Bin neu hier.

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Astroholic

Neues Mitglied
Hallo Liebe Ferngucker,

ich befasse mich erst seit kurzem mit dem Thema Astronomie und beabsichtige mir vor dem Kauf eines Fernrohres erst einmal zwei Ferngläser zu kaufen.

Da ich Astro-Anfänger bin möchte ich mich die nächste Zeit mit dem Mond, den Sternbildern und der Sonne befassen.

Nach einer Suche im Internet habe ich mir einen kleinen Überblick verschafft und tendiere im Moment dazu mir ein kleines "immerdabei" Fernglas z.B. ein 12 x 25 von Hama für nur 30,- € zu kaufen und als "richtiges" Fernglas für das Stativ möchte ich z.B. ein 25 x 100 von Celestron oder ein 30 x 60 von Soligor oder ein 25 - 60 x 70 ebenfalls von Soligor.

Hat jemand von euch eines dier Dinger oder evtl. auch ein anderes Preiswertes China- oder Russen-Fernglas?

Wie sind eure Erfahrungen mit den Dingern?

Oder Sollte ich von solchen Billig-Ferngläsern die Finger lassen?

Über jeden Hinweis, was es beim Kauf zu beachten gibt und eure Erfahrungen im positiven wie negativen Sinne würde ich mich riesig freuen.

Allseits astronomisch gute Sicht.

Grüße vom Bodensee
 
Re: Ferngläser für Anfänger

Hallo,

würde erst mal was anderes empfehlen:

Taschenfaltglas 10x25 ist insgesamt OK, aber für Astro unbrauchbar - bessere Ausführung (z.B. Nikon, Minolta..)
solltest Du Dir vielleicht auch anschauen (100€ Preisklasse).

Für Astro ist ein Übersichtsglas sehr nützlich (7x35 oder 8x40), da kommen aus meiner Sicht nur Weitwinkelgläser
mit 65° scheinbarem Gesichtsfeld in Frage - Nikon Action und Minolta Classic haben BaK4 Prismen, Olympus DPSR
hat dafür Naheinstellung bis 3m für Nutzung als "allgemein für alles Fernglas". Alle so 70-100€. Mal durchgucken
bzw (zur Probe) bestellen über Internet (Rückgaberecht 2 Wochen ist ideal - in 2 Wochen hat man auf alle Fälle
mal guten Himmel!)

Daneben ist ein "Stativglas" mit hoher Vergrößerung und möglichst großen Objektiven gut. Hier ist das russsische
Tento 20x60 mein Favorit: Preis ca.80€ neu bei e-bay Händlern wie Optikost und WW Okulare (allerdings nichts für
Brillenträger) - vom Gewicht her auch noch freihändig nutzbar! Dazu braucht man ein Fotostativ, das mindestens
bis 1,80m ausziehbar ist (bezahlbar über e-bay gebraucht ca. ab 50-100€, sonst ca. 400€) und einen Stativadapter
(Plastik zur Zeit am billigsten bei Westfalia, bei TS stabile Metallausführung).

Soligor 30x50 wurde hier schon mal behandelt - große Probleme mit Serienstreuung und schlechter Kollimation
Zoomgläser am besten gleich vergessen - taugen alle nix (zumindest die billigen unter 1000€)

Für Mond unbedingt den Kosmos Mondführer (nur 8€) und für Rest "Karkoschka" anschaffen.
Sonne lohnt sich nicht, da Du unvergleichlich bessere Bilder aktuell vom Soho-Satelliten bekommst:
http://sohowww.nascom.nasa.gov/data/realtime-images.html

Und für mehr und detailliertere Info einfach mal hier in den alten Beiträgen rumlesen/suchen

Gruß
 
Re: Ferngläser für Anfänger

Hallo hanz,

vielen Dank für deine Antwort, habe mir die Beiträge zu APM 25 x 100 und TS 22 x 100 vom 24.03. durchgelesen und bin begeistert, eines der beiden wird wohl mein "großes" werden, denn genau diese Ferngläser hatte ich im Auge als ich an "preiswertes China- oder Russen-Fernglas" dachte.

Vielen Dank nochmal.

Grüße vom Bodensee
Clear skies
Zeljko
 
Re: Ferngläser für Anfänger

Hallo Astroholik,

eine prima Idee, mit einem Fernglas in das Hobby einzusteigen! Nun - am güstigsten wäre es, wenn Du einen Händler findest, bei dem Du mehrere Gläser direkt vor der Ladentür ausprobieren kannst. Dann hast Du direkt einen schönen Vergleich.

Wie schon gesagt ist ein Glas mit 25mm Öffnung definitiv nicht Astrotauglich. Das Bild ist einfach zu dunkel. Auch in der Preisklasse von 30,-EUR wird es schwer sein, Qualität zu finden. Wenn Du dann ein mieses Glass hast, durch das man schielen muss, um das Bild in beiden Augen zur Deckung zu bringen, und dann das Bild ansonsten auch schlecht ist, dann macht es auch für 30,-EUR keinen Spass.

Anderseits willst Du Dir dann auch direkt ein Riesenteil dazu kaufen, mit dem Du nur mit Stativ beobachten kannst. Denn es ist zu bedenken: alles was über eine Vergrösserung von 10-fach heraus geht, taugt nur noch mit Stativ etwas.

Daher mein Rat:
Kauf Dir für das Geld zum Einstig in das Astrohobby lieber ein (!) gutes 10X50 oder 8X50. So ein Teil ist auch astronomisch gut nutzbar, ohne umständliche Stativ-Turnerei. Ich hab mir ein Fernglass 10X50 für 200,-EUR gekauft (Vixen New Ascot), und das Teil macht richtig Spass am Himmel. Anderseits ist so ein Glas auch ohne Einschränkung am Tage nutzbar, weshalb es auch bei einem eventuellen "Fehlstart" ins Astrohobby niemals durchfallen wird. Vor allem aber hast Du ein Glas, mit dem Du einfach erst einmal den Himmel kennen lernen kannst.


Gruss:
Thomas
 
Re: Ferngläser für Anfänger

Hi Astroholik,

schau mal im Biete-Forum nach. Da gibt es aktuell ein Minolta Classic Sport 8x42 WP für 60,-EUR, da kannst Du nichts falsch machen siehe nur hier

http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/astro_fgl32.htm

Ähnlich gut ist auch das Nikon Action VI, gibt es zur Zeit für unter 100,-EUR bei diversen Elektronikmärkten. Wenn Du später einmal aufsteigst, geben diese Gläser wunderbare Immer-dabei Ferngläser ab, die im Kofferraim für einen spontanen Spechteleinsatz bereit liegen.

Viel Spaß mit Deinem neuen Hobby

carpe noctem
Matthias
 
Re: Ferngläser für Anfänger

Hallo Thomas, Hallo Matthias,

vielen Dank für eure Tipps.

Dass ich die richtig großen Ferngläser, so ab ca. 10- bis 12-fach auf die Dauer ohne Stativ nicht vernünftig in der Astrobeobachtung einsetzen kann, darüber bin ich mir im klaren und ich werde mir wohl wie etwas weiter oben schon geschrieben ein APM oder ein TS mit Stativadapter besorgen. Evtl. kann ich mein altes Video-Stativ weiterverwenden, falls nicht muss ich mir dann eben noch ein Stativ kaufen, hilft halt nichts, da muss ich eben durch.


Als Astro-Übersichtsglas werde ich mir dann ein 8 x 50 oder 8 x 56 höchstwarscheinlich auch mit Stativadapter besorgen und dafür dürfte dann mein altes Stativ allemal gut genug sein, und mit einem Manfrotto Action-Griff ist man damit auch sehr schnell bei irgendwelchen Blickrichtungswechseln mit von der Partie.

Und wenn mir dann die alltägliche schlepperei des kleinen Fernglases, mit oder ohne Stativ sei jetzt mal dahingestellt auf den Wecker geht, dann besorge ich mir eben doch noch das beschriebene 12 x 25 als echtes immermitdabei, denn Digitalkamera, Telephon, Ersatzbrille, Sonnenbrille und noch diverses Kleinzeug habe ich in einem kleinen Matchbeutel sowieso immer mit dabei und den nötigen Platz für ein ganz kleines 12 x 25 finde ich auch noch.

Dadurch, daß ich wie schon gesagt ganz frisch vom Astro-Virus infiziert wurde und mir die Sterne nicht davonlaufen, plane ich mich in der nächsten Zeit hauptsächlich mit dem Mond, der Sonne und den Sternbildern zu beschäftigen, und dann sehen wir weiter.

Und dann, wenn mich die Faszination nicht verlässt kaufe ich mir in etwa 2-3 Monaten ein Refraktor-Teleskop.

Da würde dann Die Anschafuung auch gut zu meinem Geburtstag Anfang Juli passen, so als kleines selbstgemachtes Geburtstags-Geschenk.

Grüße vom Bodensee und immer clear skies.

Zeljko
 
Re: Ferngläser vor der Ladentür ausprobieren

Hallo Thomas,

so hab ich das früher auch gesehen, aber nach neuer Erfahrung (s. thread Minox 10x42) bin ich zu einem anderen
Schluß gekommen: man braucht viel Zeit, Ruhe und guten Himmel um ein Glas wirklich beurteilen zu können.
Beim Händler kann man daher zwar eine gute Vorauswahl treffen, aber die endgültige Kaufentscheidung braucht
die echte Beobachtung möglichst unter verschiedenen Bedingungen. Daher würde ich heute jedem empfehlen,
sein Traumglas über Internet zu bestellen (da sind 2 Wochen Rückgaberecht drin!!!) und gründlich zu testen,
zurückschicken kann man Artikel über 50€ sogar auf Kosten des Verkäufers (und ohne Angabe von Gründen).

Das Optimum ist dann natürlich eine Auswahlsendung mehrerer Gläser zum Test wie sie zum Beispiel viele der
hier vertretenen Astrohändler machen!

Zu den vom Astroholic (Anfänger? eigentlich wird man doch erst durch längeren intensiven Mißbrauch süchtig?)
angeführten 100er Gläsern möchte ich nichts sagen, da es sicher sinnlos wäre. Erfahrung kommt halt von erfahren.
Vielleicht hat sich der Frager noch nicht mit dem Gewicht und den dafür nötigen stabilen und teuren Montis befaßt
oder er sucht halt wirklich genau das und hat immer 6-7er Himmel

Gruß!
 
Re: Ferngläser vor der Ladentür ausprobieren

Hallo Hanz,

kannst Du mir mal die Adresse von diesen Internet-Shops schicken? Das hört sich ja interessant an. Wenn die einem wirklich erst mal für lau eine Auswahl verschiedener Ferngläser zuschicken, von denen man sich dann das Beste aussuchen kann und den Rest (oder Alle) auf Kosten des Händlers zurückschicken kann. Aber irgendeinen Haken muss die Sache doch haben, sonst würden die Geschäfte doch als kostenlose Verleiher missbraucht...

Nun - bei mir war es vor vielen Jahren ein 8X42 oder ähnliches Glas, welches wohl an meinem Hobby schuld ist. Eines schönen Abends habe ich aus Langeweile mal den Mond angepeilt ohne etwas Besonderes zu erwarten und - "Wahnsinn, was man da alles sieht!" Mit dem Teil habe ich dann den Himmel richtig kennen gelernt, bis ich mir viel später (von einem guten Jahr) meinen 135er-Newton angeschafft habe. Kurz darauf habe ich mir dann noch das erwähnte 10X50 dazugeholt. Letzteres macht neben dem Spiegel nach wie vor viel Freude, auch wenn ich mitlerweile von einem 10X56 Zeiss träume. Aber ein Fernglas der Grösse 20X100 oder ähnlich reizt mich persönlich nicht, da es mit Stativ schon fast ähnlich unkomfortabel ist, wie ein richtiges Teleskop und auch der Preis guter (!) Binos dieses Kalibers ist ja nicht ohne. Das "Kennenlernen" des Himmels funktioniert meiner Meinung und Erfahrung nach eben am besten mit Gläsern, die man in der freien Hand halten kann. Die Öffnung sollte dabei schon min. 40mm, besser 50 oder 60mm betragen. Alles was grösser und schwerer ist, benötigt dann wieder ein Stativ. Daher mein Rat zu einem 8X50 oder 10X50 als Einstiegsdroge.

Gruss:
Thomas
 
Re: Ferngläser vor der Ladentür ausprobieren

Hallo Thomas,

ist natürlich vielleicht jetzt doch etwas überoptimistisch rübergekommen, obwohl es stimmt: grundsätzlich besteht
bei Bestellungen über Internet ein 14tägiges Rückgaberecht und bei Bestellungen über 50€ muß der Verkäufer den
Rückversand sogar auf eigene Kosten durchführen. Findest Du zum Beispiel in den Geschäftsbedingungen von
www.directshopper.de ganz klar, gilt aber auch für alle anderen (Foto-Koch, Foto-Erhardt usw.). Du kannst Dir also,
wenn Du das willst, Dein "angepeiltes" Zeiss Victory 10x56 z.B. bei www.triebel.de (dort zur Zeit nach meinen
Recherchen am billigsten) kaufen, 2 Wochen ausprobieren bei jedem Himmel und in Wald und Wiese und es, wenn
es Dir doch nicht gefällt, zurückschicken und dann bekommst Du das Geld zurück. Hat bei Directshopper mit dem
Minox 10x42 (das bezüglich Reflexen und Randschärfe enttäuschte) problemlos geklappt.

Eine Auswahlsendung dagegen kannst Du evtl mit Herrn Ransburg (TS) oder Vehrenberg ausmachen, die sind da
oft sehr kulant und schicken Dir auch mal 2 oder 3 Gläser für einen Vergleich (wurde jedenfalls hier schon erwähnt,
wenn es nicht mehr so ist, bitte Einspruch!)

Und zu guter Letzt: auch bei mir hat das Hobby mit einem Fernglas angefangen: Lidl 10x50 WW für 50DM.
Auch ich bin ein Fan der "freihändigen" Gläser, wobei da bei mir das 11x80 Danubia auch noch dazu zählt.
Aber ich habe auch das Tento 20x60 inzwischen sehr schätzen gelernt, und zwar auch auf einem großen
Fotostativ (1,80m ausziehbar, Slik SL66, gibt's leider nicht mehr neu).
Wenn ich also nur mal gucken will, ob man heute Merkur sieht, nehme ich das kleine 7x35 Olympus oder
neuerdings das Canon 10x30IS.
Wenn es ein schöner Himmel ist >5 ist das Danubia 11x80 angesagt und bei mäßigerem Himmel sowie zum
Suchen am Horizont und für Mond (mit Stativ) ist das Tento 20x60 das Optimum. Auch ich würde z.Zt. einen 8"
Newton einem 100er Großfernglas vorziehen, auch weil dann wirkliche "Hämmer" von Stativen gebraucht werden.

Gruß
 
Hi Zeljko,
ich habe vor einem halben Jahr genau so wie Du angefangen. Auch ich wusste nicht, ob es was wird mit der Astronomie und habe zunächst die Sternbilder kennengelernt mit ein Billigglas von Tasco (10x50 Wideangle, gebraucht für ein par Euro in eBay). Danach habe ich mir ein Tento gekauft, 20 x 60 (ca. 80 Euro beim Händler und noch einmal 70 Euro für ein Stabiles Stativ) ich bin kein FG-Spezialist... aber dieses Teil bringt mir jedesmal neu zum staunen. Nun spare ich für ein ordentliches Teleskop, bis dahin verwende ich ein Kaufhausteleskop (das ich geschenkt bekommen habe) aber oft bleibe ich an mein Tento "kleben" und bleibt das Billigteleskop in's Auto. Und übrigens, das Tascoglas habe ich nach wie vor immer dabei, ich mag es weil es leicht ist, nicht so schnell beschlägt und angenehm warm anfühlt im eiskalten Winternacht.
Ich dachte, meine Erfahrungen würden Dich interessieren.
KN und belgische Grüsse aus Hessen.
fred
 
Hallo Thomas,

vielen Dank für den Link.

Ich habe mir die Seiten mal kurz überflogen und finde sie richtig toll, gefällt mir echt gut.

Vielen herzlichen Dank nochmal.

Ich habe gerade nachgeschaut wo Bülach liegt, ist es das Bülach, in der nähe von Zürich und Winterthur je ca. 20-30 km?


Wenn ja, dann melde ich mich demnächst nochmal bei Dir und besuche euch mal, ist ja nicht weit, nur über den See rüber.

Grüße von der anderen Seite des Bodensees

Zeljko
 
Hallo Fred,

Danke für deine Info, ich glaube ich muss mir das Tento doch nochmal genauer anschauen, "hanz" hat es mir etwas weiter oben auch schon empfohlen.

Grüße vom Bodensee

Zeljko
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben