Hallo Tassilo,
Zitat von Tassilo:
bleibt der Winkel am Himmel trotzdem gleich ... Gilt so natürlich nur, wenn die anderen Abmessungen wie Fokusabstand etc. halbwegs stimmen (wovon man bei Hauptspiegelfokussierung nicht ausgehen kann), und wenn der Reducer einen Durchmesser hat, der nicht ebenfalls vignettiert.
ja, wobei es diesen beiden Voraussetzungen durchaus in sich haben können... Weil das Thema von euch in verschiedenen Threads immer wieder diskutiert wurde, hat mich das angeregt mit meinem kleinen Vixen VMC auch mal herumzuexperimentieren. (Ok. seine Mangin-Korrektoreinheit ist was anderes als eine Schmidtplatte, aber der katadioptrische Aufbau zumindest prinzipiell vergleichbar) Und da fällt die tatsächliche Winkelvergrößerung bei maximalem Backfocus der Hauptspiegelfokussierung durchaus beachtlich aus. Normalerweise war bei ca 1,6° Feld Schluß, aber mit einem selbstgebastelten Reducer aus einem Fernglasobjektiv komme ich jetzt auf gute 2,5° und das auch noch überraschend randscharf. Fast schon ein Richfielder

Ich hatte überlegt, welche realen Feldgrößen rein geometrisch betrachtet in Abhängigkeit von Feldblende und Systembrennweite auftreten sollten. Gemäß
Reales Sehfeld / ° = 2 arctan (Feldblendendurchmesser / 2x Teleskopbrennweite)
waren das mit max. 29mm und f=1035mm die beobachteten 1,6° Mit einem 0,63x Reducer sollten bei f=650mm daraus also gute 2,5° werden. (Und bei einem vernünftig ausgelegten System dürfte der Blendrohrdurchmesser demzufolge geometrisch keine prinzipiell limitierende Rolle spielen). Für das kleine VMC werden vom Hersteller offiziell keine Shapleylinsen angeboten, also hatte ich nach
f neu = (1 - Backfokus/Shapleybrennweite) x f alt
überschlagen, dass Objektive mit 130-160mm Brennweite gehen müssten, wenn sie den freien Durchlass von ca. 36mm nicht unterschreiten und voila, der beachtliche Feldgewinn mit 40er oder 50er Fernglasobjektiven, die ja meist um f/4 haben, macht wirklich Spaß. Ich wundere mich über die gute Randabbildung.
Komisch finde ich, dass manche offiziell teuer angebotenen Reducer ins Filtergewinde der Okularsteckhülsen oder sogar ins Blendrohr eingeschraubt werden sollen, da wird der freie Durchlass ja unweigerlich von der Linsenfassung so weit reduziert, dass der Feldgewinn weitgehend dahin ist und im wesentlichen nur die höhere Lichtstärke bleibt. Als Argument habe ich gefunden, das angeblich die Bildqualität um so besser wäre, ja näher die Shapleylinse an den Sekundärspiegel rückt, und überhaupt müsste die Shapleylinse möglichst speziell für jedes individuelle Teleskopsystem gerechnet werden. Vielleicht ist es Zufall, aber in meinem Fall ist die Bildqualität mit verschiedenen Fernglasobjektiven visuell dermaßen gut, dass das keine Rolle spielt und der maximale Feldgewinn unter voller Ausnutzung des freien Durchlass' am Austritt mit einer genügend überbauenden Shapleylinse so richtig Freude macht. Leider fehlt mir die Ausrüstung um zu testen, wie es damit fotografisch aussieht.
Gruß,
Mathias