Beobachtungsergonomie

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Hajime

Mitglied
Hallo liebe Foristen,

ich habe mich entschieden (jedenfalls mehr oder weniger) mir ein Newton Skywatcher 150/750 auf einer EQ-5 zu kaufen. Auf die Beobachtungsobjekte bin ich noch nicht so wirklich festgelegt.
Ich finde Planeten sehr interessant, möchte mir durch den Newton aber die Möglichkeit für Sternenhaufen usw. offen halten. Deswegen dieser "Allrounder" (jedenfalls habe ich mir das aus Informationen aus dem Netz so zusammengetragen).

Nun zu meiner Frage:
Ich habe mit Nacken/Schulterproblemen zu kämpfen. Als ich mit einem kleinen Bresser-Kaufhausrefraktor den Mond beobachtet habe, habe ich gemerkt, dass die Beobachtungshaltung alles andere als Optimal war (sowohl mit und als auch ohne Zenitspiegel). Mein Nacken verkrampfte sehr schnell, was bei mir sehr schmerzhaft ist.
Natürlich ist ein Newton kein Refraktor, aber das grundsätzliche Problem bleibt gleich denke ich.

Wie verhält es sich mit der Einblickergonomie bei einem Newton? Habt ihr Tipps oder eigene Erfahrungen wie man einen entspannten Blick ins Teleskop erreichen kann?

Wie verhält es sich mit dem Einblickwinkel bei ("besseren") Okularen? Bei dem Refraktor muss man wirklich genau axial in das Okular schauen, um ein verünftiges Bild zu sehen.

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

entspanntes Beobachten geht in der Regel nur im Sitzen (Füssener Astrostuhl) in Kombination mit einem Refraktor oder SC + Zenitspiegel. Dann kann man "gemütlich und entspannt" von oben ins Okular schauen. Dann gelingt es auch, 30 Minuten lang (ohne Nackenschmerzen) ein Objekt zu beobachten.

Baulänge des Teleskops und Stativhöhe müssen aufeinander abgestimmt werden, sonst läuft man Gefahr, ein Loch in den Boden graben zu müssen, um zenitnah beobachten zu können.

Ein Newton ist zwar preiswert, verlangt aber eine gewisse sportliche Einstellung bzw. ständiges Drehen des Newtons in der Rohrschelle. Zenitnahe Beobachtungen gehen meist nur im Stehen (entweder ist der OAZ zu hoch oder die Stativbeine sind dem Stuhl im Weg).

Gruß Klaus
 
Hallo,

dass die Beobachtungshaltung alles andere als Optimal war (sowohl mit und als auch ohne Zenitspiegel).

Das kann ich nicht nachvollziehen.

Gerade mit dem Zenitspiegel lässt sich die Einblickposition so ausrichten, das in jeder Stellung vom Tubus ein entspannter Einblick gewährleistet ist.
Das einzige, was bei dir gewesen sein könnte, wenn das Stativ zu kurz, oder keine Möglichkeit zum hinsetzen und entspannten Beobachten gegeben war.

Ich kann aus einfacher Erfahrung sagen, das gerade das beobachten mit einem Zenitspiegel an einem Refraktor (bei mir ist es ein Schiefspiegler, er hat den gleichen Einblick wie ein Refraktor), ein sehr entspanntes Beobachten ist.


Natürlich ist ein Newton kein Refraktor, aber das grundsätzliche Problem bleibt gleich denke ich.

Nein, denn es sind zwei sehr verschiedene Einblickpositionen.
Wie oben schon geschrieben, kannst du die Einblickposition beim Refraktor mit Zenitspiegel frei wählen, beim Newton ist das nicht so einfach.
Hier muss man eventuell den Tubus in den Rohrschellen drehen, um ein Objekt vernünftig beobachten zu können.


Wie verhält es sich mit der Einblickergonomie bei einem Newton? Habt ihr Tipps oder eigene Erfahrungen wie man einen entspannten Blick ins Teleskop erreichen kann?

Ich beobachte meine Objekte im Meridian.
Den Tubus richte ich in den Rohrschellen so ein, das der Okularauszug nach Westen zeigt.

Ich sorge noch dafür, das ich mich beim beobachten entweder bequem hinsetzen oder hinstellen kann.

(Siehe auch: Beobachten am Nachthimmel - corcaroli.de)


Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo,

danke für eure schnellen Antworten.

Beim beobachten mit dem Zenitspiegel empfand ich den Einblick direkt von oben am unangenehmsten. Dazu muss man ja seinen Kopf knapp 90° nach vorne beugen.
Ich habe auf einem Stuhl gesessen und das Stativ war von der Höhe auch gut eingestellt. Der Mond stand bei rückwirkend geschätzten 35-45° Höhe.

Oder geht ihr davon aus, dass man im 90° Winkel zur Teleskop-Achse sitzt und den Zenitspiegel dementsprechend dreht (und das Stativ ebenfalls entsprechend hoch einstellt)?

Zitat von *entfernt*:
Meridian bedeutet in diesem Fall, du beobachtest mit einer parallaktischen Montierung? (sieht man ja auch auf der Webseite)

Also würdet ihr mir unter den gegebenen Umständen eher zum kauf eines Refraktors raten?

Gruß
Sebastian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Beim beobachten mit dem Zenitspiegel empfand ich den Einblick direkt von oben am unangenehmsten. Dazu muss man ja seinen Kopf knapp 90° nach vorne beugen.

Das mache ich so nicht...
Weshalb sollte man nur von oben hineinschauen?
Ich drehe meinem Zenitspiegel dorthin, wie es mir eben am besten passt. Das einzige was passiert, das sich das Bild im Spiegel dreht, das ist für mich aber nicht relevant.

Meistens sehe ich im sitzen von der Seite in das Okular.
Eventuell kannst du das an den Bildern erkennen. Hier ist der Zenitspiegel zur Seite gedreht.

Hier habe ich im stehen beobachtet:

Link zur Grafik: http://www.corcaroli.de/Bilder/Berichte/2015/2015-07-03-Teleskop.jpg

Bei dieser Sonnenbeobachtung kann ich im Schiefspiegler im sitzen beobachten. Auch hier drehe ich mir den Zenitspiegel so hin, so das ich bequem in das Okular sehen kann:

Link zur Grafik: https://lh4.googleusercontent.com/-13-Qp0DDlxY/VhzV9Jbc95I/AAAAAAAAFMY/2PS1UnR2yUM/w638-h479/2015-10-13-Sonnenbeobachtung.jpg


du beobachtest mit einer parallaktischen Montierung

Ja, ich beobachte mit meinem 12"/f 4 Newton parallaktisch montiert auf einer Losmandy G11.


Also würdet ihr mir unter den gegebenen Umständen eher zum kauf eines Refraktors raten?

Keinesfalls!
Wenn dann, einen Dobson, so groß wie du diesem transportieren und natürlich auch bezahlen kannst.
Am besten die Teleskope und den Umgang damit mal live ansehen. Evtl. gibt es bei dir in der Nähe Leute, die solche Teleskope besitzen und bei denen du mal mit durchsehen kannst.


Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Sebastian,

ich habe auch "Rücken" und rate äußerst dringend von einem parallaktisch montierten Newton für visuelle Beobachtung ab, soweit er ohne Rotationsschellen kommt.
Ebenso rate ich von Refraktoren ab, gerade dann, wenn sie eine gewisse Länge und entsprechende Hebel haben.
Für mich ist bewuem anders, gerade wenn ich mich von der Objekthöhe hr nicht von vorne heren zu sehr festlegen möchte und auch mal vom Zenit an den Horizont schwenken möchte. Es mag entsprechen gut und schnell verstellbare, variable Stative und Montierungen geben. Da muss man sich dann mal schlau machen.

Wie Gerd vor mir halte ich einen Dobson mit guter Sitz-/Standhöhe, also sagen wir ab 8" aufwärts visuell für ideal, wenn er mit einem bequemen, passenden Astrostuhl kombiniert wird. Ich beobachte mit 6" f/6 auf einer Kiste und mit 8", 12", 16" Dobsons relativ lange und beschwerdefrei.

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*:
Das mache ich so nicht...
Weshalb sollte man nur von oben hineinschauen?

Gute Frage, ich weiß nicht, aber eigentlich hast du ja recht ;)

Ich werde es beim nächsten Mal so ausprobieren (wenn das Wetter und der Mond mal mitspielen würde)

Hm.
Ich muss sagen, ich habe mich nach Recherche eigentlich bewusst gegen einen Dobson entschieden.
Ich wollte mir die Möglichkeit für die Fotografie offenhalten, ohne mir dann eine neue Montierung zulegen zu müsen.
Gleichzeitig wollte ich die Montierung als Nachführung für eine DSLR nutzen (um längere Belichtungszeiten bei Übersichtsaufnahmen usw. zu ermöglichen).

Aber vllt sollte ich mir das nocheinmal durch den Kopf gehen lassen.

Ich habe in der örtlichen Sternwarte bereits durch einen 150/2250 Coudé-Refraktor beobachten können (Planeten und Mond), aber durch ein "normales" Teleskop leider noch nicht (mal abgesehen, von einem 50/500 Bresser-Refraktor).

Gruß
Sebastian
 
Hallo Günther,

nur verständnishalber: Wo ist der Unterschied zwischen einem 1,2m langen Refraktor und einem 1,2m langen Dobson? Außer in der Öffnung natürlich - mir geht's nur um den Einblick.

Der Bogen, den das Okular um die Montierung beschreibt, ist doch gleich; gerade bei azimutaler Montierung wie beim Dobson. Beim Dobson ist der Bogen eher noch größer, weil beim Refraktor die Rohrschellen ja eher mittig sitzen.

Beste Grüße,
Alex

=> Sebastian: So einen Coudé haben wir in Heilbronn auch: Da wird auch entweder im Stehen von oben reingeschaut, oder der Zenitspiegel wird zur Seite gedreht, und man beobachtet im Sitzen. Nur Kinder brauchen einen Tritthocker.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Alex,

ich möchte meine Vorlieben eigentlich nun nicht zum Thema machen, aber selbst wenn Du am Refraktor mit Zenitspiegel beobachtest und damit das Okular auch seitlich drehen und in der Neigung verstellen kannst, bist Du beim Refraktoreinblick in jedem Fall am unteren Ende während Du beim Dobs mit dem Einblick am oberen Ende und seitlich eigentlich nie unterhalb der waagrechten "zu liegen" kommst.
Wenn Du mit dem langen Refraktor also zwischen Zenit und Polaris schwenken willst und bei Polaris mit den Kniefall machen willst, musst Du schon ein sehr hohes Stativ oder eine gute, simnple Höhenverstellung des Stativs oder gar Kurbelfunktion haben.
Allein daher empfiehlt es sich meistens, bei Stativen deutlich unterhalb der Tragfähigkeitsangaben zu bleiben.

Nun gut, es geht nun um Foddo, nicht meine Baustelle.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

oh je Günther...

Wenn Du mit dem langen Refraktor also zwischen Zenit und Polaris schwenken willst und bei Polaris mit den Kniefall machen willst, musst Du schon ein sehr hohes Stativ oder eine gute, simnple Höhenverstellung des Stativs oder gar Kurbelfunktion haben.

So wie du das schreibst, hast du entweder gar kleine oder nur eine geringe Beobachtungserfahrung, was die Beobachtung mit einem Refraktor angeht... Oder du schreibst nur vorgekautes nach...


Ich habe jetzt schon einige Jahrzehnte lang Erfahrungen sammeln können, mit Refraktoren, oder dem jetzigen Schiefspiegler (der vom Einblick her gleich ist).

Das Stativ bleibt immer gleich ausgezogen, und sollte natürlich lang genug, und auch stabil genug sein.
Was sich ändert, ist die Höhe vom Beobachtungsstuhl.

Findige Sternfreunde haben so etwas wie den "Füssener Astrostuhl" entwickelt. In jedem größeren Supermarkt gibt es höhenverstellbare Bügelstühle. IKEA hat höhenverstellbare Hocker...

Was machst du denn am Dobson? Einmal in Zenit, und einmal in Horizontnähe???
Einmal kannst du (je nach der Größe vom Teleskop) stehen oder sitzen, einmal musst du sehr tief herunter, entweder auf einem Hocker, oder sich irgendwie am Okularauszug hinbeugen...

Schönen Sonntag noch...
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh je Gerd,

ich sage es doch, es ist nicht mein bevorzugtes Gerät und auch nicht mein bevorzugtes Thema.
Ich komme nur immer wieder bei anderen Leuten, also beim Gastspechteln an solchen Refraktoren in die Situation, dass es mir nicht passt.

Das bedeutet nicht, dass ich jemanden davon abhalten will.
Mein Hauptansatz war, dass ein parallaktischer Newton ohne Rotationsschellen für mich visuell ein absolutes NoGo ist.
Aber auch da kann sich jemand finden, der das anders sieht, weil er den Dreh für sich raus hat.
Oh je und....

auch Dir einen schönen Sonntag noch...
*entfernt*



 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

klar, ein ausreichend hohes Stativ ist Grundvoraussetzung – aber wenn der Dobson horizontnah steht, ist das Okular bei den meisten Modellen, die ich kenne, auch etwa in Kniehöhe, daher die Frage. Die 60-70cm Höhenunterschied im Einblick zwischen waagrecht und senkrecht hast du beim Dobson ja auch schnell, nur dass das Okular nach oben wandert (was praktisch ist, zugegeben.

Beim parallaktisch montierten Newton bin ich voll auf deiner Seite, und bei den hüfthohen Stativen vieler Goto- oder Einsteiger-Montierungen auch. Bei vernünftigen Kombinationen aus Teleskop und Rockerbox bzw. Monti/Stativ sehe ich das Problem nicht – nur deshalb die Verwunderung.

Beste Grüße,
Alex
 
Hi!

Zitat von *entfernt*GMS:
Mein Hauptansatz war, dass ein parallaktischer Newton ohne Rotationsschellen für mich visuell ein absolutes NoGo ist.
Aber auch da kann sich jemand finden, der das anders sieht, weil er den Dreh für sich raus hat.
Zum Beispiel ich. Rotationsschellen wären zwar hilfreich, man kommt aber bei Teleskopen von moderater Größe auch ohne aus. Dabei sind zwei Dinge zu beachten:

1. Der Okularauszug muß parallel (aber üblicherweise auch parallelverschoben) zur Deklinationsachse sein.

2. Wenn etwas doch zu unbequem ist, entweder bis zu einer besseren Position ein anderes Objekt beobachten oder den Tubus ausnahmsweise doch drehen.

Üblicherweise sorgt Punkt 1 dafür, daß Punkt 2 selten auftritt.

Grüße

fquadrat
 
Hallo.


Aber auch da kann sich jemand finden, der das anders sieht, weil er den Dreh für sich raus hat.


Ich muss selten den Tubus in den Rohrschellen drehen, und dann auch nur, wenn ich einen Kometen in der Nähe vom Horizont beobachte.

Ich baue meinem 12" Newton so auf, das der Okularauszug mit dem Gegengewicht in einer Linie steht. Er zeigt dabei nach Westen, das Teleskop läuft bei der Beobachtung auf mich zu.

Objekte beobachte ich schon immer in der Nähe vor ihrer Kulmination.
So geht auch das beobachten mit einem parallaktisch montierten Newton ganz gut.


Viele Grüße
*entfernt*
 
Nachdem der Himmel am Donnerstag Abend aufklarte konnte ich erneut den Mond ins Visier nehmen. Dieses Mal habe ich bewusst den Zenitspiegel anders ausgerichtet wie von Gerd empfohlen.
Fazit:
Ich habe zwar nur ca. eine Stunde draußen verbracht. Die Beobachtung ging aber relativ gut und (für meine Verhältnisse) relativ entspannt.

Durch diese Erfahrung und eure Kommentare bin ich dann doch etwas verunsichert, ob der Newton der Richtige ist.
Durch fehlende Erfahrung ist es für mich natürlich etwas schwer zu bewerten wer von euch "recht" hat.

Der Kundendienst vom Astroshop hat mir auch den 150/750er Newton empfohlen (in der PDS-Variante).

Als Alternative hätte ich mir einen Refraktor 120/1000 auf NEQ-5 herausgesucht.
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-ac-120-1000-evostar-neq-5/p,25078

Gruß
Sebastian
 
Zitat von Hajime:
...

Als Alternative hätte ich mir einen Refraktor 120/1000 auf NEQ-5 herausgesucht.
http://www.astroshop.de/skywatcher-teleskop-ac-120-1000-evostar-neq-5/p,25078

Gruß
Sebastian

Sicher auch keine schlechte Wahl. Ich habe mir diese Kombi in der leider kräftig teureren ED Version geholt.

Tipp:
Achte beim Gespräch mit dem Händler darauf, dass Du nicht einen geradsichtigen Sucher - wie in Deinem Link abgebildet - bekommst, sondern einen mit Zenitspiegel, sonst musst Du "i.d.R." einen Kniefall machen, wenn Du den Sucher blickst.
Ich kam zudem mit dem "gedrehten" Bild (gespiegelt und auf dem Kopf) des geradsichtigen Suchers nicht zurecht und habe ihn schnell ersetzt durch einen mit Amici-Prisma, der die gleiche Bildausrichtung wie visuell ohne Instrument liefert.

Ausserdem scheint mir, dass Sky-Watcher langsam vom geradsichtigen Sucher abkommt, denn einige Modelle haben offenbar schon einen mit Zenitspiegel:
http://skywatcher.com/product.php?cat=3&id=239
 
Hallo Peter

Zitat von Der_Peter:
Sicher auch keine schlechte Wahl. Ich habe mir diese Kombi in der leider kräftig teureren ED Version geholt.
Was genau ist der unterschied zu dieser Version?

Wie macht sich der Farbfehler bemerkbar bzw. wie groß kann die Vergrößerung bei Planetenbeobachtung gewählt werden (bei gutem Seeing) bis der Farbfehler zu stark wird?

Wie macht sich der Refraktor bei den helleren Deep Sky Objekten?

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

hm... Händlerberatung! Die blendet man im allgemeinen am besten aus. Im speziellen wird man sauer und selten findet man einen Händler, der möchte, dass der Kunde auch wieder kommt, wenn er praktische Erfahrungen mit der Empfehlung gesammelt hat!

OK, also ich hätte als Allrounder eher den Newton 150/1200 als Dobson angeschaut und bei dem Gerät greift das auch mit der Einblickhöhe ähnlich wie von Günther beschrieben. Natürlich ist ideal dazu ein verstellbarer Stuhl und zwar verstellbar ohne Gehampel. Das muss dennoch kein Astrostuhl sein. Es reicht so ein Melkschemel (mit "Fahrradsattel" oder vielen auch einfach der 5 Euro Blech-Klapphocker vom Möbel-Discounter (hey, nimm nicht wie ich ein schwarzes Polster, sondern ein buntes, sonst fällt man drüber, wenn der Standort richtig gut ist).

Farbfehler... also mich stört der sehr und ich würde einen FH 150/1200 nicht mögen. Aber da gibt es eben Unterschiede zwischen den Beobachtern. Für Sternhaufen ist der auch weniger kritisch. Mond und Planeten leiden halt. Wie sich das auswirkt? Hast Du mal in einem kleinen gallischen Dorf gesagt "Dein Fisch riecht ein wenig"?
Jedenfalls sind hier einige Abbildungen von Geräten mit Farbfehler dabei. Zu erkennen am lila oder blauen Saum: http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm

Clear Skies
Sven
 
Hier habe ich noch einen interessanten Vergleich von "ED Pseudo APos" gefunden:

http://www.teleskop-service.de/Arti...120/Vergleich-ED120-Equinox-TripletAPO127.htm

Der dortige ED 120 / 900 ist zwar eine ältere Version, der aktuelle hat einen 2" Auszug etc., aber ich bekam schon eine ungefähre Vorstellung, was mich erwartet.

Sky-Watcher behauptet allerdings aktuell, dass die Equinox Serie die gleiche Optik wie die ED Serie habe:
http://skywatcher.com/products.php?cat=2

Na ja, ich werde nie wissen, was die Chinesen tatsächlich verbauen...
 
Der Refraktor scheint ja wirklich einen relativ starken Farbfehler zu haben.
Da ist ein Reflektor vllt wirklich erstmal die beste Idee.

Aber ich muss sagen, irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken an einen Dobson nicht wirklich anfreunden.

Ich werde bei der Auswahl irgendwie immer unschlüssiger je mehr Argumente für Pro und Kontra hinzukommen ;)

Ich werde demnächst vllt mal beim lokalen Astronomie-Club vorbei schauen, aber sonderlich optimistisch bin ich da nicht.


Ich habe mal eine Frage zu Teleskopen im Allgemeinen.

Wo liegt der Unterschied zwischen einem 150/1200 und 150/750 Newton (oder auch anderen Teleskop-Typen).
Natürlich ist die Brennweite unterschiedlich ;)

Die maximale (sinnvolle) Vergrößerung ist bei Teleskopen durch den Durchmesser des Objektives und die ggf. vorhandene Obstruktion beschränkt.

Ändert sich der Blickwinkel bei gleicher Vergrößerung bei unterschiedlicher Brennweite?
z.B. unter Nutzung von Barlow-Linsen usw.
Oder wo liegt der praktische Unterschied?
Kann ich z.B. mit dem 1200er keine großen Objekte wie z.B. Andromeda in gänze Beobachten?

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ich denke, dass ich in diesem Link so einigermaßen treffe, was Dich jetzt umtreibt:
Öffnungsverhältnis und visuelle Praxis
Eventuell sind auch noch andere Themen dort für Dich von Interesse, z.B. spielt das Thema AP unmittelbar hinein.

Gruß
*entfernt*
 
Danke Günther,

ich werde mir das heute nach Feierabend mal zu Gemüte führen.

Wäre es eigentlich theoretisch möglich einen Newton, der zunächst auf einer Dobson-Montierung gesessen hat, irgendwann auf eine parallaktische Umzumontieren (wenn man wirklich von visuell auf Fotografie erweitern will)?

Gruß
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

natürlich geht das und mit der Möglichkeit, dass Einsteiger diesen 8" f/6 Newton dann auf eine EQ 5 oder EQ 6 wuchten wollen, um Foddos zu machen, begründen Händler regelmäßig die angeblich für Fotografie günstige Auslegung von Dobsons, die visuell weniger zeigen dürfen als sie bei simpler, aber durchdachter Planung zeigen könnten.

Deine Frage bestätigt diese Verkaufsstategie wieder ein mal, allerdings ist es nicht nur nach meiner Meinung schlicht nicht sinnvoll, mit so einem 8" f(6 Newton in die Fotografie einzusteigen.

Mond- und Planertenfotografie geht auch mit einem Dobson.

Langzeitbelichtung geht anders. Stabile Monti und kleine Brennweite, also z.B. zunächst nur die Kamera mit einem Normalobjektiv, dann mal ein kleines, kurzbrennweitiges Teleskop, das ist wohl ein Einstieg der deutlich weniger Frustpotenzial birgt als ein fetter, langbrennweitiger Newton auf EQ6.
Da kenne ich mich aber zu wenig aus.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe noch einmal in Ruhe über alles nachgedacht (da sich bei mir auch einige Randbedingungen geändert haben).

Ich denke ich werde mir dann wohl doch einen 200/1200er Dobson zulegen, um visuell einzusteigen. Dann habe ich weniger Probleme mit der Montierung usw. und kann mich mehr auf die eigentliche Beobachtung konzentrieren.

Alles andere dann später irgendwann.

Aufgrund der guten Bewertungen (und da dieses Teleskop auch schon öfter hier im Forum empfohlen wurde) würde ich zu diesem Dobson greifen:

http://www.astroshop.de/skywatcher-...iner-classic-dob-set/p,18012#tab_bar_0_select

Ich habe bewusst gleich das Set herausgesucht.
Wie sinnvoll haltet ihr die Filter die da bei sind?
Würdet ihr für die Planetenbeobachtung (Jupiter, Venus und Mars sind ja zur Zeit schön nahe beieinander) gleich noch ein weiteres Okular (oder Barlow-Linse) mitbestellen?

Gruß
Sebastian
 
Zitat von Hajime:
...

Ich habe bewusst gleich das Set herausgesucht.
Wie sinnvoll haltet ihr die Filter die da bei sind?
Würdet ihr für die Planetenbeobachtung (Jupiter, Venus und Mars sind ja zur Zeit schön nahe beieinander) gleich noch ein weiteres Okular (oder Barlow-Linse) mitbestellen?

Gruß
Sebastian

Was der Filter taugt, weiß ich nicht. Ich bevorzuge allerdings 2" Filter und Okulare.
Sven Wienstein hat Nebelfilter für die visuelle Beobachtung hier m. E. hervorragend beschrieben:
http://www.svenwienstein.de/HTML/nebelfilter_visuell.html

Es gibt offenbar sehr große Unterschiede bei den Eigenschaften ... und Preis.
Wenn Du Dir beispielsweise die 2" Filter von Astronomik oder Lumicon ansiehst, bist Du schnell in der 200,- und mehr Preisklasse.

Und gute Okulare gehen ja auch richtig in's Geld.

Der Einstieg für 500,- ist günstig, aber letztendlich musst Du überlegen, was Du beim Erstkauf in Summe inkl. zusätzlicher Okulare, Filter, Justagezubehör, Tauschutz, Sternatlanten, rote Kopflampe etc. ausgeben willst.
In einem seiner youtube Videos sagt Dr. Erik Wischnewski nicht ohne Grund sinngemäß: "Ich habe nie gesagt, dass Astronomie ein günstiges Hobby ist..."
 
Hallo Sebastian,

hm... Sets muss man immer differenziert betrachten. Wenn man alles braucht, dann ist es wohl ganz gut.
Für mich ist der UHC da der erste Knackpunkt:
http://www.svenwienstein.de/HTML/uhc_oder_oiii.html

Dann der Mondfilter: Dies scheint ein Filter in der Art wie der Baader Skyglow zu sein. Das ergibt sich aber nur ungefähr aus der Beschreibung. Der Färbt das Bild ein und das ist nicht jedermanns Sache. Ich finde so einen Filter aber auch spannend und denke, dass er für Mars und Jupiter durchaus spannend sein würde. Aber nicht zwingend.

Somit sind UHC und Mondfilter auf dem Prüfstand.

Weitere Okulare sind dringend notwendig. Die beigelegten Alibi-Okulare mit 25mm und 10mm reizen das Gerät bei weitem nicht aus. Das 25mm nutzt nicht einmal 1,25" Steckdurchmesser voll aus bezüglich des erreichbaren maximalen Himmelsausschnitts, das 10mm liefert mit 120x eine eher moderate Vergrößerung. Zu dem ganzen Thema von mir Lesefutter:
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Clear Skies
Sven
 
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