[Bericht] 12.5" vom 31.10.2005

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Rottensteiner

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Instrument:GAT 12.5 Dobson mit DobDriver II
Okulare: 32mm 2" Paralux (47.5x), TV Nagler: 16mm (95x) 9mm (169x), 7mm
Barlow: Celestron Ultima
Filter::1 1/4": OIII, UHC, DSF, blau, gelb, rot
Helligkeitsstufen: sehr hell - hell - ziemlich hell - ziemlich dunkel -
dunkel - sehr dunkel
Beobachtungsort: Etwas unterhalb der Kampsteiner Schwaig neben der
Forststraße (ca 1350m)
Datum: 31.10.2005
Bemerkungen: Obwohl es zunächst aussah, als wäre die spontane Entscheidung
den Abend umzukrempeln und doch nochmal raufzufahren, falsch gewesen, zahlte
es sich doch wieder aus. Zu Beginn auf der Wiese starker Wind bis Sturm.
Nach ca. einer Stunde gab ich entnervt auf, da ein Beobachten sinnlos war.
In den kurzen Momenten in denen mir nicht der Dobson "um die Ohren flog",
entpuppte sich das Seeing als so schlecht, dass an ein Scharfstellen bei
>95x nicht zu denken war. Der Spiegel war ausgekühlt, die Kollimation
mittels Laser mehrmals überprüft, und es zeigt sich am unscharfen Stern ein
Effekt, den ich noch nicht kannte. Normalerweise wabbert ja das
defokussierte Bild des Hauptspiegels. Diesmal wabberte es nicht, sondern das
Seeing "zog mit einem Affenzahn" in Windrichtung. Den Versuch Neptun zu
erhaschen gelang wohl, aber von einem Planeten konnte man nicht reden. Bei
169x war Neptun genauso unscharf wie die Umgebungssterne, nur stärker
verschmiert. Nach einer Stunde und der Zerknitterung der Aufsuchkarte von
Stephans Quintett gab ich schließlich auf und fuhr ein Stück in den Wald
runter, wo ich erneut den Dobson auf einer kleinen Lichtung aufstellte.
(wozu war ich schließlich so weit gefahren, und aufgegeben wird doch nur ein
Brief). Das Seeing war zwar noch immer sehr bescheiden, aber der Wind war
wenigstens erträglich stark. Die Durchsicht war wie Samstag wieder eine
Wucht. Zu Beginn um 6m4 (UMi), dann ab Mitternacht, der Wind lies auch nach,
ca. 6m7 (UMi Kastenstern). Stephans Quintett habe ich schon besser gesehen,
vor allem brauchen die Galaxien da hohe Vergrößerung. Bei dem Seeing ein
Geduldspiel. M31, eher aus Not angefahren, weil das Seeing 169x kaum zuließ,
zeigte sich dann in einer Pracht, die ich bisher nicht gesehen hatte.
nachdem das Seeing aber mit abflauenden Wind besser wurde, ging es dann über
NGC 891, die immer für eine schöne Beobachtung gut ist, zur Gruppe um NGC
910. Die Galaxien dort vertragen auch 217x und mehr, das Seeing war aber
gerade wieder so la la. Sogar UGC 1866 konnte erhascht werden, NGC 913 war
wohl eine Fehlbeobachtung, die geht bei 12.5" nicht. Zum Abschluß dann M33 -
Wow! Unmengen an Details, die Spiralarme deutlich, man konnte M33 regelrecht
nach Knoten abfahren. Notiert wurden allerdings nur die bekannten NGC
Objekte und IC 147 in M33. Alles in allem doch wieder eine sehr gute Nacht,
die zeigte, dass Inversionswetterlagen, wenn man in die Höhe kommt, die wohl
schönsten Beobachtungen ermöglichen, da durch den Nebel, der unten liegt,
auch Licht verschluckt wird, und die Durchsicht verbessern. Über eine
eF-Galaxie (NGC 898) "drüberzustolpern" ist mir auch noch nie passiert.
Auch war es am Beobachtungsplatz mit ca. 9°C um 6 Grad wärmer als im Tal.


NGC 7320 - GX - Pegasus - 12m7 - V 217 x ;GH: 6m4
Teil von Stephans Quintett. Zusammen mit NGC 7318A und B bei 95x als
"Doppelgalaxie" erkennbar. Bei 217x dann besser. Ziemlich dunkel, größte und
"hellste" der Gruppe. Flächig, gleichmäßig.

NGC 7318A - GX - Pegasus - 13m1 - V 217 x ;GH: 6m4
Teil von Stephans Quintett. Bei 95x noch nicht getrennt von B mit NGC 7320
erkennbar. Bei 217x phasenweise von B separiert, eigentlich nur die Kerne,
die etwas heller sind, die Halos laufen ineinander über. Halo dunkel, Kern
einen Deut heller. Trennung wegen des schlechten Seeings bei 217x nicht
permanent, verschwimmt immer wieder mit B zu einer dunklen Galaxie.

NGC 7318B - GX - Pegasus - 13m1 - V 217 x ;GH: 6m4
Teil von Stephans Quintett. "Unterhalb" von der ziemlich dunklen NGC 7320
und phasenweise getrennt von NGC 7318A (Seeing mies). Trennung nicht
permanent, und nur Trennung der Kerne möglich. Die Halos verlaufen
ineinander. Kern ziemlich dunkel, Halo dunkel. Zusammen mit A aber bei 95x
bereits als längliche Galaxie erkennbar.

NGC 7319 - GX - Pegasus - 13m1 - V 217 x ;GH: 6m4
Teil von Stephans Quintett. Dunkel. Klein, elongiert. Oberhalb eines Sterns.
Kommt nur bei ruhigem Seeing heraus, dann aber bei indirektem Sehen deutlich
erkennbar. Dunkler als NGC 7320. Gleichmäßig, kein Kern .

NGC 7317 - GX - Pegasus - 13m6 - V 217 x ;GH: 6m4
Teil von Stephans Quintett. Dunkel. Selten bei indirektem Sehen als Nebel zu
erkennen. (Seeing mies) Kaum zu halten. Mit NGC 7318A+B und NGC 7319 in
einer Linie, oberhalb eines Sterns. Schwer, weil zwar die Flächenhelligkeit
groß ist, aber dadurch, dass sie sehr klein, quasi stellar ist, ist sie bei
dem Seeing schwer von einem dunklen Stern zu unterscheiden.

M 031 - GX - Andromeda - 04m9 - V 95 x ;GH: 6m4
Heute ein echter Genuss, obwohl "Aushilfsobjekt" wegen des Seeings. Größer
als das Gesichtsfeld bei 47,5x. Bei 95x ca. 3fache Größe des Gesichtsfeld
abgefahren, dabei A51, eine Verdichtung in entgegengesetzter Richtung von
NGC 206 sichtbar. Die zwei Aussparungen zwischen den Spiralen unterhalb des
Kerns deutlich abgegrenzt. Bis weit außerhalb des Kerns Aufhellungen
gegenüber des Hintergrundes zu sehen, die teilweise sogar strukturiert sind!
Schönste Beobachtung von M31 bisher! Der Kern ist so hell, dass die Augen
danach unterschiedlich dunkeladaptiert sind (Blendeffekt!)

NGC 0206 - OS - Andromeda - -- - V 95 x ;GH: 6m4
Verdichtung im äußeren Bereich eines Spiralarms von M31. Gut zu sehen, bei
direktem Sehen unterhalb eines Sterndreiecks. Flächig, in etwa
ellipsenförmig. Ziemlich hell, deutlich. Hier hellt M31 in der Umgebung
sogar noch den Hintergrund auf. Groß.

NGC 0752 - OS - Andromeda - 10m0 - V 47.5 x ;GH: 6m4
Sehr groß! Füllt beinahe das Gesichtsfeld bei 47.5x. Sehr viele, sehr helle
Sterne. Deutlich im 8x50 Sucher und bei indirektem Sehen mit freiem Auge.
Locker. Kaum konzentriert (wohl wegen der Gösse), für 47.5x zu groß.

NGC 0828 - GX - Andromeda - 13m - V 217 x ;GH: 6m7
Sehr nette kleine Galaxie mit hellem Kern und elongiertem ziemlich hellem
Halo unterhalb eines Dreiecks, und unterhalb des sehr hellen Doppelsterns
59And. Möglicherweise Spirale in Richtung Dreieck? Nachtrag: Ja, die hat
tatsächlich einen Spiralarm in dieser Lage, der vom Kern deutlich abgegrenzt
ist. (Unbedingt bei besserem Seeing noch mal beobachten und skizzieren! -
die kann spektakulär sein)

NGC 0891 - GX - Andromeda - 10m0 - V 169 x ;GH: 6m7
Sensationell schön! Langgestreckte dünne Nadel im sternreichen Umfeld! Sehr
schönes Gesamtbild. Das Staubband ist deutlich ab 95x zu erkennen, auch eine
Verdickung in der Mitte (Bulge). Hell, auch bei direktem Sehen gut zu
halten. Bei besseren Seeing vermutlich noch mehr Details.

NGC 0910 - GX - Andromeda - 12m2 - V 217 x ;GH: 6m7
Die Gruppe um NGC 910 ist sehenswert! NGC 910 deutlich bei 95x. Diffus,
flächig, ziemlich hell ohne Kern, klein, jedoch größte der Gruppe. Ein
Sternen L erleichtert die Identifikation der einzelnen Galaxien NGC 911,
912, UGC 1866 und NGC 913 (naja, Sichtung nicht sicher)

NGC 0911 - GX - Andromeda - 14m - V 217 x ;GH: 6m7
Gruppe um NGC 910. Etwas schwächer als NGC 910, aber gut sichtbar.
Elongiert, klein. Kern ziemlich dunkel, Halo dunkel, aber bei indirektem
Sehen zu halten. Beim "Sternen-L" nach oben gelegen.

NGC 0912 - GX - Andromeda - 15m - V 217 x ;GH: 6m7
Gruppe um NGC 910. Muss wohl NGC 912 sein, da 913 weiter "hinten" liegt und
noch dunkler ist. In der Verlängerung "des Stern-L" nach unten. (andere
Richtung von NGC 911). Sehr klein, fast stellar. Sehr dunkel, rund, kein
Kern auszumachen. Schwierig, weil man 217x braucht, das Seeing aber mies ist
und die GX kaum von einem unscharfen sehr dunklen Stern zu unterschieden
ist. Phasenweise kommt aber nebelige Natur zum Vorschein.

UGC 01866 - GX - Andromeda - 14m9 - V 217 x ;GH: 6m7
Zwei Sterne, der dritte ist UGC 1866, der aber bei indirektem Sehen nebelig
wirkt. Sehr klein, sehr dunkel, aber bei indirektem Sehen und Bewegung
erkennbar. Dunkler, stellarer Kern, von sehr dunklem Halo umgeben. Flächig.

NGC 0913 - GX - Andromeda - - V 217 x ;GH: 6m7
Gruppe um NGC 910. Beobachtung nicht gesichert. Nach Nachsehen im NSOG
sollte da neben NGC 912 noch etwas sein. Unscharfer sehr dunkler Stern, der
nur phasenweise aus dem Hintergrund tritt. Eigentlich kein Nebel
auszumachen, könnte genauso gut auch dunkler unscharfer Stern auf Grund des
Seeings sein. Würde mit NGC 912 und einem Stern ein rechtwinkeliges Dreieck
bilden. Nachtrag: Es war nicht NGC 913, da die "vor" NGC 912 sein müßte. Das
rechtwinkelige Dreieck ergibt sich mit GSC 2839 850, einen 14m Stern. Dieser
wurde wohl beobachtet.

NGC 0898 - GX - Andromeda - 14m - V 217 x ;GH: 6m7
Zufallsobjekt bim nochmaligen Anfahren der Gruppe um NGC 910 von NGC 891
aus! Liegt in etwa auf halben Weg zwischen den beiden unterhalb eines
Parallelogramms. Bei 169x im Gesichtsfeld noch ein sehr heller Stern (mag6.6
lt. Guide) zu sehen. Oberhalb des Parallelogramms ein "Regenschirm", ein
Stern als Stiel und 5 als Schirm. Sieht nach Kantenlage aus. Kern ziemlich
dunkel, Halo dunkel, ist aber bei indirektem Sehen gut zu halten. NGC 0898
kann's ja mit eF nicht sein. Nachtrag: Skizze durch Guide bestätigt. Es war
NGC 898!

M 033 - GX - Triangulum - 05m7 - V 95 x ;GH: 6m7
Tolles Bild! Bei 95x deutlich zwei spiralarme. Einer bis zur hellen
Verdichtung NGC 604, der andere entgegengesetzt. Flächig. hell, riesig,
gemottelt mit vielen Strukturen in den Armen und außerhalb (IC 147, NGC 595,
592, 588) und weiteren Verdichtungen in der zum Hintergrund aufgehellten
Fläche, die nicht alle extra notiert wurden. Zwischen Kern und oberen Arm
verläuft ein Sternbogen nach außen. Wahnsinnsanblick, die gibt unter diesen
Bedingungen Details für einen ganzen Abend!

NGC 0604 - GN - Triangulum - ? - V 169 x ;GH: 6m7
Am Ende des unteren Spiralarms von M33. Klein, rund diffus aber hell. Fast
so hell wie der Kern von M33, sehr deutlich zu sehen, neben einem
Doppelstern(?)

IC 0143 - GN - Triangulum - ? - V 95 x ;GH: 6m7
Eine weitere Verdichtung im Arm zu NGC 604. In etwa in der Mitte zwischen
Kern von M33 und NGC 604. Größer als 604 aber dunkler, dennoch kann man IC
147 als ziemlich hell klassifizieren. Klein, rund.

NGC 0595 - GN - Triangulum - - V 95 x ;GH: 6m7
Bildet mit NGC 592 und 588 einen "Knotenbogen" aus dem Zentrum von M33
heraus. Am nähesten am Kern. Sehr klein, rund, ziemlich dunkel aber gut zu
sehen. Bei indirektem Sehen können alle drei Knoten gut gehalten werden.

NGC 0592 - GN - Triangulum - ? - V 95 x ;GH: 6m7
Bildet mit NGC 595 und 588 einen "Knotenbogen" aus dem Zentrum von M33
heraus. Mittlerer der drei Knoten, größter und hellster. Ziemlich dunkel,
sehr klein und rund. Alle drei bei indirektem Sehen gut zu halten.

NGC 0588 - GN - Triangulum - -- - V 95 x ;GH: 6m7
Bildet mit NGC 595 und 592 einen "Knotenbogen" aus dem Zentrum von M33.
Äußerste der drei. Sehr klein, rund, ziemlich dunkel. Alle drei können bei
indirektem Sehen gut gehalten werden. Kleinster Nebel der drei.


Naja und heute sieht es wieder wettermäßig gut aus, aber meine Frau drohte
schon mit Veto <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />(ich sollte vielleicht hin und wieder die Nacht doch
daheim verbringen)
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
 
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