Berlebach Report 222 für Heritage 150P?

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MarcusAurelius

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Der Einfachheit halber die Frage zuerst, die long story darunter, für die Interessierten ;)

TL;DR: Kann jemand zufällig einschätzen, ob das Berlebach Report 222 das Skywatcher Heritage 150P (wiegt übrigens 3,5 kg) mit ausgezogener Mittelsäule vibrationsarm trägt (für visuelle Beobachtung)?

Long Story:


Vor etwa einem Jahr wurde ich hier im Forum schon vorzüglich zum Kauf meines ersten Teleskops beraten - es wurde das Skywatcher Heritage 150P.

Dass ich mit der Tischdobsonmontierung nicht wirklich zufrieden bin (zu ruckelig, ohne Tisch blöde Höhe), war nach meinen ersten Erfahrungen damals schon Thema im Thread - ich habe den Tubus dann über einen Kugelkopf und eine Baader EQ Clamp auf mein Fotostativ (Manfrotto 055XPROB) montiert, und war mit dem Kopf und der Nachführung extrem zufrieden (viel ruckelfreiere Bewegung als der Tischdobson), das Stativ war aber scheinbar so instabil, dass das Bild im Okular nach jeder Bewegung zwischen fünf und zehn Sekunden wackelte, dass man seekrank wurde ... Außerdem stieß das Hinterteil des Teleskops beim Drehen an die Stativbeine, wenn man es in oder nahe dem Zenith nutzte, und die Mittelsäule auszuziehen war natürlich überhaupt nicht drin. Es wurden im Thread dann kurz Alternativen angedacht, aber nicht vertieft.

Nun sitze ich nach längerer Beobachtungspause wieder hier, hadere mit der Tischdobsonmontierung, und überlege, wo ich das Heritage stattdessen draufpacken kann. Wichtig ist weiterhin, dass die Montierung halbwegs leicht und transportabel ist (ich möchte das Stativ einfach seitlich an den Rucksack schnallen und irgendwo hinradeln können), und nicht mehr als €250 kostet. Erster Gedanke wäre natürlich die AZ5 mit Stativ - kostet aber über €350 und wiegt 5 kg.

Besser wäre natürlich einfach nur ein Stativ mit Auszug, da ich den Kopf an sich ja schon habe. Es müsste halt stabiler als mein Manfrotto sein, und nicht allzu schwer.

Ich habe viel Gutes über die Berlebachstative gelesen. Die Astronomiemodelle liegen mit Moduleinsatz wieder deutlich über €300, aber das Report 222 ist mir ins Auge gefallen. Wiegt nur 2,8 kg, trägt 15 kg, kostet mit 50 cm Auszug €248, und soll eine sehr gute Vibrationsdämmung aufweisen. Ist aber eigentlich aus Berlebachs Fotoserie, statt aus dem Astronomiebereich, und natürlich müsste ich die Mittelsäule ausziehen, damit der Hintern des Tubus im Zenith nicht wieder Bekanntschaft mit den Beinen macht.

Daher die oben gestellte Frage :)
 
Ich habe selbst einen 4" Refraktor der 3,8kg wiegt. Zu Anfang wollte ich auch so wie du leicht und handlich bleiben, alles easy transportieren. Nach vielen Erfahrungsberichten und langem hin und her habe ich mich doch für ein UNI 18 entschieden. Ich bin froh das ich kein Report genommen habe. Die Report hätte den 4 Zöller nie und nimmer Schwingungsarm getragen.

Ich bin mir sicher das die Report im eingefahrenen Zustand sicher besser ist wie dein Manfrotto. Also kommt es auch drauf an ob du im Sitzen beobachtest oder im stehen und wie hoch willst du Vergrößern? Ausserdem dann noch die dünne Säule, bei einer UNI hätte ich "Ja" gesagt aber bei einer Report "Nein". Bei mir ist es nur Sitzend und 200x hat eine Ausschwingzeit von 1-2sek. Du musst es nur mal logisch durchdenken. Du hast unten ein Teil das 2,8kg wiegt und obenrum etwas das zum Schluss mehr wie 3,5kg wiegen wird, da ist Schwingung vorprogrammiert. Ein Baum kann einen Ast tragen, kein Ast aber einen Baum.

Stabil ist immer Teuer und Schwer, aber zumindest so wie du es dir später Optisch vorstellst. Ansonst gibt es davon nur einen Kehrwert.

Ich weiß das ist echt schwierig, das was du suchst ist kaum zu kriegen. Ich sehe deine Gedanken förmlich kreisen...
 
Okay, verstanden :) Wobei die zu den EQ-5 Montierungen passenden Stahlstative ja auch 'nur' 5 kg wiegen, und rein visuell ja scheinbar durchaus 8 bis 9 kg schwere Tuben vertragen (+ schwere Montierung selbst). Ich hatte halt an anderer Stelle gelesen, dass die Reports auch für Teleskope Sinn machten, und mir von der Holzbauweise eine bessere Schwingungsdämpfung erwartet als von meinem Fotostativ.

Nun denn, dann werde ich wohl noch etwas sparen - man kann sicher auch ein etwas schwereres Stativ mittig an den Rucksack schnallen, ohne vom Rad zu fallen :D
 
Hallo,

ich habe auch ein Report 222 und nutze einen etwa 4 kg (inkl Zubehör) schweren 4" Refraktor und ein 127er Mak. Geht gut, aber wenn ich hohe Vergrößerungen mit dem Mak nutze, dann lasse ich die Mittelsäule eingefahren oder akzeptiere tanzende Planeten... ;)

CS.Oli
 
Hallo,

ich habe auch ein Report 222 und nutze einen etwa 4 kg (inkl Zubehör) schweren 4" Refraktor und ein 127er Mak. Geht gut, aber wenn ich hohe Vergrößerungen mit dem Mak nutze, dann lasse ich die Mittelsäule eingefahren oder akzeptiere tanzende Planeten... ;)

CS.Oli
Ach verdammt, klingt ja als liege das Report 222 so gerade unter der Machbarkeitsgrenze. Tanzende Planeten sind halt nicht wirklich das Wahre ...
 
Schwer zu sagen... ein Kugelkopf ist schon mal nicht das Highlight in der Montierungsbranche, und wie das dann mit dem Stativ tut, weiß man vorher nicht wirklich. Säule ausziehen ist sicher noch schwächer. Aber wozu muss man da die Säule rausziehen, wenn man einen Dob drauf hat? Der Einblick ist ja seitlich oben, wo willst Du da mit der Stativsäule hin? :unsure:

Man muss das als Gesamtsystem betrachten, Stativ und Kopf und Länge ("Hebel") des Teleskops. Dann das Okular und dann das Auge, das anstößt bzw. sich anlehnt. Und Deine Hände die das Zeug angreifen und mit Kräften bzw. Impulsen beaufschlagen. Was die Massen dann an Summe tun, muss man ausprobieren. Wenn man das alles niedrig hält und nicht weit auszieht und dann möglichst nicht hinlangt geht sicher einiges. Ob das dann in entspanntes Beobachten ist, weiß ich nicht. Je schwerer und steifer alles ist, um so besser. Aber es gibt keine klare Regel für einzelne Setups, wenn sie nicht schon jemand aufgebaut und damit Erfahrung gesammelt hat.

2,5 kg Stativ ist eben kein Baumstamm, und auch wenn man "schwingungsdämpfend" dazuschreibt, wird das nicht stehen wie ein Fels. Jedwedes Berlebach-Holz ist schwingungsdämpfend, ebenso wie jeder Zahnstocher. Ich würde Deine Brennweite nicht auf ein so leichtes Stativ packen. Und wenn, dann im Feld mit einem Sack beschweren (unten an der Mittelsäule anhängen) - aber das verbuche ich unter experimentell, weil da muss alles optimal auf Steifigkeit getrimmt sein und Deine Nerven ebenfalls.

Ab der unteren Astro-Klasse sind die Stative m.E. problemloser.

lg
Niki
 
Schwer zu sagen... ein Kugelkopf ist schon mal nicht das Highlight in der Montierungsbranche, und wie das dann mit dem Stativ tut, weiß man vorher nicht wirklich. Säule ausziehen ist sicher noch schwächer. Aber wozu muss man da die Säule rausziehen, wenn man einen Dob drauf hat? Der Einblick ist ja seitlich oben, wo willst Du da mit der Stativsäule hin? :unsure:
Ich packe ja keinen ganzen Dob drauf, nur den Tubus. Der Sinn ist es ja, die Dobsonmontierung loszuwerden. Und wenn ich den Tubus über einen Kugelkopf oben auf das Stativ setze, dann gibt es in gewissen Himmelsrichtungen und bei Stellung Richtung Zenith Probleme, dass er mit den abgespreizten Beinen des Stativs Bekanntschaft macht. Das Ausziehen der Mittelsäule soll den Tubus einfach aus Reichweite der Stativbeine bringen, damit man ihn frei bewegen kann. Hier hat z.B. jemand sein 150P auf verschiedene Stative gesetzt.

Das hier war meine damalige Konstruktion:

[IMG width="400px"]https://www.cloudynights.com/uploads/monthly_08_2020/post-339716-0-71688400-1597788335.jpeg[/IMG]
Man muss das als Gesamtsystem betrachten, Stativ und Kopf und Länge ("Hebel") des Teleskops. Dann das Okular und dann das Auge, das anstößt bzw. sich anlehnt. Und Deine Hände die das Zeug angreifen und mit Kräften bzw. Impulsen beaufschlagen. Was die Massen dann an Summe tun, muss man ausprobieren. Wenn man das alles niedrig hält und nicht weit auszieht und dann möglichst nicht hinlangt geht sicher einiges. Ob das dann in entspanntes Beobachten ist, weiß ich nicht. Je schwerer und steifer alles ist, um so besser. Aber es gibt keine klare Regel für einzelne Setups, wenn sie nicht schon jemand aufgebaut und damit Erfahrung gesammelt hat.

2,5 kg Stativ ist eben kein Baumstamm, und auch wenn man "schwingungsdämpfend" dazuschreibt, wird das nicht stehen wie ein Fels. Jedwedes Berlebach-Holz ist schwingungsdämpfend, ebenso wie jeder Zahnstocher. Ich würde Deine Brennweite nicht auf ein so leichtes Stativ packen. Und wenn, dann im Feld mit einem Sack beschweren (unten an der Mittelsäule anhängen) - aber das verbuche ich unter experimentell, weil da muss alles optimal auf Steifigkeit getrimmt sein und Deine Nerven ebenfalls.

Ab der unteren Astro-Klasse sind die Stative m.E. problemloser.
Ja, da hast du wohl Recht. Es wird ein schwereres Stativ hermüssen.
 
Hallo Carsten,
auf einem ähnlichen Berlebach hatte ich mal ein Intes 6"-Mak (vier Kilo) auf einer Giro-Mini-Montierung. Die hat ja etwas seitliche Ausladung, sodass ein kleiner Newton evtl. den Stativbeinen nicht in die Quere kommt. Bei moderaten Vergrößerungen funzte das ganz gut.

Intes MK 67.JPG
 
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