Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwendung?

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Deister

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Hallo Leser des Fernglasforums,

ich beschäftige mich ernsthaft mit der Überlegung, ein bildstabilisiertes Fernglas mit 12- oder 14-facher Vergrößerung für die Beobachtung am Nachthimmel einzusetzen. Diese Investition soll kein Ersatz für meine beiden Fujinons 7x50 FMT-SX2 und 10x50 FMT-SX2 werden, sondern diese in ihrem Einsatz unterstützen. Ich beobachte von einem Standort mit gutem Landhimmel (ca. 6,0 bis 6,5 mag vis. / SQM: 21.. mag. arc.).

In anderen Beiträgen dieses Forums habe ich bereits um Meinungen dazu gebeten, jedoch ist dieses Thema für mich noch nicht ausreichend beantwortet. Ich wünsche mir erschöpfendne Antworten von kompetenten Nutzern bildstabilisierter und konventioneller Ferngläser am Nachthimmel. Mit den Angaben zu möglichst vielen Facetten - sowohl deren Vor- als auch deren Nachteile, kann ich dann eine Entscheidung und möglichst auch eine konkrete Wahl für ein bestimmtes bildstabilisiertes Glas treffen.

Im Vorfeld meinen herzlichen Dank an Alle, die dazu beitragen Licht in diesen noch dunklen Tunnel für mich zu bringen.

Grüsse und CS wünscht

Paul Deister
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Paul,

hier einmal meine eigenen Erfahrungen mit dem Fuji, stabilisiert.
Es war auf der Emberger Alm vor einigen Jahren. Martin (ICS) hatte das Glas neu im Programm und es mitgebracht. Ich sollte es unter "erschwerten Bedingungen" testen. Also den Berg hochgerannt, wieder runter und dann das Glas genommen.
Normal geschaut, habe fast nichts gesehen vor Zittern und Wackeln. Dann die Stabilisierungstaste gedrückt: das Bild stand wie eine eins!
Von daher schon mal irre gut. Doch dann, nachdem ich mich wieder gefangen hatte (vom rumrennen), sagte mir Martin, ich dürfe nun nicht erschrecken. Er würde mich beim Beobachten "schubsen".
Also in die Ferne geschaut, auf die Häuser der Alm gegenüber. Knöpfchen gedrückt, das Bild "staht". Dann kam unvermittelt der "Schubser". - Naja, was ein Bär von Mann eben dafür hält. Gab fast blaue Flecken. Aber: das Bild blieb stabil!
Dies trifft bei allen stabilisierten Gläser zu, ausser beim Zeiss, das manuell funktioniert und nicht ganz so gut stabilisiert.

Am Nachthimmel war es, soweit ich mich erinnere, nicht schlecht. Kann dazu aber nichts mehr sagen, das liegt zu lange zurück. Da werden sich andere melden.

Als Freihandgläser auf jeden Fall empfehlenswert.

Gruß
Winfried
 
Hi Paul,

einfache Antwort: Nein, für Astronomie bringt dir das keine nenenswerte Verbesserung. Aus dem Grund da die AP bei solchen Gläsern meist um die 3mm liegt. Zu wenig um Licht ins Auge zu bekommen!
Und vor allem, du hast ja auch noch einen super Himmel, um den ich dich beneide. :cool:

Ich hatte übrigends mal ein 10x30 Canon, das war von der Optik top, aber das Bild war einfach zu dunkel. Für Jupiter + Mond noch OK, aber für Deep Sky zu wenig.
Jetzt habe ich ein 10x50 HD Fernglas (China-Fujinon Nachbau). Das ist zwar schwer, aber wesentlich besser für die Astronomie geeignet.

Meine Meinung, solche Gläser sind eher was für die Tagbeobachtung, bestenfalls für helle Objekte am Nachthimmel. Ich weiß das ist keine umfassende Antwort, nur meine Meinung.

Gruß

Lots
 
Zitat von Lots:
Meine Meinung, solche Gläser sind eher was für die Tagbeobachtung, bestenfalls für helle Objekte am Nachthimmel. Ich weiß das ist keine umfassende Antwort, nur meine Meinung.

Gruß

Lots

Wenn du dieser Meinung bist dann hast du offenbar noch nie
mit einem Canon 15x50 beobachtet. Dieses Glas ist für mich
die absolute Referenz in der 50mm Klasse. Ich hab es und
außerdem noch ein Fujinon 10x50. Dieses nutze ich fast nur
noch tagsüber, aber je dunkler es wird desto lieber ist mir
das Canon. Es zeigt durch die höhere Vergrößerung ein
dramatisches Mehr an Details, und das nicht nur bei hellen
Objekten, sondern an allen Objekten. Und das Argument
das bei kleiner AP das Licht ausgeht kann ich überhaupt nicht bestätigen. Beim 10x30 kann das so sein, aber dann
nur deswegen weil 30mm für Astro einfach von Haus aus zuwenig sind.
Ich will es noch mal so sagen: Das Canon 15x50 ist ein
grandioses Gerät, ich muß nur leider regelmäßig bedauern
nicht das 18x50 gekauft zu haben.
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Hallo,

ich hatte das Canon 10x30 und das Fujinon 14x40. Jetzt habe ich das Canon 15x50.

Das Canon 10x30 wurde hier im Forum schon sehr oft gelobt. Mir persönlich war es für den Abend nicht lichtstark genug. Ähnlich erging es mir bei dem Fujinon 14x40. Das Canon 15x50 zeigt mit Stabilisierung wesentlich, wesentlich mehr als die zuvor genannten. Aufgrund der Lichtstärke ist das ja auch kein Wunder.

Für mich sollte das Fernglas auch gut in der Hand liegen und auch für Brillenträger tauglich sein. Dieses erfüllt für mich das Canon 15x50.

Neben meinem Fujinon 7x50 und Swift 10x50 benutze ich das Canon 15x50 auf Grund der Stabilisierung sehr oft.

Das Canon 18x50 habe ich vor etwa 2 Jahren mal im Fachgeschäft in den Händen gehabt. Die Stabilisierung des Canon 18x50 gefiel mir im direkten Vergleich mit dem Canon 15x50 nicht so gut. Das Canon 18x50 hat mein Zittern weniger gut ausgeglichen als das Canon 15x50.

Ich bin mit meinem Canon 15x50 sehr zurfieden und würde es mir jederzeit wieder holen. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein kleines leichtes stabilisierendes Fernglas 20x60?

Grüße und CS wünscht Albert
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Hallo,

ich habe mich bereits öfters hierzu geäußert. Ich besitze eine Reihe von Ferngläsern, Zeiss 15x60, Minox BD 8x58, Nikon SE 10x42, Minox HG 8x43 und das Nikon StabilEyes 14x40. Mit dem stab. Nikon bin ich sehr zufrieden, vor allem weil ich hier tatsächlich in Ruhe das Bild aufnehmen kann, ohne mir die einzelnen Zitterphasen in Gedanken zu einem Bild zusammensetzen muß. Ohne Stativ ist bei mir mit 8fach Schluß. Natürlich kommt das Ergebnis nicht an das Zeiss-Glas mit Stativ heran. Erstaunlich ist jedoch, dass auch die geringe Lichtstärke sich nur wenig bemerkbar macht, da meistens der Nachthimmel relativ stark aufgehellt ist.
Als typisches Beispiel sind die Jupiter Monde. Mit dem stab. Nikon hat man die Stellung der Monde in einem Blick, mit normalen Ferngläser muß ich mehrfach hinschauen um die Stellung zu erfasssen.
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Zu Albert:

ja, es gibt ein stabilisiertes 20x60: Zeiss.
Wenn Du bereit bist, für ein manuell stablilisierttes Glas mit 1,5 oder 1,7 kg Gewicht 5000 Euro auf den Tisch zu legen, hast Du eines. Aber es kommt mit der Stabilisierung nicht an die Ekektronischen ran, da manuell stabilisiert.

Ansich Irrsinn und nur für den, der Rehe schießt und sie gewinnbringend verkauft....

Spaß beiseite, aber ich glaube, das führt zu weit oder ist nur (verzeihung).. für "Wohlhabende!...

Gruß
Winfried
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Ich habe durch beide Arten, rein mechanisch und elektromechanisch beruhigten Ferngläsern, geguckt. Leider nicht in kurzer Folge, sondern mit erheblichem Abstand.

Ich kann aber Folgendes aussagen: Das Zeiss stabilisiert anders als die Canon-Gläser. Die mechanische Beruhigung wandelt das Armzittern in eine schwimmende Bewegung um (einige Menschen berichten davon, dass ihnen ein wenig schwindlig wird; das kommt auch beim elektromechanisch beruhigten Fujinon vor). Das Canon hingegen erzeugt ein fast völlig stehendes Bild.
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Zitat von Deister:
... Mit den Angaben zu möglichst vielen Facetten - sowohl deren Vor- als auch deren Nachteile, kann ich dann eine Entscheidung und möglichst auch eine konkrete Wahl für ein bestimmtes bildstabilisiertes Glas treffen.

Im Vorfeld meinen herzlichen Dank an Alle, die dazu beitragen Licht in diesen noch dunklen Tunnel für mich zu bringen.

Grüsse und CS wünscht

Paul Deister

Hallo Paul,
ich selbst nutze das Canon 12x36ISII für astronomische Einsätze. Zur Stabilisierungsfunktion wurde schon viel geschrieben, sie arbeitet wirklich ausgezeichnet, da ist nicht viel hinzuzufügen. Es sei aber angemerkt, dass der Regelbereich nur bei ca. 1° liegt und man daher nicht erwarten darf, dass bei allzu unruhiger Hand alle Bewegungen ausgebügelt werden. Das Glas eleminiert hochfrequentes Muskelzittern, jedoch keine großen Schwenks. Die Optik als solche kann fast in der Oberliga mitspielen. Farbsäume an kontrastreichen Motiven sind ein gewisses Thema, es hängt extrem davon ab, wie gut man die Okulare auf die Augen ausjustiert.

Mit einer AP von 3mm ist das Canon kein Gerät für flächige lichtschwache Objekte, das ist klar! Man wundert sich aber schon, was bei Sternbeobachtung herauszuholen ist. Ich habe das Glas erst seit ein paar Monaten und freue mich schon richtig darauf, endlich einmal am dunklen Winterhimmel damit zu beobachten.

Ich würde das Glas wieder kaufen und irgendwie warte ich gespannt darauf, ob Canon vielleicht einmal ein 15x60IS mit vergleichbaren Qualitäten herausbringt ! Das wäre der HIT.


Grüße
Carsten
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Hallo zusammen,
ich habe mir ein Nikon 7x35 angeschafft und konnte es mit meinem Canon 10x30 IS vergleichen. Der Himmel war etwas aufgehellt, kein Deepsky Himmel (M27 gerade zu erkennen).
Unter diesen Bedingungen punktete das Canon in allen Belangen.
Die AP von 5mm vom Nikon kann nur bei wirklich dunklen Himmel die Vorteile ausspielen, ansonsten sind stabilisierte 10x immer den 7x vorzuziehen.
 
Re: Bildstabilisiertes Fernglas für astron. Anwend

Ich verwende das 12x36 gern und oft und zwar tags und auch für Astro. Es ist also z.B. ein ideales Familien-Urlaubsglas, man wundert sich, wieviel man damit sieht. Der Mond ist ein Genuss, Jupiter und Monde machen auch Spass. Sterne und (offene) Sternhaufen sind durchaus auch mit AP 3 mm gut zu beobachten, die Stabilisierung ist wirklich sehr gut und wirkt unterstützend. Außerdem ist das Glas nicht schwerer als mein Docter 8x42. Im Vergleich dazu wirkt das Fujinon 10x50 wie ein Panzer.

Meine Empfehlung: einfach mal 1 - 2 Wochen testen und (durch)sehen, ob es "passt".

Gruß
Adson
 
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