Bilder aus verschiedenen Nächten kombinieren

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Hightower231

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Hallo. Ich glaub ich brauch mal bissl Hilfe.

Folgendes Problem.
Ich habe von M31 LRGB Aufnahmen gemacht und zwar über mehrere Nächte.
Also genau genommen hab ich nur den Grünkanal in einer anderen Nacht als alle anderen aufgenommen.
Für sich genommen schauen alle gut aus. Habe alle Kanäle mit Photoshop bzw. Gimp aufgehellt, paar Filter drüber laufen lassen ect.
Dann hab ich die Bilder in Fitswork gegenseitig ausgerichtet, um sie dann in Photoshop zu einem LRGB Bild zu kombinieren.
Vom Workflow in Photoshop zur Kombination der Bilder hab ich kein Problem. Aber wenn ich zum Beispiel den Grünkanal, der ja in einer anderen Nacht aufgenommen wurde am Luminaz Bild ausrichte, dann wird das ausgerichtete Bild etwas verschoben. Also wie wenn ich einen Bilderrahmen mit einem Photo habe und das darin befindliche Photo drehe und dann die dahinterliegende Rückwand vom Bilderrahmen sichtbar wird.
Füge ich die Bilder dann in Photoshop zu einem LRGB Bild zusammen sind die nicht wirklich deckungsgleich.
So wie ich das sehe liegt das an dem Grünkanal. Versuche ich den jetzt mit skalieren deckungsgleich über die anderen Ebenen zu legen, dann passt es auf der einen Seite und auf der anderen nicht und umgekehrt.

So. Vielleicht kann mir jemand sagen was ich verkehrt mache.
Gibt's vielleicht irgendwo eine Anleitung wie ich richtig Bilder in Fitswork ausrichte?
Wie kann ich das ausgerichtete Bild wieder rechteckig machen? Also wieder an den Rahmen anpassen. Geht das nur mit ausschneiden und freistellen?

Das soll es jetzt erstmal gewesen sein. Ich hoffe das war einigermaßen verständlich erklärt was mein Problem ist.

Danke schon mal für Antworten

CS Stephan

 
Hallo.

Ich glaube nicht, daß Du etwas grundsätzlich falsch gemacht hast.
Versuch mal, die Bilder nicht in Fitswork direkt auszurichten, sondern über die Stapelverarbeitungs. Da kannst Du nicht nur 2, sondern beliegig viele Ausichtungspunkte setzen. Deshalb wird dann auch das Summenbild besser entzerrt. Sollte das nicht ganz zur Zufriedenheit klappen, dann bleibt nur, in Photoshop das Bild entsprechend zu entzerren (so mach ich das zumindest).






 
Hallo Peter.
Danke für die schnelle Antwort. Ich hab das natürlich gleich mal ausprobiert.
Es funktioniert. Tausend Dank auch du hast mir sehr sehr viele weitere graue Haare erspart. Ich muss zwar mit den ganzen Einstellungen noch bissl experimentiere aber es funktioniert.
Wenn ich das LRGB kombiniere muss ich nur noch ein ganz klein wenig nachskalieren damit alles passt. Super.

CS Stephan
 
Hallo Stephan,

ich versteh jetz Deinen Workflow nicht so ganz.Den Schritt, Filter über die Kanäle zu bügeln würd ich bleiben lassen. Geh ich recht, dass Du kein Stackprogramm benutzt? Da kannst ja 1 Bild als Referenz auswählen und alle anderen darauf ausrichten. Ich würd übrigens die Bilder linear zu einem RGB in PS vereinigen und dann stretchen. Da hast mehr Kontrolle. Den L-Kanal separat strecken.
 
Hallo Christian.

Also mein Workflow M31 sieht im Moment so aus.

LRGB jeweils einzeln mit DSS stacken.
Jedes fertig gestackte Bild für sich stretchen und je nach eigenem Empfinden lass ich da auch schon mal den einen oder anderen Filter drüber laufen.
Dann, wenn ich diese vier Bilder fertig habe, kombiniere ich sie in Photoshop zu einem LRGB Bild und mache dann weiter mit der Bildbearbeitung, bis für mich ein fürs erste akzeptables Ergebnis rauskommt.
Da M31 das erste Objekt ist das ich so richtig abgelichtet habe, versuche ich sehr viel. Ich werde den Workflow den du anwendest auf jedenfall auch ausprobieren. Bin ja da für jeden Tipp dankbar.
So hundertprozentig zufrieden bin ich bei weitem noch nicht mit meiner Aufnahme und mit der Bildbearbeitung, aber wird schon werden.

CS Stephan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stephan.

Vor dem Strecken der R, G und B Kanäle solltest Du nicht vergessen, vorher die Sterne "rauszunehmen", da diese sonst aufblähen und ausbrennen. Allerdings vor dem Sterne entfernen die jeweiligen Summenbilder exakt ausrichten, sonst gibt es Probleme. Das L-Bild kann allenfalls geschärft werden, nicht gestreckt.
Solltest Du allerdings das L-Bild aus den Kanälen erzeugen, dann auf jeden Fall vor dem Strecken, da sonst die Farbgebung der Sterne verfälscht wird.
 
Zitat von Astro_Ebsdorf:
Vor dem Strecken der R, G und B Kanäle solltest Du nicht vergessen, vorher die Sterne "rauszunehmen", da diese sonst aufblähen und ausbrennen. Allerdings vor dem Sterne entfernen die jeweiligen Summenbilder exakt ausrichten, sonst gibt es Probleme.

Hallo,
Und wie kommen dann die Sterne zu ihrer Farbe? Du hast dann ja nur noch die Nebelfarbe übrig. Es ist sicherlich richtig in den Farbkanälen darauf zu achten keine dicken Sterne zu erzeugen, also sie eventuell maskieren.

Zitat von Astro_Ebsdorf:
Das L-Bild kann allenfalls geschärft werden, nicht gestreckt.
Solltest Du allerdings das L-Bild aus den Kanälen erzeugen, dann auf jeden Fall vor dem Strecken, da sonst die Farbgebung der Sterne verfälscht wird.

Das versteh ich nun wirklich nicht, wenn du das L-Bild nicht stretched, wozu machst du dann ein LRGB? Du ziehst jetzt also die Farbkanäle hoch und machst mehr Nebel, sehr deutlich und gut gesättigt sichtbar. Dann legst du das L-Bild unbearbeitet drauf? Dabei verschwindet doch der halbe Nebel wieder (gut, bei M31 vermutlich nicht, weil der so hell ist).

Mein Ziel ist es ein rauscharmes L-Bild mit allen Details des Nebels zu erstellen. Die Farbbilder brauche ich nur für die Farbinformation, deswegen dürfen die auch noch ein bisschen rauschig sein, die Farbe kommt dann durch die L-"Maske" durch und fertig ist das LRGB.

Viele Grüße,
Felix
 
Hallo Felix.

Zunächst zum Stretchen:
Stretchen ist nicht dafür da, um rauscharme Bilder zu erzeugen. Stretchen verstärkt das Rauschen ! Deshalb wird dieses Verfahren erst beim Summenbild angewandt. Summenbilder werden deshalb gemacht, um Rauschen zu reduzieren, damit man sie hinterher besser bearbeiten kann.

Das Stretchen eines Bildes wird -möglichst iterativ, also in mehreren Schritten- angewandt, um möglichst viele im Bild enthaltene Informationen sichtbar zu machen.
Eine astronomische Aufnahme enthält in der Regel sehr helle Bereiche (=Sterne) und sehr dunkle Bereiche , die den Kontrastumfang der Wiedergabemedien weit übersteigen. Im normalen Histogramm liegen die dunklen Bereiche links und die hellen rechts. Das Stretchen -sowohl in die eine als auch in die andere Richtung- darf also weder dunkle noch helle Partien überdehnen, da sonst Informationen unwiederbringlich verloren gehen. Deshalb müssen solche "gefährdeten" Partien geschützt werden, indem man sie maskiert oder, falls sie für das Ziel nicht erforderlich sind, eliminiert.

Mein Ziel ist es ein rauscharmes L-Bild mit allen Details des Nebels zu erstellen. Die Farbbilder brauche ich nur für die Farbinformation
Genau.
Und deshalb ist es nicht sinnvoll, das L-Bild (L steht für Luminanz) zu stretchen.
Schau Dir doch mal das Histogramm des Luminanzkanals an. Dann stellst Du fest, daß die Sterne ganz rechts in einem sehr schmalen Bereich nahe dem Weißpunkt gruppiert sind. Der Weißpunkt (= z.B. 255 in 8 Bit) sollte möglichst nicht erreicht werden, weil dann alle Informationen weg sind.
Wenn Du nun anfangen würdest, dieses Bild zu dehnen, also die dunklen Bereiche in Richtung hell zu verschieben, dann brennt Dir der Bereich, in dem die Sterne liegen, unweigerlich aus.
Das gleiche gilt, wenn Du in den Farbkanälen die Sterne während des Stretchens drin läßt.

Der Luminanzkanal ist dafür da, um die Schärfe ins Bild zu bringen bzw. diese zu erhalten, weil diese beim Stretchen zwangsläufig verloren geht. Der L-Kanal wird ja in der Regel nicht mit einem Farbfilter erzeugt (bei Planeten nimmt man schon mal IR-Filter für den L-Kanal). Dann enthält das L-Bild auch alle Farbinformationen. Die Farbe der Sterne erhälst Du wieder durch Überlagerung der Farbkanäle über die Gausskurven der Sternabbildungen. Dabei verschwindet nichts, weil das Kombinieren des L-Bildes mit dem RGB-Bild in Photoshop in der Ebeneneinstellung LUMINANZ vor sich geht.



 
Hallo Peter, Felix, Stephan!

Beim Zweck des Stretchens schließe ich mich Peter an, schön erklärt.

Allerdings muss ich doch einhaken:
Bei meiner Vorgehensweise wird L sehr wohl gestretcht. Ich wüsste nicht, wie ich die viele Information, die da drin steckt (dafür belichte ich ja L), sonst ins Bild bekommen könnte.

Ich kenne - abgesehen vom "Tonemapping" für Schmabandaufnahmen - zwei grobe Vorgangsweisen - nach dem Stacken:
1. Zusammenbau von RGB, strecken desselben, Farben anheben usw.; L strecken, schärfen, praktisch fertig bearbeiten. Dann L-RGB Zusammenbau (in PS).
2. Zusammenbau von L-RGB, danach strecken, Farben anheben etc.
Die Ergebnisse sind recht ähnlich.

In Summe wird also die Information aus L jedenfalls gestreckt. Legt man dazu die Gradationskurve so, dass die hellen Bereiche eben nicht angehoben werden, so brennen auch die Sterne nicht aus.

Mir wäre auch nicht bekannt, dass Strecken irgendwas an der Schärfe des Summenbildes ändern sollte.

LG, Markus

 
Hallo Peter,
Ich hab schon mal ein LRGB gemacht, was ein Summenbild ist weiß ich. Was ich lediglich ausdrücken wollte ist, ich passe das Histogramm eines Bildes solange an, bis die Information die ich haben will gut sichtbar ist und das Rauschen dabei erträglich ist. Natürlich verstärkt das Stretchen das Rauschen und wenn ich es übertreibe, dann trägt das maßgeblich zu einem "verrauschten" Bil bei. Zum Vorgehen beim Stretchen hab ich sonst keine weiteren Anmerkungen, iteratives Vorgehen in Photoshop mit "Gradationskurve" und "Histogramm", ist korrekt.

Die Annahme ist doch, dass das Luminanzbild mehr Details enthält und schärfer ist. Wie das nun genau entsteht sei dafür egal, also ob die Belichtungszeit doppelt so lang war wie bei den FarbBbildern oder ob im 1x1 Binning gearbeitet wurde und die Farbbilder in 2x2 entstanden.

Du kannst es in Photoshop ja einmal ausprobieren, an den Stellen wo dein Luminanzbild schwarz ist, wird auch keine Farbe angezeigt. Ohne einen Stretch des L-Bildes kommen die schwächeren Partien des Nebels oder Galaxie im Endergebnis doch gar nicht zum Vorschein. Die Luminanz arbeitet hier wie eine Maske in Photoshop, auch einfach auszuprobieren in dem man die RGB-Ebene im LRGB-Bild einfach ein paar Pixel verschiebt, die Sterne bleiben schwarzweiß und der Nebel oder die Galaxie sieht etwas merkwürdig aus und Teile sind grau geworden.

Aus dem Grund ist eine etwas härtere Bearbeitung des RGB-Bildes auch in Ordnung. Ein eventuell bunter Hintergrund durch verstärktes Rauschen wird durch das L-Bild ausgeblendet. Aber ich muss natürlich zu sehen, dass mein Zielobjekt in L und RGB etwa die gleiche Ausdehnung hat. Ist das RGB zu wenig gestretched, dann sind im Endbild Nebelpartien nur grau. Ist das L-Bild zu wenig gestretched, dann verschwinden Farbinformationen irgendwo im Nichts (das sollte aber seltener der Fall sein, da das L-Bild ja prinzipiell schon mal besser belichtet ist).

Viele Grüße,
Felix
 
Hallo Stephan,

nimmst die schon vergestreckten Bilder aus DSS? Die kannst vergessen. Stell auf Linear und eine gerade, nicht S-förmige Kurve. Dann in PS zu einem RGB kombinieren. Geht auch in Fitswork. Wichtig ist nur, dass Du bis hierhin nur die Linearen Bilder nimmst. Dann strecken RGB und strecken L. Das Bild in Lab wandeln, Kanäle trennen, als Lab zusammenfügen mit L als Dein Luminanzbild. Jetz kannst die Helligkeit L mit Tonwertkorrektur und Kurven anpassen, bis es passt. Evtl a und b Sättigung erhöhen und Farbrauschen verringern.
 
Hallo Christian!
Verstehe ich das richtig, dass man in PS Ausrichtungspunkte setzen kann? In welchem Menü?
Wenn nicht PS: welche Software verwendest du?

Alfred
 
Hallo Alfred

Ich glaube die funktion die Christian mein in Photoshop geht mit Photomerge.
Unter Datei -> Automatisieren -> Photomerge

@ Christian
Was ist denn das Bild in Lab wandeln?

Ich habe mal ein vorzeigbares Bild bei Astrobin eingestellt. Zumindest mein erstes mit dem ich auch so einigermaßen zufrieden bin.
Workflow bei M31 geh ich nochmal durch wenn ich wieder bissl mehr Zeit habe. Da brauch ich mal Ruhe.

CS Stephan

 
Hallo!

in PS die Ausrichtungspunkte setzen, geht nicht wirklich vernünftig. Aber die Bilder registrieren kann Fitswork. Ein Referenzbild in DSS zum Ausrichten müsste auch gehen. Weis ich aber nicht genau. Ich persönlich verwende seit Jahren Theli. Da gibts die Probleme nicht. LRGB-Zusammanführung: Bilder LRGB in PS laden. Kanäle zusammenfügen >RGB-Bilder. Modus RGB. RGB-Bild strecken. L-Bild strecken (Modus Graustufen). RGB-Bild in Modus Lab wandeln. Die Bildmodusänderung findest unter Bild > Modus. Kanäle teilen in L-a-b. Kanäle zusammenfügen [L-Bild]-a[RGB-Bild]-b[RGB-Bild]. Also die Helligkeit "L" vom RGB durch das Luminanzbild ersetzen. Lab ist ein anderer Farbraum, in dem die Helligkeit ein separater Kanal ist.
 
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