Beurteilung vom Seeing

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Stathis

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"Siest du nix mit deiner Röhre, ist der Spiegel schuld". Um diesem leidigen Vorurteil zu begegnen, dass wir wieder eindruckvoll in "Prüfung eines 8"-GSO-Spiegel durch Wolfgang Rohr" lesen konnten (sehr schöner und aufschlussreicher Artikel), möchte ich euch meine Seeing Bewertungsskala anhand der Erscheinung der Beugugsfiguren am unscharf gestellten Stern nahelegen. Sie ist sehr aussagekräftig und gut reproduzierbar. Siehe den Online Artikel von Uwe Pilz und mir im Magellan Online Artikel
 
Hallo Stathis,
danke für den Hinweis. Die meisten Planetenbeobachter und -fotografen geben das seeing von 1/10 bis 10/10 an, also offenbar gemäß der Pickering-Skala, die aber geräteabhängig ist - oder gibt´s inzwischen eine weitere Skala, die in der von Dir und Uwe erstellten Übersicht noch nicht aufgenommen wurde?
Grüße: Uwe
 
Der Link führt inzwischen leider ins Leere <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Lieber Stathis,

der Magellan Online Artikel verweigerte sich gestern und
heute. Kannst Du mir das via email zusenden?

Herzlichen Dank

Wolfgang Rohr


 
Re: Seeing Skala

Da Magellan diesen Link irgendwie unterbrochen hat, hier meine Skala:

Die Luftruhe wird am Polarstern beurteilt, das ist insbesondere für Dobsonauten günstig. Stellt man ihn unscharf, dann entsteht eine kleine Zerstreungsscheibe mit Beugungsfiguren (Ringen). Man hat man anhand der Sichtbarkeit und dem Wabern dieser Beugungsfigur ein recht feines Kriterium. Sind Planeten am Himmel, dann können diese ergänzend benutzt werden. Diese Skala hat 7 Stufen (0-6):

0: So als wäre keine Atmosphäre da. Auch bei AP=0,5 mm Sterne wie in den Himmel genagelt. Am Planeten bei höchster Vergrößerung Standbilder ohne jegliches Zittern über mindestens 10-20 Sekunden. Das ist "Seeing Paradise".
1: Bei AP=0,7 mm stehender Polarstern, keinerlei Gezappel der Beugungsfigur. Auf Deep Sky Objekten höchste Vergrößerungen möglich, die das Fernrohr hergibt. Gestochen scharfe Planeten Standbilder für 5-10 Sekunden. Da kommt Freude auf.
2: Bei AP=1 mm weitestgehend stehender Polarstern, schnelles Zappeln der Beugungsfigur, deren Gesamtform bleibt jedoch erhalten. Auf Kugelhaufen und kleine Galaxiechen noch hohe Vergrößerungen gewinnbringend möglich. M57- Zentralstern mit 17,5" noch deutlich machbar. Planetenbild schnell zappelnd aber wenig wabernd, Details bleiben aber weitestgehend erhalten.
3: Bei AP=1 mm Polarstern deutlich zappelnd. Beugungsfiguren wabernd, aber noch deutlich erkennbar. Deep Sky: Kleine Fuzzies verschmieren bei hoher Vergrößerung. Am Jupiter, Saturn AP=1,5 mm noch sinnvoll.
4: Bei AP=1 mm Polarstern stark wabernd. Beugungsmuster vor Wabern kaum noch zu sehen. Kleine Fuzzies stark beeinträchtigt. Planeten sinnlos.
5: Auch bei geringeren Vergrößerungen extrafokales Bild wie gleichmäßig beleuchtete wabernde Scheibe, ohne jede Beugungsmuster. Nur großflächige Objekte machen noch Spaß.
6: Polarstern ist auch bei niedrigster Vergrößerung aufgeblasen wie ein Kugelsternhaufen. Föhnwetter. Einpacken und mit Fernglas gucken.
 
Re: Seeing Skala

Hallo Stathis !
Gutes Beispiel und gut Praktizierbar deine Tabelle.
Kannst du uns noch die Öffnung von dem Beispiel bekannt geben.
Weil bei einer kleinen Öffnung hat die 0,5 AP eine kleinere Vergrößerung als bei einer großen Öffnung und bestimmte Turbulenzen werden est ab einer bestimmten Vergrößerung sichtbar.
Viele Grüße
Alois
 
Re: Seeing Skala

Das ist eine relative Skala, was ja auch Sinn macht, denn man will ja den Einfluss des Seeings für sein jewiliges Gerät, das man gerade benutzt, bestimmen. Mit 50 mm Öffnung wird man fast immer Stufe 1-2 erreichen. Mit meinem 17,5" war Stufe 2-4 eher die Regel mit Häufung auf 3. Mit meinem 24" habe ich recht häufig Stufe 4, zum Glück aber auch oft 3 und manchmal auch 2.
 
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