AstroChristian
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Und schon wieder ein Beobachtungsbericht von mir. Irgendwie werden meine Beobachtungszeiträume immer kürzer aufgrund der Wolken. Und heute ist es schon wieder bewölkt. Selbst wenn es nachher klar seien sollte, ist bei uns heute Lichterfest mit einem Feuerwerk von 0:00-1:00
Können die nicht mal ein Dunkelheitsfest machen?
Gestern ist mein 2"-O III-Filter von Baader gekommen, den konnte ich dann ausgiebig testen. Erstmal aber die Beobachtungen von vorgestern.
Die Beobachtungen fanden von 22:30-0:10 statt. Es war zwar keine hohe Luftfeuchtigkeit, die Durchsicht war auch relativ gut, vor allem im Zenit; in Horizontnähe war es die ganze Zeit über nebelig. Ab 0:00 hatte ich dann außer im Zenit eine geschlossene Wolkendecke, Grenzgröße 5m,6.
Angefangen habe ich, wie so oft dieser Tage, mit einem offenen Sternenhaufen, NGC 6939 im Cepheus. Bei 133x war der Haufen ungewöhnlich dicht. Das Zentrum war eher unregelmäßig. Außenrum lief ein Sternenbogen, der nach Westen offen war.
Da ich mir mal ein paar mehr Galaxien ansehen wollte, war als nächstes M63 in den Jagdhunden ebenfalls bei 133x dran. Sie war im Prinzip nur ein schwacher, länglicher Nebel mit einem gant leicht flächigen Zentrum, hellen Zentrum. Ein heller Stern befand sich westlich, eine Straßenlaterne 20° südlich. Mensch, was war das für ein Kontrast. Können die nicht mal Lampen aufstellen, die im fernen Ultraviolett ihr Licht aussenden?
Ebenfalls in den Jagdhunden befindet sich die Galaxie NGC 4485. Bei 80x war sie als Unregelmäßiger Nebel mit hellerem Zentrum ohne weitere Strukturen zu sehen. Die Nachbargalaxie NGC 4490 war ebenfalls unsichtbar.
Das nächste Messierobjekt (immer noch Jagdhunde) war M94. Diese Galaxie war deutlich oval mit einem hellen, indirekt flächigen Zentrum.
Gegen 23:29 konnte ich im Widder diesen hellen Lichtblitz sehen, zu dem ich schon einen anderen Thread gestartet habe. Das letzte Objekt für diesen Abend war die Dunkelwolke Barnard 168, ein Objekt für das 10*50-Fernglas. Die Wolke ist ein ziemlich langer, dnkler Bereich südlich von M39.
Als ich am Freitag von der Arbeit nach Hause gekommen war, lag der O III-Filter bereits auf dem Tisch, sodass ich mich am Abend wieder in die Beobachtungen stürzen konnte. Stürzen ist vielleicht zuviel gesagt, denn weit bin ich nicht gekommen. Raus bin ich wieder um 22:00, rein dann um 23:10. Die Luftfeuchtigkeit war gering, die Durchsicht gut und die Wolken ab 23:10 zahlreich; fst 5m,3. Ja, wenn es so weiter geht, habe ich in ein paar Tagen einen 4m,5-Himmel, an dem ich jeden Tag für 10 Minuten beobachten kann :mauer:
Gelich zu Anfang wollte ich mal sehen, was mit dem Filter möglich ist.
Der planetarische Nebel NGC 6781 im Adler schien mit einer Flächenhelligkeit von 16m (DSRA) gut geeignet. Bei 80-facher Vergrößerung war der Nebel als ovale, leicht unregelmäßige Scheibe mit gleichbleibender Helligkeitsverteilg zu sehen. Demnächst gehe ich mit etwas höherer Vergrößerung ran, um mir den Nebel noch mal genauer anzusehen.
Nun war der Cirrusnebel, den ich sonst, selbst bei besserem Himmel ohne Filter, nicht erkennen konnte, dran. Die Grenzgröße lag wohlgemerkt noch nicht bei 5m,3 (das ist ein Wert von Mitternacht), die Milchstraße war noch nicht so klar zu sehen wie sonst.
Der Teil NGC 9660 war bei 37,5x Als heller Nebel mit hoher Nord-Süd-Ausdehnung um52 Cygni zu sehen. Die Helligkeitsunterschiede im Nebel waren sehr fein und gut zu erkennen. Der Teil NGC 6992/5 war noch besser zu erkennen, hier konnte ich feine Filamente, vor allem am Rand, erkennen. Die Helligkeitsunterschiede waren aber nicht so hoch wie beim anderen Teil. Allerdings war in der Mitte des Nebels ein etwas dunklerer Bereich.
Auch der Nordamerikanebel sollte rein ins Okular. Dort hat er auch mehrere Gesichstfelder gefüllt. Seine From war gut erkennbar, auch wenn ich ihn eher USA-Nebel nennen würde, da mir Kanada fehlt (vielleicht habe ich auch einfach nicht genau genug hingeshen) :biggrin:
Um noch einmal den Anblick mit und ohne O III-Filter zu vergelichen, habe ich mir noch mal den Hantelnebel bei 72x angesehen. Die Strukturfülle war beeindruckend, der Vorteil des Nebelfilters zeigt sich hier deutlich. Die Hantelform war überdeutlich und wurde an den Seiten von schwächeren Nebelteilen zu einer Art oval ergänzt. Es waren viele feine Helligkeitsunterschiede erkennbar.
Fazit: Die Investition hat sich gelohnt. Ich will den Filter auch mal an M101 testen (Nebelgebiete).
In diesem Sinne
Carpe Noctem und Clear Skies,
Christian
Gestern ist mein 2"-O III-Filter von Baader gekommen, den konnte ich dann ausgiebig testen. Erstmal aber die Beobachtungen von vorgestern.
Die Beobachtungen fanden von 22:30-0:10 statt. Es war zwar keine hohe Luftfeuchtigkeit, die Durchsicht war auch relativ gut, vor allem im Zenit; in Horizontnähe war es die ganze Zeit über nebelig. Ab 0:00 hatte ich dann außer im Zenit eine geschlossene Wolkendecke, Grenzgröße 5m,6.
Angefangen habe ich, wie so oft dieser Tage, mit einem offenen Sternenhaufen, NGC 6939 im Cepheus. Bei 133x war der Haufen ungewöhnlich dicht. Das Zentrum war eher unregelmäßig. Außenrum lief ein Sternenbogen, der nach Westen offen war.
Da ich mir mal ein paar mehr Galaxien ansehen wollte, war als nächstes M63 in den Jagdhunden ebenfalls bei 133x dran. Sie war im Prinzip nur ein schwacher, länglicher Nebel mit einem gant leicht flächigen Zentrum, hellen Zentrum. Ein heller Stern befand sich westlich, eine Straßenlaterne 20° südlich. Mensch, was war das für ein Kontrast. Können die nicht mal Lampen aufstellen, die im fernen Ultraviolett ihr Licht aussenden?
Ebenfalls in den Jagdhunden befindet sich die Galaxie NGC 4485. Bei 80x war sie als Unregelmäßiger Nebel mit hellerem Zentrum ohne weitere Strukturen zu sehen. Die Nachbargalaxie NGC 4490 war ebenfalls unsichtbar.
Das nächste Messierobjekt (immer noch Jagdhunde) war M94. Diese Galaxie war deutlich oval mit einem hellen, indirekt flächigen Zentrum.
Gegen 23:29 konnte ich im Widder diesen hellen Lichtblitz sehen, zu dem ich schon einen anderen Thread gestartet habe. Das letzte Objekt für diesen Abend war die Dunkelwolke Barnard 168, ein Objekt für das 10*50-Fernglas. Die Wolke ist ein ziemlich langer, dnkler Bereich südlich von M39.
Als ich am Freitag von der Arbeit nach Hause gekommen war, lag der O III-Filter bereits auf dem Tisch, sodass ich mich am Abend wieder in die Beobachtungen stürzen konnte. Stürzen ist vielleicht zuviel gesagt, denn weit bin ich nicht gekommen. Raus bin ich wieder um 22:00, rein dann um 23:10. Die Luftfeuchtigkeit war gering, die Durchsicht gut und die Wolken ab 23:10 zahlreich; fst 5m,3. Ja, wenn es so weiter geht, habe ich in ein paar Tagen einen 4m,5-Himmel, an dem ich jeden Tag für 10 Minuten beobachten kann :mauer:
Gelich zu Anfang wollte ich mal sehen, was mit dem Filter möglich ist.
Der planetarische Nebel NGC 6781 im Adler schien mit einer Flächenhelligkeit von 16m (DSRA) gut geeignet. Bei 80-facher Vergrößerung war der Nebel als ovale, leicht unregelmäßige Scheibe mit gleichbleibender Helligkeitsverteilg zu sehen. Demnächst gehe ich mit etwas höherer Vergrößerung ran, um mir den Nebel noch mal genauer anzusehen.
Nun war der Cirrusnebel, den ich sonst, selbst bei besserem Himmel ohne Filter, nicht erkennen konnte, dran. Die Grenzgröße lag wohlgemerkt noch nicht bei 5m,3 (das ist ein Wert von Mitternacht), die Milchstraße war noch nicht so klar zu sehen wie sonst.
Der Teil NGC 9660 war bei 37,5x Als heller Nebel mit hoher Nord-Süd-Ausdehnung um52 Cygni zu sehen. Die Helligkeitsunterschiede im Nebel waren sehr fein und gut zu erkennen. Der Teil NGC 6992/5 war noch besser zu erkennen, hier konnte ich feine Filamente, vor allem am Rand, erkennen. Die Helligkeitsunterschiede waren aber nicht so hoch wie beim anderen Teil. Allerdings war in der Mitte des Nebels ein etwas dunklerer Bereich.
Auch der Nordamerikanebel sollte rein ins Okular. Dort hat er auch mehrere Gesichstfelder gefüllt. Seine From war gut erkennbar, auch wenn ich ihn eher USA-Nebel nennen würde, da mir Kanada fehlt (vielleicht habe ich auch einfach nicht genau genug hingeshen) :biggrin:
Um noch einmal den Anblick mit und ohne O III-Filter zu vergelichen, habe ich mir noch mal den Hantelnebel bei 72x angesehen. Die Strukturfülle war beeindruckend, der Vorteil des Nebelfilters zeigt sich hier deutlich. Die Hantelform war überdeutlich und wurde an den Seiten von schwächeren Nebelteilen zu einer Art oval ergänzt. Es waren viele feine Helligkeitsunterschiede erkennbar.
Fazit: Die Investition hat sich gelohnt. Ich will den Filter auch mal an M101 testen (Nebelgebiete).
In diesem Sinne
Carpe Noctem und Clear Skies,
Christian