Das ist nicht neu; dazu sprachliche Anmerkungen
Das ist nichts Neues, denn Kreiselstabilisatoren werden seit Jahrzehnten in vielen technischen Bereichen eingesetzt, u.a. eben auch bei Film und Fernsehen, wenn die Aufnahmen freihändig oder zumindest ohne Stativ oder Stativschlitten gemacht werden müssen (z.B. in Lauf-Szenen, bei denen die Kamera „mitrennt”). Als Ergänzung eines normalen Fernglases für den Hausgebrauch ist das aber sowohl vom Preis her als auch wegen des Gewichts und der Sperrigkeit unbrauchbar. Für viel weniger Geld und mit viel weniger Volumen- und Gewichtszunahme gibt es bereits intern stabilisierende* Ferngläser.
* Fast immer werden die „bildstabilisierenden” (= Partizip Präsens) Ferngläser selbst von ihren Herstellern und Vertriebsfirmen sprachlich falsch als „bildstabilisierte” (= Partizip Perfekt) Ferngläser bezeichnet. Die korrekte Kennzeichnung „bildstabilisierend” drückt aus, daß das Fernglas eine AKTIVE Rolle beim Stabilisierungsvorgang spielt, nämlich daß es „stabilisiert”. Dagegen wäre ein „bildstabilisiertes“ Fernglas eines, das nicht selbst stabilisiert, also eine aktive Rolle spielt, sondern von etwas anderem „stabilisiert wird”, also eine PASSIVE Rolle spielt, oder anders ausgedrückt, daß es nicht das stabilisierende Subjekt, sondern das stabilisierte Objekt ist. In Verbindung mit einem solchen „Gyro” (von griech. gyros = rund, Drehung, später auch für Kreisel oder Drehspieß) wird die Kennzeichnung „bildstabilisiertes” Fernglas nun erstmals richtig.
Walter E. Schön