Hallo Joachim,
ich kenne SkyTools3 und seinen "Obstructed horizon". Da kann man einen Horizont definieren, aber korioserweise wurde er nicht in den Himmelsansichten angezeigt. Deswegen muss ich auch anzweifeln, ob er korrekt in den Berechnungen berücksichtigt wird.
Nun bin ich selbst Autor eines Beobachtungsplaners mit dem Namen "Eye&Telescope". In der derzeit verfügbaren Version 3.1.2 gibt es dort keinen solchen individuellen Horizont. Das wollte ich eigentlich schon mit Version 1.0 haben, weil es meiner Meinung nach sehr wichtig und eigentlich unverzichtbar ist - sonst bleiben alle zeitlichen Empfehlungen der Planungswerkzeuge reine Theorie.
Erfreulicherweise ist es mir im Verlauf der letzten 12 Monate gelungen, eine solche "Horizontfunktion" zu realisieren.
Hier kann man sehen, wie das aussieht.
Sie wird mit dem nächsten Update von Eye&Telescope (Version 3.2) hoffentlich noch vor Jahresende zur Verfügung stehen. Neben der grafischen Darstellung wird das Horizontprofil bei den Berechnungen berücksichtigt. Besonderes Highlight ist dabei die Optimierung eines Beobachtungsplans: für eine Menge von Objekten wird eine Reihenfolge so bestimmt, dass der "Höhenverlsut" gegenüber dem besten Beobachtungszeitpunkt jeden Objektes insgesamt minimiert wird. Klingt abstrakt, ich weiß. Es wird aber hoffentlich verständlich wenn man an diese Situation denkt: Du willst 15 Objekte beobachten, die alle Richtung Westen stehen und mit Eintritt der Dunkelheit am höchsten stehen. Gleichzeitig geht aber nicht, wir brauchen eine Reihenfolge. Eye&Telescope kann sie finden und berücksichtigt dabei nicht nur den Horizont, sondern auch die Tatsache, dass hoch stehende Objekte weniger "leiden" wenn man sie z.B. 10 Grad tiefer stehend beobachtet als die bereits sehr tief stehenden Objekte. Es wird also beachtet, dass die Horizontkriecher auch möglichst zuerst an die Reihe kommen. Solchermaßen optimierte Beobachtungsüpläne sind natürlich keine starre Vorgabe, aber sie können oft helfen, solche Konfliktsituationen sinnvoll aufzulösen. Der Algorithmus ist dabei so schnell, dass man das sogar spontan vor Ort auf dem Notebook lösen kann, 30 Sekunden bis eine Minute Rechenzeit bei ca. 30 Objekten im Plan sind dafür i.A. ausreichend.
Neu in 3.2 sind auch die Planeten in Karten und Planung. In Verbindung mit dem Horizont werden dann die Sichtbarkeiten der Planeten gefunden, auch ausgehend von einem bestimmten Zeitpunkt bis es das nächste Mal klappen kann. Weil dabei die Helligkeit des Himmels berücksichtigt wird, erhält man sogar praktisch brauchbare Sichtbarkeitsprognosen für Planeten in der Dämmerung (Merkur!), inklusive Horizont. Was will man mehr?
Vor einer Veröffentlichung des Updates muss ich die Dokumentation aktualisieren und dabei auch die vielen anderen Neuerungen in 3.2 berücksichtigen. Weil ich derzeit zeitlich sehr knapp dran bin kann ich noch keinen verlässlichen Termin nennen. Getrödelt wird aber nicht, keine Sorge.
Wie immer wird das Update für Bestandskunden kostenlos sein.
Vergleich SkyTools3 mit Eye&Telescope: was ich als Programmautor dazu sage, kann nicht objektiv sein. Ich kann lediglich dazu raten, sich nicht von der in einigen Bereichen größeren Funktionsfülle von SkyTools3 blenden zu lassen! E&T setzt auf Bedienungsfreundlichkeit und klare Konzepte. Es ist sehr schnell, bietet viele Möglichkeiten zum Datenaustausch und zur Zusammenarbeit mit anderer Software, kann als einziges Planungsprogramm als portable Installation auf einem USB Stick verwendet werden und passt sich sogar automatisch an die 1024*600 Auflösung der Netbooks an. "Portabel UND netbooktauglich" kann sonst keiner! Last but not least ist es günstiger als SkyTools3 und auch ohne kostenpflichtiges Zusatzmodul echtzeitfähig.
Viele Grüße,
Tom