TobeyMaguire
Aktives Mitglied
Hallo zusammen
Ich habe eine Frage zur Bildkalibration mit Bias, Dark und Flat-Aufnahmen. Zuerst einige Grundlagen:
Sternaufnahmen: gewisse Belichtungszeit. Enthält Kamera- und Ausleserauschen, thermisches Rauschen und nicht-uniforme Ausleuchtung des Feldes.
Bias: abgedunkelt, kürzest mögliche Belichtungszeit um das Kamerarauschen und Ausleserauschen das bei jedem Bild anfällt zu charakterisieren. Kein weiteres Rauschen enthalten.
Dark: abgedunkelt, gleiche Belichtungszeit wie die Sternaufnahmen. Charakterisiert das thermische Rauschen in Abhängigkeit der Chip-Kühlung. Enthält auch das Bias. Deswegen: bei Professionell gekühlten Kameras könnte man die Darks weglassen da das thermische Rauschen gegenüber anderen Einflüssen nicht mehr dominiert, oder die Darks sind skalierbar. Bei Kameras die unsereins hat sind die Darks nicht vernachlässigbar und auch nicht skalierbar - wenn man das Optimum mit der Bildkalibration herausholen will.
Flat: gleichförmig belichtete Aufnahme mit Belichtungszeit so lange wie der Chip benötigt um sein lineares Verhalten der Ladungsspeicherung allmählich zu verlassen. Charakterisiert die nicht gleichförmige Ausleuchtung des Feldes durch Vignettierung, Staub, unterschiedliche Pixelsensitivitäten.
Dark Flat: Da das Flat doch eine gewisse Belichtungszeit hat muss man das thermische Rauschen bei dieser Belichtungszeit ebenfalls separat charakterisieren. Dazu nimmt man ein Dark Flat mit den selben Eigenschaften wie das Dark auf, einfach mit der Belichtungszeit des Flats.
Nun ist der Kalibrationsprozess wie folgt. Die Klammern geben an was in der eigentlichen Aufnahme an Einflüssen vorhanden sind, z.B. in einem Flat sind zusätzlich auch schon das Bias und DarkFlat drin enthalten
Sternaufnahme(+Bias,Dark,Flat) - Dark(+Bias)
-------------------------------------------- = Sternaufnahme
Flat(+Bias,DarkFlat) - DarkFlat(+Bias)
Nun ist es ja so, dass bei jedem Kalibrationsschritt in das resultierende Bild zusätliches Rauschen eingeführt wird. Und schlussendlich darum auch in der finalen Sternaufnahme. Deswegen ist es allgemein von Vorteil mit möglichst wenigen Kalibrationsschritten eine korrigierte Sternaufnahme zu erhalten.
Vielen unter uns wird das Buch "The Handbook of Image Processing" sicher ein Begriff sein. Im Kapitel 6.3 sind drei verschiedene Kalibrationsschritte skizziert, Basic, Standard und Advanced. Das obige Vorgehen ginge noch unter Standard.
Nun habe ich eine Frage zum Advanced: es wird da vorgeschlagen von den Dark frames die Bias frames zu subtrahieren und die bearbeiteten Darks dann voon den rohen Sternaufnahmen zu subtrahieren. Nun habe ich hier dreierlei Bedenken. Erstens bleibt der Nenner aus obiger Gleichung erhalten und in der Sternaufnahme wird das Bias ja nicht subtrahiert weil das Dark im Zähler ja kein Bias mehr enthält (weil wegsubtrahiert), zweitens würde dadurch ja ein zusätzlicher Kalibrationsschritt und zusätzliches Rauschen in den Prozess eingefügt und drittens, kann man es noch besser machen als wenn doch die oben angegebene Standardaufnahme mit minimalen Bearbeitungsschritten schon alle Einflüsse aus den Sternaufnahmen wegkorrigiert?
Vielen Dank für eure Hilfe und Erklärungen.
CS Tobey
Ich habe eine Frage zur Bildkalibration mit Bias, Dark und Flat-Aufnahmen. Zuerst einige Grundlagen:
Sternaufnahmen: gewisse Belichtungszeit. Enthält Kamera- und Ausleserauschen, thermisches Rauschen und nicht-uniforme Ausleuchtung des Feldes.
Bias: abgedunkelt, kürzest mögliche Belichtungszeit um das Kamerarauschen und Ausleserauschen das bei jedem Bild anfällt zu charakterisieren. Kein weiteres Rauschen enthalten.
Dark: abgedunkelt, gleiche Belichtungszeit wie die Sternaufnahmen. Charakterisiert das thermische Rauschen in Abhängigkeit der Chip-Kühlung. Enthält auch das Bias. Deswegen: bei Professionell gekühlten Kameras könnte man die Darks weglassen da das thermische Rauschen gegenüber anderen Einflüssen nicht mehr dominiert, oder die Darks sind skalierbar. Bei Kameras die unsereins hat sind die Darks nicht vernachlässigbar und auch nicht skalierbar - wenn man das Optimum mit der Bildkalibration herausholen will.
Flat: gleichförmig belichtete Aufnahme mit Belichtungszeit so lange wie der Chip benötigt um sein lineares Verhalten der Ladungsspeicherung allmählich zu verlassen. Charakterisiert die nicht gleichförmige Ausleuchtung des Feldes durch Vignettierung, Staub, unterschiedliche Pixelsensitivitäten.
Dark Flat: Da das Flat doch eine gewisse Belichtungszeit hat muss man das thermische Rauschen bei dieser Belichtungszeit ebenfalls separat charakterisieren. Dazu nimmt man ein Dark Flat mit den selben Eigenschaften wie das Dark auf, einfach mit der Belichtungszeit des Flats.
Nun ist der Kalibrationsprozess wie folgt. Die Klammern geben an was in der eigentlichen Aufnahme an Einflüssen vorhanden sind, z.B. in einem Flat sind zusätzlich auch schon das Bias und DarkFlat drin enthalten
Sternaufnahme(+Bias,Dark,Flat) - Dark(+Bias)
-------------------------------------------- = Sternaufnahme
Flat(+Bias,DarkFlat) - DarkFlat(+Bias)
Nun ist es ja so, dass bei jedem Kalibrationsschritt in das resultierende Bild zusätliches Rauschen eingeführt wird. Und schlussendlich darum auch in der finalen Sternaufnahme. Deswegen ist es allgemein von Vorteil mit möglichst wenigen Kalibrationsschritten eine korrigierte Sternaufnahme zu erhalten.
Vielen unter uns wird das Buch "The Handbook of Image Processing" sicher ein Begriff sein. Im Kapitel 6.3 sind drei verschiedene Kalibrationsschritte skizziert, Basic, Standard und Advanced. Das obige Vorgehen ginge noch unter Standard.
Nun habe ich eine Frage zum Advanced: es wird da vorgeschlagen von den Dark frames die Bias frames zu subtrahieren und die bearbeiteten Darks dann voon den rohen Sternaufnahmen zu subtrahieren. Nun habe ich hier dreierlei Bedenken. Erstens bleibt der Nenner aus obiger Gleichung erhalten und in der Sternaufnahme wird das Bias ja nicht subtrahiert weil das Dark im Zähler ja kein Bias mehr enthält (weil wegsubtrahiert), zweitens würde dadurch ja ein zusätzlicher Kalibrationsschritt und zusätzliches Rauschen in den Prozess eingefügt und drittens, kann man es noch besser machen als wenn doch die oben angegebene Standardaufnahme mit minimalen Bearbeitungsschritten schon alle Einflüsse aus den Sternaufnahmen wegkorrigiert?
Vielen Dank für eure Hilfe und Erklärungen.
CS Tobey