Bias vs. Flat-Darks

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Lichtagent

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Liebe Freunde der Nacht,

nachdem in einigen, englischsprachigen Foren Probleme mit den Bias-Aufnahmen meiner ASI 1600MM-C benannt wurden (wohl wirklich nur bei kürzestmöglichen Belichtungszeiten auftretend), bin ich wieder verunsichert ;)

Ich war nie richtig zufrieden mit dem Bias-Abzug meiner Rohbilder und vielleicht ist das ja genau der Grund gewesen.

Auf jeden Fall stellt sich mir die Frage, ob nicht generell das Vorgehen mit normalen Dark-Aufnahmen für die Bilddaten und Flat-Darks (also Dunkelbelichtungen genau so lang wie die Flat-Aufnahmen) sinnvoller ist...

Sowohl die Darks, als auch die Flat-Darks enthalten die unveränderliche Grundcharakteristik der Kamera (Bias), genau wie die Bilddaten (Lights) und die Flat-Bilder. Wenn man also die jeweils korrespondierenden Dunkelaufnahmen von Lights und Flats abzieht, sollten diese frei von Bias und Dunkelstromartefakten/defekten Pixeln sein.

Wie sieht da die Meinung der Erfahrenen Bildmanipulatoren aus???

LG aus Bochum

Chris
 
Hallo Chris,

kannst du das Problem mit den Bias näher beschreiben?
Es ist so, dass für eine erfolgreiche Flatkorrektur das Bias Signal unbedingt aus den Flats herausgerechnet werden muss. Das mal grundsätzlich vorab.

Ein Bias Korrekturbild ist von einem Flatdark kaum zu unterscheiden. Wie auch, der Unterschied ist lediglich der Dunkelstrom, der beim Flatdark hinzu kommt. Beide enthalten aber ja das Bias Signal und erfüllen damit den notwendigen Zweck s.o..
Da Flats in der Regel nur wenige Sekunden lang belichtet werden, ist in den meisten Fällen der Dunkelstrom vernachlässigbar gering. Ausserdem variiert die Belichtungszeit des Bias ja schon bedingt durch die Kamera. So kann es sein, dass ein Bias einer CCD Kamera vielleicht 1 Sekunde belichtet ist, weil es gar nicht schneller geht, eine DSLR aber vielleicht 1/4000 Sekunde. Wo will man da per Definition den Unterschied machen?
Wenn du z.Bsp. Flats mit Schmalbandfiltern machst, dann kann ein Flat auch schonmal 15 s dauern. Das ist dann schon was anderes. Ob es aber einen Unterschied macht da dann mit einem Flatdark zu arbeiten bezweifel ich. Ich benutze auch dann lediglich das Bias, und das bisher immer sehr erfolgreich. Lediglich bei meiner Canon 6D hatte ich neulich Probleme mit den Bias, warum kann ich (noch) nicht sagen.

CS Frank
 
hallo Chris,

warum prüfst du das nicht nach mit deiner ASI, das wäre doch das einfachste? Wenn das Bias bei 0,2sec anders aussieht als bei 0,001sec dann siehst du das doch sofort. Und nimmst das was zu deinen Flats passt. Aber alles genau gleich wie bei den Lights machen, gleiche Kabel gleicher USB Port etc.

In den Foren werden Sachen manchmal auf eine Weise diskutiert, dass einem die Haare zu Berge stehen. Lieber selbst nachprüfen, hier ist es ja einfach.

lg Tommy
 
Vielen Dank für Eure Antworten...

Ich werde tatsächlich mal die Aufnahmen vergleichen - bei Autostretching mit PI muss ich nur sichergehen beide mit den gleichen Parametern zu stretchen, sonst wird's krude...

Zum Thema Bias schreibt Sam (immerhin Hersteller/Vertreiber der ASI-Kameras) - vergesst Bias bei CMOS-Kameras...

ZWO Userforum - BIAS

LG Christian
 
Hallo Frank,

der Grund, warum ich zuletzt eigentlich fast nur Rohbilder gesammelt und nichts bearbeitet habe lag darin, dass meine kalibrierten Einzelbilder subjektiv nach der Kalibrierung schlechter waren als vorher - ich weiß: Subjektivität hilft hier nicht weiter, aber es waren neue Gradienten drin, etc...

Und als ich jetzt über den Bias-Thread gestolpert bin, bin ich nochmal hellhörig geworden.

Ich gebe Dir Recht, dass in praxi ein Flat-Dark kaum von einem Bias zu unterscheiden sein sollte. Das Problem mit den Bias ist ja nur, dass wenn wir auf diese verzichten, der Bias zweimal vom Light abgezogen wird.

Wenn ich jetzt aber von den Lights die Dark-Frames (mit inhärentem Bias) abziehe und dann noch die (mit Flat-Dark korrigierten - und somit Bias-freien) Flats abziehe, dann ziehe ich ja nur noch einmal das Bias ab und alles ist paletti...

Der einzige Unterschied ist die Länge der Flat-Darks und ob ich ein Superbias daraus bastel (wenn die aufgrund ihrer Kürze dann Bias genannt werden) oder nicht.

Für mich ist das ganze Nachbearbeiten immer noch eine Herkulesaufgabe und ich bin _richtig_ gut mit Studio-/Tageslichtfotografie und Nachbearbeitung in PS (gewesen), aber dies ist echt komplett anderes Terrain.

Ich werde mal tapfer meine ASI 1600-MMC testen und Vergleichsbilder zwischen 0.1 und 0.000x Sekunden machen.

LG und CS

Christian
 
Hallo Christian,

vorsicht! Das Flat wird nicht abgezogen, es wird (einfach gesagt) dividiert. Das ist ein gravierender Unterschied!
Die Software die du benutzt ist vermutlich schlau genug zu unterscheiden und zu wählen welche Bilder genutzt werden. Viele denken das Bias würde irgendwie noch vom Dark abgezogen, aber das passiert nur wenn man das explizit wählt. Im normalen Standartprozess wird das Bias lediglich vom Flat abgezogen, was auch eben so sein muss. Wenn das nicht passiert äussert sich das durch eine Überkorrektur, sieht dann aus wie eine umgekehrte Vignette (innen dunkel aussen hell).

Also der Mensch der die Asi vertreibt muss begründen warum man das Bias vergessen soll. Wenn die Kameras natürlich gar kein Bias haben, macht es auch keinen Sinn es ab zu ziehen. Aber sobald da was ist, muss es aus den Flats raus. Wie Tommy schreibt, Versuch macht kluch. Eine Bias Signatur schaut meistens recht charakteristisch aus. Meist ein Gradienten Verlauf oder etwas derartiges. Einfach mal ein Bias von einem Dark abziehen, dann siehst du was das Bias ist. Messen kann man es dann natürlich auch, es sind meistens so um die 100 ADUs.

Die Probleme die du beschreibst können noch ganz anderer Natur sein. Dazu am besten mal ein paar Bilder zeigen.

CS Frank
 
Hallo Zusammen,

ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor. Sam (von ZWO) hatte zwar gesagt, man braucht kein Bias, meinte aber wohl , dass man immer passende Darks machen soll, also eben Flat Darks.
Das findet man auch durchweg in den Beiträgen der ASI Besitzer in aneren Foren.
Auch das Skalieren der Darks (Dark Optimization) scheint nicht zu funktionieren, weil die Darks oder das Amplifier_Glow gerade bei den kurzen Belichtungszeiten nicht streng proportional zur Belichtungszeit sind. Also müssen immer Darks unter gleichen Bedingungen gemacht werden, wie die Lights und die Flats. Dann brauchts natürlich keine Bias Aufnahmen mehr.



 
Liebe Astrofreunde,

vielen Dank schon mal für Eure Einsichten...

Ich werde mal mit meinen Daten schauen, womit ich am Besten zurechtkomme.
Aktuell würde ich es so werten, dass Bias-Abzug wohl generell klappen sollte, aber die Verwendung von Flat-Darks zur Kalibrierung der Flats vermutlich absolut unproblematisch, wenn nicht sogar überlegen ist (?).

LG Christian
 
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