Erbse
Aktives Mitglied
Hallo allerseits.
Vor etwa 3 Wochen bekam ich mein erstes Teleskop geliefert, ein TS 130 / 1000 Newton auf einer Astro3. Mitgeliefert waren noch 2 Okulare Plössel 10mm und 25mm.
Das Teleskop steht bei meinen Eltern im Haus, da diese auf dem Land wohnen, ich selbst lebe mitten in Mannheim.
So musste ich etwa 3 Wochen warten bis sowohl Wetter gut war, als auch der Terminkalender frei. Dieses Wochenende konnte ich endlich nach den Sternen schauen.
Beobachtungsstandort war mitten auf dem Land in etwa 800m Höhe.
Nördlich war es völlig dunkel, östlich Lag direkt ein 500 Seelen Dorf.
Im Süden und Westen erleuchteten etwa 10 km entfehrnte Städte den Himmel deutlich.
Donnerstag->Freitag: First Light
Habe mir dazu eine Sternenkarte um 24Uhr über den ganzen Himmel ausgedruckt und dann mit Bleistift kreuzchen gemacht wo ein paar Messier Objekte zu finden sind.
Als erstes wollte ich Mars betrachten. Hell strahlt er am Himmel. Doch am Okular kam die ernüchterung. Der gute strahlte so hell, dass ich nichts ausser einer weißen Scheibe mit gewissen rot/orange anteil erkennen konnte.
Bei gelegenheit muss ich mal nen Graufilter kaufen. Wieviel % abdunklung brauche ich? Habe mal so an 75% gedacht. Vielleicht sollte ich auch eine Barlow kaufen.
Als nächstes Nahm ich mir die Plejaden vor, da diese in der nähe des Mars bereits hell funkelten. Diese boten ein wunderbares Bild. Ich hatte mir noch weitere Objekte markiert, die aber alle um das Sternbild Cassiopaia lagen, und somit gerade im Zenit standen. Leider musste ich feststellen, dass ich mit dem Teleskop nicht senkrecht schauen kann. So schweifte ich noch eine weile ziellos in der Milchstrasse umher. Im Osten fand ich später einen hellen offenen Sternhaufen im Milchstrassenband, dessen Name mir aber nicht bekannt war. Schliesslich baute ich das Teleskop ab.
Freitag->Samstag
Mit deutlich mehr Objekten auf der Sternenkarte bewaffnet und mehrern Ausdrucken für verschiedene Uhrzeiten machte ich mich auf den Weg.
Zunächst wollte ich das Teleskop mit Hilfe eines Sternes kollimieren. Nach der einnordung bot sich der Polarstern geradezu an. Doch so leicht war das nicht. Nachdem ich etwa mehr als eine halbe Stunde rumgemacht hatte musste ich feststellen, dass die einstellung schlechter war als zuvor. Also liess ich es sein, denn ich wollte Sterne beobachten.
Zunächst wendete ich mich an das Sternbild Cassiopaia, das noch nicht so hoch stand. Mit blossem Auge leicht zu erkennen, war es durch das Teleskop schwer zu sagen, welcher Stern da gerade im Okular leuchtet. Leider konnte ich das in dem gewimmel nicht sicher feststellen. Also zog ich in diesem Bereich umher.
H&Chi hatte ich recht bald gefunden und waren sehr beeindruckend. Nicht so viele Sterne wie auf manchen Fotos aber doch recht viele.
Die Andromeda Galaxie
war leicht zu finden, bin geradezu drüber gestolpert. Die Ansicht war sowohl überwältigend, aber auch eine Ernüchterung. Überwältigend, weil da eine ganze Galaxie lag, die noch größer als die Milchstraße ist, aber ernüchternd da nur ein nebliges Band ohne jede Details. Die Nachbargalaxien konnte ich nicht entdecken.
Nun wollte ich nochmals die Plejaden sehen und begutachtete auch Details im 10mm Okular. Auch versuchte ich mich nochmals an Mars, aber der leuchtete wieder viel zu kräftig.
Samstag->Sonntag
Aus den Vortagen hatte ich gelernt. Noch mehr Karten mit noch mehr Objekten. Ausserdem startete ich meine Beobachtung heute erst um 24Uhr, ich hatte Ziele im Gepäck, die erst spät zu sehen waren.
Auch hatte ich das Teleskop im warmen Zimmer Kollimiert. Am Vortag war ich erfolglos gescheitert, als ich dies am Porlarstern machen wollte, in der Wohnugn war dies erfolgreich nach 5 Minuten erledigt. Werde ab nun immer zuhause kollimieren und dann das Teleskop super vorsichtig zum Beobachtungsort transportieren.
Zunächst bin ich aber an verschiedenen Nebeln gescheitert. Sowohl Nordamerika Nebel als auch M57 in der Leier blieben unsichtbar.
Dafür lernte ich neue Sternbilder kennen.
Also nochmal Andromeda.
Ruhig lag die Galaxie im Raum wie am vortag, aber seitlich war ein Stern, der irgentwie neblig aussah. Nach längerem beobachten mit beiden Okularen bin ich mir sicher, das muss die Nachbargalaxie M110 sein. Die kugelige Nachbargalaxie M32 aber wollte sich nicht zeigen, zumindest konnte ich sie nicht indentifizieren.
Inzwischen war Orion aufgegangen.
An Beteiigeuze machte ich mich endlich daran das Sucherfernrohr korrekt auszurichten, was mir im gegensatz zum Vortag auch gelang.
Der Orion Nebel
M42 und M43 boten einen imposanten Anblick. Ich meinte sogar grobe Strukturen zu erkennen in diesem Nebel der grau gefärbt war.
Nun wollte ich einen Kugelsternhaufen sehen, auf Bildern haben mich diese Dinger stark beeindruckt. Doch leider fand ich auch diesmal nichts, vermutlich weil ich wieder nur Übersichtskarten ausgedruckt hatte.
Die Zeit war vorangeschritten, Inzwischen wars 2.30, jetzt kam einer der specials auf die ich mich besonders freute.
Vesta
Dieser Felsbrocken hatte es mir angetan. Am Nachmittag war mir klar, ich wollte unbedingt einen Asteroiden sehen, und Vesta sollte mit 7.7mag der hellste sein.
2 Karten hatte ich ausgedruckt. Beide mit 10° Sichtfeld.
Die Erste zeigte den Bereich mit Objekten bis 9mag, die andere die ich eigentlich nur aus Spass ausdruckte bis 10.5mag.
Nachdem ich delta Gemini angepeilt hatte war mir sofort klar, dass ich die Karte mit 9mag sofort wegschmeissen konnte. Ein massives Gewimmel von Objekten.
Langsam hangelte ich mich von Stern zu Stern und da sah ich ganz schwach ein paar Objekte, die noch nichtmal auf meiner Karte aufgedruckt waren.
Als ich endlich den Asteriod in der Bildmitte hatte, war das ein unglaublcihes Gefühl. Dieser winzige Brocken, jenseits des Mars, ich hatte ihn für mich entdeckt.
Ich weis nicht wie lange ich diesen Punkt beobachtet habe, aber ich denke sicher 20 Minuten. Dabei ist es nur ein Punkt am Himmel. Hatte nie gedacht, dass ein Felsblock so eine Faszination ausüben kann.
Zum Abschluss Saturn
Auch der war leicht zu finden und die Ringe waren im 25mm bereits deutlich vom Planeten getrennt. Im 10mm ein super Anblick, allerdings flimmerte er, da er noch über dem kleinen Dorf im Osten stand.
So jetzt ist erst mal wieder Schluss mit beobachten, mein Terminkalender hat erst wieder um Weihnachten eine Lücke.
Auch heute abend scheint es wieder eine super Nacht zu geben, doch leider fährt mein Zug bald, so dass ich heute nicht raus kann.
Folgendes habe ich mir noch überlegt. Ich brauche einen Graufilter, aber wieviel % Abdunklung. Ein Filter für Nebel wäre auch nicht schlecht, aber welcher? Zumal an meinem Beobachtungsort Kunstlicht ein eher kleines Problem sein sollte.
Brauche ich eine Barlow?
Ausserdem sollte ich genauere Karten für alle zu beobachtetende Objekte ausdrucken.
Ich glaube den Sinn eines Beobachtungsbuches zu verstehen und will auch eines beginnen. Ich frage mich nur, welche Daten ich da alles aufnehmen sollte und wie ich das am besten Strukturiere.
Klarer Himmel, Hendrik
Vor etwa 3 Wochen bekam ich mein erstes Teleskop geliefert, ein TS 130 / 1000 Newton auf einer Astro3. Mitgeliefert waren noch 2 Okulare Plössel 10mm und 25mm.
Das Teleskop steht bei meinen Eltern im Haus, da diese auf dem Land wohnen, ich selbst lebe mitten in Mannheim.
So musste ich etwa 3 Wochen warten bis sowohl Wetter gut war, als auch der Terminkalender frei. Dieses Wochenende konnte ich endlich nach den Sternen schauen.
Beobachtungsstandort war mitten auf dem Land in etwa 800m Höhe.
Nördlich war es völlig dunkel, östlich Lag direkt ein 500 Seelen Dorf.
Im Süden und Westen erleuchteten etwa 10 km entfehrnte Städte den Himmel deutlich.
Donnerstag->Freitag: First Light
Habe mir dazu eine Sternenkarte um 24Uhr über den ganzen Himmel ausgedruckt und dann mit Bleistift kreuzchen gemacht wo ein paar Messier Objekte zu finden sind.
Als erstes wollte ich Mars betrachten. Hell strahlt er am Himmel. Doch am Okular kam die ernüchterung. Der gute strahlte so hell, dass ich nichts ausser einer weißen Scheibe mit gewissen rot/orange anteil erkennen konnte.
Bei gelegenheit muss ich mal nen Graufilter kaufen. Wieviel % abdunklung brauche ich? Habe mal so an 75% gedacht. Vielleicht sollte ich auch eine Barlow kaufen.
Als nächstes Nahm ich mir die Plejaden vor, da diese in der nähe des Mars bereits hell funkelten. Diese boten ein wunderbares Bild. Ich hatte mir noch weitere Objekte markiert, die aber alle um das Sternbild Cassiopaia lagen, und somit gerade im Zenit standen. Leider musste ich feststellen, dass ich mit dem Teleskop nicht senkrecht schauen kann. So schweifte ich noch eine weile ziellos in der Milchstrasse umher. Im Osten fand ich später einen hellen offenen Sternhaufen im Milchstrassenband, dessen Name mir aber nicht bekannt war. Schliesslich baute ich das Teleskop ab.
Freitag->Samstag
Mit deutlich mehr Objekten auf der Sternenkarte bewaffnet und mehrern Ausdrucken für verschiedene Uhrzeiten machte ich mich auf den Weg.
Zunächst wollte ich das Teleskop mit Hilfe eines Sternes kollimieren. Nach der einnordung bot sich der Polarstern geradezu an. Doch so leicht war das nicht. Nachdem ich etwa mehr als eine halbe Stunde rumgemacht hatte musste ich feststellen, dass die einstellung schlechter war als zuvor. Also liess ich es sein, denn ich wollte Sterne beobachten.
Zunächst wendete ich mich an das Sternbild Cassiopaia, das noch nicht so hoch stand. Mit blossem Auge leicht zu erkennen, war es durch das Teleskop schwer zu sagen, welcher Stern da gerade im Okular leuchtet. Leider konnte ich das in dem gewimmel nicht sicher feststellen. Also zog ich in diesem Bereich umher.
H&Chi hatte ich recht bald gefunden und waren sehr beeindruckend. Nicht so viele Sterne wie auf manchen Fotos aber doch recht viele.
Die Andromeda Galaxie
war leicht zu finden, bin geradezu drüber gestolpert. Die Ansicht war sowohl überwältigend, aber auch eine Ernüchterung. Überwältigend, weil da eine ganze Galaxie lag, die noch größer als die Milchstraße ist, aber ernüchternd da nur ein nebliges Band ohne jede Details. Die Nachbargalaxien konnte ich nicht entdecken.
Nun wollte ich nochmals die Plejaden sehen und begutachtete auch Details im 10mm Okular. Auch versuchte ich mich nochmals an Mars, aber der leuchtete wieder viel zu kräftig.
Samstag->Sonntag
Aus den Vortagen hatte ich gelernt. Noch mehr Karten mit noch mehr Objekten. Ausserdem startete ich meine Beobachtung heute erst um 24Uhr, ich hatte Ziele im Gepäck, die erst spät zu sehen waren.
Auch hatte ich das Teleskop im warmen Zimmer Kollimiert. Am Vortag war ich erfolglos gescheitert, als ich dies am Porlarstern machen wollte, in der Wohnugn war dies erfolgreich nach 5 Minuten erledigt. Werde ab nun immer zuhause kollimieren und dann das Teleskop super vorsichtig zum Beobachtungsort transportieren.
Zunächst bin ich aber an verschiedenen Nebeln gescheitert. Sowohl Nordamerika Nebel als auch M57 in der Leier blieben unsichtbar.
Dafür lernte ich neue Sternbilder kennen.
Also nochmal Andromeda.
Ruhig lag die Galaxie im Raum wie am vortag, aber seitlich war ein Stern, der irgentwie neblig aussah. Nach längerem beobachten mit beiden Okularen bin ich mir sicher, das muss die Nachbargalaxie M110 sein. Die kugelige Nachbargalaxie M32 aber wollte sich nicht zeigen, zumindest konnte ich sie nicht indentifizieren.
Inzwischen war Orion aufgegangen.
An Beteiigeuze machte ich mich endlich daran das Sucherfernrohr korrekt auszurichten, was mir im gegensatz zum Vortag auch gelang.
Der Orion Nebel
M42 und M43 boten einen imposanten Anblick. Ich meinte sogar grobe Strukturen zu erkennen in diesem Nebel der grau gefärbt war.
Nun wollte ich einen Kugelsternhaufen sehen, auf Bildern haben mich diese Dinger stark beeindruckt. Doch leider fand ich auch diesmal nichts, vermutlich weil ich wieder nur Übersichtskarten ausgedruckt hatte.
Die Zeit war vorangeschritten, Inzwischen wars 2.30, jetzt kam einer der specials auf die ich mich besonders freute.
Vesta
Dieser Felsbrocken hatte es mir angetan. Am Nachmittag war mir klar, ich wollte unbedingt einen Asteroiden sehen, und Vesta sollte mit 7.7mag der hellste sein.
2 Karten hatte ich ausgedruckt. Beide mit 10° Sichtfeld.
Die Erste zeigte den Bereich mit Objekten bis 9mag, die andere die ich eigentlich nur aus Spass ausdruckte bis 10.5mag.
Nachdem ich delta Gemini angepeilt hatte war mir sofort klar, dass ich die Karte mit 9mag sofort wegschmeissen konnte. Ein massives Gewimmel von Objekten.
Langsam hangelte ich mich von Stern zu Stern und da sah ich ganz schwach ein paar Objekte, die noch nichtmal auf meiner Karte aufgedruckt waren.
Als ich endlich den Asteriod in der Bildmitte hatte, war das ein unglaublcihes Gefühl. Dieser winzige Brocken, jenseits des Mars, ich hatte ihn für mich entdeckt.
Ich weis nicht wie lange ich diesen Punkt beobachtet habe, aber ich denke sicher 20 Minuten. Dabei ist es nur ein Punkt am Himmel. Hatte nie gedacht, dass ein Felsblock so eine Faszination ausüben kann.
Zum Abschluss Saturn
Auch der war leicht zu finden und die Ringe waren im 25mm bereits deutlich vom Planeten getrennt. Im 10mm ein super Anblick, allerdings flimmerte er, da er noch über dem kleinen Dorf im Osten stand.
So jetzt ist erst mal wieder Schluss mit beobachten, mein Terminkalender hat erst wieder um Weihnachten eine Lücke.
Auch heute abend scheint es wieder eine super Nacht zu geben, doch leider fährt mein Zug bald, so dass ich heute nicht raus kann.
Folgendes habe ich mir noch überlegt. Ich brauche einen Graufilter, aber wieviel % Abdunklung. Ein Filter für Nebel wäre auch nicht schlecht, aber welcher? Zumal an meinem Beobachtungsort Kunstlicht ein eher kleines Problem sein sollte.
Brauche ich eine Barlow?
Ausserdem sollte ich genauere Karten für alle zu beobachtetende Objekte ausdrucken.
Ich glaube den Sinn eines Beobachtungsbuches zu verstehen und will auch eines beginnen. Ich frage mich nur, welche Daten ich da alles aufnehmen sollte und wie ich das am besten Strukturiere.
Klarer Himmel, Hendrik
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: