Betonsäule herstellen

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R_Andreas

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Hallo Leute,

es ist so weit - meine bessere Hälfte hat dem Bau einer Betonsäule im Garten zugestimmt!

Nun, die Säule soll eine GPD2 tragen, ohne große Ansprüche an gehobene Astrofotografie. Im Netz findet man einige Anleitungen, aber ganz glücklich bin ich damit nicht geworden, weil mir ein paar Fragen unbeantwortet blieben. Vielleicht kann mir jemand helfen. Dazu muss ich sagen, dass meine konstruktiven Fähigkeiten eher bescheiden sind.

1. Welche Dimensionen muss das Fundament haben? Ich wil keinen m^3 Beton zubereiten müssen, wenn das nicht nötig ist. Und welche Betonsorte nimmt man? Oder soll ich den Readymix-Mann mti 50 Euro bestechen, statt Säcke aus dem Baumarkt zu schleppen und anzurühren? (Neubaugebiet...)

2. Wenn die Säule ca. 1,30 m hoch sein soll, wie dick muss sie dann sein? Ich dachte so an 25 cm.

3. Ein bisschen Bewehrung muss auch sein - oder?

4. Wie verbinde ich den Montierungsadapter mit der Betonsäule?

Danke für jede Anregung, oder vielleicht sogar einen Bauplan...

Grüße
Andreas
 
hallo andreas

lies mal im threat "saeule vibriert zu stark nach"

eventuell kann dir da einiges beantwortet werden.

wichtig ist aber, dass du den sockelaushub ca. 1x1x1m aushebst
somit kannst du die bewehrung (eisenkaefig) machen und du dann noch die gewindestangen eventuell gleich mit betonierst.
ganz wichtig dabei ist die verstrebung fuer die gewindestangen.
somit umgehst du, dass sich irgendwann mal die gewindestangen mitdrehen, wenn du einmal zuviel kraft beim anschrauben aufwendest.
wenn das passiert, war alle arbeit vergebens.

die säule sollte zumindest 25cm durchmesser haben.
ob du sie rund oder eckig machst sei dir ueberlassen.

so mal im groben gesagt.

aber es gibt einige leute hier die dir wesentlich genauere anleitung geben koennen.

ich/wir hatten halt das problem, dass wir von anfang an nicht wirklich sauber gearbeitet haben.
keinerlei bewehrung im beton usw..

nun mussten wir nacharbeiten.
aber alles weitere in diesem threat.

CS
cu
 
Hallo Andreas,

Ich habe eine sehr stabiele Säule gebaut.
Die Säule selber besteht aus einer Pyramide von Schornsteinsteine. Erst 4x 40cm kwadrat, darauf in der Mitte wiederum eines von 40 cm, dann zwei von 34 cm und dann eins von 30 cm. Darauf steht die Montierung. Die Säule ist also etwa 1,5m hoch. In den oberen Teil habe ich Gewindestangen ingegossen (verbiegen damit sie nicht rotieren) und ein 40 mm Bewässerungsrohr für Stromleitungen, Computeranschlüße, usw.
Die Säule selber steht auf einer Betonplatte von 1,4 m Durchmesser, 0,5m Dicke und darunter 9 Pfäle von 15 cm Durchmesser und 3 meter Tiefe. Die Pfähle und Betonplatte wurden auf einmal gegossen.
Dämpfungszeit: zirka 0,2 Sekunden.
Stabilität ist so groß das ich beim Beoachten ich mich oft an der Säule abstütze oder anlehne. Da merkt man nichts!

Schicke gern ein par Bilder.

Gruß,
Harrie
 
Hallo Andreas,

die Sache steht und fällt mit dem Fundament und das kann auf gewachsenem Steinboden kleiner ausfallen als auf Lehm-, Sand oder Auffüllmaterial.
Beton einsparen kann man dann z.B. noch indem am senkrecht an den Rand gestellte Gehwegplatten (Betonplatten) am Rand der Grube einlässt und dann mittig nur mit halber Tiefe arbeitet. Dabei müssen Anker (dicke Schrauben) die Platten mit einem eingelegten Baustahlkorb und dem eingefüllten Beton zu einem Block verbinden.
Die vier Bewehrungseisen (rechtwinkliche Bügel in den Korb einbinden und senkrecht nach oben so herausstehen lassen, dass ein 25 cm dickes Säulenrohr) drüberzustülpen ist). Diese vier Eisen für die Säule lässt man aus dem Klotz gleich ein Stück herausschauen (30-40 cm).
Das Säulenrohr kann z.B. ein PVC Kanalrohr sein in dem man die vier Eisen für die Innenbewehrung hochzieht, ein Ministahlkorb (20x20x125) steift zusätzlich aus und das Eisen braucht zum Rand den normalerweise erforderlichen 3 cm Abstand nicht, wenn das PVC Rohr als Säulenmantel bleibt.

Ganz oben ist es sinnvoll, beim Betongießen (alle 25 cm Füllhöhe ordentlich stampfen) veir Gewindestangen lotrecht einzubringen um eine Montierungsgrundplatte verschrauben zu können die sinnvoller Weise beim betonieren der Säule schon vorliegt (Lochabstände).

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Harrie,

das war mir fast klar und von daher sehe ich Deinen Aufwand auch als sehr gerechtfertigt an.
Wir haben hier häufig Ölschiefer und wenn Du da versuchst ein Loch von einem Meter Kantenlänge (Hacke/Schippe) auszuheben hast Du mit Mühe eine Mulde von 50 cm Tiefe und 2 Meter Kantenlänge. Das bedeutet, Du hörst irgendwann auf, noch einen Zentimeter tiefer zu wollen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo zusammen,

ich danke Euch erst mal!

Fragen:

- wo bekommt man den Montierungsadapter her?
- wie schafft man es, dass der Adapter absolut waagerecht mit ausgerichtet wird? Der Beton schwindet doch beim Eintrocknen, da wird sich einiges verziehen.
- wo bekommt man die Bewehrung her? Selber biegen?
- würdet Ihr in eine frei stehende Säule Strom hineinlegen, oder zumindest ein Leerrohr? Man könnte eine dreier Außensteckdose anbringen.

Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich habe vor 3 Jahren in meinem Schrebergarten eine Betonsäule gegossen.
Das Fundament habe ich ca 60x60cm und 1 Meter tief ausgegraben.
Eine Armierung aus mehreren Armiermattenstücken im Fundament wurde mit 10 Armierstäben mit Draht zusammen gebunden.
Die Armierstäbe bilden das Armiergerüst innerhalb der Säule bis hoch zur Adapterplatte.
Als Säülenform wurde ein PVC Rohr mit 20cm D und 2 Meter Länge aus dem Baustoffhandel verwendet.

Anschließend habe ich das Fundament soweit ausgegossen,
daß die Säule in der für mich richtigen Höhe =160cm über dem Boden
und ca. 10cm tief in den Beton reindrücken und ausrichten konnte.
Die Ausrichtung wurde mit 3 Pflöcken und Schnur gesichert, bis der erste Guß abgebunden war.

Am nächsten Tag wurde das Fundament fertig ausgegossen,und PVC Rohr bis 30cm unter die Adapterplatte.
Jeweils nach 30cm Füllhöhe habe ich mit einer Latte den Beton aufgestampft.
Die Adapterplatte habe ich mit Schrauben ala Anker versehen.
Die Schrauben wurden in Längrichtung geschlitzt und auseinader gebogen.
Ein dünnes Alurohr als Drainage in das Rohr eingebaut.

Nach dem letzten Betonguß wurde die Adapterplatte eingedrückt.
Steht die Säule genau im Lot stimmt auch die Adapterplatte
beim Anliegen auf dem Rand des PVC Rohrs.
Die Säule ist steht bombenfest für die Vixen Saturn und den Zeiss AS 130/1950 Refraktor.
Um die Säule sind Gehwegplatten ausgelegt.
Inzwischen ist die Säule von Efeu umwachsen. :biggrin:

Grüssle vom Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Gerd,

perfekt gebaut, perfekt erklärt.
Zum Nachbau empfohlen.

Die Rundstäbe und Körbe für die Bewehrung kann man tatsächlich selbst Biegen. Sehr gut geht das auf den speziellen Biegetischen der Baufirmen, Stäbe kann man aber auch über eine Kante oder ein Rohr mit passendem Radius ganz gut biegen, wenn man sie lang genug lässt um Hebelwirkung zu erzielen und anschließend erst passend ablängt.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Falls die Säule nicht schon gebaut ist, hier noch zwei Hinweise:
Die Eisenbewehrung darf an keiner Stelle näher als ca. 3cm an die spätere Betonoberfläche ragen: Beton ist nicht ganz und gar diffusionsdicht, es dringen CO2 und Feuchte ans Eisen: Der Beton carbonatisiert in Laufe der Zeit ,das Eisen rostet.
Beim Rosten dehnt sich die Eisenbewehrung mit enormer Kraft aus und sprengt den Beton, der Prozeß beschleunigt sich nun, da das Eisen noch oberflächennäher liegt.
Wer das nicht glaubbe kann, sollte sich mal die Brückenrenovierungen der letzten Jahrzehnte anschauen: Da werden Milliardensummen in die Ausbesserung der Fehler der 50er & 60er Jahre gesteckt.
Zum zweiten sollte der Beton nicht zu dünnflüssig angemsicht werden: Die Versuchung den super gut fliessenden Beton in die Säule ohne Arbeitsaufwand laufen zu lassen ist einfach zu groß: Der dünnflüssige Beton enthält zuviel Wasser, (das verschwindet irgendwann, grössere Luftporen bleiben zurück) und wird dadurch zu wenig dicht > Diffusion zur Bewehrung wird begünstigt.
Es gibt sog. Betonzusatzmittel: Verflüssiger und Fliessmittel, die den Beton dünnflüssig werden lassen ohne dass er zuviel Wasser abbekommt. Da wird der Fahrmischerfahrer schon helfen können.
Ansonsten bewundere ich alle Beitragschreiber hier, eine cm³ Erde ausheben und entsprechend viel Beton anmischen, da muss man schon echten Enthusiasmus mitbringen, toll.
Viel Spass beim Schaffen und eine stabile Säule wünsche ich.
Flaschenbier nicht vergessen!
 
Hallo,

die Realisierung wird mit einer allgemeinen Gartenumgestaltung einher gehen, also nicht so ganz kurzfristig.

Deinen Tipp mit dem Schwindverhalten werde ich beherzigen. Wir haben in der Firma ähnliche Anforderungen an unsere Inustriefußböden in großen Hallen, die ebenfalls schwinden, was durch geeignete Fugen kanalisiert wird. Moderne Böden verhalten sich, genau wie Du sagst, durch geringeren Feuchtigkeitsanteil gutmütiger und schwinden fast gar nicht mehr.

Mir scheint 1 m^3 übrigens auch etwas viel zu sein, ich werde es mit 80 x 80 probieren, und vielleicht mit einfachem relativ trockenem Stampfbeton. Die Bewehrung wird dann aus hineingesteckten Eisenteilen bestehen, für ein kaum belastetes Fundament sollte das reichen. Es erscheint mir allerdings wichtig, die Säule anständig mit dem Fundament durch Eisenteile zu verbinden.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

hineingesteckte Eisenteile helfen gar nichts. Ich würde mindestens zwei kleine Baustahlmatten Abschnitte von 70 x 70 einbringen und mit Rundstahlbügeln (U - Form) verbinden.
Aus diesem Rundstahl kannst Du Dir auch L - Winkel biegen die mit der matte verrödelt dann in die Säule nach oben münden.
Man muss es nicht übertreiben, aber das wäre der minimale Aufwand für ordentliche, dauerhafte Sicherheit.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Tag zusammen,

ich persönlich finde ein Loch graben nicht als Knochenarbeit,solange mein Broterwerb nicht davon abhängt! :D
Wichtig ist ausreichend tief zu graben!
Das Maß ist unter die Frostgrenze von ca 80cm.
Die Länge X Breite ergibt sich von alleine, d.h.
wird in der so gross wie Du mit dem Spaten reinpasst.
Möchte man nicht soviel Beton anmischen
können auch ein paar grössere Steine nach der Armierung in das Loch geschichtet werden.
Wenn man den Beton richtig anmischt, - mit nicht zuviel Wasser-
und immer wieder ordentlich verdichtet(stampfen), braucht man sich um Schwund keine Gedanken machen.
Ein für viele Jahre stabil und genau aufgestelltes Fernrohr ist der Lohn für die einmalige Mühe!

Grüssle vom Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Gerd,

So ein Loch graben in einem Sandboden finde ich auch keine Knochenarbeit, aber
Wir haben hier häufig Ölschiefer und wenn Du da versuchst ein Loch von einem Meter Kantenlänge (Hacke/Schippe) auszuheben hast Du mit Mühe eine Mulde von 50 cm Tiefe und 2 Meter Kantenlänge. Das bedeutet, Du hörst irgendwann auf, noch einen Zentimeter tiefer zu wollen.
ist doch etwas anderes.

Gruß,
Harrie
 
Genau Harrie,

wenn man den "gewachsenen Fels" erreicht hat und darauf gründet (ein wenig verzahnt), kann der Frost kommen, egal wie teif man ist.
Besser ist es dann, oben etwas aufzufüllen.
Das verdiente Bier schmeckt trotz der Erleichterung gut genug.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Harrie und Günther,

auf Stein bauen können ist immer besser als auf Sand.
Die 80cm gelten für Verhältnisse ohne Felsen.
Sandboden ist schlecht , da muss das Fundament viel grösser werden.
Bei mir war es Lehmboden, zu hart für den Spaten, zu weich für den Pickel :D

Grüssle vom Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo zusammen,

Fels (unverwittert) ist natürlich der beste Baugrund. Aber Lehm besser als Sand einzuordnen ist schlichtweg falsch. Sand ist nach Fels der zweitbeste Baugrund. Sofern man ihn, sollte er locker sein (und das ist immer der Fall, wenn man mit Grabgerät drin rumgewühlt hat), ausreichend verdichtet. Um mir weitere Ausführungen zu ersparen hier ein Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Baugrund

Klare Nächte

Werner
 
Hallo Werner,
Danke für Deine Korrektur.

Du kannst alt werden wie ne Kuh
und lernst immer noch dazu... :D

Grüssle vom Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Günther,

ich mache es nun so: Auf dem Grund es Fundamentes wird ein dicker Pflasterstein gesetzt, in dem lange Gewindestangen verschraubt werden. Die Gewindestangen ragen senkrecht in die Säule hinein, mit Schrauben und Unterlegscheiben gegen vertikale Bewegungen gesichert. Die Säule selber wird horizontal ebenfalls von Gewindestangen mit Muttern und Scheiben durchbohrt, um die Verbindung zum Fundament herzustellen. Ich komme recht günstig (umsonst) an Befestigungsmittel, deswegen möchte ich eine klassische Bewehrung umgehen. Es geht ja nur darum, die Säule fest mit dem Fundament zu verbinden, und die Belastung ist sehr gering, es treten praktisch keine dynamischen Kräfte auf. Es scheint mir wichtiger zu sein, möglichst tief zu buddeln.

Demnächst mehr, inkl. Fotos.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

hier eine E – Mail, die ich einem anderen Astrokollegen geschickt hatte.
Man kann Säulen einbetonieren oder auf einem Betondeckel (Sickergrubendeckel) aufstellen. Unten ist ein Foto von meiner Säule, noch mit einfacher Feinverstellung für meine Astronom II Montierung, hier aber mit dünnerem Vierkantrohr sonst aber gleich wie die G2 - Astrosäule (Bilder auf meiner Seite http://www.g2-astronomie.de/images/seule1.jpg und
http://www.g2-astronomie.de/images/gallery/4/saeulenzb1.jpg ).

http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Meine_Sule_1.jpg

http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Sulenverschalung_3.jpg

Ca. 300 mm unter dem Fußboden ist ein Fundament von 1200 X1200 X100mm im Boden. Von dem quadratischen Fundament, geht eine 600 mm dicke Beton Rundsäule ab, (oder auf Balkonen ein 50 Liter Farbeimer, darin ist der Stahlsäulenfuß einbetoniert.

Die Säule wurde dann noch mit einer konischen 70 mm vierkantigen Beton Säule ummantelt. Die Säule selbst wird auch mit Sand und Splitt gefüllt.

Die Schwingungen brechen sich sehr schnell an den wechselnden Formen des Säulenkörpers. Aus meiner Erfahrung heraus bringt keine andere Aufstellungsart derart gute Ergebnisse. Durchgehende 100 cm – 130 cm lange Rundsäulen aus Beton oder Stahl von weniger als Dm. 250 mm sind da anfälliger.

Bei 250 facher Vergrößerung und einem Schlag mit einem 2 Kg Hammer gegen den runden Fuß der Säule, war im 10 mm Doppelfadenkreuz Nachführokular nur minimales sehr kurzes Zittern zu erkennen, das aber den Stern nicht den Hauch aus der Mitte des Nachführquadrates brachte.

Vielleicht hilft es Dir bei deiner Säulenkonstruktion!

Gruß Günter
 
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