Bildbearbeitung bei 30 sec aufnahmen

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Hallo, Ecky und Thomas,

Ihr habt mich überzeugt!
Ich glaube, ich muss genau wie Ralf damals mehrere 1000 Aufnahmen machen und zusätzlich sein grosses Wissen bezügl. PS besitzen, um güte Ergebnisse zu erzielen. Das ist etwas enttäuschend für mich, da ich gehofft hatte, mit weniger Bildern und geringeren Kenntnissen auszukommen.
Auch die Hoffnung auf mehr Details in schwachen DSO's hat sich dann wohl vorläufig erledigt.

vielen Dank für Eure Bemühungen!
viele Grüße und cs
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich gehofft hatte, mit weniger Bildern und geringeren Kenntnissen auszukommen

Naja, so ganz aus Jux und Tollerei werden die wirklich guten Bilder ja nicht so lange belichtet... ;-)
Der Weg zum wirklich befriedigenden Ergebnis führt meiner Meinung nach nur über lange GESAMTbelichtungszeit und sauber kalibrierte Daten.

LG, Markus
 
Hallo, Markus,

die lange Gesamtbelichtungszeit alleine reicht bei mir leider auch nicht! Die Einzelbelichtungen müssen lang genug sein, um es bei der späteren BB leichter zu haben.

viele Grüße
Andreas

 
Hallo, Markus,

zum ISO-Wert-Thema:

ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Die meisten namhaften (hervorragende Bildresultate) Kollegen benutzen ohne Filter die niedrigen ISO-Bereiche mit langen Einzelbelichtungen (und hohe Werte bei UHC).
Wenige andere Kollegen mit sehr guten Resultaten benutzen allerdings hohe ISO-Bereiche mit langen Einzelbelichtungen.
Ich nehme an, dass sie einen sehr dunklen Himmel haben, denn sonst wären alle Einzelbilder überbelichtet.
Dann gibt es noch Kollegen, die theoretisieren und meinen, der ISO-Wert spielt keine Rolle. Sie verwirren mich mit Ihren Aussagen.

viele Grüße und bald wieder cs
Andreas


 
Hallo, Michael,

besten Dank für die Information!
Ich habe Ralf angeschrieben und um Hilfe gebeten!
Ich bin gespannt, was er mir antwortet.

viele Grüße
Andreas

 
Hallo, Astro-Kollegen,

was ich nach einem ersten Kontakt mit Ralf ("30sec") schon einmal sagen kann, ist: Ralf's Aussagen sind folgende:
200x30 sec sollte für die gängigen Motive reichen.
Das mit dem Workflow ist nicht so einfach. Es gibt ja kein richtig oder falsch, und es ist bei jedem Motiv anders. Klar, als erstes muss man eine S-förmige Gradationskurve legen, o.k. aber die legt jeder anders. Macht man hier schon einen kleinen Fehler, dann addiert der sich am Ende zu ...Mist. Das Problem ist, diesen Fehler zu identifizieren, und das geht nur mit viel Erfahrung, visueller Erfahrung und auch ein bisschen PS. ICh habe für Astrofotos 100te Std. lernen müssen. Tricks gibt es da nicht. Ich arbeite nicht einmal mit Masken (aber Ebenen).
Grundsätzlich ist die BB bei 200x30 sec dieselbe wie bei 20x5 min. Das Problem ist, die anfängliche Streckung muss viel stärker sein, und dann s.o. ein Fehler, und es sieht mies aus.
Der Himmel ist leider sehr wichtig! Eine Größenklasse mehr bedeutet 1/7 - 1/10 der Belichtungszeit.
Man verliert bei meiner Methode ca. 30% an SNR bei den 30sec Aufnahmen. Neue Kameras verbessern das Verhältnis.
Die Qualität des Einzelbildes sit sehr wichtig. Eiersterne kann man vielleicht wegmachen, aber die Unschärfe, die das hervorgerufen hat, ist ja auch im Motiv --> schwache Details verschwinden.
Das "Gefühl" für diese BB kann man sich nur erarbeiten. Man muss/darf zwar stärker strecken bei 1000 Bildern, aber grundsätzlich ist die BB gleich. Gute Literatur: S. Seip und ein weiterer Autor:... digitale Astrofotografie... +CD mit Übungsmaterial.
Weitere Informaionen folgen!

viele Grüße und cs
Andreas

 
Hallo, Astro-Kollegen,

Ralf burkart, "30sec" hat freundlicherweise mein Bild bearbeitet und ist nur zu einem sehr leicht besseren Ergebnis gekommen, als Thomas mit PI und auch ich mit meiner ersten BB. Hier mal sein Ergebnis und seine BB:
Das Bild ist noch nicht voll ausgearbeitet. Die Sterne, besonders die hellen, sehen noch sehr komisch aus. Geglättet oder Rauschen minimiert habe ich nicht. In der Tiefe ist nichts mehr drin. Zum Schluß kommt ein streifenförmiger Hintergrund heraus, das bedeutet, dass die Kalibrierungsdaten nicht perfekt gearbeitet haben. (Ralf wußte nicht, dass ich keine Flats, Bias, Darks gemacht hatte!). Ein bisschen könnte man hier also noch herausholen. Weiter fällt auf, dass die Sterne keine gaußsche Helligkeitsverteilung besitzen. Sie sind eher sehr kleine Scheiben. Die Details im Nebel sind ordentlich scharf, aber event. ist doch eine ganz kleine Defokussierung vorhanden. Die Farbe war sehr zurückgedrängt, das kann beim Stacken passiert sein oder bei der Umwandlung in ein 16 bit tiff. Die Daten waren aber noch da und ich habe sie entsprechend wiederhergestellt.
Die Schärfe ist sehr gut. Die Tiefe leidet durch Lichtverschmutzung, relativ geringes Öffnungsverhältnis und event. durch nicht perfekte Flats und Darks.
Meine Schritte waren:
- Trennen von Luminanz und Farbe
- Gradationskurve mehrfach angewendet
- Sterne verkleinert über "dunkle Bereiche vergrößern"
- Lichter leicht geschärft
- Hintergrund geglättet (hier manuell mit Verlaufsfilter)
- Farbbild etwas gestreckt, mehr gesättigt, und in Ebenenfunktion "Farbe" zugeführt.

Jetzt meine Meinung:
Meine Quintessenz ist, ich habe wieder einiges dazugelernt! Diese Methode lohnt sich nur bei dunklerem Himmel. Dafür muß ich wegfahren. Der Vorteil des Aufwärmens fällt dann aber weg. Man dara auch keine Flats und Darks vergessen.
Die BB ist aber beherrschbar!

viele Grüße und wieder dunkle, klare Nächte
Andreas


Link zur Grafik: http://www1.minpic.de/bild_anzeigen_thumb.php?img=236834.jpg




 
Hi Andreas

Diese Methode lohnt sich nur bei dunklerem Himmel.

Da gebe ich Dir recht, und dazu wäre es von Vorteil, ein schnelles Teleskop zu verwenden. Ich selbst machte im Frühjahr auch mal Tests mit kurzbelichteten Aufnahmen mit einem 150mm Newton + ASA Reducer. Mit dem Reducer kam ich auf ein Öffnungsverhältnis von f3, und mein Standort liegt auf rd. 1500m. Anbei 2 Beispiele mit einer CCD-Kamera (ATIK 460) und die Farben von alten DSLR Aufnahmen.
- M51 - 125 x 33sec
- M106 - 130 x 33sec

Ist schon faszinierend, was mit kurzbelichteten Aufnahmen möglich ist. Trotzdem möchte ich wenn möglich heuer noch eine Gegenüberstellung probieren, wie sich die kurzbelichteten bei einer gleichen Gesamtbelichtungszeit zu lange belichteten verhalten.

derweilen lg
Tom
 

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Hallo, Tom,

Du hast fast ideale Bedingungen (sehr lichtstarkes Teleskop, sehr dunklen Himmel sowie eine CCD!), diese Belichtungsmethode zu benutzen! Zudem kommst Du prima mit der BB klar, wie ich sehe! ICh bewundere gerade Deine Bilder.
Bei meiner Anfrage ging es speziell um diese Bildbearbeitung, deshalb in diesem Unterforum. Ich wollte wissen, ob diese spezielle BB für einen Anfänger bezügl. PS, wie mich, Zweck hat. Das scheint der Fall zu sein.
Da ich aber keinen dunklen Himmel wie Du habe und derzeit (das kann sich ändern) zudem mein C9 bei hohen Brennweiten (macht mir Spaß trotz Sternscheibchen!) weiter benutzen möchte, bleibe ich vorläufig bei der Methode mit den langen Einzelbelichtungen!

viele Grüße
Andreas
 
Ich kenne ihn und bin auch beeindruckt von den PN-Bildern.
Da müsst Ihr Euch aber auch mal ansehen, was Carsten da für eine CCD verwendet :biggrin:
Da brennen Objekte nach 10sec aus, für die andere Kollegen Minuten brauchen... :smiley60:
Das Ding muss nach Waffenkontrollgesetz behandelt werden bei Import aus USA und nur so kommt man da dran.
http://www.andor.com/
 
Hallo, Tom,

meinst Du "junior", Carsten? Ich kenne ihn nicht, sondern habe nur in den letzten 5 Jahren seine Bilder in den Foren bewundert! Er benutzt eine neu 40K Euro teure, aber gebraucht erworbene EM-CCD.
Wie ich von Ralf, "30sec" gehört habe, kommt 2016 die neue ASI 224 heraus, die ein gutes Stück näher an eine EM-CCD heranreichen soll, angeblich nur 349 Dollar teuer als Farbversion!

oder meinst Du "30sec", Ralf? Ich kenne ich ebenfalls nicht, habe nur seit kurzem wegen dieses Beitrages E-mail Kontakt zu ihm aufgenommen!

viele Grüße und weiterhin so gute Bildresultate!
Andreas

 
Hallo, Astro-Kollegen,

planetarische Nebel sind natürlich bei dieser Belichtungsmethode mit 30sec auch kein Problem, auch nicht mit einem SC-System wie dem C9 (kontrastschwach bei hohen Brennweiten), z. B. Eskimo-Nebel, NGC2392, 46x30 sec.
Man muss allerdings sagen, dass noch kürzere Belichtungszeiten bei PN's besser sind! Die Ergebnisse bei 5 sec waren besser.

viele Grüße
Andreas

Link zur Grafik: http://www1.minpic.de/bild_anzeigen_thumb.php?img=237288.jpg

 
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