Samstag (15.3.2003)

Beobachtungsbedingungen:
4 Tage vor Vollmond
ca. 3km von Waldniel in NRW entfernt, daher Aufhellung des Horizonts.
Beobachtung auf einer grossen Lichtung, umgeben von Wald.
Ohne den hellen Mond ist die Beobachtungsstelle wahrscheinlich gut erreichbar.
Wolkenlos aber nur moderate Durchsicht.
Das Reiterlein war gerade so erkennbar.

Beobachtungsinstrumente:
GSO Newton 200x800
EQ6 mit Boxdörfer SLP-Steuerung
9mm und 25mm Okulare
12x50 Sucher


Dieses Wochenende habe ich in meiner Heimat nahe der holländischen Grenze verbracht, und aufgrund des klaren Wetters auch mein Teleskop mitgenommen. Denn es hat sich so endlich einmal die Gelegenheit ergeben, meinen Bruder Dominik (17) das Hobby zu zeigen, von dem ich ihm immer erzähle. Vorsichtshalber habe ich ihn schon vorgewarnt, daß möglicherweise einige der geplanten Objekte nicht oder sehr schlecht zu sehen sind.

Angefangen haben wir nach dem Aufbau mit Saturn (was er zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste). Zunächst habe ich den Planeten meinem Bruder durch den Sucher gezeigt. Zu Sehen war natürlich ausser einem hellen Punkt nichts. Ein Blick durch das Teleskop mit 32facher Vergrösserung hat ihm auch nicht weiter gebracht, um was es sich da handelt. Er solle den Punkt ein bißchen länger beobachten. Er wußte nicht, worauf er achten sollte, bis ihm zwei (?) Ringe oder Scheiben aufgefallen waren. Welches Himmelsobjekt das sein könnte, fragte ich ihn. Keine Antwort, aber gerunzelte Stirn. Welcher Himmelskörper hat denn eine Ring, bohrte ich nach. Der Saturn!!! Jetzt habe ich die Vergrösserung ein etwas hochgefahren: 89fach. Diesmal war der Planet deutlich sichtbar und begeisterte Ausrufe erfüllten die Lichtung. Die Cassiniteilung war hier oder da sichtbar, wenn die Athmosphäre es mal zugelassen hat. Wir konnten auch zwei Monde sowie den Saturnschatten auf dem Ring erkennen.

Danach ein Schwenk zum Jupiter nahe dem strahlenden Mond. Der Hintergrund war hier eher hell und gelblich als schwarz. Die beiden Bänder waren in aller Deutlichkeit aber ohne Struktur zu sehen. Neben dem Jupiter reihten sich drei Monde in etwa gleicher Entfernung auf. Beim vierten Mond war ich mir nicht sicher, er könnte weiter von den drei anderen Monden entfernt auf der gleichen Seite des Jupiters gewesen sein. Da bin ich mir aber nicht sicher.

Es folgt eine Reise zu den verschiedenen anderen Himmelskörperarten. So begannen wir mit dem Orionnebel (GN;M42;Ori) als Beispiel für die Gasnebel. Mir war klar, daß dieser bei dem hellen Himmel nichts hergeben wird. Der Anblick war dann auch wirklich enttäuschend. Das Zentrum um das Trapez war aber deutlich als Nebel zu erkennen. Mein Bruder hatte erst den Orionnebel im Okular gesucht, wusste aber nicht, worauf er achten solle. So sagte er, er würde zwar eine Erhellung erkennen, nicht aber den Nebel. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> ?!?. Bei 89fach war der Nebel deutlicher sichtbar und auch das Trapez war in seine 4 Komponenten aufgelöst. Ich habe sogar M43 (GN;Ori) beim indirekten Sehen erkannt. Mein Bruder konnte ihn aber nicht sehen.

Von 1977 (GN;Ori) war nichts zu sehen, und der offene Haufen NGC 1981 (OC;Ori) präsentierte sich sehr sternenarm. Dieser war kein guter Anfang für die offenen Haufen, denn so mußte ich meinem Bruder erklären, was an diesen paar Sternen denn so besonderes ist. (Etwa gleich alt, gemeinsamer Ursprung in einer Gaswolke).

Als weitere Beispiele für offene Sternhaufen konnte ich dann Praesepe M44 (OC;Cnc) und die Aurigahaufen M36, M37, M38 (OC;Aur) aufführen. Sie waren (für mich) alle höchst enttäuschend. Die schwächeren Sterne waren noch nicht einmal als nebelige Struktur erkennbar. Das Aufsuchen der Aurigahaufen war dann auch eher Glücksache.

Dann kam der Eskimonebel (NGC 2392;PN;Gem) als Beispiel für die Planetarischen Nebel dran. Er war (für mich) deutlich erkennbar und eigentlich sehr schön, wenn auch ohne Farbe; ein rundes Fleckchen.

Sichbare Kugelsternhaufen kannte ich keine, so wollte ich meinem Bruder dann noch eine Galaxie präsentieren. Auch hier stand schon vorher fest, daß sie enttäuschend sein wird. Es sollte die Andromedagalaxie M31 (Gx;And) sein, die wohl als einzige die nötige Helligkeit mitbringt. Das Aufsuchen im Horizontdunst war dann auch keinesfalls einfach. Erst nach dem vierten oder fünften Versuch konnte ich dann die helle Zentralregion auffinden.

Das wohl dankbarste, wenn auch nicht eindrucksvollste Objekt (Saturn), war schließlich der Mond. Ich habe ihn für den Schluss aufbewahrt, um die Nachtsicht nicht zu stören. Toll war es, auf ihn spazieren zu sehen und mit den Vergrößerungen zu spielen. Da konnte Dominik nach Herzeslust das Teleskop ausprobieren (Aufsuchen üben, parallaktische Montierung mit Steuerung und manuell bewegen, etc.).

Später haben wird dann eingepackt. Dieser Abend hat Hunger auf mehr gemacht und es war für meinen Bruder mal interessant, Astronomie live zu erleben und die Himmelskörper mit bloßem Auge zu betrachten.

Dark skies <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Jens
 
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