Beurteilung Zentrierung und Beugungsringe am APO 115 F7

xerox_now

Aktives Mitglied
Hallo Optik Spezialisten,

ich habe einige Fragen an die Optik-Experten, weil ich nicht weiter weiß.

Ich habe mir einen APO -Refraktor mit der 115mm F7 Optik eines Photoline Objektivs von TS gebaut.
Siehe "Selbstbau APO: Was soll daraus bloß werden: Jetzt nochmal!"
Ich hatte den OAZ zu der Objektivaufnahme und dem Tubus justiert.
Das Objektiv selber mit einem Justierokular und mit den Zug- Druckschrauben and der Tiltaufnahme des Objektivs zentriert.

Alles passte und sah zufriedenstellend aus.

Gestern der Sterntest an Arkturus! First Light sozusagen.
Ich rätzel über das Airy-Scheibchen und die Beugungsringe.

Testaufbau:
115/805 APO Selbstbau auf CGX.
1) Direktfokus mit einer QHY 5P-II mit 2.2µm Pixeln, 805mm Brennweite
2) Gleiche Kamera mit Vixen 2x Barlow, 1610mm Brennweite
3) und dann nochmal die Q-Turret Baader Barlow dahinter (also 4.2x oder 3542mm Brennweite)
4) Bild im Fokus, mit beiden Barlows, kleinstes Scheibchen
5) Intrafokal mit Vixen 2x und Baader 2.2x Barlows

Bilder:
Jeweils ein Stack aus 100 Bildern 800x600 oder 1024x768 in Registax6
Keine Farblayerkorrektur, nur RGB Balance.

Danach bin ich nochmal visuel drangegangen: Mit Orthos und Vixen LV. Kein Prisma oder Spiegel.
Rauf bis 700x mit dem Vixen LV 5mm und beiden Barlows.
Gleiche Darstellung der Beugungsringe, wie bei den Fotos.

Meine Fragen:
Kann ich aus den Bildern schließen, das ich eine ausreichende Zentrierung habe?
Gibt es Möglichkeiten das zu vermessen und auszuwerten, Programme oder dergleichen?
Was kann man noch in den Bildern sehen?
Bei dem Bild im Fokus meine ich eine leichte Dezentrierung noch zu erkennen.
Oder ist der nach unten dezentrierte orange-gelbe Bereich den hintereinander gesteckten Barlowlinsen geschuldet?
Kann es sein, das die Barlows leicht verkippt sind?

Ich freue mich auf anregende Ratschläge und Infos.

Grüsse aus dem Norden!

1_Extrafokal-direkt.jpg

2_Extrafokal_Vixen-2x_Barlow.jpg

3_Extrafokal_Vixen-2x_Q-Turret-2.2x_Barlow.jpg

4_Fokus_Vixen-2x_Q-Turret-2.2x_Barlow.jpg

5_Intrafokal_Vixen-2x_Q-Turret-2.2x_Barlow.jpg


Martin
 
Hallo "xerox_now",

nur ein paar kurze Anmerkungen...

In-Fokus pic:
- Bei dem Rotsaum würde ich eher auf atmosphärische Dispersion tippen.
- Bei dem ersten Beugungsring ist eine leichte Dreiblattstruktur zu sehen (evtl. leichte Verspannung?).

Out-of-Fokus-pics:
- Zu weite Defokussierung! So lassen sich die entscheidenden Abbildungsfehler (Asti, sph. Abb, etc.) nicht mehr beurteilen.
Nur so weit defokussieren, bis ein paar wenige Beugungsringe zu sehen sind.
- Wegen der Farbüberlagerungen ist zur Beurteilung der Abbildungsfehler pro Farbe ein Filter notwendig, der eine Farbe isoliert (z.B. Grün, 546nm).

Ciao Werner
 
Hallo zusammen,

Verspannung kann ich hier nicht sehen, denn dann wären auch intra-/extrafokal ein oder mehrere Fresnelringe gestört. Ich vermute, dass hier eher ein gewisser Betrag an Turbulenz den ersten Beugungsring im fokalen Bild etwas verformt. Für bessere Beurteilung müssten jedoch die intra-/extrafokalen Bilder näher am Fokus aufgenommen werden.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner und Werner,

Danke für Eure erste Einschätzung.
Ich werde den Test noch mal mit kleineren Abstand vom Fokus wiederholen.
Auch glaube ich, daß die Barlows gegeneinander vertippt sind.

Komme aber erst am Wochenende dazu..

Dank an Euch.

Martin
 
Hallo Martin,

das fokale Bild weißt eine leichte Achskoma auf, müsste sich durch Verschiebung der mittleren Linse in der Achse 12 auf 6 Uhr rausjustieren lassen.
 
Hallo Josef,
an so eine "Operation" traue ich mich noch nicht heran.
Erst will ich sichergehen, das der mögliche Fehler nicht durch die Barlowlinsen kommt.
Ich tausche mal dei Barlow gegen einen Zeiss/Contax 2x Telekonverter aus und hole mir dann wieder Rat.

Grüsse aus dem Norden!

Martin
 
Hallo,
Also ich sehe in den Bildern ohne Barlow und mit der Vixen Barlow praktisch keine Fehler;
alles schön zentriert. Erst bei der Kombination mit 2 Barlows scheint die Sache kritisch zu werden, der Poison-Punkt rutscht nach "unten" und hier scheint dann entsprechend eine Dezentrierung auf der Achse zu entstehen (Fokusbild).
Der Telekonverter bringt da nichts, der ist nach fotografischen Maßstäben konstruiert und gefertigt.
Was man machen könnte, ist, mit einem sehr guten Okular per Okularprojektion auf den Kamerachip den Sterntest nochmal zu machen.
Für ein Teleskopobjektiv aus der Massenproduktion sieht das schon ganz gut aus.
Grüße Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Btw.: bei einem Teleskop mit der Öffnung ist bei 250x sowieso Schluß. Da wird man von den "Fehlern" nichts sehen.
Ich finde, so wie das aussieht, solltest du mit dem Ergebnis zufrieden sein.
Gruß Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin,

stimme hier mit Michael überein, da würde ich dann nichts verschlimmbessern!
 
Josef, Michael,
danke für die Antworten.
Scheint so, das ich sauber und genau gearbeitet habe. :sneaky:

Micheal, welche Brennweite würdest Du für das Okular empfehlen.
Eher kurze oder mittlere Brennweite?
An kurzbrennweitigen Okularen habe ich nur ein 5mm Viven LV, ein 6mm Ortho von Baader und ein gutes 12mm Ortho von Celestron als Vulcano.
Die LV habe ich fast komplett (5, 7, 9, 10, 20, 25, 40mm)
Ich tendiere eher zu den Orthos von Baader oder Celestron. Weniger opt. Elemente und Luft/Glasflächen.

Martin
 
Hallo Martin,
Du hast super Okulare.
Orthos sind klasse bei Planeten und Mond.
Die LV sind auch shr gut.
Das mit den Glas-/Luftflächen würde ich bei modernen Okularen nicht übertreiben
Was du brauchen könntest für den absoluten
Höchstvergrösserungsbereich wäre eine sehr gute Barlowlinse (Televue, Baader Abbe,
APM TMB Barlowzum Beispiel) oder ein
Televue 3,5 mm Nagler 6 Okular.
Wenn du willst, macht sich auch ein 2'' Übersichtsokular bei 30 mm noch gut.
Alles andere hast du ind ich würde damit erstmal richtig viel gucken.
Viele Grüße Michael
 
Hi Michael,
ja, fürs visuelle beobachten ist meine Okularsammlung gut. Das merke ich auch an meinen anderen Teleskopen.
Ich habe eher zu dem Sterntest nachgefragt. Kurze Brennweite oder Mittlere für die Okularprojektion mit der QHY 5P-II.
Die ich gewählt habe, weil sie von meinen Kameras die kleinsten Pixel hat.

Ich glaube ich mache mir mal den Spass und mache eine Testreihe.
Weniger Abstand vom Fokus, mit Barlow und eine mit dem 2x Konverter und als Kür dann Okularprojektion mit 10mm Ortho.
Ich muß mal sehen, welche Anstände ich realisieren kann und welche effektive Brennweite sich dann ergibt.

Grüsse aus dem Norden!

Martin
 
Ach so,
Das erleichtert die Antwort:
10 mm Ortho und dann den Abstand entsprechend variieren- ganz richtig überlegt.
Ich nehme immer ein 7,5 mm oder ein 5 mm
Spectros Plössl. Die sind so gut wie die besten Orthos.
Beim Sterntest besser ohne Barlow oder Teleconverter. Die bringen möglicherweise
nur neue Bildfehler mit.
Du grüsst aus dem Norden. Darf ich fragen, wo du wohnst; bin auch aus dem Norden...
Viele Grüße Michael
 
Update:
Gestern noch mal den Test gemacht. Leider nicht lange genug gewartet, das Teleskop war nicht vollständig in der Temperatur ausgeglichen.
Starke Schlieren und "Mini-Tornados".
Kurze avi-Dateien erzeugt mit 50 Bildern und in Registax gestackt.
APO Test2.jpg

Das Seeing war so lala und der Stern (Deneb) wobbelte im Fokus und hatte unterbrochene Beugungsringe.
Kamera wieder die QHY 5P-II mit 2.2µm Pixeln.
Diesmal aber dichter am Fokus aufgenommen.
Interessant ist die intensive blaue Färbung extrafokal. Ist das normal bei APO´s? Oder liegt hier eine falsche Korrektur vor?

Alles in allem bin ich zufrieden.

Grüsse aus dem Norden!


Martin
 

Anhänge

  • M27_Test2.JPG
    M27_Test2.JPG
    445,8 KB · Aufrufe: 158
Hallo Namensvetter,

Kurze avi-Dateien erzeugt mit 50 Bildern und in Registax gestackt.
Die avi`s sind schon mal 1A aufgenommen :y: Manchmal versuche zu schärfen/strecken um noch was extra zu sehen an Differenz nach dem ROI, gut am wieder aktuellen Mak mit Obstruktion..... Never mind.
Mach ich auch so mit kurzen Videos, nur die Farben können täuschen bei RGB, persönlich bin nicht so Erfahren beim Refraktor justierten(Linseno_O), aber sehe evidenter mit der MonoCam und eventuell RGB Filtern.

In diesem Stage bin ich mir sicher das du durch dein Cheshire an die Sonne gepeilt hast dass das schon richtig zentrisch sitzt die Kringel ineinander. Kann man auch mal ne 2" Aufnahme verwüsten(fürs Licht rein ins Cheshire) seitlich um hinten die Cam mit CS Objektiv bequem reinsehen zu lassen ins Cheshire, geht auch locker ohne diese Mod an der Aufnahme Huelse ;). Habe am liebsten die Sonne als "Glühbirne" seitlich einscheinend in das Cheshire mit seitlichem Lichteintritt. Monti ist dann eine Azimutale die ich nachschubse auf Balkonien. Hat man genug Zeit nebendran im Zimmer am Bildschirm. Gut liegt das Teleskop quer zur Sonne fürs Cheshire;). Auch spiele ich gerne mit den Toleranzen lasse das mal absichtlich locker sitzen, der Laser vom OAZ aus kann einen Tick abweichen. Nutze dazu ne kleine Baader 1.25"Clicklock Klemme mit dem zentrierten Laser der dann das Zentrum anpeilt der Linse. Kann man mit Papier oder ner Cam machen und die Mitte sich einblenden lassen am Bildschirm über Software drüber ziehbar.

Cheshire ist auch ne Sache die gut Licht haben will, orientiere ich persönliche optimal zur Lichtquelle, will halt alles sehen......
Drehe und verkippe mit Intent solche sachen absichtlich um sie besser kennen zu können.
Zentriert ist das deine schon bestens sage ivh mal. :y: :)

Das ist genau der Punkt der mich limitiert sehr oft das Mak einzustellen am Stern im Himmel. Muss auch raus nachts um Platz zu haben fuer nen künstlichen Stern. Diese Woche bei grausigem Seeing(noch schlimmer werdender) werde ich doch mal nachts aufs Feld gehen und bei gut +30m den künstlichen Stern aufstellen(Gluecklicherweise hat mir jemand schwer Ok hier im Forum sein Carbon Stativ verkauft, ansonsten krieg ich das nicht mehr geschleppt). Der künstliche von Geoptik ist ganz gut. DIY mit ner weißen LED und nen Stueck Glasfaser in der Box ist auch super zum experimentieren _affeaugen:. Alufolie mit der Nadel durchstochen ist nicht der Hit bei mir. Man sollte die Lampe drunter einstellen was schwierig mit Halos wird.
Ne Christbaumkugel aus dem Keller nachts war auch schlimm, die Lampe muss weit weg sein, was dann recht zu dunkel wird. keine dreier LED wie meine....

Grosso modo mit ner gut geraden Verlängerung am OAZ und nem kuestlichem Stern gehst du gleich dem Seeing aus dem Weg.

Barlow am Oku würde ich persönlich eher weglassen, auch afokale Fotos wie Videos(besser).

Bestes Gelingen!

Clear skies,
- Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Update:
Gestern noch mal den Test gemacht. Leider nicht lange genug gewartet, das Teleskop war nicht vollständig in der Temperatur ausgeglichen.
Starke Schlieren und "Mini-Tornados".
Kurze avi-Dateien erzeugt mit 50 Bildern und in Registax gestackt.
Den Anhang 425278 betrachten
Das Seeing war so lala und der Stern (Deneb) wobbelte im Fokus und hatte unterbrochene Beugungsringe.
Kamera wieder die QHY 5P-II mit 2.2µm Pixeln.
Diesmal aber dichter am Fokus aufgenommen.
Interessant ist die intensive blaue Färbung extrafokal. Ist das normal bei APO´s? Oder liegt hier eine falsche Korrektur vor?

Alles in allem bin ich zufrieden.

Grüsse aus dem Norden!


Martin

Hallo Martin,

das Programm WinRoddier wäre gut für eine qualitative Aussage zur Leistung der Optik und eventuell verbleibenden Justagebedarf.

Wahrscheinlich kannst du bereits deine vorhandenen und gestackten AVIs bei entsprechender Angabe verwenden.

Grüße,
Alexander
 
Hallo Martin,
dieser Sterntest sieht schon besser aus, man sieht intra/extra die Fresnelringe was auf eine gute Sphärische Korrektur hinweist.
Allerdings ist diese vom Farbfehler überlagert besonders intrafokal von blau.

Extrafokal sieht leicht eckig aus was auf eine leichte Verspannung hindeuten kann oder wie du geschrieben hast auf ein noch nicht ganz angepasstes Objektiv.

Interessant ist die intensive blaue Färbung extrafokal. Ist das normal bei APO´s?

APO ist heute ein inflationärer Begriff geworden.
Alles was ein oder zwei Sondergläser verbaut hat kann heute APO heißen.

Es gibt zwar mehr oder weniger scharfe Definitionen was APO bedeutet, ohne eine konkrete Messung dieser Größen bleibt man meist bei Spekulationen.

Dabei kann das geübte Auge je nach Vergrößerung bzw. Austrittspupille schon weit unter 2xD bzw. 0,5mm Farbtönungen und Farbfehler Wahrnehmen.

Meist ist es auch so, dass die Korrektur einfach auch dem Preis entspricht, was man bezahlt hat.

Bei dem Hantelnebel ist neben den verzogenen Sternen noch auffällig, dass diese alle gleich rötlich aussehen.
Allerdings bin ich auch kein Experte der Bildbearbeitung.
LG
 
Der Reihe nach:
Hallo Martin, schön, das wir ähnliche Ansätze gehen mit der Dokumentation und der Justage.
Nein, ich justiere nicht mit dem Sonnenlicht am Cheshire. Ich mache das im Keller mit einer Lampe mit Opalscheibe davor, damit ich ein gleichmäßiges beleuchtetes Feld habe. Ich versuche auch gerade eine Webcam mit Objektiv hinter das Cheshire zu montieren.
Der APO ist nicht so lang, aber bei meinem kleinem Panorama oder dem langen ELITE mit 1500mm sind die Arme zu kurz.
Ich glaube ich baue mir noch einen GMK Kollimator mit Kamera. Ansonsten laser ich eine kleine Christbaumkugel an und mache die Vorjustage und der Rest am Stern. Mit den Widrichkeiten des Seeings.

Danke Alex, so was habe ich gesucht. Das test ich gleich mal aus.

@ Quanten.
Da das ein Triplett von TS ist und recht "preiswert" ist, erwarte ich nicht die Performance eines LZOS oder TAK.
Auch ist das meine erste "APO" Optik. Bisher nur Achromaten (Fraunhofer oder Kitt) oder Spiegelsysteme.
Wie gesagt war das Seeing grausig und das Scheibchen bewegte sich ständig wie ein Amöbe.
Vielleicht hätte ich mehr Bilder im avi machen sollen, damit es so rund aussieht wie beim ersten Test. Rein visuell waren die Beugungsscheibchen über die Zeit gemittelt schön rund.
Ein Fehler war auch, den Stern zu wechseln. Ich hätte bei Arkturus bleiben sollen.
Aber ich lerne dazu was die verschiedenen Optiken beanlangt. Dafür ein Danke.
Was ich bisher an dem "APO" wahrgenommen habe stimmt mich zufrieden und ist die Summe meines handwerklichen Geschicks.
Das macht für mich den ATM aus.

Grüsse aus dem Norden!

Martin
 
Hallo Martin,

ich denke, den wichtigsten Aspekt hast du ohnehin schon erwähnt: Du bist zufrieden mit dem Gerät am Himmel.
Alles andere ist dann sekundär.

Viele Grüße
Werner
 
Zurück
Oben